VL4 - Depressive Störungen, Psychische Störungen im Alter

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/19

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 12:22 PM on 7/13/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

20 Terms

1
New cards

Depressive Episode (ICD-10)

  • G1-G3: allgemeine Kriterien für depressive Episoden

  • G1. Dauer mindestens zwei Wochen

  • G2. Kriterien einer manischen oder hypomanischen Episode nicht erfüllt

  • G3. Nicht zurückführbar auf Missbrauch psychotroper Substanzen oder organische psychische Störung

  • Kodierung des Vorliegens eines somatischen Syndroms (4 aus 8):

  • Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten

  • mangelnde Fähigkeit einer emotionalen Reaktion auf Ereignisse/Aktivitäten

  • Früherwachen

  • Morgentief

  • psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit

  • Appetitverlust

  • Gewichtsverlust (5+ % im vergangenen Monat)

  • Libidoverlust

2
New cards

Schweregrade Depression

  • Leichte Episode (F32.0)

  • Mittelgradige Episode (F32.1)

  • Schwere Episode ohne psychotische Symptome (F32.2)

3
New cards

Leichte, mittelgradig, schwere depressive Episode (ICD-10: F32.0)

  • Erfüllung der allgemeinen Kriterien


B. Mindestens 2 aus 3 von:

  • 1. depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmaß, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen und mindestens zwei Wochen anhaltend

  • 2. Interessen- oder Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren

  • 3. verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit


C. 1 oder mehr von (so dass insgesamt 4-5+):

  • 1. Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls

  • 2. Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle

  • 3. wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid oder suizidales Verhalten

  • 4. Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit

  • 5. psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)

  • 6. Schlafstörungen jeder Art

  • 7. Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung



Für mittelgradige Episode (F32.1): 2 aus B., insgesamt 6-7+ Symptome
Für schwere Episode (F32.2): 3 aus B., insgesamt 8+ Symptome

4
New cards

Depressive Episode (ICD-10) - Kodierung mit/ohne psychotische Symptome

Entweder/Oder

  • 1.Wahnideen oder Halluzinationen kommen vor, aber andere als „typisch schizophrene“, d.h. die Wahngedanken sind nicht bizarr oder kulturell unangemessen; bei den Halluzinationen handelt es sich nicht um Rede in der dritten Person oder kommentiere Stimmen. Am häufigsten sind depressiver, Schuld-, hypochondrischer, nihilistischer, Beziehungs- oder Verfolgungswahn

  • 2. depressiver Stupor

5
New cards

Depressive Episode (ICD-10) - weitere Kodierung

  • synthym (z.B. Schuldwahn, Wahn von Wertlosigkeit u.a.)

  • oder parathym (z.B. Verfolgungs- oder Beziehungswahn)

6
New cards

Rezidivierende (wiederkehrend) depressive Störung (ICD-10: F33)

  • Gekennzeichnet durch wiederholte depressive Episoden

  • Keine Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie) (möglich in milder Form durch antidepressive Behandlung mitbedingt)

  • G1. zuvor mindestens eine depressive Episode in der Anamnese, mindestens zwei Wochen Dauer, mindestens zwei Monate zurückliegend

  • G2. keine manische/hypomanische Episode in der Anamnese

  • G3. nicht zurückführbar auf Missbrauch psychotroper Substanzen oder organische psychische Störung

  • Dazu Kodierung der Art der aktuellen Episode nach F32.0-2

  • Auch als F33.4 möglich: „gegenwärtig remittiert“ (nachlassen)

7
New cards

Dysthymia (ICD-10: F34.1)

  • A. Konstante oder konstant wiederkehrende Depression über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren

  • Dazwischenliegende Perioden normaler Stimmung dauern selten länger als einige Wochen, hypomanische Episoden kommen nicht vor

  • B. Keine oder nur sehr wenige der einzelnen depressiven Episoden während eines solchen Zwei-Jahres-Zeitraumes sind so schwer oder dauern so lange an, dass sie die Kriterien für eine rezidivierende leichte depressive Störung erfüllen

8
New cards

Dysthymia (ICD-10: F34.1)

  • C. mindestens 3 aus:

  • 1. verminderter Antrieb oder Aktivität

  • 2. ausgeprägte Schlafstörungen

  • 3. Verlust des Selbstvertrauens oder Gefühl von Unzulänglichkeit

  • 4. Konzentrationsschwierigkeiten

  • 5. Sozialer Rückzug

  • 6. Verlust des Interesses oder der Freude an Sexualität und anderen angenehmen Aktivitäten

  • 7. Verminderte Gesprächigkeit

  • 8. Pessimismus im Hinblick auf die Zukunft oder Grübeln über die Vergangenheit

  • 9. erkennbares Unvermögen, mit den Routineanforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden

  • 10. Neigung zum Weinen

  • 11. Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung

9
New cards

Depression im DSM-5

Depressive Störungen:

  • Disruptive Affektregulationsstörung

  • Major Depression, einzelne Episode

  • Major Depression, rezidivierend

  • Persistierende Depressive Störung (Dysthymie)

  • Prämenstruelle Dysphorische Störung

  • Substanz-/Medikamenteninduzierte Depressive Störung

  • Andere

  • Nicht näher bezeichnete

10
New cards

Psychodynamik der Depression

  • symptomatisch: niedergedrückte Stimmung, Anhedonie, Antriebsminderung; Schlafstörungen, Suizidalität, Selbstwertprobleme etc.


