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Diese Flashcards decken die wesentlichen Konzepte, Modelle und klassischen Experimente zum Thema sensorisches Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis gemäß der Vorlesung Allgemeine Psychologie 1 ab.
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Modales Gedächtnismodell
Ein von Atkinson & Shiffrin (1968) vorgeschlagenes Modell, das das Gedächtnis in drei Systeme unterteilt: das sensorische Gedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.
Sensorisches Gedächtnis
Ein System mit unbegrenzter Kapazität, aber sehr kurzer Speicherdauer (<1s), das der Wahrnehmung und Merkmalsintegration dient. Es wird modalitätsspezifisch enkodiert.
Kurzzeitgedächtnis (KZG)
Ein System mit begrenzter Kapazität und einer Speicherdauer von mehreren Sekunden. Die Aufrechterhaltung der Inhalte erfordert aktives Rehearsal, und der Abruf erfolgt seriell.
Langzeitgedächtnis (LZG)
Ein unbewusstes System mit unbegrenzter Kapazität und langer Dauer. Die Enkodierung erfolgt multimodal oder semantisch; Inhalte müssen für den Abruf aktiviert werden.
Iconic Memory
Das sensorische Gedächtnis für visuelle Reize, unterteilt in visible persistence (das Nachbild bleibt sichtbar) und informational persistence (Informationen über Eigenschaften bleiben verfügbar).
Teilbericht-Verfahren (Sperling, 1960)
Ein experimentelles Paradigma, bei dem ein Ton die zu erinnernde Zeile signalisiert. Es zeigt, dass bei kurzer Verzögerung fast alle Buchstaben im sensorischen Gedächtnis verfügbar sind.
Kapazitätsbegrenzung des KZG
Die Annahme, dass das Kurzzeitgedächtnis nur etwa 4 bis 7 Einheiten (,,Chunks") gleichzeitig speichern kann.
Chunking
Der Prozess, bei dem einzelne Items basierend auf Wissen aus dem Langzeitgedächtnis zu größeren, bedeutungsvollen Einheiten kombiniert werden, um die Gedächtniskapazität effizienter zu nutzen.
Primacy-Effekt
Das Phänomen, dass die ersten Items einer Liste besser erinnert werden, da sie häufiger wiederholt wurden und bereits ins Langzeitgedächtnis übertragen wurden.
Recency-Effekt
Das Phänomen, dass die letzten Items einer Liste besser erinnert werden, da sie im Kurzzeitgedächtnis noch aktiv oder am leichtesten verfügbar sind.
Suffix Effect
Das Verschwinden des Recency-Effekts, wenn nach der Liste ein irrelevantes gesprochenes Wort (z. B. ,,Los!") präsentiert wird, das den Platz im Kurzzeitgedächtnis einnimmt.
Sternberg-Paradigma
Ein Experiment zum Abrufprozess aus dem KZG, das zeigte, dass die Suche seriell und erschöpfend erfolgt, wobei pro Item ca. 38ms benötigt werden.
Slot-Modell (Luck & Vogel, 1997)
Ein Modell des visuellen Kurzzeitgedächtnisses, das besagt, dass eine begrenzte Anzahl von diskreten Speicherplätzen für integrierte Objekte (mit all ihren Merkmalen) existiert.
Kontinuierliche Ressourcen (Bays & Husain, 2008)
Ein Modell, das besagt, dass das visuelle KZG keine diskreten Slots hat, sondern die Präzision der Repräsentation graduell mit steigender Anzahl der Stimuli abnimmt.
Arbeitsgedächtnis (Baddeley & Hitch, 1974)
Ein Multikomponenten-Modell zur kurzfristigen Speicherung und Manipulation von Informationen, bestehend aus phonologischer Schleife, visuell-räumlichem Notizblock und zentraler Exekutive.
Phonologische Schleife
Eine Komponente des Arbeitsgedächtnisses für verbale Informationen, bestehend aus einem passiven phonologischen Speicher und einem aktiven artikulatorischen Kontrollprozess (Rehearsal).
Phonologischer Ähnlichkeitseffekt
Der Befund, dass sich ähnlich klingendes Material schlechter gemerkt werden kann als unähnliches, was auf eine Kodierung in einem phonologischen Format hinweist.
Wortlängeneffekt
Die Beobachtung, dass die Gedächtnisspanne von der Zeit abhängt, die man zum Aussprechen der Wörter benötigt; mehr kurze Wörter können erinnert werden als lange.
Artikulatorische Suppression
Die Störung des artikulatorischen Kontrollprozesses durch kontinuierliches Sprechen während einer Aufgabe, was den Wortlängeneffekt verschwinden lässt.
Irrelevant Speech Effect
Die Beeinträchtigung der Merkfähigkeit durch Hintergrundsprache, da diese automatisch in den phonologischen Speicher enkodiert wird und mit den Zielitems interferiert.
Changing-State-Hypothese
Die Annahme, dass akustische Änderungen im Schall (Töne oder Sprache) die Gedächtnisleistung stärker stören als gleichbleibende Geräusche (steady-state).
Visuell-räumlicher Notizblock
Ein System zur Speicherung visueller (Formen, Farben) und räumlicher (Positionen, Sequenzen) Informationen, das durch Imagery und den ,,inneren Schreiber" funktioniert.
Episodischer Puffer
Eine multimodale Komponente des Arbeitsgedächtnisses mit begrenzter Kapazität, die zeitliche Episoden aufrechterhält und die Verbindung zum Langzeitgedächtnis herstellt.
Zentrale Exekutive
Die Kontrollinstanz des Arbeitsgedächtnisses, die Aufmerksamkeit fokussiert, Informationen aus dem LZG abruft und kognitive Prozesse wie Shifting, Updating und Inhibition steuert.
Shifting
Eine exekutive Funktion, die den Wechsel der Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Reizen oder Aufgaben beschreibt.
Updating
Eine exekutive Funktion, die für das ständige Aktualisieren der für eine Aufgabe relevanten Inhalte des Arbeitsgedächtnisses zuständig ist.
Inhibition
Eine exekutive Funktion, die die Unterdrückung von dominanten Reaktionen oder die Ausblendung von Interferenz durch Distraktoren ermöglicht.