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Umfassende Flashcards zu klinischen Sprachstörungen, Klassifikationssystemen (ICD/ICF), Diagnostik, Spracherwerbstheorien und Präventionsmaßnahmen basierend auf den Vorlesungsnotizen.

Last updated 8:36 AM on 7/10/26
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36 Terms

1
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Sprachstörung

Beeinträchtigung der expressiven und/oder rezeptiven Sprache bzw. der Sprachentwicklung auf Ebenen wie phonetisch-phonologisch, semantisch-lexikalisch, morphologisch-syntaktisch oder pragmatisch-kommunikativ.

2
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Sprechstörung

Sprechmotorische Störung, die sich vor allem in einer Beeinträchtigung der Artikulationsfähigkeit äußert (z. B. Sigmatismus).

3
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Stimmstörungen

Veränderungen der tonproduzierenden Organsysteme (Dysphonien), die organische oder funktionelle Ursachen haben können.

4
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Redeflussstörugen

Einschränkung der Redefähigkeit in ihrem Tempo und/oder ihrer Flüssigkeit, wie z. B. Stottern oder Poltern.

5
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SLCN

Abkürzung für (Children with) Speech, Language and Communication Needs; internationaler Terminus für diverse klinische Störungsbilder.

6
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Sprachentwicklungsstörung (SES)

Nicht regelhafte oder erwartungsgemäße Entwicklung der Sprache, die einen oder mehrere Bereiche betreffen kann; Prävalenz liegt bei ca. 7×10%7\times10\% bis 10×10%10\times10\%.

7
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Specific Language Impairment (SLI)

Traditioneller Begriff für Sprachentwicklungsstörungen, die ohne offensichtliche Ursache (wie Intelligenzminderung) auftreten; primär über Ausschlusskriterien definiert.

8
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Developmental Language Disorder (DLD)

Neuer konsensualer Begriff für Sprachentwicklungsstörungen, der begleitende Auffälligkeiten in anderen Entwicklungsbereichen nicht automatisch ausschließt.

9
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Dysphonie

Stimmstörung, bei der das Schwingungs- und Schließverhalten der Stimmlippen beeinträchtigt ist; die Stimme kann hauchig, heiser oder kraftlos sein.

10
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Rhinophonie

Näseln; eine Störung, bei der das Gaumensegel nicht vollständig schließt und die Stimme nasal klingt.

11
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Tachylalie

Quantitative Veränderung des Sprechablaufs durch extreme Beschleunigung des Sprechtempos.

12
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Bradylalie

Quantitative Veränderung des Sprechablaufs durch extreme Verlangsamung des Sprechtempos.

13
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Stottern

Hemmung und Unterbrechung des Sprechablaufs durch Blockierungen, Lautdehnungen oder Wiederholungen von Lauten und Silben unabhängig vom Willen des Sprechers.

14
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Poltern

Redeflussstörung mit zu schnellem oder irregulärem Sprechtempo, auffälligem Zusammenziehen von Silben und eingeschränkter Verständlichkeit.

15
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Selektiver Mutismus

Psychisch bedingter, partieller Nichtgebrauch der Lautsprache gegenüber bestimmten Personen oder in spezifischen Situationen bei ansonsten normaler Sprachentwicklung.

16
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Sprechangst

Psychisch bedingte Kommunikationsstörung (z. B. Lampenfieber) mit Symptomen wie zu hoher/leiser Stimme, Wortfindungsverzögerungen und Atembeschleunigung.

17
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ICD-10/ICD-11

Hierarchisches biomedizinisches Klassifikationssystem der WHO zur Verschlüsselung von Krankheiten wie z. B. Artikulationsstörungen (F80.0).

18
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ICF

International Classification of Functioning, Disability and Health; ein biopsychosozialer Ansatz zur Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.

19
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Reliabilität

Hauptgütekriterium der Diagnostik, das die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Messung beschreibt.

20
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Validität

Hauptgütekriterium der Diagnostik, das die inhaltliche Gültigkeit der Messung angibt (wird gemessen, was gemessen werden soll?).

21
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Objektivität

Hauptgütekriterium der Diagnostik; die Unabhängigkeit der Ergebnisse von der Person des Untersuchers.

22
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Spontansprachanalyse

Diagnostische Methode zur Auswertung spontaner sprachlicher Äußerungen nach standardisierten Rastern, z. B. zur Ermittlung der Mean Length of Utterance (MLU).

23
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Signifikant

Die Form eines sprachlichen Zeichens (Lautbild oder Schriftbild) nach Saussure.

24
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Signifikat

Der Inhalt oder die begriffliche Bedeutung eines sprachlichen Zeichens nach Saussure.

25
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Arbitrarität

Merkmal sprachlicher Zeichen, das besagt, dass die Beziehung zwischen Form (Signifikant) und Bedeutung (Signifikat) willkürlich ist.

26
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Late Talker

Kinder, die erste Wörter erst nach 1,5 Jahren oder Wortkombinationen/50 Wörter erst nach dem 2. Geburtstag sprechen.

27
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Nativismus

Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky, die von einer angeborenen Grammatikkompetenz und einem Language Acquisition Device (LAD) ausgeht.

28
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Kognitivismus

Theorie nach Jean Piaget, wonach die Sprachentwicklung von der generellen kognitiven Denkentwicklung determiniert wird.

29
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Usage-based-Ansatz

Sozial-interaktionistische Theorie (z. B. Tomasello), nach der Sprache durch soziale Interaktion und Analogienbildung gelernt wird.

30
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Scaffolding

Stützende Sprache der Bezugspersonen, die den Spracherwerb des Kindes durch angepasste Hilfestellungen unterstützt.

31
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Code Switching

Übliches Phänomen bei mehrsprachigen Personen, bei dem zwischen verschiedenen Sprachen innerhalb einer Interaktion gewechselt wird.

32
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Bilingual Advantage

Theoretische Annahme, dass mehrsprachige Kinder über eine höhere metasprachliche Bewusstheit und bessere Voraussetzungen für weitere Sprachen verfügen.

33
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Primäre Prävention

Zielt auf die allgemeine Sprachbildung aller Kinder ab, um die Entstehung von Störungen zu verhindern.

34
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Sekundäre Prävention

Gezielte Intensivierung der Sprachbildung bei Kindern mit identifizierten spezifischen Förderbedarfen (z. B. bei sprachanregungsarmem Umfeld).

35
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Basisqualifikationen

Nach Ehlich et al. (2008) notwendige sprachliche Mindestfähigkeiten (phonetisch, semantisch, pragmatisch etc.) für den Schulerfolg.

36
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GKV-Heilmittelrichtlinien

Regeln für die gesetzliche Krankenversicherung bezüglich Dauer und Frequenz von Therapien (z. B. ca. 60 Sitzungen bei SES).