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Vokabelkarten zu wichtigen Begriffen der Vorlesung „Technisches Design“ mit Fokus auf Maßkonzeption, Karosserie- und Exterieurgestaltung sowie Leichtbau und Plattformstrategien.
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Erweiterte Pkw-Maßkonzeption
Systematisches, iteratives Vorgehen zur präzisen Definition zusätzlicher Interieur-/Exterieur-Abmessungen für Karosserieöffnungen sowie kritischer Sicht- und Bewegungsszenarien, um Insassenkomfort und -sicherheit zu gewährleisten.
Vorgehen zur Ermittlung kritischer Sicht- bzw Bewegungsszenarien
Analyse kritischer Sicht- und bewegungszenarien, Ansätze zur Reduzierung suchen, digitale Modellierung, Darstellung Sichtkegel & dynamischer Raumbedarf
Bewegungsablauf (im Fahrzeug)
Abfolge menschlicher Körperhaltungen, die beim Ein-, Aussteigen oder Bedienen entstehen und digital modelliert werden.
Führendes Körperteil
Körperteil, das eine Bewegungsphase funktional und motorisch anleitet; seine Gelenke bewegen sich in einer Ebene.
Quasi-dynamische Modellierung
Menschmodellierung, die Bewegung durch Interpolation zwischen statischen Stützhaltungen erzeugt, um komplexe Interaktionen im Fahrzeuginnenraum effizient zu simulieren.
Stützhaltung
Statische Körperhaltung, die als Ausgangslage zur Bewegungsmodellierung dient (bild-, sensor- oder berechnungsbasiert).
Ein- und Ausstiegsarten nach Rigel
Schlüpf-, Fädel-, Plumps-, Hürden-Strategie
Fädel-Strategie
Ein-/Ausstiegsstrategie, bei der sich der Insasse zwischen Lenkrad und Sitz „hindurchfädelt“.

Plumps-Strategie
Ein-/Ausstiegsstrategie, bei der sich der Insasse nahezu senkrecht fallen lässt bzw. aufsteht.
Hürden-Strategie
Strategie, bei der das Bein über eine Schwelle (Schweller) gehoben wird wie über eine Hürde.
Schlüpf-Strategie
Strategie, bei der der Insasse mit vorgeneigtem Oberkörper unter dem Dachrahmen hindurch gleitet.

9-Schritte-Methode (Maßkonzept)
Sequenz von Hauptreferenzpunkt bis Konstruktionsgitter zur vollständigen Fahrzeuglayout-Erstellung über 1-Hauptreferenzpunkt (SgRP), 2-Hauptreferenzebenen (Standebene), 3-Fahrerarbeitsplatz, 4-Passagiere, 5-PKW Interieur + 95%M Sehstrahl, 6-Gepäckvolumen+Be-&Entladung, 7-primäre technische Funktionsbaugruppen, 8-PKW Exterieur, 9-Konstruktionsgitter
Sitzmodellierung bei automatisierter Fahrt
Untersuchung neuer Innenraum- und Sitzanordnungen (Liegeposition, Konferenzstellung, verfahrbare Sitze).
Tragwerksbauweise
Grundprinzip, nach dem die lasttragenden Elemente eines Fahrzeugs gestaltet sind (stab- oder flächenförmig, biege-steif/schlaff).
Sichtbarkeitsanforderungen
direkte Sichtfelder: Fensterflächen & A-,B-,C-Säulen ergeben Rundumsicht
indirekte Sichtfelder: abhängig von Größe des Spiegels/ Kamerabild
Nenne Karosseriearten
Gitterrohrrahmen, Monocoque, Fahrschemelbauweise, Leiterrahmen, selbsttragend (Schalenbauweise), Space Frame (Skelettbauweise), Gigacasting, Mischbauweise

Gitterrohrrahmen
Rahmen aus geraden, zug-/druck-optimierten Rohren; leicht + Trennung Struktur und Außenhaut, aber biegeempfindlich und platzintensiv.

Leiterrahmen
Zwei Längsträger mit Quertraversen; flexibel für Aufbauten, aber schwer.

