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150 Vokabel-Flashcards zum Thema Bankenaudit im Schweizer Finanzmarkt basierend auf dem Vorlesungsskript.
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Art. 1a Bankengesetz (Kriterium a)
Definition einer Bank: Institution, die Publikumseinlagen über CHF100Mio. auf gewerblicher Basis entgegennimmt oder öffentlich dafür wirbt.
Art. 1a Bankengesetz (Kriterium b)
Institution, die Publikumseinlagen bis CHF100Mio. oder kryptobasierte Vermögenswerte entgegennimmt UND diese investiert oder verzinst.
Fintech-Lizenz
Lizenz für Institute, die Publikumseinlagen bis CHF100Mio. lediglich aufbewahren, ohne diese zu investieren oder zu verzinsen.
Art. 1a Bankengesetz (Kriterium c)
Institution, die sich auf grosser Stufe bei nicht verbundenen Banken refinanziert, um Dritte zu finanzieren.
Kantonalbanken
Banken, die mehrheitlich dem Kanton gehören, meist einen regionalen Leistungsauftrag haben und oft eine Staatsgarantie besitzen.
Grossbanken (CH 2023)
Aktuell nur die UBS AG nach der Fusion mit der Credit Suisse im Jahr 2023.
Regional- und Sparbanken
Kleinere Institute, oft lokal oder genossenschaftlich organisiert, fokussiert auf das klassische Spar- und Hypothekargeschäft.
Raiffeisenbanken
Genossenschaftlich strukturierter Verbund lokal autonomer Banken, führend im inländischen Hypothekargeschäft.
Börsenbanken
Institute, die primär im Wertschriftenhandel, Wealth Management und Investment Banking aktiv sind.
Auslandbeherrschte Banken
Rechtlich selbstständige Banken nach Schweizer Recht, deren Aktienmehrheit oder Kontrolle bei ausländischen Eigentümern liegt.
Filialen ausländischer Banken
Rechtlich unselbstständige Zweigstellen ausländischer Mutterhäuser.
Private Bankers
Traditionelle Privatbankhäuser für Vermögensverwaltung, bei denen mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt mit dem Privatvermögen haftet.
Konsolidierungstrend (Anzahl Banken)
Sinken der Anzahl Banken in der Schweiz von ca. 475 im Jahr 1985 auf ca. 225 heute.
BankG
Abkürzung für das Bankengesetz, eine der primären Rechtsgrundlagen für Banken in der Schweiz.
BankV
Abkürzung für die Bankenverordnung.
SBVg / SBA
Schweizerische Bankiervereinigung; erlässt Selbstregulierungen wie Verhaltensregeln und Mindeststandards.
VSB 20
Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken.
Obligationenrecht (OR)
Gilt für Banken zusätzlich zum Bankenrecht, z. B. bezüglich Rechnungslegung und Revision.
Intermediärfunktion
Die Rolle der Bank als Drehscheibe zwischen Sparern (Einlagen) und Kreditnehmern (Ausleihungen).
Duales Aufsichtssystem
Kombination aus direkter Aufsicht durch die FINMA und indirekter Aufsicht durch unabhängige Prüfgesellschaften (Audit).
Giralgeld
Von Banken neu geschaffenes Geld, das neben Fremd- und Eigenkapital für Investitionen und Kredite genutzt wird.
Kassenobligation
Festverzinstes Wertpapier mit festem Wert, direkt bei der Bank gekauft; wird starr im Depot bis zum Ende gehalten.
Anleihe (Obligation)
Grossanleihe, die am Kapitalmarkt platziert wird und an der Börse täglich handelbar ist (Kursänderungsrisiko).
Non-pledged trading assets
Nicht verpfändete Handelsbestände; Wertpapiere für den kurzfristigen Handel, über die die Bank frei verfügen kann.
Pledged trading assets
Verpfändete Handelsbestände; bankeigene Papiere, die als Sicherheit übertragen und vorübergehend gesperrt sind.
Derivative assets (Risikomanagement)
Finanzverträge mit positivem Marktwert zur Absicherung eigener Risiken (z. B. Zinsschwankungen).
Investment securities
Finanzanlagen wie Anleihen oder Fonds, die langfristig zur Generierung regelmässiger Erträge gehalten werden.
Trading liabilities
Handelsverpflichtungen, oft resultierend aus Leerverkäufen von Wertpapieren.
Derivative liabilities
Absicherungsverträge mit negativem Marktwert, bei denen die Bank der Gegenpartei Geld schuldet.
Subordinated liabilities
Nachrangige Verbindlichkeiten; Kredite, die im Falle einer Pleite erst nach allen normalen Gläubigern bedient werden.
Effektivzinsmethode
Mathematische Methode zur stabilen Verteilung der Zinserträge aus langfristigen Krediten über die Laufzeit.
Other interest income
Zinsgewinne aus kurzfristigen Anlagen oder Erträge aus Negativzinsen, die Kunden auf Einlagen zahlten.