    Psychodynamisches Modell:

  • Versorgungskonflikte/orale Konflikte
    • Selbstwahrnehmung als gierig, eigene Wünsche als unangemessen oder

    unerfüllbar

  • Ambivalenzkonflikte (interpersoneller Ausdruck „negativer“ Affekte)
    • Sorge, mit Ärger Beziehungen zu zerstören (Aggressionshemmung)

  • Narzissmus
    • Zweifel am Selbstwert und daran, was man „verdient“ hat

11
New cards

Psychodynamik der Depression

Zusammenhang Versorgungswünsche, Aggressionshemmung und Selbstwert:

  • Versorgungswünsche werden frustriert

  • Aufgrund der Aggressionshemmung wird die Enttäuschungswut nicht gespürt oder geäußert (dann würde das Erfüllen der Wünsche noch unwahrscheinlicher)

  • Stattdessen depressive Verarbeitung: „Ich hab es nicht verdient, das zu bekommen, was ich brauche.“

12
New cards

Psychodynamik der Depression - weiteres Modell

Depression als chronifizierter dysfunktionaler Trauerprozess

  • Realer oder fantasierter Verlust (Person, Fähigkeit u.a.)

  • „Rückzug in die Innerlichkeit“ (Anhedonie, Antriebsminderung etc.)

  • Kein Durchgangsstadium wie bei gelingender Trauer

  • Statt „Es ist schlimm, dass Du weg bist“, wird erlebt „Du bist weg, weil ich

13
New cards

Psychodynamik der Depression - zwei Arten

Anaklitische Depression

  • „offen abhängige Depression“

  • „anklammernd“, hoher Grad an Bedürftigkeit und geäußerter Versorgungswünsche äußert sich (vor allem) interpersonell

Introjektive Depression

  • „selbstkritische Depression“

  • Pseudo-autark, strenges Über-Ich, Selbstzweifel, Schuld äußert sich (vor allem) intrapsychisch

14
New cards

Psychodynamik der Depression - Leitende Abwehrmechanismen & Auslösende Situationen

Leitende Abwehrmechanismen

  • Verdrängung, Verleugnung, Wendung gegen das Selbst, Affektisolation, Intellektualisierung, Rationalisierung, Introjektion

Auslösende Situationen

  • „Versuchungs- oder Versagungssituation“

  • Verluste

15
New cards

Psychodynamische Psychotherapie depressiver Störungen

Übertragung und Gegenübertragung als zentrale Elemente

  • Mobilisierung der Symptomatik in der therapeutischen Beziehung: Verstehen und Verändern

  • Durcharbeiten der eigenen Wünsche und der abgewehrten Aggression


    „klassische“ Übertragung:

  • „depending and demanding“- Interaktionsverhalten

  • (verdeckte) Versorgungswünsche, „Klagen und Jammern“

  • Abgewehrte Aggression

  • Angepasstheit

„klassische“ Gegenübertragung:

  • Ärger (Patienten „durchschütteln“ wollen)

  • „Problemtrance“

16
New cards

„Therapieresistenz“

  • Therapieresistente Depression = zwei oder mehr fehlgeschlagene Versuche einer medikamentösen Therapie

  • Transfer auf psychotherapeutische Behandlungen


    Psychodynamisch:

  • Abwehr und Widerstand in der Behandlung von Menschen mit Diagnose einer Depression

  • Dynamik, auch die Zuwendung und Wirkung einer Psychotherapie nicht verdient zu haben

  • Therapieresistenz als Äußerungsform der Symptomatik im Prozess der Therapie

17
New cards

Psychische Störungen im Alter

  • Somatoforme Störungen

  • Demenz

  • Abhängigkeitserkrankungen

  • Angststörungen

18
New cards

Demenz in der ICD-10

  • G1 Nachweis aller folgenden Bedingungen

1. Abnahme der Gedächtnisleistung - leicht, mittelgradig, schwer

2. Abnahme anderer kognitiver Fähigkeiten (z.B. Urteilsfähigkeit, Planung, Informationsverarbeitung)

  • G2 Fehlen einer Bewusstseinstrübung

  • G3 Verminderung der Affektkontrolle und des Antriebs oder eine Veränderung des Sozialverhaltens

  • G4 Vorhandensein von G1 über mindestens sechs Monate

19
New cards

Demenz in der ICD-10

F0 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

  • F00 Demenz bei Alzheimer-Krankheit

  • F01 Vaskuläre Demenz
    → Plötzlicher Beginn, rasche Progredienz

  • F02 Demenz bei andernorts klassifizierten Krankheiten

– Pick-Krankheit

– Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

– Chorea Huntington

– Parkinson

– HIV

20
New cards

Psychodynamik der Depression im Alter

  • Hohe Bedeutung von Verlusterfahrungen (Angehörige/Freunde, aber auch „Fähigkeiten“ und/oder eine veränderte Welt)

  • Häufig Form/Beginn als eine somatisierte Depression (= Beschwerden werden als körperliche erlebt) Gefahr einer Nicht- oder Fehldiagnose

  • Stigmatisierung von psychischer Erkrankung und/oder Therapie-Bedarf

  • „altersangepasste“ Therapieziele

  • Aber nicht bloß Sich-Abfinden-Lernen!