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Flashcards zur Vorlesung Normative Institutionen-Ökonomik, die wissenschaftliche Methodik, ökonomische Paradigmen und die Anwendung auf Klimapolitik und Degrowth abdecken.
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Normative Institutionen-Ökonomik
Eine Teildisziplin der Ökonomik, die sich mit Politikproblemen befasst und untersucht, wie nicht-intendierte Effekte intentionalen Handelns durch Anreizwirkungen institutioneller Arrangements gesteuert werden können.
Wissenschaft (sozialer Prozess)
Ein kollektives Lernen durch Ideenkonkurrenz, das auf Regeln basiert, um Kritik produktiv zu machen und Experten zur Konsensfindung über wahrheitsfähige Fragen zu befähigen.
Themengetränktheit von Fakten
Die Erkenntnis, dass es kein „factum brutum“ gibt; Fakten werden stets vor dem Hintergrund theoretischer Annahmen wahrgenommen.
Hypothesen
Theoretisch hergeleitete Vermutungen über Fakten, die empirisch getestet werden können und Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Theorie zulassen.
Forschungsprogramme
Ein Set aus einem Theoriekern und einer Entwicklungsvision zur systematischen Generierung von Hypothesen.
Konsilienz
Die Ebene wissenschaftlichen Lernens, auf der sich Forschungsprogramme unterschiedlicher Disziplinen zu einem konsistenten Weltbild fügen.
Reaktionsanalyse (RA)
Ein entscheidungstheoretisch fundiertes Paradigma der Ökonomik, das die Optimierung und den Umgang mit Trade-offs durch repräsentative Akteure analysiert.
Interaktionsanalyse (IA)
Ein spieltheoretisch fundiertes Paradigma der Ökonomik, das darauf abzielt, Trade-offs zu transzendieren und Win-Win-Potenziale durch institutionelle Reformen (Governance) zu erschließen.
Trade-off
Ein Zielkonflikt, bei dem die Verbesserung eines Ziels zwingend zulasten eines anderen Ziels geht (z.B. Kosten vs. Nutzen).
Situationismus (Thomas Hobbes)
Die Lehre, dass das soziale Verhalten nicht auf einem festen Menschenbild basiert, sondern von Situationsbedingungen (z.B. Rechtsordnung vs. Anarchie) abhängt.
Gefangenendilemma
Ein spieltheoretisches Modell, bei dem individuelle rationale Strategien zu einem kollektiv schlechteren Ergebnis (Nash-Gleichgewicht) führen.
Nash-Gleichgewicht
Eine stabile Strategiekombination, bei der kein Akteur einen Vorteil hat, wenn er einseitig von seinem Verhalten abweicht, auch wenn das Ergebnis pareto-inferior ist.
Praktischer Syllogismus
Logische Struktur normativer Urteile: Eine normative Prämisse (Wollen) kombiniert mit einer positiven Prämisse (Können) führt zu einer normativen Conclusio (Sollen).
Downstream-Argumentation
Kritikansatz im Syllogismus, der bei der positiven Prämisse ansetzt, um die normative Conclusio zu korrigieren (aus „alt 1“ und „neu 2“ folgt „neu 3“).
Upstream-Argumentation
Kritikansatz, der untersucht, ob die normative Prämisse aufgrund neuer positiver Erkenntnisse für die Problemstellung noch angemessen ist.
Extensives Wachstum
Ein Wachstumskonzept, das auf steigendem Ressourcenverbrauch basiert (Bewegung entlang der Produktionsfunktion), was laut Degrowth-Bewegung an Grenzen stößt.
Intensives Wachstum
Ein innovationsgetriebenes „Wachstum der Grenzen“, das durch Verschiebung der Produktionsfunktion (PF0→PF1) Ressourcen schont.
EU-ETS
Das europäische Emissionshandelssystem, das nach dem Cap-and-Trade-Prinzip Emissionen deckelt und Kosten durch Zertifikatetausch minimiert.
Grenzvermeidungskosten
Die Kosten für die Einsparung einer zusätzlichen Einheit CO2; ihre Angleichung im Handelssystem sorgt für ökonomische Effizienz.
Trittbrettfahrerproblem (Free-riding)
Das Problem bei globalen öffentlichen Gütern (wie Klimaschutz), bei dem Akteure von den Leistungen anderer profitieren wollen, ohne eigene Kosten zu tragen.