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Was zeigen die Schulleistungsforschungen von Barkowski?
Das eine chancengerechte Versorgung von Migranten und Flüchtlingskinder notwendig ist
Wie soll das umgesetzt werden?
Mit gezielte Zweitsprachförderung und einer bilingualen Perspektive
Was zeigen die Forschungen von Lütke 2021?
Hohe Anzahl an mehrsprachigen Kindern in Grundschulen
Bsp: Hamburg 35% Wien 45%
Kernaussage: Der Herkunftssprachenunterricht muss in die öffentliche Verwaltung übergehen
Was zeigen die Forschungen von Mikrozensus 2021?
Hohe Diversität von Sprachgebrauch in Haushalten von Kindern unter 15 Jahren
Besonders dominierend: Arabisch 15% und Türkisch 12,5%
Was ist die Kernaussage der drei Forschungen zusammen?
Die Zweitsprachförderung ist eine systematische Kernaufgabe jeder Schule
Was versteht man unter der fachintegrierten Sprachbildung?
Richtet sich an alle Schüler mit geringer Literaturerfahrung
→ insbesondere in Vorschulphase
Was versteht man unter Sprachförderung?
für Kinder vorgesehen die kürzlich zugewandert sind
Oder im privaten Umfeld wenig Kontakt zur deutschen Standardsprache haben
Diese Kinder verfügen über:
kleineren Wortschatz
Geringere Grammatikerkenntnisse
Geringe Lese und Schreibflüssigkeit
Die Kriitik im UN-Bericht 2007
trotz Arbeitsmigration Integration von Kindern mit Migrationshintergrund unzureichend
Sprachprobleme als Schlüsselelement
→ da Zuweisung zu Schulformen nach Grundschule auf Basis der Deutschkenntnise erfolgt
Was sind die drei Faktoren für den Bildungserfolg?
Sozialökonomischer Status der Familie
→ bestimmt durch Bildungserfolg der Eltern, Beruf, Einkommen und Besitz von Tablets etc
→ niedriger SES führt zu sprachlich anregungsarmen Umgebungen
Migrationshintergrund
→ Kinder sind fünfmal häufiger von bildungsbezogenen Risikolagen betroffen
Bildungssprachliche Kompetenzen in der Landessprache
→ Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzbewerb in Deutschland im Vergleich international stark ausgeprägt
Warum wird der Begriff Migrationshintergrund kritisiert?
Unschärfe → kann zu Sigmatisierung führen, Begriff unscharf
Othering → Durch Fremdzuschreibung werden Kinder als das Andere wahrgenommen → festigt bestehende Machtstrukturen
Verantwortungsverschiebung → Migratuionshintergrund nicht verantwortlich für Leseleistung → sondern Bildungssystem
Homogenitätsfalle → Begriff suggeriert das es eine homogene Gruppe gibt → die einheitlichen Förderbedarf benötigt
Was sind Ansätze einer pluralen Schule?
Differenzfreundlichkeit → Unterschiede in Sprache & Wissen als konstitutiv für Pluralistische Gesellschaft ansehen
Zuschreibungsreflexion → Lehrkräfte müssen eigene Praxis und Mechanismen der Diskriminierung kritisch hinterfragen
→ Selbstbeobachtung durch Schule
Was ist eine plurale Schule?
Bildungssystem welches auf Vielfalt, Toleranz und demokratischen Werten basiert
Warum ist nicht jede Schule plural?
Homogene Strukturen
Schülerschaften werden nach Herkunft, Leistung & Religion getrennt
Defizit Blick
→ Viele betrachten Abwechingen von der „Norm“ (Migration etc.) als Defizit das behoben werden muss
Einseitige Lehrpläne → Dominierung von traditionellen Sichtweisen auf die Welt
Unter welchen Rahmenbedingungen stehen neu zugewanderte Kinder?
Einordnung in sogenannte Willkommensklasse
→ vulnerable Gruppe
→ Heterogenität (Unterschiedlich) hinsichtlich Alters (Spanne von Teils über 5 Jahren), Herkunftslands und Alphabetisierung
Welche verschiedene Schulungsmodelle gibt es für DaZ Lernende (Deutsch als Zweitsprache)? → Wo wird das Kind unterrichtet?
