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Ursprung der Landwirbeltiere
Fischmerkmale: Schuppen, Flossen, Kiemen und Lungen
Tetrapodamerkmale: Hals, Rippen, Flossenskelett, flacher Schädel, Augen auf dem Schädeldach
-> Zwischenform Tiktaalik (vor 375 Mio. Jahren)
Fische paraphyletisch / Tetrapoda monophyletisch
Quastenflosser (Actinistia) und Lungenfische (Dipnoi -> direkte Schwesterngruppe) als nächste Verwandte der Tetrapoda
Quastenflosser (fossil) Rhipidistia -> wahrscheinlich nächster Verwandte der Tetrapoda

Anforderung an Landleben
Mechanik: Anforderungen an Skelett und Muskeln bei Fortbewegung
Atmung: Sauerstoff muss aus der Luft statt dem Wasser gewonnen werden
Austrocknungsgefahr
Sinnesorgane müssen angepasst werden
Lurche (Lissamphibia)
Wechselwarm (poikilotherm)
Haut bietet keinen wirksamen Schutz gegen Wasserverlust -> im Wasser oder an Land mit Verbindung zu Feuchtigkeit
Hautstruktur: Schleimdrüsen (Mucopolysaccharid-Sekret), Körnerdrüsen (Giftdrüsen -> Amine, Peptide, Enzyme) -> Schutz vor Feinden, bakterizid, fungizid
Haut- und Mundbodenatmung
Komplexer biphasischer Lebenszyklus mit ontogenetischem Habitatswechsel -> Lebensraum der Larven sehr unterschiedlich zu dem von Adulten
Komplexe unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien

Brutpflege
Gladiatorfrosch in Südamerika baut swimming-pools am Gewässerrand, legt Lauchballen ab und Männchen bewachen diese
Glasfrösche legen terrestrisch Eier (Unterseite von Blättern), Männchen bewachen diese und schützen sie vor Insekten- und Parasitenbefall
Afrikanischer Frosch baut unterirdische Höhlen für Eier/Larven -> nach Regen wird Kanal zu Gewässer gebaut um Jungtiere freizulassen
Einige tragen Eier oder Larven auf dem Rücken (Beutel durch Hautlappen bei Beutelfrosch, Einbettung in Rückenhaut bei Wabenkröte)
Magenbrütende Frösche (ausgestorben)
Schaumnester: schützt Laich vor Austrocknung und Räubern, Ml oder wl produzieren Schaum durch Bewegung der Beine, aquatisch/terrestrisch, an Boden oder Bäumen -> entstanden unabhängig voneinander 20x auf allen Kontinenten mit tropischen Wäldern
Gefährdung
Habitatzerstörung: wichtigster Faktor!
Pestizidbelastung: Missbildungen, Unfruchtbarkeit, vorzeitige Mortalität, Immunschwäche
Klimaerwärmung: verschärft andere Faktoren
Bioinvasoren: Fische oder andere Amphibien (immer mehr Fische durch Fehlen der Periodizität von Gewässern)
Entnahme durch den Menschen: kommerzieller Handel, Konsum
Krankheiten: Chytridpilze führen global zu Massensterben, Bsal (Pathogen) eingeschleppt durch andere Tiere oder Menschen -> Froschlurche & Fadenmolch bisher resistent, europäische Salamandriden besonders gefährdet
Blindwühlen (Apoda)
Jungtiere ernähren sich von Haut der Mutter (Jungtiere haben spezielle Zähne dafür)
Reduzierte Gliedmaßen, Hautmuskelschlauch
Froschlurche (Anura) - Merkmale
Fast gesamter Globus außer vereiste Zonen und Wüsten
5-8 Wirbel im Rückenskelett
Kaulquappe: stark abgeleitet, herbivor, sehr langer Darmtrakt, Kiemen wachsen in fortgeschrittenen Stadien um, einzigartiges Mundfeld mit Hautpapillen, Keratinschnabeln und Keratin-Lippenzähnchen
Atmung: Überdruckatmer -> Rachenboden abgesenkt, Luft über Nasenlöcher eingesogen, mit geschlossenen Nasenlöchern und geöffneter Glottis wird Luft in Lunge gedrückt indem Rachenboden hochgezogen wird, Mundhöhle ventiliert rhythmisch , Lungen entleert durch Kontraktion der Körperwandmuskulatur und elastische Rückstellkraft
Froschlurche - Reproduktion
Reproduktion: Laichschnüre (Erdkröte), Laichballen (Grasfrosch)
Äußere Befruchtung, mehrere Männchen versuchen sich mit einem Weibchen zu paaren (scarmble competition)
Reproduktionserfolg erreicht auch durch nachträgliches Befruchten abgesetzter Laichballen
Männliche Moorfrösche blau -> visuelle Erkennung bei scramble competition
Schwanzfrösche (ursprünglichste Froschlurche) haben innere Befruchtung
Atlantische Urwälder Nordamerikas, schnell fließende Gebirgsbäche
Rückenskelett mit 9 freien Wirbeln
Männchen haben an Kloake ausstülpbare Verlängerung für direkte Übertragung der Spermien in Ovidukt des Weibchens
Schwanzlurche (Urodela)
Gemäßigte Zonen der Nordhalbkugel, Südostasien, Sudamerika
Larve: plesiomorph, ähnelt Larve von Lungenfischen und ursprünglichen Actinopterygii
Innere Befruchtung -> Weibchen haben mehr Kontrolle, Männchen müssen aufwendige Paarungsspiele vollziehen, befruchtete Eier können sich direkt in der Mutter zum Jungtier entwickeln, Speicherung von Samen über längere Zeiträume möglich -> Mehrfachvaterschaften möglich -> höhere Fitness
Feuersalamander
einziger larvengebärender Schwanzlurch (Ovoviviparie)
Mehrfachvaterschaften (Fitness-Vorteil, Pathogenübertragung)
Alpensalamander bringen voll entwickelte Jungtiere zur Welt (Viviparie)

