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Diese Flashcards decken die zentralen soziologischen und rechtlichen Begriffe zur Gleichstellung von LGBTQ+-Lebensformen, Familienmodellen und Diskriminierungserfahrungen ab.
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LSBTIQ+
Akronym für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter und Queers; das Plus dient als Platzhalter für weitere Identitäten.
Heteronormativität
Ein institutionalisierter gesellschaftlicher Standard, der Heterosexualität als einzig natürliche Form und Geschlecht als rein binär (Frau/Mann) ansieht.
Paarnormativität
Das gesellschaftliche Ideal romantiches, monogamer und langfristiger Zweierbeziehungen, das den sozialen Status und die Anerkennung strukturiert.
Artikel 6 Absatz 1 GG
Bestimmung des Grundgesetzes, die festlegt, dass Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung stehen.
Ehe für alle
Die 2017 in Deutschland erfolgte rechtliche Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durch Änderung von Paragraf 1353 Abs. 1 BGB.
Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)
2001 eingeführtes Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Paaren eheähnliche Rechte und Pflichten verlieh, sie aber der Ehe nicht vollständig gleichstellte.
Paragraf 175 StGB
Vorschrift, die männliche Homosexualität unter Strafe stellte; in der DDR 1988 gestrichen, in der Bundesrepublik erst 1994 vollständig abgeschafft.
Stiefkindadoption
Verfahren, bei dem die Partnerin oder der Partner das leibliche Kind der anderen Person rechtlich adoptiert; für lesbische Paare oft zwingend, da die Co-Mutter nicht automatisch anerkannt wird.
Sukzessivadoption
Verfahren, bei dem Lebenspartner:innen nacheinander (nicht gleichzeitig) die rechtlichen Eltern eines nicht-biologischen Kindes werden.
Mehreltern-Konstellationen
Familienformen mit mehr als zwei sozialen Elternteilen (z. B. Co-Parenting), für die das deutsche Recht bisher keine volle Anerkennung vorsieht.
Transsexuellengesetz (TSG)
Gesetz von 1981, das den Wechsel von Namen und Personenstand regelte, lange Zeit unter pathologisierenden Voraussetzungen wie dem Sterilisationszwang.
Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)
Gesetz, das im November 2024 in Kraft tritt und es ermöglicht, Geschlechtseintrag und Vornamen per einfacher Erklärung beim Standesamt zu ändern.
Doing Family
Konzept, das Familie nicht als statische Institution, sondern als alltägliche Herstellung durch soziale Praktiken und Zuwendung versteht.
Doing Normality
Die aktive Herstellung sozialer Legitimität durch Anpassung an Normalitätsvorstellungen, oft als Reaktion auf erlebte oder antizipierte Diskriminierung.
Hypernormalisierung
Eine Overperformance in sozialen Interaktionen, bei der marginalisierte Gruppen versuchen, durch Übererfüllung von Normen (z. B. extreme Freundlichkeit) Akzeptanz zu sichern.
Minderheitenstress
Das überdurchschnittliche Auftreten psychischer und physischer Belastungen bei Angehörigen stigmatisierter Gruppen aufgrund von Diskriminierung und Vorurteilen.
Mikroaggressionen
Kurze, alltägliche verbale oder verhaltensbezogene Äußerungen, die absichtlich oder unabsichtlich beleidigend gegenüber Minderheiten wirken.
Homonormativität
Die Integration gleichgeschlechtlicher Lebensstile in bestehende heteronormative Strukturen, wobei radikalere queere Identitäten oft marginalisiert werden.
Heterosexuelle Matrix
Ein von Judith Butler geprägtes Konzept für das kulturelle Raster, durch das Körper, Geschlechtsidentität und Begehren als kohärent und natürlich erscheinen.
Schuldprinzip
Eherechtliches Prinzip bis 1977, nach dem eine Scheidung nur bei Fehlverhalten eines Partners möglich war, was oft zum Sorgerechtsentzug für lesbische Mütter führte.
Zerrüttungsprinzip
Seit der Reform 1977 geltendes Prinzip, nach dem das bloße Scheitern der Ehe als Grund für eine Scheidung ausreicht.
Tokenism
Situation, in der Personen mit Minderheitenstatus (Tokens) erhöhter Sichtbarkeit, Leistungsdruck und Assimilationszwang ausgesetzt sind.