Fahrschemelbauweise
Zwischenlösung: abgekoppelter Rahmen für Antrieb/Fahrwerk an selbsttragender Karosserie. + gute Schwingungsdämpfung aber hohes Gewicht

Monocoque
Eine selbsttragende, verwindungssteife Schalenbauweise (oft aus CFK) für Renn- und Sportwagen, die extreme Leichtigkeit und strukturelle Integrität bietet, jedoch aufwendige Reparaturen erfordert.

Selbsttragende Karosserie (Schalenbauweise)
Alle Funktionen in der Stahl-/Alu-Schale integriert; Standardbauweise und leicht, aber komplex in der Auslegung.

Space Frame (Skelettbauweise)
Gerippe aus Profilen mit nichttragenden Anbauteilen; intelligente Verteilung der Teilfunktionen möglich; gewichts- und kostenoptimiert, aber komplex.

Gigacasting
Der Einsatz sehr großer Aluminium-Druckguss-Bauteile, der die Anzahl der Einzelteile in der Karosserie drastisch reduziert, Fertigungskomplexität senkt, aber Reparaturen bei Beschädigung erschwert.

Mischbauweise (Multi-Material-Design)
Kombination verschiedener Werkstoffe & Fertigungsverfahren zur Optimierung von Gewicht und Korrosion, aber aufwändige Fertigung und Recycling

wichtigste Karosserieanforderungen
Umsetzung maßkonzeptionelle Vorgaben inkl. ergonomische Raumanforderungen; Umsetzung Exterieur Design; Aufnahme technischer Komponenten und Funktionsbaugruppen; sicherheitsrelevante Anforderungen (Crashanforderungen, Steifigkeit); Leichtbau
White Body
Rohkarosserie ohne Türen/Verkleidung, die alle Anbindungspunkte für Komponenten bereitstellt.
Euro NCAP Testvorschriften
Europäisches Programm zur Fahrzeugsicherheitsbewertung (Erwachsenen-, Kinder-, Fußgängerschutz, Assistenz).
Frontalaufprall (NCAP)
Crashversuch mit 64 km/h, 40 % Überlappung gegen verformbares Hindernis. Wichtig sind optimierte Verzögerung und geringe Intrusion
Fußgängerschutzmaßnahmen
fußgängerfreundliche Stoßstange (verformt sich am Bein), tiefer Aufprallpunkt, aktive (Pop-Up) Motorhaube, homogene Kraftverteilung
Negative Gewichtsspirale
Ein Teufelskreis, bei dem eine initiale Gewichtszunahme (z.B. durch Zusatzfunktionen) eine stärkere Struktur, größere Motorisierung und Bremsen erfordert, was wiederum zu weiterem Mehrgewicht führt und Effizienz mindert.
Positive Gewichtsspirale
Gewichtsreduktion (z.B. Leichtbau durch neue Werkstoffe/ Bauteilintegration) erlaubt kleinere Komponenten → weitere Gewichts- und Verbrauchsvorteile.
Konzeptleichtbau
Gewichtseinsparung durch die Integration mehrerer Aufgaben oder Funktionen in einem einzigen Bauteil, z.B. eine Struktur, die gleichzeitig als Kühlkanal dient.
Werkstoffleichtbau
Einsatz geeigneter Leichtwerkstoffe (Alu, hochfester Stahl, Kunststoff) je nach Belastung.
Formleichtbau
Lastgerechte Geometrie (zonenweise Verstärkung, Hohlprofile) zur Masseoptimierung je nach Belastung.
Fertigungsleichtbau
Gewichtsersparnis durch fügelose oder materialeffiziente Fertigungsverfahren (Laser-, MAG-Schweißen).
Fugenplan
Ein präziser Plan zur Abstimmung aller sichtbaren Fugenbreiten und ‑versätze zwischen Karosserieteilen, entscheidend für die wahrgenommene Qualität und Passgenauigkeit des Fahrzeugs. Türkinematik erfordert größeren Spalt; konstante Fugenbreite ist wichtiger als absolute Fugenbreite; -0,5mm Flächenversatz in y Richtung nach Innen wegen Fahrtwindangriff
Wahrnehmbare Fugenbreite
Optisch wirksamer Abstand zwischen Bauteilkanten; Auge reagiert stark auf Abweichungen.
Schwenktür
Konventionelle Vordertür mit vornliegendem Anschlag und Bogenöffnung.
Schiebetür
Seitlich geführte Tür; Variante mit/ohne B-Säule, reduziert Außenplatzbedarf.
Portaltür
Gegenläufige Türanordnung mit hinten angeschlagener Hecktür (z. B. Rolls-Royce).
Versenkbare Tür
Tür, die in die Karosserie gleitet (z. B. BMW Z1).
Flügeltür
Oben angeschlagene, vertikal aufschwingende Tür (Gullwing).
Scherentür
Vorn angeschlagene, nach oben schwenkende Tür (z. B. Lamborghini).
Schmetterlingstür
Kombiniert Flügel- und Scherentür, klappt nach oben und außen.
Fronttür
Komplett frontseitig öffnende Fahrzeugfront (z. B. Isetta, Microlino).
Softtop (Cabrio)
Leichtes Stoff-/PVC-Faltverdeck mit Gestänge; gut für Gewicht, schlechtere Dämmung.
Retractable Hardtop (RHT)
Mehrteiliges Hardtop, das automatisiert im Heckfach verstaut wird; schwerer, bessere NVH.
Plattformstrategie
Die Nutzung einer gemeinsamen Grundstruktur oder Architektur („Plattform“) für verschiedene Fahrzeugmodelle (Plattform + Hut) , was Skaleneffekte bei Entwicklung und Produktion ermöglicht und die Modellvielfalt fördert.

