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Fortschrittsglaube
→ Differenz zwischen Vergangenheitserfahrung und Zukunftserwartung
Glaube an offene Zukunft, Verfügbarkeit von Ressourcen und Erfindungskraft der Menschen
Versprechen in bessere Zukunft wegen Steigerung von Wohlstand und Teilhabe
Kopplung mit Kapitalismus: nur eine entwickelte Marktwirtschaft erzeugt Bedingungen für stabile Demokratie
gesellschaftlicher Fortschritt bisher
Beispiele für bisherige Erfolge:
Reduzierung von Hunger und Armut
Steigerung von Gesundheit, Lebenserwartung und materiellem Wohlstand

Exponentialgesellschaft
technologischer Fortschritt wächst exponentiell (immer schneller)
Gesellschaft muss sich ständig an neue Entwicklungen anpassen
führt zu großen Chancen und Herausforderungen
Nebenfolgen:
steigende Produktion und Entsorgung von Plastik
Meeresspiegelanstieg
Temperaturanstieg
IPAT-Gleichung
IPAT: Environmental Impact = Population x Affluence x Technology
→ erklärt wie Umweltbelastung entsteht
Population (Bevölkerung)
Affluence (Wohlstand, gemessen als BIP pro Kopf)
Technology (Umweltintensität der Produktion)
Krisendiagnosen
Katastrophen müssen als reale Gefahren betrachtet werden
Klimakrise interagiert mit sozialen Konstellationen → es entstehen Konflikte
Regression und Ressentiment:
Möglichkeiten, durch den eigenen Lebensstil entstandene Kosten an andere abzugeben sind ungleich verteilt
mögliche Reaktion: Verdrängung / Abwehr
Folgen für Wissenschaft:
Neue Prioritäten: Fokus verschiebt sich radikal auf Klimafolgenforschung und Medizin
Datenverlust**:** Schmelzende Gletscher zerstören historische Klima-Archive, bevor sie erforscht werden können.
Gefährdete Infrastruktur: Extremwetter bedroht physische Forschungsstationen weltweit
Folgen für technologische Entwicklung:
Grüne Industrie: Erzwungener Umbau der Schwerindustrie (z. B. CO₂-freier Stahl durch Wasserstoff)
CO₂-Entnahme: Boom bei Technologien, die CO₂ aktiv aus der Luft filtern
Anpassungs-Tech: Fokus auf dürreresistente Nutzpflanzen und KI-gestützte Frühwarnsysteme
Umgang mit der Klimakrise
Erwartung, dass zunehmendes Wissen zum Handeln führt
Technologische und wissenschaftliche Innovationen, die Lösungen bereitstellen könnten
Internationale Abkommen für Kooperationen, Zielvorgaben und Rahmenbedingungen
“UN-Agenda 2030” (SDGs)
Pariser Klimaabkommen 2015
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist kein neues Konzept (erste Definition 1713 durch von Carlowitz)
3-gliedriges Konzept der nachhaltigen Entwicklung (1830er)
Bedürfnisse der Gegenwart nicht auf Kosten zukünftiger Generationen befriedigen
wurde auf Überleben der Menschheit und Dimensionen des Erdsystems ausgeweitet
weite Verbreitung, aber auch Vorwurf dass der Begriff entwässert wird
Kern des Nachhaltigkeitskonzepts: Regenerativität und Potenzialität
→ Vorstellungen der nachhaltigen Entwicklung sind sehr unterschiedlich
Ökologische Modernisierung
Wachstum / Innovation als Voraussetzung für Nachhaltigkeit
Aufklärung führt zu mehr Umweltbewusstsein und ökologischem Konsum
Ausweitung von Märkten führt zu Konkurrenz unter Technologien
→ Klimawandel als Problem für Forschung und Entwicklung
Kritik:
Nachhaltigkeit nicht entkoppelt von Wachstum und Umweltauswirkung
Nachhaltigkeit überwiegend symbolisch
Wissen führt nicht zwingend zu handeln
Rolle von Technologien
→ Technologien führen nicht zu erhofften positiven Effekten
viel noch im Planungsstadium → ungewisse Effekte und Nutzen
Schwierigkeit bei Übertragung in verschiedene Kontexte
Effizienzgewinne führen zu Rebound-Effekten → eingesparte Kosten / Ressourcen führen dazu, dass etwas häufiger genutzt oder mehr konsumiert wird
→ Verständnis von Zusammenwirken zwischen Technik und Gesellschaft ist wichtig
Gesellschaftlicher Wandel
bedingt durch Veränderung der Produktionsverhältnisse (diese sind durch technischen Wandel bedingt)
nicht durch technischen Wandel determiniert (→ Wirkung hängt von gesellschaftlicher Einbettung ab)
Ursprung in Industrialisierung und Kapitalismus (z.B. Gewinnstreben, Marktkonkurrenz und Verzahnung von Forschung und Produktion)
Gesellschaften sind nicht gezielt steuerbar (z.B. unvorhersehbare Wandel, konflikthaft, kapitalistisch geprägt, nationalstaatlich)
Gesellschaft und Natur
Natur spiegelt menschliche Einflussnahme wider
Naturkatastrophe: Zusammenspiel zwischen Naturgefahr, Umweltgegebenheiten und Infrastruktur
Verhältnis von Gesellschaften zu Natur muss sich ändern
Sozial-ökologische Transformation
basiert auf Kritik am Green Growth Gedanken und am bisherigen Umgang mit Natur
Rolle von Technologie: Betonung von Bedeutung der Infrastruktur, Berücksichtigung der Risiken
hat Probleme mit Anschlussfähigkeit, weil Wachstum als Integrationskraft wegfällt
Ziel: Stabilisierung statt ungezügeltem Wachstum
Zentrale Rollen: Wissenschaft und Technikentwicklung, Politik und Aufklärung der Individuen