Geriatrie und Altersheilkunde Flashcards

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Vokabel-Lernkarten zum Thema Altern, geriatrische Assessments, Alterstheorien, Demenzformen und Altersdepression basierend auf dem Vorlesungsskript.

Last updated 9:03 PM on 9/10/26
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31 Terms

1
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6-Minuten-Gehtest (6MWT)

Ein einfacher und standardisierter Belastungstest, bei dem die Person 6 Minuten lang auf einer ebenen Strecke geht und die zurückgelegte Strecke in Metern gemessen wird, um die körperliche Belastbarkeit (insbesondere Herz- und Lungenfunktion) zu beurteilen.

2
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Abbruchkriterien des 6-Minuten-Gehtests

Symptome wie Angina pectoris, schwere Atemnot, Schwindel, unsicherer Gang/Sturzgefahr, Wadenkrämpfe, Claudicatio-Schmerzen (pAVK), ein Abfall der O₂-Sättigung < 90 % (Unterbrechung/Abbruch) oder unter 85 % (definitiver Abbruch).

3
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TUG (Timed Up and Go)

Ein einfach zu handhabender Test zur Ermittlung des Sturzrisikos, bei dem gemessen wird, wie lange ein Patient braucht, um von einem Stuhl aufzustehen, 3 Meter zu gehen, sich umzudrehen, zurückzugehen und sich wieder hinzusetzen.

4
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Five Chair Rise Test

Funktionstest zur Beurteilung von Beinkraft, Bewegungskoordination und Sturzrisiko. Der Patient steht 5-mal so schnell wie möglich ohne Hände von einem Stuhl (Höhe ca. 46 cm) auf und setzt sich wieder hin; ein Ergebnis von > 11 Sek. oder das Nichtgelingen zeigt eine erhöhte Sturzgefahr an.

5
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Functional Reach Test (FRT)

Standardisierter Test zur Beurteilung des dynamischen Gleichgewichts und Sturzrisikos, der die maximale Distanz (in cm) misst, die eine Person mit 90° angehobenem Arm nach vorne greifen kann, ohne die Füße zu bewegen.

6
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Tinetti-Test (POMA)

Assessment zur Beurteilung von Mobilität und Sturzrisiko mit maximal 28 Punkten, unterteilt in die Subkategorien Gleichgewicht (max. 16 Punkte) und Gangbild (max. 12 Punkte).

7
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Barthel-Index

Test zur Erfassung von 10 basalen Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) bei älteren Menschen mit maximal 100 Punkten (z. B. Essen, Transfer, Körperpflege, Stuhl-/Harnkontrolle).

8
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DEMMI (De Morton Mobilitäts Index)

Valides, standardisiertes Assessment zur genauen Messung der Mobilität älterer Menschen, bestehend aus 15 hierarchischen Items in 5 Subkategorien (Bett, Stuhl, Statisches Gleichgewicht, Gehen, Dynamisches Gleichgewicht) mit maximal 19 Rohwertpunkten (umgerechnet in 0–100 Punkte).

9
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Geriatrische Depressionsskala (GDS)

Screening-Instrument (15-Fragen-Kurzfassung nach Yesavage et al.) zur Erfassung depressiver Symptome bei geriatrischen Patienten, das bewusst auf Fragen zu somatischen Symptomen verzichtet.

10
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Aktivitätstheorie / Disuse-Modell (Tartler & Havighurst 1961)

Alterstheorie, die besagt, dass Zufriedenheit im Alter durch Aufrechterhaltung von Aktivitäten, Leistung und sozialen Rollen aus dem mittleren Lebensalter entsteht („Nur wer aktiv ist, ist zufrieden“).

11
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Disengagementtheorie / Rückzugstheorie (Cumming & Henry 1961)

Alterstheorie im Gegensatz zur Aktivitätstheorie, die den gegenseitigen Rückzug des älteren Menschen und der Gesellschaft als normalen Prozess für ein harmonisches Altern ansieht.

12
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Kompetenztheorie / Kontinuitätsmodell (Olbrich 1987)

Alterstheorie, nach der erfolgreiches Altern im Fortführen des vertrauten Lebensstils besteht und dem älteren Menschen die Kompetenz zur Selbstbestimmung sowie Nutzung von Ressourcen zugetraut wird.

13
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Modell der Lebensbereiche

Ganzheitliches systemisches Modell, das das menschliche Handeln in vier wechselwirkenden Bereichen analysiert: Mensch-materiell (Körper), Mensch-immateriell (Geist/Psyche), Umwelt-materiell (z. B. Wohnraum) und Umwelt-immateriell (soziale Beziehungen).