Paralleles Modell
Teilintegratives Modell
Intergratives Modell Mit additiver Begleitung
Submersives Modell
Was ist das parallele Schulmodell?
Unterricht in einer separaten Sprachklasse mit intensiven DaZ Unterricht (teils bis zum Abschluss)
Was ist das teilintegratives Modell?
Sprachklasse kombiniert mit sukzessiver Teilnahme am Fachunterricht der Regelklasse
Was ist das integrative Modell?
Sofortige Integration in die Regelklasse mit additiv Begleitender Sprachförderung
Was ist das submersive Modell?
Unterricht in der Regelklasse ohne spezifische Unterstützung
Kritik an der Beschulungsmodellen für DaZ Lernende
Risiko auf Segregation (räumliche Trennung von Peer des Mehrheitsgesellschaft)
→ Abgrenzung
Was ist die additive (zusätzlich) Sprachförderung?
umfasst 10-12 Stunden pro Woche
Diagnosebasiert
Fokussiert auf Alphabetisierung, Wortschatz, Grammatik etc.
Kinder besuchen meist Regelklasse + additive Sprachförderung
Z.B wie beim integrativen Modell
Was sind die Rollen der Deutschlehrkräfte?
Erstellung von Förderplan
Beratung von Fachkolleginnen bezüglich Scaffolding
Begleitung der Lehrentwicklung
Ansprechpartner für Eltern
Anstoßen von Schulentwicklungsprozessen im Bereich Sprachbildung
Was ist die Definition für den Begriff Migrationshintergrund?
Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn eine Person selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden
Die Chronik der Migrationsbewegungen
1950/60er Jahre: Abschluss von Abwerbeabkommen (Italien, Türkei, Griechenland) → Zuwanderung von Gastarbeiterinnen
1973: Anwerbestopp → Dauerhafte Ansiedlung von Familien → erste pädagogische Konzepte für „Ausländerkinder“
1980/90er Jahre: Mauerfall, Zerfall Sowjetunion → Zuzug von Spätaussiedlern & Geflüchteten → Gruppen brachten spezifische Deutschvarietäten aus Europa mit
2005: Zuwanderungsgesetz → Einführung staatlich geförderter Alphabetisierungskurse & Erleichterung der Einbürgerung
Was versteht man unter Linguizismus?
Diskriminierung aufgrund der Sprache
→ Lehrkräfte schreiben Lernenden mit anderer L1 (Erstsprache)geringeres Potential zu
→ erzeugt Scham und psst-Effekt
Die vier verschiedene Modelle wie Kinder ihre L2 (Zweitsprache) lernen → Wie wird Sprache vermittelt?
Immersion
Submersion
Zwei-Wege-Immersion
Transition
Was ist Immersion?
Kinder lernen ihre Sprache indem sie vollständig von ihr umgeben sind
Zielsprache einzige Unterrichtssprache
Lehrkraft erklärt mit Mimik, Gestik und Bildern
Keine Übersetzung
Was ist Submersion?
→ Kinder kommen in Regelklasse ohne ausreichende sprachliche Unterstützung
keine gezielte Sprachförderung
Müssen versuchen alleine klar zu kommen
= viele Kinder lernen schlechter & überfordert
Was ist die Zwei-Wege Immersion?
Unterricht in zwei Sprachen
Sprachgruppen lernen gemeinsam
Praktiziert in Europa schulen
Was ist Transition?
Kind wird nicht sofort auf Deutsch unterrichtet
→ zunächst in beiden Sprachen
→ mehr Fokus auf Deutsch über zeit bis ausschließlich Deutsch
Ziel: Übergang von L1 zu L2 soll leichter fallen
Aber: in Deutschland nicht praktiziert
Was sind Maßnahmen/Methoden für die Sprachbildung?
CLIL(Content and Language Integrated Learning)= integriertes Fremdsprachen und Sachlernen (bilingualer Fachunterricht)
Translanguaging
Interkomprehension
Methodische Werkzeuge
Scaffolding Elemente
Billingualer Fachunterricht
Fremdsprachenunterricht
Erstsprachenunterricht
Mehrsprachigkeit als Unterrichtsthema
Was ist CLIL?
Content and Language integrated Learning
= integriertes Fremdsprachen und Sachlernen = billingualer Fachunterricht
Was ist Translanguaging?
Bewusster Sprachwechsel (Code-Switching) als Methode
→ Nutzung von Murmelgruppen in der Herkunftssprache zur Klärung fachlicher Probleme
Was ist Interkomprehrension?
Aktivierung vorhandenen Wissens aus allen Sprachen (z. B. Sprachvergleiche)
Welche methodischen Werkeuge gibt es für die Sprachbildung?
Zweisprachiges Team: Lehrkräfte agieren im Tandem.
Zweisprachige Arbeitshefte und Wortspeicher (Visualisierung)
Reflexionsphasen: Gemeinsames Nachdenken über sprachliche Hürden.
Was sind Scaffolding Elemente?
Gezielte Vorwissensaktivierung und Visualisierung
→ Entlastung des Arbeitsgedächtnisses
Was versteht man unter Mehrsprachigkeit?
In der Wissenschaft (Rösch 2011, Tracy 2009) gilt als mehrsprachig, wer zwei oder mehr Sprachen im Alltag verwendet
→ unabhängig von der perfekten Beherrschung
was ist die innere Mehrsprachigkeit?
Verfügung über Varietäten innerhalb einer Sprache
(Dialekte, Soziolekte wie Kiezdeutsch, Fachsprache, Register)
Was ist die äußere Mehrsprachigkeit?
Verfügung über mehrere Einzelsprachen
Was ist die Autochthone Mehrsprachigkeit?
Regional tradierte Sprachen (z. B. Sorbisch, Dänisch, Friesisch, Romanes, Niederdeutsch)
Was ist die allochthone Mehrsprachigkeit?
Migrationsbedingt entstandene Vielfalt (ca. 200
Sprachen in DE)
Was sind didaktische Ziele der Mehrsprachigkeit?
Wahrnehmung, Wertschätzung und Berücksichtigung derHerkunftssprache(n) (L1) im
Unterricht und im Schulalltag (identitätsbildende Rolle)
Nutzung der L1 für das fachliche Lernen (Vorwissensaktivierung,Arbeitsorganisation)
Entwicklung von Sprachbewusstheit, L1- und L2-Lernen verknüpfen
Zweisprachige (koordinierte) Alphabetisierung (in darauf ausgerichteten Programmen)/Verzahnung mit Herkunftssprachenunterricht
Ausbau von L1 im unterricht und schulalltag Erweiterund registerkompetenzen
Emotionale und funktionale beziehung der eigenen sprachen bewusst machen
Was sind die Ziele des Erstsprachenunterrichts?
1. Förderung der individuellen Mehrsprachigkeit
2. Ausbau des familiären und (früh-)kindlichen Spracherwerbs
3. Alphabetisierung und Entwicklung der Schriftsprache
4. Einführung in die Bildungssprache
5. Entwicklung von Sprachbewusstheit und Sprachlernkompetenz
6. Unterstützung bei der Identitätsfindung
7. Förderung interkultureller Handlungsfähigkeit
Was ist monolingualer Habitus?
Die Annahme Einsprachigkeit in einem Staat/ Individuum sein normal
Wie sollte eine sprachsensible Lehrkraft sein?
Wertschätzung gegenüber der L1
→ nutzt diese zur Wissenaktivierung
Erkennt Mehrsprachigkeit als Identitätsfaktor
Unterstützt den Ausbau von registerkompetenz (Verknüpfung von Alltagssprache und Fachsprache) → in allen Sprachen der Lernenden
Was ist ein gesteuerter Spracherwerb?
erfolgt gezielt
Im Unterricht oder Sprachkurs
Lehrkräfte steuern den Prozess
Fokus auf Grammatik
Fehler werden korrigiert
Lernen oft systematisch
Was ist der umgesteuerte Spracherwerb
natürlich und unbewusst
Im Alltag und Umfeld
Lernende erwerben Sprache durch Kommunikation
Fokus auf Verständigung
Fehler sind Teil des natürlichen Prozesses
Lernen situationsbezogen
Welche lernexterne Faktoren gibt es?
