Werkstoffkunde I / II - Vokabel-Karteikarten

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Eine Zusammenstellung grundlegender Vokabeln und Begriffe aus dem Skript Werkstoffkunde I / II.

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35 Terms

1
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Zugspannung (σ\sigma)

Der Quotient aus der rechtwinklig auf eine Schnittfläche AA wirkenden Zugkraft FF und dieser Fläche AA, definiert als σ=FA\sigma = \frac{F}{A}.

2
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Elastizitätsmodul (EE)

Eine Werkstoffkenngröße und Maßzahl für die Steifigkeit eines Werkstoffs, definiert als Steigung der Spannungs-Dehnungs-Kurve im linear-elastischen Bereich.

3
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Festigkeit

Der Widerstand eines Werkstoffs gegen Versagen, meist verstanden als der Beginn der plastischen (irreversiblen) Verformung oder die maximal ertragbare Spannung.

4
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Duktilität

Ein Maß dafür, wie stark sich ein Werkstoff plastisch verformt beziehungsweise wie viel Dehnung er jenseits des elastischen Bereiches aufnimmt, bevor er bricht.

5
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Gleitsystem

Eine Kombination aus einer dichtest gepackten Ebene (Gleitebene) und einer dichtest gepackten Richtung (Gleitrichtung) in einem Kristallgitter.

6
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Phase

Ein durch Grenzflächen (Phasengrenzen) voneinander getrennter Werkstoffbereich, der sich durch chemische und physikalische Homogenität auszeichnet.

7
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Gefüge

Die Gesamtheit aller im Werkstoff vorliegenden Phasen inklusive ihrer Anteile, Größen, Anordnungen und Verteilungen.

8
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Konstruktionswerkstoffe

Werkstoffe, die vornehmlich strukturmechanische Aufgaben erfüllen und hauptsächlich mechanischen Lasten ausgesetzt werden.

9
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Funktionswerkstoffe

Werkstoffe, die vornehmlich aufgrund spezieller physikalischer Eigenschaften (wie elektrischer oder thermischer Leitfähigkeit) eingesetzt werden.

10
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Valenzelektronen

Die Elektronen der äußersten besetzten Schale (Valenzschale) eines Atoms, welche maßgeblich das chemische Verhalten und die Bindungsbildung bestimmen.

11
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Ionische Bindung

Eine ungerichtete primäre chemische Bindung zwischen Elementen stark unterschiedlicher Elektronegativität, die durch Elektronenübergang und elektrostatische Anziehung zwischen Kationen und Anionen entsteht.

12
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Kovalente Bindung

Eine stark gerichtete primäre Bindung, bei der sich Atome ähnlicher Elektronegativität Valenzelektronen teilen, um eine gemeinsame Edelgaskonfiguration zu erreichen.

13
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Metallische Bindung

Eine ungerichtete primäre Bindung, bei der positiv geladene Atomrümpfe von einem delokalisierten, frei beweglichen Elektronensee zusammengehalten werden.

14
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Elementarzelle

Die kleinste, periodisch wiederkehrende Struktureinheit eines Kristallgitters, die durch die Gitterparameter a0a_0, b0b_0, c0c_0 sowie die Winkel α\alpha, β\beta, γ\gamma charakterisiert ist.

15
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Kubisch-flächenzentrierte Kristallstruktur (kfz)

Ein dichtest gepackter Strukturtyp mit einer Raumerfüllung von 74%74\,\%, der Koordinationszahl 1212, 44 Atomen pro Elementarzelle und der Stapelfolge ABCABC\dots ABCABC \dots.

16
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Kubisch-raumzentrierte Kristallstruktur (krz)

Ein Strukturtyp mit einer Raumerfüllung von 68%68\,\%, der Koordinationszahl 88 und 22 Atomen pro Elementarzelle.

17
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Burgersvektor (b\mathbf{b})

Ein Vektor, der die Richtung und den Betrag der durch eine Versetzung hervorgerufenen Abgleitung im Kristallgitter angibt.

18
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Stufenversetzung

Ein linienförmiger Gitterfehler, bei dem eine zusätzliche atomare Halbebene im Kristall vorliegt und der Burgersvektor b\mathbf{b} senkrecht zum Linienvektor s\mathbf{s} steht.

