(1) Einführung in die Welt der Werkstoffe

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/43

flashcard set

Earn XP

Description and Tags

Diese Flashcards decken die Grundlagen der Werkstoffkunde ab, einschließlich Werkstoffklassifizierung, Atombau, Bindungsarten, Kristallstrukturen, Gitterfehler und Werkstoffprüfverfahren.

Last updated 5:02 PM on 7/20/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

44 Terms

1
New cards

Einteilung der Werkstoffe in 3 Kategorien

  • Naturstoffe (mineralisch wie Saponit oder organisch wie Holz)

  • Nichtmetalle

  • Metalle

2
New cards

Unterteilung Nichtmetalle

  • Halbleiter (z. B. Silizium)

  • nichtmetallisch-anorganische Werkstoffe (z. B. Keramik)

  • nichtmetallisch-organische Werkstoffe (z. B. Polymere wie PE, PP, PVC)

3
New cards

Unterteilung Metalle

  • Nichteisenmetalle (z.B. Kupfer, Aluminium, …)

  • Stähle, Eisenmetalle (besitzen Nomenklatur)

4
New cards

Unterteilung Naturstoffe

  • mineralische Naturstoffe (nicht so bekannt - z.B. Saponit)

  • Organische Naturstoffe (z.B. Holz)

5
New cards

6
New cards

Atomaufbau

  • Kern mit positiv geladenen Protonen und neutralen Neutronen, der von negativ geladenen Elektronen auf Schalen umkreist wird

7
New cards

Elektronenkapazität einer Schale

Die Anzahl der Elektronen, die auf einer Schale nn Platz haben, berechnet sich nach der Formel 2×n22 \times n^2.

n = Nummer der zu berechnenden Schale

8
New cards

Edelgaskonfiguration

Der Zustand eines Atoms mit einer komplett gefüllten Außenschale, den alle Atome durch Reaktionen anstreben.

  • maximal acht Elektronen, Ausnahme Helium mit zwei

9
New cards

Hauptgruppen im Periodensystem

Geben die Anzahl der Außenelektronen (Valenzelektronen) eines Elements an.

  • Insgesamt 8 Hauptgruppen und 10 Nebengruppen zwischen Hauptgruppe 2 und 3

10
New cards

Perioden im Periodensystem

Geben die Anzahl der besetzten Elektronenschalen eines Atoms an.

  • Insgesamt 7 Perioden

11
New cards

Metalle im Periodensystem

Nehmen mit abnehmender Anzahl an Außenelektronen und zunehmender Anzahl an Schalen zu, da Elektronen dann leichter abgegeben werden können.

  • unten links im Periodensystem den höchsten Metallcharakter

  • Haben nur wenige Elektronen in der äußersten Schale, streben an Elektronen abzugeben um Edelgaskonfiguration zu erreichen

12
New cards

Nichtmetalle im Periodensystem

Nehmen mit sinkender Periode und steigender Hauptgruppe zu.

  • bestreben Elektronen aufzunehmen um Edelgaskonfiguration zu erreichen, dabei bereits einige Elektronen in der äußersten Schale haben

13
New cards

Elektronenpaarbindung

Eine Bindung, bei der Atome durch das Teilen von Außenelektronen die Edelgaskonfiguration erreichen und Moleküle bilden (z. B. Wassermolekül H2OH_2O).

14
New cards

Ionenbindung

Bindung durch Abgabe und Aufnahme von Elektronen, wodurch geladene Teilchen (Ionen) entstehen, die sich aufgrund unterschiedlicher Ladung anziehen (z. B. NaCl).

15
New cards

Kationen

Positiv geladene Ionen, die durch die Abgabe von Elektronen entstehen.

16
New cards

Anionen

Negativ geladene Ionen, die durch die Aufnahme von Elektronen entstehen.

17
New cards

Metallbindung

Bindung, bei der Metallatome Elektronen abgeben und die resultierenden Kationen von einer frei beweglichen Elektronenwolke umgeben sind.

18
New cards

Elementarzelle

Das kleinste, sich wiederholende Element eines Kristallgitters, das die Gitterstruktur eindeutig klassifiziert.