Deutsches Bildungssystem sowie das Bildungssystem des Herkunftslandes
Sprachprestige der Erstsprache (L1) und der Zweitsprache (L2) in der Mehrheitsgesellschaft
Input und Interaktion (Qualität und Quantität des Sprachangebots in L1 und L2). viel interaktion= Lernerfolg.
■ Eltern Kind interaktion: Anpassung von Sprache, ermutigung, Zone der nächsten entwicklung erkennen
Migration und der sozioökonomische Status der Familie
Literale Sozialisation innerhalb der familiären Umgebung
Lerninterne Faktoren
Alter bei Erwerbsbeginn der Zweitsprache.implizites vs explizites lernen
Persönlichkeit (inklusive Einstellungen und psychosozialer Dimensionen)
Motivation instrumentell versus integrativ, intrinsisch vs. extrinsisch
➢ beeinflussen Lernprozess, Lehrkraft muss auf Motivationslage reagieren
Einstellungen: ergeben sich aus sozialem kontext zb. Sprachprestige
Sprachliche Kompetenzen und das bereits vorhandene Sprachenrepertoire.
Fachliche Kompetenzen (Vorwissen in Sachfächern).
Lernstrategien
Was sind lernstrategien?
Lernstrategie als ein „Plan (mentalen) Handelns, um ein Lernziel zu erreichen“ definiert.
Damit Lernende diese Strategien gezielt einsetzen können, muss das Lernziel transparent
sein. Dies erfordert eine bewusste „Wenn... dann...
“-Formulierung
Direkte Lernstrategien
Cognitive
Memory
Compensation
Cognitive lern Strategien
Unbekannte Begriffe nachschlagen, Lese- und
Schreibstrategien anwenden
Memory lern Strategie
Bilder und Begriffe visuell oder mental miteinander
verbinden
Compensation Lernstrategien
Wortneuschöpfungen, Nachfragen bei Unklarheiten
Indirekte Lernstrategien
metacognitiv
Affektive
Social
Metacognitive
Lernziele setzen, Übungsmöglichkeiten suchen, sich
selbst evaluieren
Affektive
Selbstermutigung, Angst aktiv begegnen, belohnungssysteme
Sociale Lernstrategien
Lernpartner suchen, andere nach Korrektur fragen
Was ist die lernersprache?
die „Sprachvarietät, die Lernende in einem bestimmten Stadium ihres Sprachlernprozesses entwickeln“.
Sie ist kein defizitäres System voller Fehler, sondern eine eigenständig und kreativ entwickelte sprachliche Struktur.
Kernmerkmale der Lernsprache
1. Systematisch: Lernersprachen folgen trotz Abweichungen von der Zielsprache Festen internen Regeln und Erwerbssequenzen
2. Dynamisch: Die Sprache entwickelt sich ständig weiter. Der Erwerb verläuft oft
U-förmig, was bedeutet, dass scheinbare Rückschritte (z. B. durch Übergeneralisierungen) tatsächlich Fortschritte in der Regelanalyse anzeigen.
3. Individuell: Geschwindigkeit und Endzustand des Erwerbs variieren stark zwischen den Lernenden
Der U-formige Erwerbsverlauf (Beispiel: unregelmäßige Verben)
Phase 1: Imitation: Formen werden unanalysiert als Ganzes (Chunks) übernommen
(z. B. spielte, wollte, rannte, gekommen). Die Sprache wirkt hier korrekt, ist aber Noch nicht regelbasiert
● Phase 2: Reanalyse / Regelübertragung: Der Lernende erkennt eine Regel (z. B. das Suffix -te für Präteritum oder ge-t für Partizip) und überträgt diese übergreifend. Es entstehen Übergeneralisierungen (z. B. willte, rennte, gekommt).