Markenplattform
Plattform wird innerhalb einer Marke genutzt (z. B. Mercedes MMA).
Konzernplattform
Plattform wird konzernweit genutzt (VW MLB ).
Konzernübergreifende Plattform
OEM-übergreifende gemeinsame Plattform (Volvo EX30 / Smart #1).
Badge Engineering
Re-Branding nahezu identischer Fahrzeuge durch Änderung weniger Designmerkmale. z.B. Chevi Tahoe und GMC Yukon Denali
Exterieur-Formgebung – funktionale Einflüsse
Aerodynamik, Beleuchtung, Ergonomie (Griffe, Sicht), Fußgängerschutz, Böschungswinkel.
Ziele der Aerodynamik
Reduktion Fahrwiderstände, Kühlung der Aggregate, Fahrtrichtungsstabilität, Akustische Störung & Verschmutzung vermeiden
Quasi-2D-Wirbel
Querwirbel hinter Flächenabriss; reduzieren Aerodynamikgüte.
3D-Wirbelzopf
Dreidimensionaler Strömungswirbel mit Achse in Fahrtrichtung, energiezehrend.
Heckneigungswinkel
Einflussgröße der Grundkörperform; Minimum cw bei ~12° (ohne Abrisskante).
Abtrieb
Aerodynamische Kraft nach unten; erzeugt z. B. Heckflügel für Sportwagen.
LED-Scheinwerfer – Vorteile
Vorteile umfassen eine verbesserte Randwahrnehmung durch homogenes Licht, eine Lebensdauer von über 10000 Stunden, geringeren Energieverbrauch und adaptive Matrix-Lichtsysteme für blendingfreies Dauerfernlicht.
Griffgestaltung (Ergonomie)
Anthropomorphe Form, große Kontaktfläche, funktionssichere Öffnung bei Verformung.
Außenspiegel – Sichtfeldklasse III
Gesetzlich definierter Mindestbereich, der vom Hauptaußenspiegel abgedeckt sein muss.

Böschungswinkel
Winkel zwischen Standfläche und Unterkante Front/Heck; bestimmt zulässige Steigung ohne Aufsetzen. → häufig Zielkonflikt mit Aerodynamik

Feature Line
Bewusst gesetzte Linie, die eine Fläche unterteilt (z. B. Türkante).

Crease Line
(Scharfkantiger) Übergang zweier Flächen zur Akzentuierung.

Slim Line
Markant ausgeprägte Crease Line zur Betonung hinterer Radhäuser.

