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Definitionen der zentralen Begriffe aus dem Unterrichtsvorhaben Ökologie, basierend auf dem Vorlesungsskript für das Schuljahr 2025/26.
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Biotop
Der räumlich abgrenzbare Lebensraum einer Lebensgemeinschaft, der durch abiotische Faktoren charakterisiert ist.
Biozönose
Die Gesamtheit aller in einem abgegrenzten Lebensraum (Biotop) vorkommenden Organismen (Lebensgemeinschaft).
Abiotische Faktoren
Umweltfaktoren der unbelebten Natur wie Temperatur, Licht, Wasser oder Salzgehalt.
Biotische Faktoren
Umweltfaktoren der belebten Natur, die von anderen Lebewesen ausgehen, wie Konkurrenz, Räuber oder Symbiosepartner.
Physiologische Potenz
Der Bereich eines Umweltfaktors, in dem Individuen einer Art ohne Konkurrenz durch andere Lebewesen leben können.
Ökologische Potenz
Die durch Konkurrenz mit anderen Lebewesen verringerte physiologische Potenz; sie beschreibt die Toleranzbreite eines Organismus unter Realbedingungen.
Minimum
Der Tiefstwert der Intensität eines Umweltfaktors, bei dem ein Organismus gerade noch existieren kann.
Maximum
Der Höchstwert der Intensität eines Umweltfaktors, bei dem ein Organismus gerade noch existieren kann.
Optimum
Der Wert eines Umweltfaktors, bei dem ein Organismus die größte positive Wirkung bzw. die beste Vitalität zeigt.
Präferendum
Der Bereich eines Umweltfaktors, in dem die Lebewesen einer Art bevorzugt vorkommen.
Pessimum
Der Wirkungsbereich eines Umweltfaktors, in dem ein Organismus zwar noch existieren, sich aber nicht mehr fortpflanzen kann.
Stenök
Bezeichnung für Arten mit einer kleinen ökologischen Potenz bzw. einem engen Toleranzbereich (z. B. der Panda).
Euryök
Bezeichnung für Arten mit einer großen ökologischen Potenz bzw. einem weiten Toleranzbereich (z. B. die Ratte).
Poikilotherm
Wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur passiv der Umgebungstemperatur folgt (z. B. Wirbellose, Fische, Amphibien, Reptilien).
Homoiotherm
Gleichwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur weitgehend unabhängig von der Außentemperatur konstant halten (Vögel und Säugetiere, ca. 36 bis 40°C).
Ektotherm
Tiere, die auf Wärmezufuhr von außen angewiesen sind, da sie nur in geringem Maße eigene Körperwärme produzieren.
Endotherm
Tiere, die ihre Körperwärme hauptsächlich selbst durch Stoffwechselprozesse produzieren.
Bergmann-Regel
Ökologische Regel, die besagt, dass homoiotherme Tiere in kälteren Klimaten regelmäßig größer sind als nah verwandte Arten in wärmeren Regionen, um den relativen Wärmeverlust zu senken.
Allen-Regel
Ökologische Regel, die besagt, dass bei verwandten Säugetierarten die Körperanhänge (Ohren, Schwänze) in kälteren Gebieten kleiner sind als in wärmeren Gebieten.
V-O-Verhältnis (Klimaregeln)
Mit zunehmender Körpergröße wächst die Oberfläche O=4×π×r2 langsamer als das Volumen V=34×π×r3, was den Wärmeaustausch verringert.
Intraspezifische Konkurrenz
Der Wettbewerb zwischen Individuen der gleichen Art um begrenzte Ressourcen.
Interspezifische Konkurrenz
Der Wettbewerb zwischen Individuen verschiedener Arten um die gleichen Ressourcen innerhalb eines Habitats.
Konkurrenzausschlussprinzip
Zwei Arten mit identischen Umweltansprüchen können nicht dauerhaft im selben Habitat koexistieren; die konkurrenzstärkere Art verdrängt die andere.
Konkurrenzvermeidung
Die Nutzung unterschiedlicher Ressourcen oder Habitate durch Arten mit ähnlichen Ansprüchen, um direktes Aussterben durch Konkurrenz zu verhindern (Koexistenz).
Ökologische Nische
Das multidimensionale Beziehungsgefüge zwischen einer Art und ihrer Umwelt (biotisch und abiotisch), oft als ‘Beruf’ einer Art bezeichnet.
Fundamentale Nische
Die ökologische Gesamtbeschreibung einer Art unter optimalen Bedingungen (z. B. Labor), ohne einschränkende interspezifische Interaktionen.
Reale Nische
Die durch interspezifische Interaktionen (Konkurrenz, Parasitismus) eingeschränkte physiologische Nische unter Freilandbedingungen.
Stellenäquivalenz
Das Phänomen, dass nicht näher verwandte Arten in verschiedenen geografischen Gebieten die gleiche ökologische Planstelle einnehmen.
Mimese
Eine Form der Tarnung, bei der ein Lebewesen in Gestalt und Farbe seine Umgebung oder einen Gegenstand nachahmt.
Mimikry
Eine Form der Täuschung, bei der ein harmloses Tier die Warntracht eines wehrhaften oder giftigen Tieres nachahmt (z. B. Schwebfliegen im Wespendesign).
Symbiose
Eine gesetzmäßige Vergesellschaftung artverschiedener Organismen, die für beide Partner von Vorteil ist.
Mutualismus
Eine Form der Symbiose, bei der das Zusammenleben für mindestens einen Partner von hoher Bedeutung, aber nicht lebensnotwendig ist.
Parasitismus
Eine Beziehung zwischen zwei Arten, bei der ein Partner (Parasit) auf Kosten des anderen (Wirt) lebt und diesen schädigt.
Parasitoid
Ein Organismus, der sich in einem Wirt entwickelt und diesen am Ende seiner Entwicklung zwingend tötet (z. B. Schlupfwespen).
Lotka-Volterra-Regeln
Mathematische Modelle zur Beschreibung der Populationsdynamik von Räuber-Beute-Systemen unter idealisierten Bedingungen.
Minimumgesetz
Die ökologische Regel, wonach das Wachstum von Pflanzen durch die im geringsten Maße vorhandene Ressource begrenzt wird.
Basiskonzept Steuerung und Regelung
Das Prinzip, dass biologische Systeme Zustandsgrößen (Homöostase) durch Rückkopplungsmechanismen innerhalb bestimmter Grenzen halten.