Diese Phase ist ein Beleg für eine aktive kognitive Auseinandersetzung mit dem Sprachsystem
● Phase 3: Abgeschlossener Erwerb: Der Analysevorgang ist beendet. Der Lernende differenziert korrekt zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Formen
(spielte vs. wollte).
lernsprachliche Strategie überdehnung
Zu allem wau wau sagen was vier Beine hat
Borrowing als lernsprachliche Strategie
Borgen eines fremdsprachigen/ herkunftssprachigen Wortes
Übergeneralisierung als lernsprachiger Strategie
Anwendung schwacher flexionsregeln (willte,helf)
Lexikalische Strategie
Dings also das
Ausweichen und vermeiden
Kompensationen durch Platzhalter
Kreative Wortschöpfung Lernsprachliche Strategie
Verletzkoffer
Erweiterungsstrategie: Lückenschluss durch Kombination bekannter Lexeme
Kommunikationsstrategie
Ich weiß nicht wie das heißt
Erweiterungsstrategie: interaktives Signal zur Befragung einer Autorität
Was ist Deklination
Das Kind zeigt Instabilitäten im Kausus (Dativfehler: in ein Garten statt in einem) und im Genus (der Pferd, zum Kuh)
was ist die Syntax
Der Erwerb von satzmodellen
Was ist die Stufe 1 von Syntax
Bildung von einem Hauptsatz (Subjekt & Verb)
Zb: Das Pferd trägt einen Sattel
Stufe 2 Syntax
Verbinden von 2 Hauptsätzen mit und : das Pferd trägt einen Sattel und steht im stall
Stufe 3 Syntax
Verbklammer: Verb wird geteilt
hat er sein Bein gebrochen
Stufe 4 Syntax
Nebensatz, Verbendstellung: das Pferd geht in den Stall, weil es Hunger hatte.
Stufe 5 Syntax
Inversion/ Verbzweitstellung
Plötzlich wieherte das Pferd
→ Verb bleibt an zweiter Stelle obwohl anderes Wort dazu kommt
Was versteht grießhaber unter Interlingualer Transfer?
Übertragung von Strukturen der einen Sprache auf die andere L1 auf L2
Was ist der lexikanische Transfer?
Übertragung von Wortbedeutungen
Z.b übertragen englisch where zu wer
→ weil sie beide ähnlich klingen
Was ist der grammatische Transfer ?
Übertragung von Konstruktionsprinzipien
Bsp: ihr freundins Hand
Türkischen wird Besitz doppelt
→ Verwendung von Grammatik der L1
Wie sollte mit Fehlern in der Didaktik umgegangen werden?
Schaffung einer sprachfreundlichen Atmosphäre
Fehler als Fenster in der Spracherwerb begreifen
Ressourcenorientiertes Korrigieren: Fokus auf einzelaspekte, Hervorhebung von Stärken
Was ist die Alltagssprache
situationsgebunden
Im hier und jetzt
Kommunikation im Alltag
Persönlich
Fehlertolerant
Situationen sind vertraut
Was ist die bildungssprache?
Sprache der Schule oder des Unterrichts
Brücke zur Fachsprache
Erfordert Loslösung von unmittelbaren Situation
Nicht fehlertolerant
Unpersönlich
Abstrakt
Situationen sind nicht vertraut
Was ist die Fachsprache?
komplexe syntaktische Strukturen einer Fachdisziplin
richtet sich an Fachleute
Funktionelle Eigenschaften : Deutlichkeit, Verständnis
Reduzierte Form: Formeln
Warum gibt es Probleme in weniger sprachlichen Fächern wie Mathe?
Bekannte Wörter haben andere Bedeutungen
Variation an bildungssprachlichen Ausdrücken, grundrechenarten verbalisieren (vermehren etc.
