1/18
Diese Vokabel-Flashcards decken die Definitionen, rechtlichen Grundlagen und historischen Wellen der Migration in Bayern von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert ab.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Migration
Dauerhafter Wohnortwechsel von Menschen, definiert als „räumliche Bewegung“ unabhängig von den Ursachen, mit weitreichenden Auswirkungen auf den Lebensverlauf.
Genfer Flüchtlingskonvention (1951)
Das erste universell geltende Abkommen, das Flüchtlinge definiert („gut begründete Angst vor Verfolgung“) und Rechte wie Religions-, Bewegungs- und Arbeitsfreiheit festlegt.
Non-Refoulement
Ein Kernprinzip der Genfer Flüchtlingskonvention, das verbietet, einen Flüchtling in ein Land zurückzuweisen, in dem ihm Verfolgung droht.
Cuius regio, eius religio
Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555, nach dem der jeweilige Landesherr über die Konfession seiner Untertanen entscheiden durfte.
Peuplierung
Eine aktive Bevölkerungspolitik von Landesfürsten in der Frühen Neuzeit, die darauf abzielte, durch Zuwanderung den allgemeinen Wohlstand und die Staatseinnahmen zu erhöhen.
Hugenotten
Französische Calvinisten, die nach der Aufhebung der religiösen Toleranz durch das Edikt von Fontainebleau (1685) aus Frankreich flohen.
Edikt von Potsdam (1685)
Ein Edikt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen, das Hugenotten wirtschaftliche und religiöse Sonderrechte für die Ansiedlung bot.
Neu-Erlangen
Eine 1686 südlich der Erlanger Altstadt gegründete Hugenottenstadt, die vom Markgrafen Christian Ernst finanziert wurde.
Salzburger Exulanten
Etwa 20.000 Protestanten, die 1731/32 aufgrund eines Emigrationspatents des Erzbischofs Firmian aus dem Erzstift Salzburg vertrieben wurden.
Verstädterung
Der seit ca. 1850 verstärkt einsetzende Prozess der Binnenwanderung vom Land in die Städte infolge der Industrialisierung und Gewerbefreiheit.
German Belt
Eine Region im Nordosten der USA (von Nebraska bis Ohio), in der sich deutsche und bayerische Auswanderer im 19. Jahrhundert konzentrierten.
Hungerkrise 1846/47
Ein bedeutender Auslöser für den europaweiten Auswanderungsboom in die USA im 19. Jahrhundert.
Nürnberger Gesetze (1935)
Nationalsozialistische Gesetze, die Jüdinnen und Juden zu Staatsbürgern minderen Rechts herabstauften und Mischehen als „Blutschande“ verboten.
Arisierung
Der erzwungene Verkauf jüdischer Geschäfte und Unternehmen unter Wert an nicht-jüdische Käufer während der Zeit des Nationalsozialismus.
Reichsfluchtsteuer
Eine bürokratische Schikane des NS-Staates, bei der Emigranten 25 Prozent ihres Gesamtvermögens zahlen mussten.
Kindertransporte (1938/39)
Rettungsaktion, durch die knapp 10.000 jüdische Kinder aus dem Deutschen Reich nach Großbritannien gelangten und so den Holocaust überlebten.
Gastarbeiter
Arbeitsmigranten, die zwischen 1955 und 1973 aufgrund von Anwerbeverträgen (z. B. mit Italien, der Türkei oder Jugoslawien) in die Bundesrepublik Deutschland kamen.
Spätaussiedler
Nachfahren deutscher Minderheiten aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (oft „Russlanddeutsche“ genannt), die ab 1993 nach Deutschland kamen.
Kontingentflüchtlinge
Flüchtlinge, die in festgelegter Anzahl im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen nach Deutschland übersiedeln dürfen, ohne ein Asylverfahren zu durchlaufen.