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Definition der Psycholigie
Begriff Psychologie
Der Begriff Psychologie ist aus dem griechischen Wörtern psyché = Seele und logos = Lehre, Wissenschaft zusammengesetzt. Wörtlich übersetzt = Wissenschaft von der Seele.
"Seele" ist wissenschaftlich nicht mess- und fassbar und kann daher selbst nicht Gegenstand der Psychologie sein. Man kann jedoch wissenschaftliche Aussagen darüber machen.
Es kommt einerseits im menschlichen Verhalten, andererseits im Erleben zum Ausdruck. = Psychologie ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben.
Definition der Psychologie - Erleben
Mit Erleben sind Vorgänge im Menschen gemeint, die sich von aussen nicht beobachten lassen, die der Mensch also nur durch Selbstbeobachtung wahrnehmen kann. Zum Beispiel Gedanken, Wahrnehmung, Gefühle, Vorstellungen, Erinnerungen, Träume oder Fantasien.
Defintion der Psychologie - Verhalten
Als Verhalten bezeichnen wir die Gesamtheit aller von aussen beobachtbaren Reaktionen des Menschen. Diese Reaktionen können durch Fremdbeobachtung erschlossen werden. Zum Beispiel Bewegung, Mimik, Gestik oder verbale Äusserungen.
Verhalten und Erleben sind wechselseitig voneinander abhängig. Das Verhalten ist immer eine Anzeichen für bestimmte innere Vorgänge im Menschen. Gleichzeitig kommen verschiedene Erlebensweisen im Verhalten eines Menschen zum Ausdruck.
Ziele und Aufgaben der Psychologie
Die Ziele der Psychologie sind die Beschreibung, Erklärung, Vorhersage, Steuerung und Veränderung von psychischen Vorgängen. (Beispiel Leo mit den 4 Schritten)
Tiefenpsychologie
Grundannahme: Unser Verhalten wird stark durch unbewusste Prozesse und frühere Erfahrungen beeinflusst.
Hauptaussage: Unbewusste Prozesse, frühere Erlebnisse und innere Konflikte beeinflussen Verhalten.
Kritik: Unbewusste Vorgänge sind schwer messbar. Die Bedeutung früher Erfahrungen wird teilweise überbewertet.
Behaviorismus
Grundannahme: Verhalten wird durch die Umwelt und durch Lernen geprägt
Hauptaussage: Verhaltensweisen der Lebewesen werden antrainiert und durch Reize gelenkt
Kritik: Keine Selbstverantwortung
Eher oberflächlich und vereinfacht, basiert auf Mustern
Gestaltpsychologie
Grundannahme: Menschen nehmen ihre Umwelt als Ganzes wahr und nicht nur als einzelne Teile.
Hauptsaussage: Unsere Wahrnehmung wird geordnet und gestaltet – das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Kritik: Erklärt vor allem die Wahrnehmung, andere Bereiche des menschlichen Verhaltens werden weniger berücksichtigt.
Hunamistische Psychologie
Grundannahme: Der Mensch ist selbstbestimmt und möchte sich weiterentwickeln.
Hauptaussage: Jeder Mensch kann sein Leben aktiv gestalten und sich selbst verwirklichen. --> Das Individuum strebt nach Selbstverwirklichung
Kritik: Das Menschenbild ist teilweise zu positiv/idealistisch. Negative Einflüsse und unbewusste Prozesse werden weniger berücksichtigt. Und es ist schwer messbarK
Kognitive Psychologie
Grundannahm: Der Mensch verarbeitet Informationen aktiv durch Denken, Erinnern, Lernen und Wahrnehmen.
Hauptaussage: Wie wir eine Situation wahrnehmen und interpretieren, beeinflusst unser Verhalten.
Kritik: Gefühle, soziale Einflüsse und körperliche Faktoren können zu wenig berücksichtigt werden. Ausserdem gibt es individuelle Wahrnehmungen von allen.
