Allgemeine Psychologie 1: Gedächtnis über kurze Zeiträume

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Diese Flashcards decken die wesentlichen Konzepte, Modelle und klassischen Experimente zum Thema sensorisches Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis gemäß der Vorlesung Allgemeine Psychologie 1 ab.

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1
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Modales Gedächtnismodell

Ein von Atkinson & Shiffrin (1968) vorgeschlagenes Modell, das das Gedächtnis in drei Systeme unterteilt: das sensorische Gedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.

2
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Sensorisches Gedächtnis

Ein System mit unbegrenzter Kapazität, aber sehr kurzer Speicherdauer (<1s< 1\,s), das der Wahrnehmung und Merkmalsintegration dient. Es wird modalitätsspezifisch enkodiert.

3
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Kurzzeitgedächtnis (KZG)

Ein System mit begrenzter Kapazität und einer Speicherdauer von mehreren Sekunden. Die Aufrechterhaltung der Inhalte erfordert aktives Rehearsal, und der Abruf erfolgt seriell.

4
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Langzeitgedächtnis (LZG)

Ein unbewusstes System mit unbegrenzter Kapazität und langer Dauer. Die Enkodierung erfolgt multimodal oder semantisch; Inhalte müssen für den Abruf aktiviert werden.

5
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Iconic Memory

Das sensorische Gedächtnis für visuelle Reize, unterteilt in visible persistence (das Nachbild bleibt sichtbar) und informational persistence (Informationen über Eigenschaften bleiben verfügbar).

6
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Teilbericht-Verfahren (Sperling, 1960)

Ein experimentelles Paradigma, bei dem ein Ton die zu erinnernde Zeile signalisiert. Es zeigt, dass bei kurzer Verzögerung fast alle Buchstaben im sensorischen Gedächtnis verfügbar sind.

7
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Kapazitätsbegrenzung des KZG

Die Annahme, dass das Kurzzeitgedächtnis nur etwa 44 bis 77 Einheiten (,,Chunks") gleichzeitig speichern kann.

8
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Chunking

Der Prozess, bei dem einzelne Items basierend auf Wissen aus dem Langzeitgedächtnis zu größeren, bedeutungsvollen Einheiten kombiniert werden, um die Gedächtniskapazität effizienter zu nutzen.

9
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Primacy-Effekt

Das Phänomen, dass die ersten Items einer Liste besser erinnert werden, da sie häufiger wiederholt wurden und bereits ins Langzeitgedächtnis übertragen wurden.

10
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Recency-Effekt

Das Phänomen, dass die letzten Items einer Liste besser erinnert werden, da sie im Kurzzeitgedächtnis noch aktiv oder am leichtesten verfügbar sind.

11
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Suffix Effect

Das Verschwinden des Recency-Effekts, wenn nach der Liste ein irrelevantes gesprochenes Wort (z. B. ,,Los!") präsentiert wird, das den Platz im Kurzzeitgedächtnis einnimmt.

12
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Sternberg-Paradigma

Ein Experiment zum Abrufprozess aus dem KZG, das zeigte, dass die Suche seriell und erschöpfend erfolgt, wobei pro Item ca. 38ms38\,ms benötigt werden.

13
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Slot-Modell (Luck & Vogel, 1997)

Ein Modell des visuellen Kurzzeitgedächtnisses, das besagt, dass eine begrenzte Anzahl von diskreten Speicherplätzen für integrierte Objekte (mit all ihren Merkmalen) existiert.

14
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Kontinuierliche Ressourcen (Bays & Husain, 2008)

Ein Modell, das besagt, dass das visuelle KZG keine diskreten Slots hat, sondern die Präzision der Repräsentation graduell mit steigender Anzahl der Stimuli abnimmt.

15
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Arbeitsgedächtnis (Baddeley & Hitch, 1974)

Ein Multikomponenten-Modell zur kurzfristigen Speicherung und Manipulation von Informationen, bestehend aus phonologischer Schleife, visuell-räumlichem Notizblock und zentraler Exekutive.

16
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Phonologische Schleife

Eine Komponente des Arbeitsgedächtnisses für verbale Informationen, bestehend aus einem passiven phonologischen Speicher und einem aktiven artikulatorischen Kontrollprozess (Rehearsal).

17
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Phonologischer Ähnlichkeitseffekt

Der Befund, dass sich ähnlich klingendes Material schlechter gemerkt werden kann als unähnliches, was auf eine Kodierung in einem phonologischen Format hinweist.

18
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Wortlängeneffekt

Die Beobachtung, dass die Gedächtnisspanne von der Zeit abhängt, die man zum Aussprechen der Wörter benötigt; mehr kurze Wörter können erinnert werden als lange.

19
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Artikulatorische Suppression

Die Störung des artikulatorischen Kontrollprozesses durch kontinuierliches Sprechen während einer Aufgabe, was den Wortlängeneffekt verschwinden lässt.

20
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Irrelevant Speech Effect

Die Beeinträchtigung der Merkfähigkeit durch Hintergrundsprache, da diese automatisch in den phonologischen Speicher enkodiert wird und mit den Zielitems interferiert.

21
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Changing-State-Hypothese

Die Annahme, dass akustische Änderungen im Schall (Töne oder Sprache) die Gedächtnisleistung stärker stören als gleichbleibende Geräusche (steady-state).

22
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Visuell-räumlicher Notizblock

Ein System zur Speicherung visueller (Formen, Farben) und räumlicher (Positionen, Sequenzen) Informationen, das durch Imagery und den ,,inneren Schreiber" funktioniert.

23
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Episodischer Puffer

Eine multimodale Komponente des Arbeitsgedächtnisses mit begrenzter Kapazität, die zeitliche Episoden aufrechterhält und die Verbindung zum Langzeitgedächtnis herstellt.

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Zentrale Exekutive

Die Kontrollinstanz des Arbeitsgedächtnisses, die Aufmerksamkeit fokussiert, Informationen aus dem LZG abruft und kognitive Prozesse wie Shifting, Updating und Inhibition steuert.

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Shifting

Eine exekutive Funktion, die den Wechsel der Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Reizen oder Aufgaben beschreibt.

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Updating

Eine exekutive Funktion, die für das ständige Aktualisieren der für eine Aufgabe relevanten Inhalte des Arbeitsgedächtnisses zuständig ist.

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Inhibition

Eine exekutive Funktion, die die Unterdrückung von dominanten Reaktionen oder die Ausblendung von Interferenz durch Distraktoren ermöglicht.