Feuersalamandar - Lebenszyklus

Begriffe: endotherm, ektotherm homoiotherm, poikilotherm, ovipar, ovovivipar, vivipar, lecithotroph, matrotroph
Endotherm: Temperatur wird durch körpereigenen Metabolismus bestimmt
Ektotherm: Temperatur wird durch Energie außerhalb des Körpers bestimmt
Homoiotherm: konstante Körpertemperatur
Poikilotherm: variierende Körpertemperatur
Ovipar: eierlegend
Ovovivipar: Eier mit sehr weit entwickelten Embryonen, die während oder gleich nach der Eiablage schlüpfen
Vivipar: Jungtiere werden geboren (viele haben plazentaartige Strukturen zur Ernährung des Embryos)
Lecithotroph: Embryo bezieht gesamte Energie für Entwicklung aus Dottersack
Matrotroph: Embryo bezieht Nährstoffe vom Muttertier (z.B. von Plazenta)

Amniota
Monophyletisch
Definiert durch amniotisches Ei mit 4 extraembryonalen Membranen:
Chorion: ganz außen, tauscht Atemgase zwischen Embryo und Außenluft aus -> Sauerstoff und Kohlendioxid diffundieren ungehindert durch Poren der Eischale
Allantois: Speicherort für Stoffwechselendprodukte des Embryos, Membran fungiert auch als Atmungsorgan
Dottersack: umhüllt Dottermasse (Nährstoffvorrat), Blutgefäße in der Membran transportieren Nährstoffe zum Embryo, weitere Nährstoffe im Albumin gespeichert (besteht aus Protein Ovalbumin)
Amnion: innen, schützt Embryo in Amnionhöhle, die Austrocknung verhindert und mechanische Erschütterung abfängt
Säugetiere (und viele Reptilien) haben Eientwicklung im Körper -> extraembryonale Membranen reduziert (Chorion wird Plazenta)

Einteilung nach Schädel
Anapsid
Geschlossenes Dermatocranium (Schädeldach)
Lediglich Nasen- und Augenöffnung, kein Schläfenfenster
Basale Tetrapoda und Testudines
Synapsid
1 Schläfenfenster
Bei Synapsida, Vorfahren der Mammalia
-> modifiziert bei rezenten Mammalia
Diapsid
2 Schläfenfenster
Teile des hinteren Schädeldachs und der Schläfenreihe reduziert
Bei Lepidosauria und Archosauria (modifiziert bei Squamata)

Phylogenetische Einteilung
Synapsida
Säugetiere
Säugetierähnliche Reptilien (ausgestorben)
Lepidosauria
Sphenodontia (Brückenechsen)
Squamata (Echsen, Schlangen)
Archosauria
Krokodile
Dinosaurier (ausgestorben)
Flugsaurier (ausgestorben)
Schildkröten
Vögel
Krokodile und Vögel Schwesterngruppen da beide Kaumagen, geschlossene Herzscheidewand, Oviparie, Brutpflege, Nestbau