Character Line
Dominierende Linie, die das Kerndesignmerkmal hervorhebt. Meistens eine Crease Line

Greenhouse
Gesamte Fensterfläche eines Fahrzeugs ohne Rahmenberücksichtigung.

Bombierung
Konvex aufgeblähte Flächenform; volumenerhöhend.
Einzug (Taillierung)
Konkav eingezogene Fläche; volumenreduzierend.
Integrative Gestaltung
Verschmelzung mehrerer Volumenelemente zu einem Körper mit kontinuierlichem Übergang.

Konjunktive/ integrale Gestaltung
Tangentialer Übergang (Hohlkehle) zwischen zwei Volumen – Verfeinerung der integrativen Gestaltung.

Historische Designlinien nach Tuminelli
Retro, Wedge Line, Flow Box, New Classic, Edge Body, Carved Body, Smooth Body
Retro-Designlinie
Neuinterpretation historischer Modelle (Remake), z. B. VW Beetle.
Flow Box
Weiche Linien mit stark geneigter Frontscheibe; kompaktes, rundes Design. z.B. Smart Fortwo
Wedge Line
Keilform mit ansteigender Seitenlinie, hoher Heck- und tiefer Frontpartie. z.B. Lamborghini Huracan
Edge Body
Gerade Flächen und scharfe Kanten; robust, sicherheitsbetont. z.B. Cadillac CTS
Smooth Body
Saubere, fließende Linien, Anklänge an Aeroformen. z.B. Infiniti G50
Carved Body
Skulpturale, dynamische Formen als Weiterentwicklung des Edge Body. z.b. BMW X4
New Classic
Moderne Interpretation klassischer Designmerkmale. z.b. RR Phantom
Nenne Gestaltordnungen
Achsen- & Punktsymmetrie, Richtungsgebundenheit, Proportion, Zentrierung, Ähnlichkeit, Selbstähnlichkeit
Achsensymmetrie
Spiegelung an vertikaler/ horizontaler Achse bildet Objekt auf sich selbst ab. Frontansicht mit Symmetrie an vertikaler Mittelachse; bezogen auf Seitenansicht gibt symmetrisches Auto keine Bewegungsrichtung vor
Richtungsgebundenheit
Form erzeugt visuelle Bewegungsenergie (z. B. Keilform).
Punktsymmetrie
Punktspiegelung (180° Drehung) bildet Objekt auf sich selbst ab.
Zentrierung
Mehrere Formlinien fokussieren auf einen Punkt; lenkt Blick.
Goldener Schnitt
Teilungsverhältnis 1:1.618 – harmonische Proportion.
Selbstähnlichkeit
Wiederholung gleicher Gestaltmerkmale innerhalb eines Produkts zur Ordnungserhöhung.
Kühlergrill – solitäres Formelement
möglich als: Ellipsen- bzw. Kreisform (Bugatti), Rechteckform (RR), Dreiecksform (Alfa Romeo), Trapezform (Audi), geteilte Form (BMW Niere) als markenprägendes Frontdetail.
Kühlergrill – integrales Formelement
Grill verschmilzt flächig mit Frontform, kein solitäres Bauteil. (VW)
Modul und Baukastenstrategie
Nutzung von Synergien innerhalb einer Fahrzeugklasse bis hin zur vollständigen Nutzung Fahrzeugklassen-übergreifend bei Baukastenstrategie. Standardisierte Module erhöhen Kosteneffizienz und Variantenvielfalt, beeinflussen bis 60 % Materialkosten.

Scheinwerfer vs Leuchten
erhellen den Fahrweg bei Nacht zur Orientierung des Fahrers
dienen anderen Verkehrsteilnehmern zur Orientierung & informieren über Position und Bremsen
Fugen/ Joint Lines
fertigungsbedingte dünne Trennlinien, im Vergleich zu Feature Lines häufig weniger betont dargestellt; sollten in bestehende Formlinien eingefügt werden, um nicht gestaltzerstörend zu wirken

additive & subtraktive Gestaltung
Volumenelemente ohne verbindenden Flächenübergang stumpf zusammengefügt oder herausgeschnitten