Biopsychologie
Hauptannahme: Verhalten und Erleben hängen stark mit biologischen Vorgängen zusammen, z. B. Gehirn, Gene und Hormone.
Hauptaussage: Körperliche Prozesse beeinflussen, wie wir denken, fühlen und handeln.
Kritik: Gefahr, den Menschen zu stark auf seinen Körper/Gehirn zu reduzieren. Denken, Erfahrungen und Umwelt werden dann möglicherweise zu wenig beachtet.
Handlungsfelder der Psychologie
= welche Bereiche gibt es
Klinische Psychologie
Psychischen Erkrankungen z.B Depressionen
Entwicklungspsychologie
Wie entwickelt sich der Mensch in seinem Leben?
Sportpsychologie
Motivation, Konzentration, Umgang mit Druck
Schul- und Bildungspsychologie
Lernen, Motivation oder Problemen in der Schule
Ursachen von Lernschwierigkeiten
Vergessen
Gelerntes wird nicht richtig gespeichert
Konzentrationsprobleme
Man kann sich nicht lange genug für den Lernstoff konzentrieren
Fehlende Motivation
Wenig Interesse oder Lust
Prüfungsangst
Stress kann die Konzentration & Erinnerung erschweren
Falsche Methoden
Der Stoff wird zum Beispiel nur passiv gelernt
Kontextabhängiges Lernen
Bedeutung: Die äussere Umgebung beim Lernen beeinflusst, wie gut wir uns später erinnern.
Untersuchung: Beim Taucher-Experiment konnten Personen unter Wasser mehr wiedergeben, wenn sie dort auch gelernt hatten.
Anwendung: Beim Lernen möglichst eine ähnliche Umgebung wie bei der Prüfung schaffen, z. B. gleicher Kaugummi oder gleiche Musik.
Zustandsabhängniges Lernen
Bedeutung: Der innere Zustand beim Lernen beeinflusst das Erinnern, z. B. Gefühle oder Koffein.
Untersuchung: Personen, die beim Lernen und beim Test im gleichen Zustand waren, konnten sich besser erinnern.
Anwendung: Ähnlichen Zustand beim Lernen und Test herstellen, z. B. Kaffee beim Lernen → auch beim Test Kaffee.
Testing-Effekt
Bedeutung: Gelerntes wird besser behalten, wenn man es aktiv aus dem Gedächtnis abruft, statt es nur zu lesen.
Untersuchung: Die Gruppe, die den Stoff immer wieder wiedergab, schnitt besser ab als die Gruppe, die nur las.
Anwendung: Selbsttests machen, Fragen beantworten, Stoff ohne Hilfsmittel erklären oder aufschreiben.
Verteiltes Lernen
Bedeutung: Man lernt über einen längeren Zeitraum verteilt und macht Pausen, statt alles kurz vor der Prüfung zu lernen.
Untersuchung: Kurzfristig war die Gruppe mit „Last-Minute-Lernen“ besser. Nach einem Monat war aber die verteilte Gruppe deutlich besser.
Anwendung: Frühzeitig anfangen und Lernstoff auf mehrere Tage/Wochen verteilen.
Lernen und Bewegung
Bedeutung: Bewegung kann Wachheit, Konzentration und Speicherung im Langzeitgedächtnis verbessern.
Bewegung regt die Durchblutung an und schüttet Dopamin aus
Untersuchung: Die Gruppe, die 4 Stunden nach dem Lernen Sport machte, konnte sich nach 48 Stunden am meisten erinnern.
Anwendung: Sport in den Lernplan einbauen, idealerweise ca. 4 Stunden vor oder nach dem Lernen.
Drain-Brain-Effekt
Bedeutung: Ohne Handy = bessere Aufnahme der Inhalte
Untersuchung: Studie mit drei Gruppen: Handy auf dem Tisch, im Rucksack oder im anderen Raum. Der Andere Raum schnitt am besten ab.
Anwendung: Ohne Handy lernen, am besten das Handy in einen anderen Raum packen.