Courtage
Gebühr oder Kommission, die im Rahmen der Vermögensverwaltung oder des Wertschriftenhandels anfällt.
Net trading income
Nettogewinn oder -verlust aus dem aktiven Eigenhandel mit Wertpapieren, Devisen oder Rohstoffen.
FVTPL
Fair Value Through Profit or Loss; Bewertung zum aktuellen Marktpreis, wobei Kursänderungen sofort erfolgswirksam sind.
Impairment losses
Wertberichtigungen auf Finanzinstrumenten; Rückstellungen für drohende Kreditausfälle.
Personalaufwand
Grösster operativer Kostenblock einer Bank (Gehälter, Boni, Sozialleistungen).
Wertpapieremission
Unterstützung von Firmen oder Staaten bei der Markteinführung neuer Aktien oder Anleihen.
Brokerage
Vermittlung von Wertpapiergeschäften an der Börse im Auftrag von Kunden.
Treuhandgeschäft
Anlage von Kundengeldern im eigenen Namen, aber auf Rechnung und Risiko des Kunden bei Drittbanken.
Corporate Finance
Beratung von Unternehmen bei Fusionen (M&A), Übernahmen oder Restrukturierungen.
Hedge-Fund-Services
Administrative Dienste für Hedgefonds, wie Verwahrung, Kreditlinien oder Wertpapierleihen.
Kreditrisiko (Definition)
Gefahr, dass ein Kreditnehmer oder eine Gegenpartei Verpflichtungen nicht gemäss den Bedingungen erfüllt.
Marktrisiko (Definition)
Gefahr von Verlusten durch ungünstige Preisbewegungen am Gesamtmarkt.
Liquiditätsrisiko (Funding)
Bank kann Verbindlichkeiten bei Fälligkeit nicht ohne unzumutbare Verluste erfüllen.
Liquiditätsrisiko (Markt/Asset)
Position kann nicht kurzfristig aufgelöst werden, ohne den Marktpreis signifikant zu beeinflussen.
Operationelles Risiko
Verlust aus unzulänglichen internen Prozessen, Menschen, Systemen oder externen Ereignissen.
Compliance-Risiko
Gefahr von Sanktionen oder Reputationsschäden durch Nichteinhaltung von Gesetzen und Regeln.
Physische Naturrisiken
Akute (Überschwemmungen) oder chronische (Temperaturanstieg) Risiken durch den Klimawandel.
Transitionsrisiken
Risiken aus dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft (Dekarbonisierung, neue Politiken).
FINMA Aufsichtskategorie 1
Höchste Systemrelevanz (UBS AG); intensivste und kontinuierlichste Aufsicht.
FINMA Aufsichtskategorie 3
Beinhaltet Banken wie Julius Bär oder Pictet; Aufsicht ist präventiv, themenbasiert und quantitativ.
Inherent Risk
Bruttorisiko einer Position vor Berücksichtigung von Kontrollen.
Control Risk
Risiko, dass vorhandene Kontrollen ein Bruttorisiko nicht ausreichend mindern.
Net Risk
Residualrisiko nach Kontrollen; bestimmt das Prüfintervall der FINMA.
Detection Risk
Risiko, dass der Prüfer Fehler während der Prüfung nicht erkennt.
Audit Risk (Formel)
Audit Risk=Net Risk×Detection Risk
Mandatswechsel & Kontrollrisiko
Neuer Prüfer darf gem. Art. 7 FINMA-PV auf die Beurteilung des Vorgängers abstützen, muss diese aber kritisch beurteilen.
Frist für Risikoanalyse/Prüfstrategie
Muss innerhalb von 4 Monaten nach Ende des Geschäftsjahres bei der FINMA eingereicht werden.
FINMA Risk Monitor
Instrument der FINMA zur Identifikation der für den Finanzplatz aktuell relevantesten Risiken.
Revolvierende Kreditfazilitäten
Flexible Kreditrahmen wie Kontokorrentkredite oder Kreditkarten; stellen ein direktes Kreditrisiko dar.
Letters of Credit (Akkreditive)
Eventualverbindlichkeiten, bei denen die Bank im Ernstfall finanziell für den Kunden einspringt.
Counterparty Credit Risk (CCR)
Gegenpartei-Kreditrisiko: Risiko eines Verlustes durch Ausfall vor der Fälligkeit eines Derivatgeschäfts.
Settlement Risk
Abwicklungsrisiko: Entsteht, wenn eine Partei zahlt, bevor sie die Gegenzahlung erhalten hat.
Country Risk
Länderrisiko: Verlust durch Einfrieren von Devisenzahlungen durch einen Staat oder Staatsbankrott.
Probability of Default (PD)
Schätzung der Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner in den nächsten 12 Monaten ausfällt.
Exposure at Default (EAD)
Schätzung des Engagements (Betrag), den die Bank zum Zeitpunkt des Ausfalls ausstehend hat.