14
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Defizit-/Defektmodell

Modell, das das Alter hauptsächlich als unumkehrbaren, genetisch bedingten Prozess von Abbau und Verschlechterung aller Fähigkeiten beschreibt („Alter = Abbau“).

15
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Einteilung des Alters (Vier Altersbegriffe)

Unterscheidung in kalendarisches/chronologisches Alter (nach Geburtsdatum), soziales/soziologisches Alter (gesellschaftliche/gesetzliche Grenzen), biographisches/subjektives/psychologisches Alter (empfundenes Alter) und biologisches Alter (tatsächlicher körperlicher Zustand).

16
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Einteilung des Alters nach Rosenmeyr (1996)

Soziologische Einteilung in das 3. Lebensalter (60–75 Jahre: chancenreich), 4. Lebensalter (75–85 Jahre: eingeschränkt) und 5. Lebensalter (ab 85 Jahren: häufig Hilfe und Pflege notwendig).

17
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Plastizität im Alter

Die Eigenschaft und Fähigkeit des Gehirns bzw. Menschen, sich auch im höheren Alter zu verändern, neues Wissen zu erlernen und verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen.

18
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Biographiearbeit

Therapeutische Methode zur Einbeziehung der persönlichen Lebensgeschichte, um Identität, Lebensqualität und Wohlbefinden zu fördern und einen individuellen Zugang zum Patienten (auch bei Demenz) zu finden.

19
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Sterbe-/Trauerphasen nach Kübler-Ross

Fünfphasiges Modell zur Bewältigung von schwerer Krankheit, Verlust und Sterben: 1. Nichtwahrhabenwollen, 2. Zorn, 3. Verhandeln, 4. Depression, 5. Akzeptanz.

20
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Delir

Ein akut auftretender, fluktuierender Verwirrtheitszustand mit Bewusstseins-, Aufmerksamkeits- und kognitiven Störungen, verursacht durch eine nachweisbare körperliche oder zerebrale Ursache.

21
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Alzheimer-Demenz (Morbus Alzheimer)

Häufigste primäre, neurodegenerative Demenzform (60–70 %), gekennzeichnet durch Amyloid-Plaques, Schädigungen an Neurofibrillen, Neurotransmitterabnahme und diffuse Gehirnatrophie.

22
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Lewy-Körper-Demenz

Primäre Demenzform mit runden Proteinablagerungen (Lewy-Körpern) im Hirnstamm und der Großhirnrinde, führt zu schwankender Kognition, optischen Halluzinationen und Parkinson-Symptomen.

23
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Frontotemporale Demenz

Primäre Demenzform mit charakteristischen Pick-Körpern und Gewebsuntergang im Stirnlappen; verläuft primär mit Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Bereich und Taktlosigkeit statt frühen Gedächtnisstörungen.

24
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Vaskuläre Demenz

Primäre Demenzform (ca. 15 %), die durch Gefäßschädigungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn entsteht (z. B. bei arterieller Hypertonie, Hirninfarkten oder M. Binswanger).

25
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Sekundäre Demenz

Demenzform (ca. 10 %), die durch nicht-hirnorganische Grunderkrankungen (z. B. Tumore, Traumata, Stoffwechselstörungen, Intoxikationen) ausgelöst wird und bei erfolgreicher Behandlung teils reversibel ist.

26
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Aphasie

Zentrale Sprachstörung bei bereits abgeschlossener Sprachentwicklung, die Wortabruf, Sprachverständnis, Lesen und Schreiben beeinträchtigen kann.

27
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Apraxie

Störung der Ausführung von gewohnten, zweckgerichteten Handlungsabläufen und des Objektgebrauchs trotz intakter motorischer Funktion und Kraft.

28
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Agnosie

Störung des Erkennens und Interpretierens von Gegenständen, Personen oder Geräuschen bei voll funktionsfähigen Sinnesorganen (z. B. optisch, akustisch, taktil).

29
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Sundowning-Phänomen

Bei Demenz (im mittleren Stadium) auftretende Zunahme von Unruhe, Verwirrtheit, Angst oder Aggression in den späten Nachmittags- und Abendstunden.

30
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Bewegungsempfehlungen bei Altersdepression

Empfehlung von 150Min.150\,\text{Min.} moderatem oder 75Min.75\,\text{Min.} intensivem Training pro Woche plus Krafttraining an mindestens 2×2\times pro Woche zur Linderung depressiver Symptome.

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Vergleichsmerkmale von Depression und Demenz (Typ Alzheimer)

Depression zeigt einen Beginn innerhalb weniger Wochen, konstante Niedergeschlagenheit mit Morgentief, hohen Leidensdruck und erhaltene Orientierung, während Demenz schleichend über Monate beginnt, schwankende Stimmung, Bagatellisierung und zunehmende Desorientierung aufweist.