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Vokabel-Flashcards zur Vorlesung über Wahrnehmung, basierend auf den Themen Bottom-up/Top-down, visuelles System, Objektkonstanz und Gestaltpsychologie.
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Bottom-up-Prozesse
Aufsteigende, datengesteuerte Informationsverarbeitung, die bei den Sinnesrezeptoren beginnt und bis zur Integration der Sensorinformationen im Gehirn verläuft.
Top-down-Prozesse
Absteigende, konzeptgesteuerte Informationsverarbeitung, die durch höhere mentale Prozesse wie Erfahrungen und Erwartungen gesteuert wird.
Gestaltgesetze
Prinzipien der Wahrnehmungsorganisation, nach denen Reize zu sinnvollen Einheiten oder Mustern gruppiert werden.
Wahrnehmungsillusionen
Phänomene, bei denen die subjektive Wahrnehmung systematisch von der physikalischen Realität abweicht, da Wahrnehmung als ein konstruktiver Prozess verstanden wird.
Absolute Wahrnehmungsschwelle
Die Mindestintensität eines Reizes, die erforderlich ist, um diesen in mindestens 50 % der Fälle wahrzunehmen.
Relative Wahrnehmungsschwelle
Der kleinste Unterschied zwischen zwei Reizen, der gerade noch bemerkt wird (auch Unterschiedsschwelle genannt).
Hermann-Gitter
Eine optische Täuschung, bei der an den Kreuzungspunkten eines Gitters graue Schatten erscheinen, die beim direkten Fixieren verschwinden.
Objektkonstanz
Die Fähigkeit, Objekte trotz Veränderungen des Abbilds auf der Netzhaut (z. B. durch Beleuchtung, Entfernung oder Winkel) als unverändert wahrzunehmen.
Größenkonstanz
Teil der Objektkonstanz: Die Wahrnehmung der tatsächlichen Größe eines Objekts unabhängig von seiner Entfernung und der daraus resultierenden Netzhautbildgröße.
Helligkeits- und Farbkonstanz
Die Wahrnehmung der Helligkeit oder Farbe eines Objekts als konstant, auch wenn sich die tatsächliche Beleuchtung oder Umgebung ändert.
Form- und Lokationskonstanz
Die stabile Wahrnehmung der Form eines Objekts und seines Ortes im Raum, selbst wenn sich die Kameraperspektive oder der Blickwinkel ändert.
Monokulare Tiefenhinweise
Informationen zur Tiefenwahrnehmung, die mit nur einem Auge erfasst werden können, wie z. B. relative Klarheit oder Texturgradient.
Binokulare Tiefenhinweise
Informationen zur räumlichen Tiefe, die aus der Zusammenarbeit beider Augen und dem Vergleich der zwei unterschiedlichen Netzhautbilder resultieren.
Texturgradient
Ein monokularer Tiefenhinweis, bei dem eine feine, gleichmäßige Oberflächenstruktur in der Ferne dichter und unschärfer erscheint.
Horizontverhältnis
Ein monokularer Hinweis zur Einschätzung der Größe und Entfernung eines Objekts basierend auf seiner Position zum Horizont.
Figur-Grund-Trennung
Ein Prinzip der Wahrnehmungsorganisation, bei dem ein Objekt (die Figur) von seiner Umgebung (dem Grund) differenziert wird.
Geone
Einfache, dreidimensionale geometrische Grundformen (z. B. Zylinder, Kegel), aus denen laut Theorien der Objekterkennung natürliche Objekte zusammengesetzt sind.
Kanizsa-Dreieck
Eine bekannte Wahrnehmungsillusion, bei der das Gehirn Konturen eines Dreiecks ergänzt, die physikalisch nicht vorhanden sind.
Was ist der Wahrnehmungsprozess?
Der Wahrnehmungsprozess umfasst die Schritte, durch die Sinnesreize empfangen, verarbeitet und interpretiert werden, um eine bewusste Erfahrung von Umgebung und Objekten zu schaffen.
Was ist der Unterschied zwischen Bottom-up- und Top-down-Verarbeitung?
Bottom-up-Verarbeitung ist datengesteuert und beginnt bei den Sinnesrezeptoren; Top-down-Verarbeitung ist konzeptgesteuert und wird durch Erfahrungen und Erwartungen beeinflusst.
Was versteht man unter der absoluten Wahrnehmungsschwelle?
Die absolute Wahrnehmungsschwelle ist die Mindestintensität eines Reizes, die erforderlich ist, um diesen in mindestens 50 % der Fälle wahrzunehmen.
Was ist die relative Wahrnehmungsschwelle?
Die relative Wahrnehmungsschwelle ist der kleinste Unterschied zwischen zwei Reizen, der gerade noch wahrgenommen wird, auch Unterschiedsschwelle genannt.
Was beschreibt die Signalentdeckungstheorie?
Die Signalentdeckungstheorie beschreibt, wie wir zwischen relevanten Signalen und zufälligem Rauschen unterscheiden; sie berücksichtigt sowohl sensorische als auch kognitive Faktoren in der Wahrnehmung.
Warum erscheint ein grauer Balken auf einem Farbverlauf links heller als rechts?
Weil unsere Wahrnehmung von Helligkeit kontextabhängig ist; der Hintergrund beeinflusst das Perzept (die bewusste Wahrnehmung), obwohl der Balken physikalisch überall exakt denselben Grauton hat.
Wie beeinflusst die Farbumgebung unsere Wahrnehmung von Objekten?
Identische Farben werden je nach umgebendem Farbkontext völlig unterschiedlich wahrgenommen (Kontext-Effekt); das Gehirn gleicht die Umgebung ab, anstatt nur den isolierten Reiz zu betrachten.