Loss Given Default (LGD)
Schätzung des Prozentsatzes des EAD, der bei einem Ausfall nicht wiederbeschafft werden kann.
Expected Loss (EL) Formel
EL=PD×EAD×LGD
Recovery Rate
Wiedereinbringungsquote nach einem Ausfall; mathematisch definiert als 1−LGD.
Anteil Hypotheken am Kreditvolumen (CH)
Hypothekarforderungen machen über 85% des gesamten inländischen Kreditvolumens in der Schweiz aus.
Lombardkredit
Kredit, der durch Verpfändung leicht verwertbarer Werte (Aktien, Obligationen) abgesichert ist.
Unwiderrufliche Verpflichtungen
Ausserbilanzielle vertragliche Zusagen, einem Kunden in der Zukunft definitiv einen Kredit zu gewähren.
Prüfintervall: Netto-Risiko 'MITTEL'
Gemäss Standard-Prüfungsstrategie erfolgt eine Prüfung alle 6 Jahre.
Prüfintervall: Netto-Risiko 'HOCH'
Eingriff alle 3 Jahre, alternierend zwischen kritischer Beurteilung und Prüfung.
Prüfintervall: Netto-Risiko 'SEHR HOCH'
Jährliche Prüfung des betroffenen Gebiets.
Prüfbestätigung Kreditrisiko (Inhalt)
Bestätigung, dass Identifikation, Messung und Limiten angemessen waren und effektiv angewendet wurden.
Substanzielle Tests (Audit)
Prüfhandlung, bei der Kennzahlen oder Einzeldaten (z. B. Kreditdossiers) direkt verifiziert werden.
PIE (Public Interest Entity)
Publikumsgesellschaft; alle Finanzinstitute unterstehen diesen erhöhten Unabhängigkeitsanforderungen.
Zinsänderungsrisiko (Zinsrisiko)
Form des Marktrisikos; plötzliche Preisänderungen bei Anleihen durch Schwankungen der Marktzinsen.
Equity Price Risk
Aktienpreisrisiko; Risiko durch Volatilität von Aktienkursen (systematisch oder unsystematisch).
Exchange Rate Risk
Wechselkursrisiko; Risiko durch Schwankungen von Währungspreisen (Währungsrisiko).
Commodity Price Risk
Rohstoffpreisrisiko; betrifft Preisschwankungen bei Öl, Gold oder Agrargütern.
Credit Spread
Risikoaufschlag auf den Zinssatz einer Anleihe im Vergleich zu einer risikofreien Anlage.
Value at Risk (VaR)
Statistische Methode, die den maximalen Verlust für ein bestimmtes Konfidenzniveau in einem Zeitraum misst.
Expected Shortfall (ES)
Misst potenzielle Verluste unter extremen Bedingungen, die über das VaR-Konfidenzniveau hinausgehen.
Sensitivity Analysis
Misst Auswirkung kleiner Parameteränderungen, z. B. eines Zinsschocks von +100Basispunkten.
Stresstesting
Simulation extremer Krisenszenarien zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit eines Portfolios.
IRRBB
Interest Rate Risk in the Banking Book; Zinsrisiko im Bankenbuch (nicht Handelsbuch).
ΔEvE
Metrik für die Änderung des wirtschaftlichen Eigenkapitalwerts infolge eines Zinsschocks.
ΔNII
Metrik für die Änderung des erwarteten Nettozinsertrags infolge eines Zinsschocks.
Maturity Mismatch
Fristeninkongruenz: Langfristige Aktiven (Hypotheken) werden durch kurzfristige Passiven (Einlagen) finanziert.
LCR (Liquidity Coverage Ratio)
Liquiditätsdeckungsquote: Stellt sicher, dass eine Bank genug liquide Mittel für ein 30-Tage-Stressszenario hat.
NSFR (Net Stable Funding Ratio)
Quote für die strukturelle Liquidität; stellt sicher, dass langfristige Aktiven stabil finanziert sind.
Credit Suisse Fallbeispiel (2023)
Trotz formaler Erfüllung von LCR und NSFR führte ein Vertrauensverlust zu massiven Einlagenabflüssen (Bank Run).
Notfallfinanzierungsplan (LiqO)
Gemäss Art. 10 LiqO vorgeschriebene Strategie zur Bewältigung plötzlicher Liquiditätsengpässe.
GITC (General IT Controls)
Allgemeine IT-Kontrollen, die für die korrekte Funktion von Finanzsoftware (z. B. FiRE) geprüft werden.
Basel I (1988)
Erstes internationales Abkommen, das primär Kreditrisiken als Geschäftsrisiken adressierte.
Basel II (2004)
Abkommen, das das 'Operationelle Risiko' erstmals als eigenständige Risikokategorie definierte.
Cyberrisiko (ICT)
Teil des operationellen Risikos; Gefahr durch Angriffe auf die elektronische Architektur und Daten.