Ernährungslehre: Vitamine, Getreide, Ballaststoffe und Lebensmittelunverträglichkeiten

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Flashcards zur Wiederholung von Vitaminen, Getreideverarbeitung, Ballaststoffen, Obstipation, Zöliakie, Pro-/Präbiotika sowie Lebensmittelunverträglichkeiten aus dem Vorlesungsskript.

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38 Terms

1
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Provitamin

Eine Vorstufe eines Vitamins im Körper, die erst noch zur körpereigenen Synthese des wirksamen Vitamins zugeführt werden muss.

2
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Vitamine

Organische Verbindungen, deren Tagesbedarf kleiner als 20mg20\,\text{mg} ist (Ausnahme: Vitamin C mit 100mg/Tag100\,\text{mg/Tag}), die weder Energielieferanten noch Baustoffe sind und meist in katalytischen Mengen wirken.

3
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Avitaminose

Ein völliges Fehlen eines bestimmten Vitamins im Körper, das zu spezifischen Krankheitsbildern führt (z. B. Vitamin D-Mangel zu Rachitis, Vitamin C-Mangel zu Skorbut, Vitamin B1-Mangel zu Beri-Beri).

4
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Hypovitaminose

Ein Vitaminmangel bzw. eine Unterversorgung des Körpers mit Vitaminen, die am häufigsten bei Vitamin C auftritt.

5
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Hypervitaminose

Ein Vitaminüberschuss im Körper; tritt bei fettlöslichen Vitaminen durch Speicherung im Fettgewebe auf (z. B. Vitamin A schädigt Leber, Vitamin D schädigt Nieren), ist bei wasserlöslichen Vitaminen jedoch unbekannt.

6
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Antivitamine

Substanzen (Antagonisten, z. B. Antibiotika), die Vitamine aus ihren katalytisch wirksamen Verbindungen verdrängen oder die Darmflora schädigen und somit die Vitamin-Synthese verhindern.

7
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Thiamin (Vitamin B1)

Ein wasserlösliches Vitamin des Energiestoffwechsels, das als Bestandteil des Coenzyms TPP an oxidativen Decarboxylierungen von α\alpha-Ketosäuren beteiligt ist.

8
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Thiaminpyrophosphat (TPP)

Das aktive Coenzym von Vitamin B1, welches im Multienzymkomplex an oxidativen Decarboxylierungen beteiligt ist (z. B. Umwandlung von Pyruvat/BTS zu Acetyl-CoA).

9
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Beri-Beri-Krankheit

Die Avitaminose von Vitamin B1, die zu Störungen der Energiegewinnung in allen Zellen führt und sich durch Muskelschwäche, Herzmuskelstörungen, Reflexverlust, Krämpfe und Lähmungen äußert.

10
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Riboflavin (Vitamin B2)

Ein wasserlösliches, extrem lichtempfindliches Vitamin und Bestandteil der Coenzyme FAD und FMN, die für die Wasserstoffübertragung im TCC und der Endoxidation zuständig sind.

11
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Niacin

Ein Vitamin des Energiestoffwechsels (Tagesbedarf Erw.: 1518mg/d15 - 18\,\text{mg/d}), das als Bestandteil von NAD dient und im Körper synthetisiert werden kann (60mg60\,\text{mg} Tryptophan liefern 1mg1\,\text{mg} Niacin).

12
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Pellagra

Die Avitaminose von Niacin ("kranke Haut"), gekennzeichnet durch Hautrötung, Entzündung, Braunfärbung sowie ZNS-Störungen wie Gehirn- und Nervendegeneration.

13
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Pantothensäure

Ein B-Vitamin mit einem Tagesbedarf von 6mg/d6\,\text{mg/d} bei Erwachsenen, das als Bestandteil von Coenzym A dient und zur Aktivierung von Essigsäure zu Acetyl-CoA benötigt wird.

14
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Dinkel

Eine alte Kulturform des Weizens.

15
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Grünkern

Unreif geernteter Dinkel (Grünkorn), der vorsichtig gedörrt wird und dadurch seinen charakteristischen nussartigen Geschmack erhält.

16
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Ausmahlungsgrad

Prozentualer Gewichtsanteil des Getreidekorns, der zu Mehl verarbeitet wird (z. B. Auszugsmehl 60%60\,\%, Vollkornmehl 100%100\,\%).

17
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Typenzahl (Mehl)

Gibt an, wie viel mg Mineralstoffe in 100g100\,\text{g} Mehl enthalten sind (wird durch Verbrennen einer Mehlprobe und Wiegen der Asche ermittelt).

