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Es existiert eine Reihe unterschiedlicher Standards, die Kriterien für die Messung der Nachhaltigkeit einer Organisation festlegen und auf Freiwilligkeit setzen. Einige gebräuchliche Nachhaltigkeitsstandards, die für den Beschaffungsbereich relevant sind, sind folgende:
ISO 9001
ISO 14001
Eco Management and Audit Scheme (EMAS)
Business Social Compliance Initiative (BSCI)
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
ISO 9001
Diese von der Internationalen Organisation für Normung entwickelte Norm legt die Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagement zur Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen fest. Im Hinblick auf Beschaffungsaktivitäten sowie das Lieferantenmanagement werden Kriterien für die Beurteilung, Auswahl, Leistungsüberwachung und Neubeurteilung von externen Anbietern dargelegt.
ISO 14001
von der Internationalen Organisation für Normung
weltweit akzeptierte und angewendete Standard für Umweltmanagementsysteme.
Sie legt Anforderungen an ein solches System fest, mit dem eine Organisation ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele erreichen kann.
Im Rahmen der Beschaffung gilt es hierbei, Umweltziele sowie entsprechenden Maßnahmen, Zuständigkeiten und Verfahrensweisen festzulegen, für die entsprechende Durchführung sowie Kontrolle im Hinblick auf Erreichung der Umweltziele und schließlich Verbesserungen zu sorgen. (Umweltbundesamt, 2020b)
ISO 14001 stärkt die Betrachtung über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.
Eco Management and Audit Scheme (EMAS)
diese allgemein anerkannte Qualitätssiegel der EU richtet sich an Unternehmen und sonstige Organisationen
Ziel: deren Energie- und Materialeffizienz systematisch zu verbessern, schädliche Umweltwirkungen und -risiken zu reduzieren sowie deren Rechtssicherheit zu erhöhen.
beinhaltet die Anforderungen des ISO 14001.
EMAS richtet sich zum einen auf „direkte″ Umweltaspekte wie etwa die Steigerung der Energie- oder Materialeffizienz und eine Verringerung der Emissionen, Abwässer oder Abfälle.
Zum anderen werden auch die „indirekten″ Umweltaspekte in den Fokus genommen, wie beispielsweise die Umweltverträglichkeit der Produkte und Dienstleistungen, die Beschaffung, das Verhalten von Unterauftragnehmern oder die Arbeitswege der Beschäftigten erfasst und bewertet. Eine EMAS-Teilnahme setzt voraus, dass Organisationen ihre Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf Auswirkungen auf die Umwelt
Business Social Compliance Initiative (BSCI)
von der Foreign Trade Association (FTA) ins Leben gerufe europäische Sozialüberwachungssystems im Kontext einer ethischen Beschaffung
Ziel: weltweit nachhaltige Arbeitsbedingungen in Fabriken und Farmen zu etablieren.
Der Standard kommt vor allem in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz und sieht verschiedene Bereiche vor, die zu auditieren sind: soziale Verantwortung im Zulieferunternehmen, Einhaltung lokaler Gesetze und Arbeitszeitregelungen, faire Bezahlung (Mindestlöhne), Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit sowie Disziplinarmaßnahmen, Diskriminierungsverbot, Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, Gewährleistung der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Einhaltung der gesetzlichen Umwelt- und Sicherheitsanforderungen.
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (Deutsch)
gilt ab 2023
Sorgfaltspflichten im Hinblick auf die gesamte Lieferkette
Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Verstößen gegen grundlegende Menschenrechtsstandards vorzubeugen.
Einführung eines Beschwerdemechanismus für Betroffene
Aufgaben Für die Beschaffung: Im eigenen Unternehmen und bei unmittelbaren Zulieferern ist die Achtung der Menschenrechte (z. B. Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit) sicherzustellen; bei mittelbaren Lieferanten gilt die Sorgfaltspflicht hingegen nur anlassbezogen.
Bewertung der Standards
Die vorgestellten Standards stellen einen wichtigen Referenzrahmen für Unternehmen dar, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen.
Gerade die ISO-Standards stehen auf einem breiten Fundament. In deren Ausarbeitung gehen viele verschiedene Interessen und Sichtweisen ein, wodurch gute Rahmenbedingungen für eine effektive Anwendung sowie die Akzeptanz geschaffen werden. Generell ist die Anwendbarkeit solcher und ähnlicher freiwilliger internationaler und nationaler sowie branchenübergreifender und -spezifischer Initiativen erschwert, weil es inzwischen eine nur noch schwer überschaubare und kontinuierlich wachsende Anzahl von Normen bezüglich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gibt.
Zum Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz als konzeptionell tiefgreifende Maßnahme zur Sicherung von Nachhaltigkeit, lässt sich aus ökonomischer Sicht sagen, dass sich für Zulieferer die Kosten der Geschäftsbeziehungen entlang von Lieferketten erhöhen. Eine Evaluation der Wirksamkeit im Hinblick auf Erreichung von Nachhaltigkeitszielen steht zwar noch aus, doch wird befürchtet, dass aufgrund der fehlenden zivilrechtlichen Haftung „das Gesetz ein zahnloser Tiger sein wird“
Vervollständige den untenstehenden Text
Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz erlegt der Beschaffung die Aufgabe auf, bei unmittelbaren Zulieferern die Achtung der _____________[sicherzustellen; hinsichtlich mittelbarer Lieferanten ist eine _____________Sorgfaltspflicht vorgesehen.
Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz erlegt der Beschaffung die Aufgabe auf, bei unmittelbaren Zulieferern die Achtung der Menschenrechtesicherzustellen; hinsichtlich mittelbarer Lieferanten ist eine anlassbezogene Sorgfaltspflicht vorgesehen.