6. Wie misst man Nachhaltigkeit? – weg vom BIP hin zu Nachhaltigkeitsindikatoren

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Bruttoinlandsprodukt und Bruttosozialprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt noch immer als Maßstab für Wirtschaftswachstum und damit als Gradmesser für gesellschaftliche Entwicklung.

Das Bruttoinlandsprodukt ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die innerhalb eines Jahres hergestellt werden, abzüglich der Vorleistungen.

Der Ökonom Simon Kuznets entwickelte die Metrik des Bruttosozialprodukt in den 1940er-Jahren, um besser abschätzen zu können, ob die Wirtschaft der USA für den Eintritt in den zweiten Weltkrieg gut aufgestellt war.

Bruttosozialprodukt - Heute Bruttonationaleinkommen genannt, misst das Bruttosozialprodukt, das Einkommen einer Volkswirtschaft. Früher ein Indikator für den Reichtum einer Volkswirtschaft wurde es inzwischen vom Bruttoinlandsprodukt abgelöst.

Heute gilt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Gradmesser für Wirtschaftswachstum und Wohlstand, obwohl schon Kuznets darauf hingewiesen hatte, dass sein Indikator wissenschaftlich unsolide sei

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Der Index für menschliche Entwicklung (englisch: Human Development Index – HDI) ist ein von der UN genutztes Maß für die nachhaltige Entwicklung einer Nation.

Beschreibe

Dieser berücksichtigt neben dem Bruttoinlandseinkommen pro Kopf (Wohlstandsindikator) auch die mittlere Lebenserwartung (Gesundheitsindikator) sowie die durchschnittliche und erwartbare Dauer des Schulbesuchs (Bildungsindikator).

der HDI hat sich zwischen 1990 und 2017 verbessert, doch bei genauerer Betrachtung werden anhaltende Probleme sichtbar (die der HDI nicht abbilden kann, weil mit Durchschnittswerten gearbeitet wird): Während die menschliche Entwicklung global bei einem Mittel von 72,8 % liegt, beträgt der Wert z. B. südlich der Sahara nur 34,9 %. Auch gibt es noch einen signifikanten „gender-gap“. Der HDI für Frauen liegt im globalen Mittel deutlich unter dem der Männer (um mehr als sechs Prozent). Zudem bilden die Fortschritte im HDI nicht die zunehmenden ökonomischen Disparitäten in vielen Ländern ab. Berücksichtigt man soziale Ungleichheit, liegt der weltweite HDI nur noch bei 58,2 %

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17 UN-Nachhaltigkeitsziele als Indikator

Wenn man die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele als Indikator betrachtet, so lautet das ernüchternde Resümee des Sustainable Development Reports von 2019, dass noch kein Land auf dem richtigen Weg ist, alle Ziele zu erreichen. In zahlreichen Bereichen verschlechtert sich die Lage sogar

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Genuine Progress Indicator (GPI)

Die NGO „Redefining Progress“ hat 1995 einen weiteren Indikator erarbeitet, den Genuine Progress Indicator (GPI), welcher die Wertschöpfung eines Landes darstellt.

Die Berechnungen starten auch mit dem Bruttoinlandsprodukt, werden aber um wesentliche Faktoren ergänzt: beispielsweise Hausarbeit und Ehrenamt (im BIP nicht berücksichtigt, weil kein Geld fließt), Einkommensverteilung, Ressourcenverbrauch, langfristige Umweltschäden, Freizeitbudget, Haltbarkeit von Produkten, Zustand der öffentlichen Infrastruktur und die Abhängigkeit von ausländischen Investoren.

Der GPI misst, ob die Mehrproduktion an Gütern und Dienstleistungen zu mehr Wohlstand und Wohlbefinden führt