  • durch Abstände (a, b, c) und Winkel (Alpha, beta, gamma) eindeutig

19
New cards

kfz-Gitter (kubisch-flächenzentriert)

Gittertyp mit Atomen an den Würfelecken und in jeder Würfelfläche (z. B. Kupfer, Nickel, Aluminium)

  • Packungsdichte 74%74\%

  • 1212 Gleitsysteme (4 Ebenen, 3 Richtungen)

<p>Gittertyp mit Atomen an den Würfelecken und in jeder Würfelfläche (z. B. Kupfer, Nickel, Aluminium)</p><ul><li><p>Packungsdichte $$74\%$$</p></li><li><p>$$12$$ Gleitsysteme (4 Ebenen, 3 Richtungen)</p></li></ul><p></p>
20
New cards

krz-Gitter (kubisch-raumzentriert)

Gittertyp mit Atomen an den Würfelecken und einem Atom im Zentrum (z. B. Wolfram, Chrom, Molybdän)

  • Packungsdichte 68%68\%

  • 1212 Gleitsysteme (6 Ebenen, 2 Richtungen)

<p>Gittertyp mit Atomen an den Würfelecken und einem Atom im Zentrum (z. B. Wolfram, Chrom, Molybdän)</p><ul><li><p>Packungsdichte $$68\%$$</p></li><li><p>$$12$$ Gleitsysteme (6 Ebenen, 2 Richtungen)</p></li></ul><p></p>
21
New cards

hdp-Gitter (hexagonal dichteste Kugelpackung)

Gittertyp mit sechseckiger Anordnung oben/unten und einer dreieckigen Struktur dazwischen (z. B. Magnesium, Zink)

  • besitzt nur 33 Gleitsysteme (1 Ebene, 3 Richtungen)

<p>Gittertyp mit sechseckiger Anordnung oben/unten und einer dreieckigen Struktur dazwischen (z. B. Magnesium, Zink)</p><ul><li><p>besitzt nur $$3$$ Gleitsysteme (1 Ebene, 3 Richtungen)</p></li></ul><p></p>
22
New cards

Polymorphie

Die Eigenschaft von Metallen (wie Eisen), in Abhängigkeit von Temperatur oder Druck unterschiedliche Gittertypen auszubilden.

23
New cards

Punktfehler (nulldimensionale Fehler)

Gitterfehler an einzelnen Gitterplätzen

  • Leerstellen (Gitterplatz ist nicht besetzt)

  • Zwischengitteratome (Atome liegen zwischen den ausgefüllten Gitterplätzen)

  • Substitutionsatome (Fremde Atome belegen den Gitterplatz)

24
New cards

Linienfehler (eindimensionale Fehler)

Verschiebung von Atomreihen im Gitter

  • Stufenversetzungen (Zusätzliche Fläche an Atomen eingeschoben, wodurch Stufe entsteht)

  • Schraubenversetzungen (Abgeglittene Kristallstruktur auf einer Seite, während gegenüberliegende Seite im Ausgangszustand bleibt)

  • Kombinationen daraus

25
New cards

Plastische Verformung

Durch Krafteintrag werden Versetzungen verschoben und Gitterebenen gleiten übereinander.

Plastische Verformung resultiert, und sorgt für Erhöhung der Versetzungsdichte und der Festigkeit.

Je höher die plastische Verformung, umso mehr behindern sich die Versetzungen gegenseitig wodurch der Werkstoff spröde wird.

26
New cards

Rekristallisation

Vorgang bei höheren Temperaturen, bei dem die Versetzungsdichte abgebaut wird und der Werkstoff wieder dehnbarer (zäher/duktiler) wird.

27
New cards

Flächenfehler (zweidimensionale Fehler)

Zwei zueinander schief stehende Gitterebenen.

  • Kleinwinkelkorngrenzen (< 15^{\circ}) —> durch gegenseitige Beeinflussung von Versetzungen können sie sich vermehren und flächenhaft aneinander gereiht werden

  • Großwinkelkorngrenzen (> 15^{\circ}) —> wachsende Kristallstrukturen die beim Übergang von flüssig zu fest der abkühlenden Schmelze aufeinander stoßen (Viele Großwinkelkorngrenzen erhöhen die Festigkeit eines Werkstoffs, da sie die Versetzungsbewegungen blockieren)

  • Zwillingskorngrenzen —> getrennte Kristalle sind spiegelsymmetrisch angeordnet (besonders bei austenitischen nicht rostenden Stählen vertreten)

28
New cards

Volumenfehler (dreidimensionale Fehler)

Einlagerungen fremder Phasen in der Kristallstruktur

  • Poren (Gase/Flüssigkeiten)

  • Einschlüsse (Feststoffe)

  • Ausscheidungen (Unterform der Einschlüsse welche durch den Kristall selbst gebildet werden)

29
New cards

Gleitsystem

Das Produkt aus Gleitebene (Ebene hoher Atomdichte) und Gleitrichtung; bestimmt die plastische Verformbarkeit eines Werkstoffs.

  • Atomdichte ist dabei entscheidend für die Ebenen und somit entscheidend für die Verformbarkeit

30
New cards

Zugversuch

Zerstörendes Prüfverfahren zur Ermittlung von Kennwerten wie Streckgrenze, Zugfestigkeit, E-Modul und Bruchdehnung.