18
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Mutterkorn

Ein schwarz-violetter, bis zu 2cm2\,\text{cm} langer Pilz auf Getreideähren (meist Roggen), der Vergiftungen mit Gefäßverengung, Durchblutungsstörungen und Krampfanfällen verursachen kann.

19
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Sichten

Das Trennen der Mahlprodukte nach verschiedenen Feinheitsgraden durch Rüttelsiebe mit unterschiedlichen Porengrößen.

20
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Obstipation

Zu seltene (weniger als 3-mal pro Woche) oder schmerzhafte Entleerung von zu wenig (unter 35g/tgl.35\,\text{g/tgl.}) oder zu hartem Stuhl (Wassergehalt unter 70%70\,\%) mit einer Transitzeit von mehr als 5 Tagen.

21
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Ballaststoffe

Nahrungsbestandteile (pflanzliche Zellwandbestandteile), die vom menschlichen Enzymsystem nicht verdaut werden können und einen Energiegehalt von 8,4kJ/g8{,}4\,\text{kJ/g} besitzen.

22
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Wasserlösliche Ballaststoffe

Ballaststoffe wie Pektin oder Agar-Agar, die von den Dickdarmbakterien aufgenommen und abgebaut werden.

23
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Wasserunlösliche Ballaststoffe

Ballaststoffe wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin, die im Dickdarm kaum abgebaut und größtenteils ungarantiert ausgeschieden werden.

24
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Diarrhoe

Die zu häufige (mehr als 3-mal täglich) Abgabe von zu flüssigem Stuhl.

25
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Ascorbinsäure (Vitamin C)

Ein wasserlösliches Derivat der Glucose (D-2,3-Endiol-L-gulonsäure-lacton), das als Antioxidans, bei der Kollagensynthese und zur Eisenabsorption wirkt.

26
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Skorbut

Die Avitaminose von Vitamin C, welche durch gestörte Kollagensynthese zu Zahnfleischschwellungen, Zahnverlust, schlechter Wundheilung und Knochenschmerzen führt.

27
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Zöliakie

Eine chronische, nicht heilbare Autoimmunerkrankung des Dünndarms, die durch Gluten ausgelöst wird und zur Entzündung sowie Schädigung der Darmzotten führt.

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Gluten

Ein Proteingemisch (Klebereiweiß) in Getreidearten wie Weizen, Roggen und Gerste, das hauptsächlich aus den Eiweißfraktionen Gliadin und Glutenin besteht.

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Gliadin

Die Prolamin-Fraktion des Glutens, auf die das Immunsystem bei Zöliakie-Patienten primär mit einer Immunreaktion reagiert.

30
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Darmmikrobiom

Die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm, bestehend zu 90%90\,\% aus Bakterien der Phyla Bacteroidetes, Firmicutes, Actinobacteria und Proteobacteria.

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Probiotika

Lebende, nützliche Mikroorganismen (z. B. Lactobacillus, Bifidobakterien), die sich nach der Aufnahme positiv auf die Gesundheit und die Darmflora auswirken.

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Präbiotika

Spezielle, für den Menschen unverdauliche Ballaststoffe (z. B. Fruktane, Inulin), die den gesundheitsfördernden Darmbakterien als Nahrungsquelle dienen.

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Synbiotika

Eine gezielte Kombination aus Probiotika und Präbiotika, deren Komponenten sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf die Darmgesundheit unterstützen.

34
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Postbiotika

Präparate aus inaktiven Mikroorganismen oder deren Stoffwechselprodukten, die dem menschlichen Körper einen gesundheitlichen Nutzen bieten.

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Dysbiose

Ein krankhaftes Ungleichgewicht in der Zusammensetzung und Anzahl der Arten der Darmflora.

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Fruktosemalabsorption

Eine erworbene, sekundäre Fruktoseintoleranz infolge einer Funktionsstörung des Transportproteins GLUT-5 in der Dünndarmwand.

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Sorbitol (Sorbit)

Ein Zuckeralkohol, der über das gleiche Carrierprotein (GLUT-5) wie Fruktose resorbiert wird und dadurch die Aufnahme von Fruktose im Dünndarm verschlechtert.

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Tillmanns-Reagenz (DCPIP)

2,6-Dichlorphenolindophenol; ein Redox-Indikator, der durch Vitamin C (Ascorbinsäure) zu einer farblosen Leukoverbindung reduziert wird und zur quantitativen Vitamin C-Bestimmung dient.