Reptilien
Primäres Kiefergelenk aus Quadratum und Articulare
Paraphyletisch: beinhaltet Krokodile, Schildkröten, Echsen, Schlangen, Brückenechsen)
Testudines - Schildkröten
Fehlende Schläfenfenster -> wahrscheinlich abgeleitet
Frühstes Fossil älter als 200 Millionen Jahre (Trias)
Im Kiefer keine Zähne, Kiefer umgeben von Hornscheiden
Eierlegend
Vorkommen an Land, Meer, Süßwasser
Geschlossener Panzer: Rückenpanzer (Carapax) und Bauchpanzer (Plastron)
Panzer besteht aus Knochenplatten (modifizierte Wirbelfortsätze, Rippen & Teile des Beckens)
Panzer bedeckt von Hornschildern (epidermal)
Riesenschildkröte 2x unabhängig voneinander auf Inseln -> bis zu 250kg
Meeresschildkröten: nur marin, kommen zur Eiablage an Land
Halsberger (Cryptodira): Kopf wird vertikal in Panzer gezogen
Halswender (Pleurodira): Kopf wird lateral in Panzer geklappt

Krokodile - Crocodylia
Knochenplatten unter den Schuppen, sek. Gaumen, Herzventrikel vollständig getrennt
Ruderschwanz, Schwimmhäute zwischen Zehen, verschließbare Nasenlöcher und Gehörgänge
Alligatoridae (Alligatoren und Kaimane): Mittel- und Südamerika, Ost China, können in Regionen leben wo Temperatur unter Gefrierpunkt sinken könnte, Nestbau und Brutpflege
Crocodylidae (echte Krokodile): Afrika, Südost-Asien, Mittel- und Südamerika, intensive Brutpflege - Nestbau und Bewachen der Eier sowie Jungtiere
Gavialidae (Gaviale): zwei Gattungen mit je einer Art, aquatisch, heute in vielen Gebieten Ausgestorben

Brückenechsen - Tuatara
(Sphenodon punctatus)
Einzige überlebende Art einer ehemals weltweit verbreiteten Ordnung
Nur noch auf kleinen Inselgruppe vor Neuseeland
An kühles, feuchtes Klima angepasst, nachtaktiv
Sehr langlebig, Weibchen erst mit 13 Jahren geschlechtsreif
Kein Penis oder Hemipenis -> Männchen presst Kloake auf die des Weibchens
Akinetischer diapsider Schädel -> obere kleine Schädelöffnung urtümlich -> steuert Tag-Nacht-Rhythmus
Jugale bildet Brücke (Schläfenbogen)

Squamata - Schuppenkriechtiere
Artenreichste Reptiliengruppe (ca. 9550) -> überall außer Antarktis
Kloakenspalt quer, paarig evertibler Hemipenis in Schwanzwurzel (Synapomorphie)
Femoralporen: für chemische Kommunikation (nicht bei allen Squamata)
Unteres Schläfenfenster unvollständig, Quadratum beweglich
Schmale gegabelte Zunge (nicht bei allen - Geckos)
Schleuderzunge bei Chamäleons und (weniger ausgeprägt) auch einigen Agamen
Zunge bei den meisten zum Riechen -> Duftstoffe beim Züngeln vom Jacobsonschen Organ aufgenommen, in Munddach verarbeitet und analysiert