31
New cards

Spannung (σ\sigma)

Das Verhältnis von gemessener Widerstandskraft FF zur Ausgangsquerschnittsfläche S0S_0 (Einheit z. B. MPa); Formel: σ=FS0\sigma = \frac{F}{S_0}.

32
New cards

Dehnung (ϵ\epsilon)

Die relative Längenänderung eines Prüfstabs; Formel: ϵ=Δll0×100%\epsilon = \frac{\Delta l}{l_0} \times 100\%.

  • dabei wird die gemessene Längenänderung durch die Ausgangslänge dividiert und dann mit 100% multipliziert.

33
New cards

Hooke'sche Gerade

Der linear ansteigende Bereich im Spannungs-Dehnungs-Diagramm, in dem die Verformung rein elastisch (reversibel) ist.

<p>Der linear ansteigende Bereich im Spannungs-Dehnungs-Diagramm, in dem die Verformung rein elastisch (reversibel) ist.</p>
34
New cards

0,2%-Dehngrenze (Rp0,2R_{p0,2})

Ersatzstreckgrenze für Werkstoffe ohne ausgeprägte Streckgrenze; entspricht der Spannung bei 0,2%0,2\% plastischer Dehnung. Dient der Ermittlung der Spannung, bei der es zu einem plastischen Übergang der Probe kommt.

  • um sie einzuzeichnen, zieht man eine Linie bei 0,2% Dehnung parallel zur Hook‘schen Gerade. Dort wo sie den Graphen schneidet nimmt man die Streckgrenze an.

<p>Ersatzstreckgrenze für Werkstoffe ohne ausgeprägte Streckgrenze; entspricht der Spannung bei $$0,2\%$$ plastischer Dehnung. Dient der Ermittlung der Spannung, bei der es zu einem plastischen Übergang der Probe kommt.</p><ul><li><p>um sie einzuzeichnen, zieht man eine Linie bei 0,2% Dehnung parallel zur Hook‘schen Gerade. Dort wo sie den Graphen schneidet nimmt man die Streckgrenze an.</p></li></ul><p></p>
35
New cards

Obere Streckgrenze (ReH)

Die obere Streckgrenze ist der höchste Spannungswert, den ein Material erreichen kann, bevor es irreversibel deformiert wird.

  • erstes lokales Maximum am Graphen

<p>Die obere Streckgrenze ist der höchste Spannungswert, den ein Material erreichen kann, bevor es irreversibel deformiert wird.</p><ul><li><p>erstes lokales Maximum am Graphen</p></li></ul><p></p>
36
New cards

Untere Streckgrenze (ReL)

Lokales Minimum hinter der Hook‘schen Geraden und der oberen Streckgrenze

<p>Lokales Minimum hinter der Hook‘schen Geraden und der oberen Streckgrenze</p>
37
New cards

Zugfestigkeit (Rm)

Globales Maximum des Graphen

38
New cards

Bruchdehnung (A)

Wird berechnet indem man die Länge der Probe nach dem Bruch durch die Ausgangslänge der Probe teilt.

<p>Wird berechnet indem man die Länge der Probe nach dem Bruch durch die Ausgangslänge der Probe teilt.</p>
39
New cards
40
New cards

Was ist der Kerbschlagbiegeversuch?

Der Kerbschlagbiegeversuch ist ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Zähigkeit von Materialien. Es misst den Widerstand gegen schlagartige Belastungen, indem die Arbeit ermittelt wird, die erforderlich ist, um ein Material durch einen gezielten Schlag an einer definierten Kerbe zu brechen.

41
New cards

Steilabfall

Der Temperaturbereich bei Metallen mit krz-Gitter, in dem das Materialverhalten schlagartig von zäh (Hochlage) zu spröde (Tieflage) wechselt. —> plötzlicher Abfall der duktilität.

42
New cards

Hochlage

Bei Metallen mit kfz-Gittern dauerhaft vertreten, da ihre erforderliche Kerbschlagarbeit temperaturunabhängig ist und somit konstant.

43
New cards

Kerbschlagbiegeversuch bei krz-Gitter

  • Verformungsverhalten stark abhängig von der Temperatur

  • Typischer Graph weist eine Tieflage bei niedrigeren Temperaturen auf, dann einen Steilabfall und dann eine Hochlage

  • In der Hochlage kommt es zu Verformungsbrüchen, in der Tieflage zu einem spröden Verhalten. Im Steilabfall bei der Übergangstemperatur können Mischformen des Bruchs auftreten.

44
New cards

Kerbschlagbiegeversuch bei kfz-Gitter

  • dauerhafte Hochlage garantiert ausschließlich Verformungsbrüche —> Werkstoffe brechen Temepraturunabhängig