19
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Schraubenversetzung

Ein linienförmiger Gitterfehler, bei dem die Gitterebenen schraubenförmig gegeneinander verschoben sind und der Burgersvektor b\mathbf{b} parallel zum Linienvektor s\mathbf{s} verläuft.

20
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Hall-Petch-Beziehung

Ein mathematischer Zusammenhang (σ=σ0+kyD\sigma = \sigma_0 + \frac{k_y}{\sqrt{D}}), der die Festigkeitssteigerung von Werkstoffen durch Kornfeinung aufgrund von Versetzungsaufstau an Korngrenzen beschreibt.

21
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Frank-Read-Quelle

Ein Mechanismus zur repetitiven Erzeugung von Versetzungsringen im Inneren von Kristallen unter der Wirkung einer kritischen Schubspannung.

22
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Rekristallisation

Ein thermisch aktivierter Prozess nach plastischer Verformung, bei dem durch Bildung und Wachstum neuer Körner ein gefügemäßig instabiler Zustand abgebaut wird.

23
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Reduzierte Gibbssche Phasenregel

Eine Beziehung für thermodynamische Gleichgewichte bei konstantem Druck (p=const.p = \text{const.}), definiert als F+P=K+1F^* + P = K + 1, wobei FF^* die Freiheitsgrade, PP die Phasen und KK die Komponenten darstellen.

24
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Eutektische Reaktion

Eine isotherme Phasenumwandlung beim Abkühlen, bei der sich eine flüssige Schmelze gleichzeitig in zwei unterschiedliche feste Phasen umwandelt (Sα+βS \rightarrow \alpha + \beta).

25
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Eutektoide Reaktion

Eine isotherme Umwandlung im festen Zustand, bei der ein fester Mischkristall beim Abkühlen in zwei andere feste Phasen zerfällt (γα+β\gamma \rightarrow \alpha + \beta).

26
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Erstes Ficksches Gesetz

Gleichung für den stationären Diffusionsstrom jD=Dcxj_D = -D \cdot \frac{\partial c}{\partial x}, welcher angibt, dass der Teilchenstrom proportional zum Konzentrationsgradienten ist.

27
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ZTU-Diagramm

Ein Zeit-Temperatur-Umwandlungsschaubild, das Beginn, Verlauf und Ende von Phasenumwandlungen in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur für eine spezifische Legierungszusammensetzung wiedergibt.

28
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Numerische Apertur (AA)

Ein Maß für das Lichtsammelvermögen eines Objektivs in der Mikroskopie, definiert als A=nsin(α)A = n \cdot \sin(\alpha), wobei nn der Brechungsindex und α\alpha der halbe Öffnungswinkel ist.

29
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Braggsche Gleichung

Die Beugungsbedingung für Wellen an Kristallgittern, ausgedrückt als 2dsin(θ)=nλ2 \cdot d \cdot \sin(\theta) = n \cdot \lambda.

30
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Sekundärelektronen (SE)

Elektronen mit geringer Energie (50eV\le 50\,\text{eV}), die nahe der Probenoberfläche bei Elektronenbestrahlung austreten und hauptsächlich zur Abbildung der Topographie und Kanten im REM dienen.

31
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Rückstreuelektronen (BSE)

Hochenergetische Primärelektronen, die aus der Probe zurückgestreut werden und im REM vor allem zur Darstellung des Materialkontrasts (Ordnungszahlkontrast) genutzt werden.

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Brinellhärte (HBW)

Ein Härteprüfverfahren, bei dem eine Hartmetallkugel unter definierter Prüfkraft in die Werkstoffoberfläche gedrückt wird und die verbleibende Eindruckoberfläche zur Härteberechnung dient.

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Zeitstandfestigkeit (Rm/t(T)R_{m/t}(T))

Der Werkstoffwiderstand gegen Kriechbruch nach einer definierten Standzeit tt bei einer bestimmten Temperatur TT.

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Paris-Gleichung

Gleichung zur Beschreibung des stabilen Ermüdungsrisswachstums: dadN=C(ΔK)m\frac{da}{dN} = C \cdot (\Delta K)^m.

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Goodman-Näherung

Ein konservativer linearer Zusammenhang zur Berücksichtigung des Mittelspannungseinflusses auf die Dauerfestigkeit: RD=RW(1σmRm)R_D = R_W \cdot \left(1 - \frac{\sigma_m}{R_m}\right).