Geckos
Ursprünglichste Squamata, mehr als 1500 Arten
Meistens nachtaktiv, gibt aber auch tagaktive
2 Eier gelegt (1 bei miniaturisierten), hartschalig
Haftflächen aus Millionen kleiner Setae die verzweigt in Spatulae enden -> nahezu perfekter Kontakt an glatten Flächen (durch Vergrößerung der Kontaktoberfläche)
Haftwirkung durch elektronische Kräfte -> konvergent auch bei Leguanen
Halsbandechsen - Lacertidae
In Afrika, Europa, Asien
Benannt nach typischem ventralen Halsband
Iguania: Leguane, Agamen, Chamäleons
Leguane: pleurodonte Bezahnung, Süd- und Nordamerika (Beispiel Anolis: unterschiedliche Ökotypen auf verschiedenen Karibik-Inseln), Galapagosleguane einzige rezente marine Squamaten
Agamen: acrodonte Bezahnung, ökologisches Pendant der Leguane in der alten Welt, Afrika, Asien, Australien
Chamäleons: Madagaskar, Afrika, spezialisierte Schleuderzunge, Augen unabhängig voneinander beweglich, jeweils 2+3 und 3+2 Finger und Zehen zu einer Kneifzange verwachsen -> optimaler Halt auf Ästen, miniaturisierte Erdchamäleons gehören zu kleinsten Amnioten weltweit
Varanidae - Warane & Helodermatidae - Krustenechsen
Varanidae (Warane)
Enthalten größten Echsen weltweit (Varanus komodensis)
Helodermatidae (Krustenechsen)
Einzige echte Giftechsen weltweit (Holoderma suspectum und horridum)
Schlangen - Serpentes (Merkmale)
Weltweit verbreitet
Blindschlangen, Riesenschlangen, moderne Schlangen
Gift-Zusammensetzung: 90% Proteine mit großen Enzymen, 10% kleine toxische Peptide
Giftdrüsen leiten sich von bestimmten Speicheldrüsen ab (Duvernoys gland)
Ursprünglichsten Schlangen (grabende Blindschlangen) haben reduzierte Augen (manche abgeleitete haben auch reduzierte Augen)
Hypothese: Vorfahren der Schlangen -> Reduzierung der Extremitäten und Augen durch Anpassung an unterirdische Lebensweise
Vipern und Riesenschlangen können Wärme durch bestimmte Organe wahrnehmen
Schlangen - Einteilung
Aglyph: nicht giftig (viele Nattern, alle Riesenschlangen)
Trugnattern (opistoglyph): Zahn hinten im Kiefer vergrößert, mit Furche zur Leitung von Gift -> innere Blutung durch Blutgerinnungshemmer (Giftnattern)
Elapidae (proteroglyph): festsitzender Giftzahn vorne mit fast geschlossener Furche zur Giftinjektion -> neurotoxisch, Lähmung (Taipane, Kobras)
Viveridae (solenoglyph): herausklappbarer Giftzahn vorne mit geschlossener Furche zur Giftinjektion -> Blutgerinnungshemmer, Nekrosen, Lähmungen (Vipern, Klapperschlangen)

Vögel - Aves
Monophyletisch
Archaeopteryx aus Übergangsform zwischen Tetrapoda und Vögeln (dickwandige Knochen, S-förmiger Hals, Klauen an Fingern der Flügel, Bezahnung, Schwanz mit vielen Wirbeln)
Ulna (Elle) länger als Humerus (Oberarmknochen)
Echter Hornschnabel und Reduktion der Zähne
Hoch entwickelte Augen
Rückbildung linker Aortenbogen

Neornithes
Alle heute lebenden Vögel, mehr als 10000 Arten
Endotherm -> Vögel erzeugen eigene Körperwärme, meist 42°C, Isolation durch Federkleid
Schnabel aus Knochen und Keratinscheide außen
Keine Zähne aber z.B. Gänse haben zahnartige Lamellen am Kiefer und Zungenrand
Paleognathae: Gondwane-Verbreitungsmuster, 57 Arten, größtenteils flugunfähig (Strauße, Nandus, Kasuare, Emus, Kiwis)
Neognathae: weltweit, >10000 Arten
Galloanserae (Hühner- und Entenvögel)
Neoaves: hochdivers, Vielzahl von Anpassungsformen

Wichtige Merkmale!!! (Anpassungen an Fliegen)
Gut ausgebildete Schwungfedern an Handschwinge und Armschwinge
Evolutiv entstanden zuerst Daunenfedern -> später komplexere Konturfedern und Schwungfedern
Federäste verzweigen sich weiter in Hakenstrahlen und Bogenstrahlen, welche durch feine Häkchen miteinander verzahnt sind
Flugmuskulatur
Musculus pectoralis major entspringt am crista sterni -> zieht Flügel abwärts
Musculus supracoracoideus entspringt am Basalteil der crista sterni, an der Coracoide und der Furcula -> hebt Flügel
Lunge: Möglichkeit des Querstroms in nur eine Richtung durch dünne Luftkanäle (Parabronchien), Kreuzstromprinzip (Blut in Gegenrichtung zum Luftstrom)
Pneumatisierte Knochen (mit luftgefüllten Hohlräumen)
