VL 8 Gleichstellung von LGBTQ+-Lebensformen: Familie und Elternschaft

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Diese Flashcards decken die zentralen soziologischen und rechtlichen Begriffe zur Gleichstellung von LGBTQ+-Lebensformen, Familienmodellen und Diskriminierungserfahrungen ab.

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22 Terms

1
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LSBTIQ+

Akronym für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter und Queers; das Plus dient als Platzhalter für weitere Identitäten.

2
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Heteronormativität

Ein institutionalisierter gesellschaftlicher Standard, der Heterosexualität als einzig natürliche Form und Geschlecht als rein binär (Frau/Mann) ansieht.

3
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Paarnormativität

Das gesellschaftliche Ideal romantiches, monogamer und langfristiger Zweierbeziehungen, das den sozialen Status und die Anerkennung strukturiert.

4
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Artikel 6 Absatz 1 GG

Bestimmung des Grundgesetzes, die festlegt, dass Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung stehen.

5
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Ehe für alle

Die 2017 in Deutschland erfolgte rechtliche Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durch Änderung von Paragraf 1353 Abs. 1 BGB.

6
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Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)

2001 eingeführtes Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Paaren eheähnliche Rechte und Pflichten verlieh, sie aber der Ehe nicht vollständig gleichstellte.

7
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Paragraf 175 StGB

Vorschrift, die männliche Homosexualität unter Strafe stellte; in der DDR 1988 gestrichen, in der Bundesrepublik erst 1994 vollständig abgeschafft.

8
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Stiefkindadoption

Verfahren, bei dem die Partnerin oder der Partner das leibliche Kind der anderen Person rechtlich adoptiert; für lesbische Paare oft zwingend, da die Co-Mutter nicht automatisch anerkannt wird.

9
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Sukzessivadoption

Verfahren, bei dem Lebenspartner:innen nacheinander (nicht gleichzeitig) die rechtlichen Eltern eines nicht-biologischen Kindes werden.

10
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Mehreltern-Konstellationen

Familienformen mit mehr als zwei sozialen Elternteilen (z. B. Co-Parenting), für die das deutsche Recht bisher keine volle Anerkennung vorsieht.

11
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Transsexuellengesetz (TSG)

Gesetz von 1981, das den Wechsel von Namen und Personenstand regelte, lange Zeit unter pathologisierenden Voraussetzungen wie dem Sterilisationszwang.

12
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Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)

Gesetz, das im November 2024 in Kraft tritt und es ermöglicht, Geschlechtseintrag und Vornamen per einfacher Erklärung beim Standesamt zu ändern.

13
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Doing Family

Konzept, das Familie nicht als statische Institution, sondern als alltägliche Herstellung durch soziale Praktiken und Zuwendung versteht.

14
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Doing Normality

Die aktive Herstellung sozialer Legitimität durch Anpassung an Normalitätsvorstellungen, oft als Reaktion auf erlebte oder antizipierte Diskriminierung.

15
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Hypernormalisierung

Eine Overperformance in sozialen Interaktionen, bei der marginalisierte Gruppen versuchen, durch Übererfüllung von Normen (z. B. extreme Freundlichkeit) Akzeptanz zu sichern.

16
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Minderheitenstress

Das überdurchschnittliche Auftreten psychischer und physischer Belastungen bei Angehörigen stigmatisierter Gruppen aufgrund von Diskriminierung und Vorurteilen.

17
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Mikroaggressionen

Kurze, alltägliche verbale oder verhaltensbezogene Äußerungen, die absichtlich oder unabsichtlich beleidigend gegenüber Minderheiten wirken.

18
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Homonormativität

Die Integration gleichgeschlechtlicher Lebensstile in bestehende heteronormative Strukturen, wobei radikalere queere Identitäten oft marginalisiert werden.

19
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Heterosexuelle Matrix

Ein von Judith Butler geprägtes Konzept für das kulturelle Raster, durch das Körper, Geschlechtsidentität und Begehren als kohärent und natürlich erscheinen.

20
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Schuldprinzip

Eherechtliches Prinzip bis 1977, nach dem eine Scheidung nur bei Fehlverhalten eines Partners möglich war, was oft zum Sorgerechtsentzug für lesbische Mütter führte.

21
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Zerrüttungsprinzip

Seit der Reform 1977 geltendes Prinzip, nach dem das bloße Scheitern der Ehe als Grund für eine Scheidung ausreicht.

22
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Tokenism

Situation, in der Personen mit Minderheitenstatus (Tokens) erhöhter Sichtbarkeit, Leistungsdruck und Assimilationszwang ausgesetzt sind.