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Womit beschäftigt sich die Logistik?
Logistik befasst sich mit der Planung, Steuerung, Kontrolle und Durchführung von Material- und Informationsflüssen. Dabei handelt es sich um operative Funktionen
hinsichtlich des Daten- und Informationsflusses (z. B. Transportieren, Lagern, Verpacken etc.)
hinsichtlich des Material- und Güterflusses; (Erfassen, Speichern, Verarbeiten) sowie
hinsichtlich der Führungsfunktionen (z. B. Planen, Bewerten, Entscheiden),
die bereichsübergreifend im Sinne einer Gesamtkostenreduzierung zu optimieren sind.
Was bedeutet „6R“ (Jünemann, 1989)?
Mit dem Begriff der „6R“ werden dabei die Aufgaben der Logistik umschrieben, wobei jedes R für einen Aspekt im Logistikprozess steht, der richtig ablaufen muss. „Der logistische Auftrag besteht darin“, schreibt Jünemann:
die richtige Menge
der richtigen Objekte als Gegenstande der Logistik (Güter, Personen, Energie, Informationen)
am richtigen Ort (Quelle, Senke) im System
zum richtigen Zeitpunkt
in der richtigen Qualität
zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen.“
Anforderungen in der Verwendung der „richtigen Informationen“.
Mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Logistik und damit steigenden Komplexität, etwa durch Lean Production, Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge, entstehen neue Anforderungen in der Verwendung der „richtigen Informationen“.
Auch die Rolle der richtigen Verpackung wird immer bedeutender werden, weil diese in Zukunft in vielen Fällen „smart“ werden und somit einen Beitrag zur Kategorie „richtige Informationen“ leisten wird.
Lean Production
Unter Lean Production (schlanke Produktion) wird sowohl der sparsame als auch zeiteffiziente Einsatz der Produktionsfaktoren im Rahmen sämtlicher Unternehmensaktivitäten verstanden.
Industrie 4.0
Industrie 4.0 bezeichnet die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten im Rahmen der Wertschöpfungskette in cyber-physischen Systemen zur Steigerung on Flexibilität und Effizienz.
Nach den Phasen des Güterflusses lassen sich die folgenden phasenspezifischen Subsysteme der Logistik unterscheiden: (Pfohl, 2010)
Die Beschaffungslogistik ist zuständig für die bedarfsgerechte Versorgung des Unternehmens vom Lieferanten bis zur Bereitstellung in der Produktion.
Die Produktionslogistik umfasst die Planung, Steuerung und Überwachung des Warenflusses sowie die damit verbundenen internen Transport-, Umschlags- und der Lagerprozesse.
Die Distributionslogistik ist verantwortlich für Planung, Steuerung und Überwachung des physischen Flusses der Fertigprodukte zum Abnehmer.
Die Entsorgungslogistik sorgt für die möglichst schnelle, günstige und umweltschonende Entsorgung von nicht mehr benötigten Restbeständen und Reststoffen.
Die genannten phasenspezifischen Subsysteme der Logistik entsprechen den Hauptprozessen des SCOR-Modells des US-amerikanischen Suppy Chain Council (SCC). Neben der phasenspezifischen Aufgliederung ist eine Gliederung der Logistik nach den verrichtungsorientierten Inhalten der Aufgaben, die im Logistiksystem zu erfüllen sind, möglich. (Pfohl) Zu den verrichtungsspezifischen Subsystemen der Logistik zählen beispielsweise:
Die Transportlogistik hat die Aufgabe der Planung, Steuerung und Ausführung aller Transporte von Materialien, Halbfertigerzeugnissen, Fertigprodukten sowie Abfällen.
Die Lagerlogistik gewährleistet die ordnungsgemäße Handhabung von Materialien, Halbfertigerzeugnissen sowie Fertigprodukten im Lager.
Abgrenzung der Begriffe Logistik und Supply Chain Management (SCM)
Gelegentlich werden Logistik und SCM synonym verwendet.
Richtig: beiden Bereiche ergänzen sich
Gemeinsamkeit: beide beziehen sich auf Objektflüsse (Material, Informationen) entlang der Prozessstufen der Lieferkette und zielen dabei auf eine Erhöhung von Effektivität (Kundennutzen) sowie Effizienz (Kosten-Nutzen-Verhältnis) ab.
Unterschiede:
SCM ist im Unterschied zur Logistik als operativer Funktion stärker strategisch ausgerichtet.
SCM nimmt eine unternehmensübergreifende Perspektive auf sämtliche Geschäftsprozesse ein und verknüpft die verschiedenen Unternehmensbereiche (Beschaffung, Produktion, Distribution, Marketing, Controlling etc.).
SCM lässt sich aus einer Beziehungssicht begreifen und zwar in der Funktion, welche das Management von Beziehungen, wie etwa Lieferanten- und Kundenbeziehungen, obliegt – im Gegensatz zum Management einzelner Komponenten innerhalb des Gesamtsystems.
Scholz-Reiter und Jakobza (1999) definieren SCM wie?
als „die unternehmensübergreifende Koordination der Material- und Informationsflüsse über den gesamten Wertschöpfungsprozess von der Rohstoffgewinnung über die einzelnen Veredelungsstufen bis hin zum Endkund:innen mit dem Ziel, den Gesamtprozess sowohl zeit- als auch kostenoptimal zu gestalten“.
SCN liegt ein Steuerungsanspruch zugrunde, der von der Ebene des einzelnen Unternehmens auf die Ebene des Netzwerks gehoben ist. Demzufolge beinhaltet SCM die Koordination mehrerer beteiligter Organisationen auf übergeordneter Ebene.
Die Abgrenzung zwischen Supply Chain Management und einer entwickelten Logistik ist in der Literatur höchst umstritten. Diesbezüglich unterscheidet Göpfert (2013) zwei Ansätze.
Eine Gruppe von Autor:innen fasst SCM als neue Entwicklungsstufe der Logistik auf. So interpretieren etwa Vahrenkamp und Kotzab (2012) SCM als ganzheitliche Betrachtung der Logistikkette zur Abstimmung der Güterströme.
Die andere Gruppe betrachtet SCM als das umfassendere Konzept und Logistik als Teil des Supply Chain Managements – so etwa Bowersox et al. (2007)
Das im Rahmen des SCOR-Modells zur Anwendung kommende Verständnis von Supply Chain Management deckt sich mit der phasenspezifischen Sicht auf die Subsysteme der Logistik, welche dessen Hauptprozessen entsprechen. Source, Make, Deliver und Return, die um den Prozess Plan (Planen) ergänzt werden.
Obwohl Logistik und Supply Chain Management oft synonym verwendet werden, unterscheiden Sie sich. Kreuzen Sie die richtigen Aussagen in Bezug auf das Verhältnis von Logistik und SCM an
Beide beziehen sich auf Objektflüsse entlang der Prozessstufen der Lieferkette.
SCM nimmt eine unternehmensübergreifende Perspektive auf sämtliche Geschäftsprozesse ein.
Nur SCM zielt auf eine Erhöhung von Effektivität (Kundennutzen) sowie Effizienz (Kosten-Nutzen-Verhältnis) ab.
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Beide beziehen sich auf Objektflüsse entlang der Prozessstufen der Lieferkette.
SCM nimmt eine unternehmensübergreifende Perspektive auf sämtliche Geschäftsprozesse ein.
In welche phasenspezifischen Subsysteme lässt sich Logistik aufspalten?
Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik.