Practice Flashcards: Internationales Wirtschaftsrecht

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/27

flashcard set

Earn XP

Description and Tags

Diese Flashcards decken die wesentlichen Begriffe, Rechtsgrundlagen (Rom I-VO, EGBGB, AEUV) und Theorien (Sitz-/Gründungstheorie) des Internationalen Wirtschaftsrechts ab.

Last updated 2:13 AM on 7/10/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

28 Terms

1
New cards

Internationales Wirtschaftsrecht (IWR)

Die Gesamtheit aller Rechtsnormen, die grenzüberschreitende Sachverhalte der Wirtschaft und die Tätigkeit der am Wirtschaftsleben beteiligten Personen regeln.

2
New cards

Internationales öffentliches Wirtschaftsrecht

Regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Völkerrechtssubjekten wie der WTO, umfasst internationale Wirtschaftsbeziehungen, Umweltrecht und Völkerrecht.

3
New cards

Internationales Privatrecht (IPR)

Bestimmt als Teil des IWR, welches nationale Privatrecht auf einen internationalen Sachverhalt (z.B. Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht, Deliktsrecht) anzuwenden ist.

4
New cards

EGBGB

Das Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche; es enthält das autonome deutsche Kollisionsrecht, das zur Anwendung kommt, wenn kein vorrangiges EU-Recht oder Völkerrecht greift.

5
New cards

Rom I-Verordnung (Rom I-VO)

EU-Verordnung (Nr. 593/2008593/2008), die das auf vertragliche Schuldverhältnisse in Zivil- und Handelssachen anzuwendende Recht regelt.

6
New cards

Rom II-Verordnung (Rom II-VO)

EU-Verordnung über das auf außervertragliche Schuldverhältnisse (z.B. Unfälle oder Delikte) anzuwendende Recht.

7
New cards

Rom III-Verordnung (Rom III-VO)

EU-Verordnung, die das auf die Ehescheidung und Trennung ohne Auflösung des Ehebandes anzuwendende Recht festlegt.

8
New cards

EuErbVO

Die Europäische Erbrechtsverordnung, die das anwendbare Recht für die Rechtsfolge von Todes wegen (Erbrecht) bestimmt.

9
New cards

CISG

Das Wiener UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht), ein wichtiges völkerrechtliches Übereinkommen zur Vereinheitlichung des Schuldrechts.

10
New cards

Primärrecht der EU

Die Verträge, die die Grundlage der EU bilden, insbesondere der EUV (Vertrag über die Europäische Union) und der AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union).

11
New cards

Sekundärrecht der EU

Von den EU-Organen erlassene Rechtsformen gemäß Art. 288288 AEUV, insbesondere Verordnungen, Richtlinien, Beschlüsse, Empfehlungen und Stellungnahmen.

12
New cards

EU-Verordnung

Ein Rechtsakt mit allgemeiner Geltung, der in allen Teilen verbindlich ist und unmittelbar in jedem Mitgliedstaat gilt, ohne dass eine nationale Umsetzung erforderlich oder zulässig ist.

13
New cards

EU-Richtlinie

Ein Rechtsakt, der für jeden Mitgliedstaat hinsichtlich des Ziels verbindlich ist, aber den innerstaatlichen Stellen die Wahl der Form und Mittel zur Umsetzung überlässt.

14
New cards

Prinzip der engsten Verbindung

Der Grundsatz, nach dem auf einen internationalen Sachverhalt diejenige Rechtsordnung anzuwenden ist, mit der er die stärkste sachliche Verbindung aufweist.

15
New cards

Rechtswahl (Parteiautonomie)

Das Recht der Vertragsparteien, das auf ihren Sachverhalt anwendbare Recht selbst zu bestimmen (subjektive Anknüpfung).

16
New cards

Ordre Public

Eine Vorbehaltsklausel (Art. 66 EGBGB), nach der eine ausländische Rechtsnorm nicht anzuwenden ist, wenn ihr Ergebnis mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts (insbes. Grundrechten) offensichtlich unvereinbar ist.

17
New cards

Anknüpfungspunkt

Typisierende Kriterien (z.B. Staatsangehörigkeit, gewöhnlicher Aufenthalt, Belegenheitsort), die der Gesetzgeber nutzt, um die engste Verbindung eines Sachverhalts zu bestimmen.

18
New cards

Gewöhnlicher Aufenthalt

Der Ort, der den physischen Lebensmittelpunkt einer Person darstellt, ermittelt durch Dauer, Regelmäßigkeit des Aufenthalts sowie berufliche und soziale Bindungen.

19
New cards

Charakteristische Leistung

Diejenige Leistung, die den Vertragstyp prägt (z.B. beim Kaufvertrag die Leistung des Verkäufers), und oft als Anknüpfungspunkt für das anwendbare Recht dient.

20
New cards

Platzgeschäft

Ein Vertragsschluss, bei dem sich alle Parteien im Zeitpunkt des Geschäfts am selben Ort (Vornahmeort) befinden (relevant für Formvorschriften nach Art. 1111 I Rom I-VO).

21
New cards

Distanzgeschäft

Ein Vertragsschluss, bei dem sich die Parteien in verschiedenen Staaten befinden (relevant für Formvorschriften nach Art. 1111 II Rom I-VO).

22
New cards

Anknüpfungsleiter

Eine hierarchische Abfolge von Anknüpfungspunkten in einer Kollisionsnorm, die Sprosse für Sprosse geprüft wird (subsidiäre Anknüpfung).

23
New cards

Gesellschaftsstatut

Das Recht, das für die Innen- und Außenbeziehungen einer juristischen Person gilt, einschließlich Gründung, Rechtsfähigkeit und Haftung.

24
New cards

Sitztheorie

Eine Theorie im Gesellschaftsrecht, nach der die Gesellschaft dem Recht des Staates unterliegt, in dem sie ihren tatsächlichen Verwaltungssitz hat.

25
New cards

Gründungstheorie

Eine Theorie, nach der das Recht des Staates anwendbar ist, in dem die Gesellschaft gegründet und registriert wurde, unabhängig vom Ort der Verwaltung.

26
New cards

Niederlassungsfreiheit

Ein in Art. 4949 AEUV verankertes Grundrecht, das Beschränkungen der Gründung von Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen innerhalb der EU verbietet.

27
New cards

Statutenwechsel

Ein Wechsel des anwendbaren Rechts (z.B. durch Verlegung des Verwaltungssitzes oder des gewöhnlichen Aufenthalts), der zu einer Änderung des Statuts führt.

28
New cards

Vollmacht (gewillkürte Stellvertretung)

Die durch Rechtsgeschäft erteilte Vertretungsmacht, deren anwendbares Recht sich für Deutschland nach Art. 88 EGBGB bestimmt.