Beispiele für einen Ablauf im naturwissenschaftlichen Unterricht
Handlungsbegleitendes sprechen: mündliche Kommunikation während der Partnerarbeit
Handlungsberichtendes Sprechen: mündliches Berichten im Plenum (Ergebnisse)
Handlungsbeschreibendes Sprechen: erstellen eines Protokolls
Fachtext: Lesen eines Fachtextes mit notwendigen Elementen der Bildungs und Fachsprache
Ebene für die Sprachverwendung nach Leisen
Schüler müssen den Übergang von der situationsgebundenen Sprache zu situationsentbundenen Sprache vollziehen
→ entspricht den Weg zur konzeptionellen Schriftlichkeit
Was ist die konzeptionelle mündlichkeit?
kurze Sätze
Aktiv
Geringe Informationsdichte
Kontextabhängig
Deiktische Elemente (da,dort)
Kontextbebunden, subjektiv
Konzeptionelle schriftlichkeit
lange und komplexe Sätze
Passiv
Fachwortschatz
Hohe informationsdichte
Präzise Formulierungen
Dekontextualisiert, entpersonalisiert
Was ist das Scaffolding?
Stellt ein Gerüst bereit um lernende in ihrer Zone der nächsten Entwicklung zu unterstützen
Das Makro scaffolding
auf der Ebene der unterrichtsplanung
Sprachsensible Unterrichtsplanung
bedarfsanalyse: Welche sprachlichen Mittel fordert die Aufgabe?
Lernstandsanalyse: Wo stehen die Lernenden sprachlich?
Sequenzierung & Materialauswahl: Strukturierung des Unterrichts so das sprachliche Hürden abgebaut werden
Das Mikro Scaffolding
In der unmittelbaren Unterrichtsinteraktion
Modellierung: Lehrkraft gibt sprachliche Vorbilder
Recasting: Lehrkraft greift fehlerhafte Äußerungen auf
→ gibt in korrekter bildungssprachliche Form zurück
→ ohne Kommunikationsfluss zu unterbrechen
sprachliche Begleitung von Handlungen: Unterstützung des Übergangs von der Alltagssprache zur Fachsprache
Aktives Zuhören, paraverbale Elemente
der Planungsrahmen für sprachsensiblen Fachunterricht
Klärung der sprachlichen Herausforderungen
Entscheidungen über die fachlichen und sprachlichen Ziele
Bewusste Entscheidung der Lehrkraft über Diskursfunktion
Was sind Diskursfunktionen?
fachübergreifende Text und Gesprächsformen die an Denkstrukturen und die Verfügbarkeit sprachlicher Mittel geknüpft sind
Die acht zentralen Makrofunktionen
Aushandeln von Bedeutungen
Erfassen
Beschreiben
Berichten
Erklären
Argumentieren
Beurteilen
Simulieren
die 4 didaktischen Prinzipien der sprachsensiblen Unterrichtsplanung
Bildungssprachliches Sprachbad
Wechsel der Darstellungsformen
Kalkulierte sprachliche und kognitive Herausforderung
Drei didaktische Ansätze im Umgang mit Herausforderungen
Was ist das Bildungssprachliche Sprachbad?
Bildungssprache wird durch Bewältigung von Sprachhandlungen in Standartsituationen gelernt
→ Moderation der Lehrkraft sollte erweiternd und ermutigend sein
Was ist der Wechsel der Darstellungsformen?
Lernende bewegen sich zwischen verschiedenen Abstraktionsebenen
Gegenständlich (Handlung, Experiment) → nonverbale Sprache
Bildlich (Zeichnung) → Bildsprache
Sprachlich (Text) → Verbalsprache (Alltags bis Fachsprache)
Symbolisch (Formel) → Symbol/Fachsprache
Was sagt die kalkulierte sprachliche und kognitive Herausforderung aus
Anforderungen müssen knapp über dem individuellen Sprachvermögen liegen
→ ohne über oder unter fördern
Die drei didaktischen Ansätze im Umgang mit Herausforderungen
Defensiv: sprachvereinfachung ohne fachliche Verluste
Offensiv: Unterstützung durch gezielte Sprachhilfe
Stärkend: langfristiger Ausbau der Sprachkompetenz durch wortschatzerweiterung