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Flashcards zur Wiederholung von Vitaminen, Getreideverarbeitung, Ballaststoffen, Obstipation, Zöliakie, Pro-/Präbiotika sowie Lebensmittelunverträglichkeiten aus dem Vorlesungsskript.
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Provitamin
Eine Vorstufe eines Vitamins im Körper, die erst noch zur körpereigenen Synthese des wirksamen Vitamins zugeführt werden muss.
Vitamine
Organische Verbindungen, deren Tagesbedarf kleiner als 20mg ist (Ausnahme: Vitamin C mit 100mg/Tag), die weder Energielieferanten noch Baustoffe sind und meist in katalytischen Mengen wirken.
Avitaminose
Ein völliges Fehlen eines bestimmten Vitamins im Körper, das zu spezifischen Krankheitsbildern führt (z. B. Vitamin D-Mangel zu Rachitis, Vitamin C-Mangel zu Skorbut, Vitamin B1-Mangel zu Beri-Beri).
Hypovitaminose
Ein Vitaminmangel bzw. eine Unterversorgung des Körpers mit Vitaminen, die am häufigsten bei Vitamin C auftritt.
Hypervitaminose
Ein Vitaminüberschuss im Körper; tritt bei fettlöslichen Vitaminen durch Speicherung im Fettgewebe auf (z. B. Vitamin A schädigt Leber, Vitamin D schädigt Nieren), ist bei wasserlöslichen Vitaminen jedoch unbekannt.
Antivitamine
Substanzen (Antagonisten, z. B. Antibiotika), die Vitamine aus ihren katalytisch wirksamen Verbindungen verdrängen oder die Darmflora schädigen und somit die Vitamin-Synthese verhindern.
Thiamin (Vitamin B1)
Ein wasserlösliches Vitamin des Energiestoffwechsels, das als Bestandteil des Coenzyms TPP an oxidativen Decarboxylierungen von α-Ketosäuren beteiligt ist.
Thiaminpyrophosphat (TPP)
Das aktive Coenzym von Vitamin B1, welches im Multienzymkomplex an oxidativen Decarboxylierungen beteiligt ist (z. B. Umwandlung von Pyruvat/BTS zu Acetyl-CoA).
Beri-Beri-Krankheit
Die Avitaminose von Vitamin B1, die zu Störungen der Energiegewinnung in allen Zellen führt und sich durch Muskelschwäche, Herzmuskelstörungen, Reflexverlust, Krämpfe und Lähmungen äußert.
Riboflavin (Vitamin B2)
Ein wasserlösliches, extrem lichtempfindliches Vitamin und Bestandteil der Coenzyme FAD und FMN, die für die Wasserstoffübertragung im TCC und der Endoxidation zuständig sind.
Niacin
Ein Vitamin des Energiestoffwechsels (Tagesbedarf Erw.: 15−18mg/d), das als Bestandteil von NAD dient und im Körper synthetisiert werden kann (60mg Tryptophan liefern 1mg Niacin).
Pellagra
Die Avitaminose von Niacin ("kranke Haut"), gekennzeichnet durch Hautrötung, Entzündung, Braunfärbung sowie ZNS-Störungen wie Gehirn- und Nervendegeneration.
Pantothensäure
Ein B-Vitamin mit einem Tagesbedarf von 6mg/d bei Erwachsenen, das als Bestandteil von Coenzym A dient und zur Aktivierung von Essigsäure zu Acetyl-CoA benötigt wird.
Dinkel
Eine alte Kulturform des Weizens.
Grünkern
Unreif geernteter Dinkel (Grünkorn), der vorsichtig gedörrt wird und dadurch seinen charakteristischen nussartigen Geschmack erhält.
Ausmahlungsgrad
Prozentualer Gewichtsanteil des Getreidekorns, der zu Mehl verarbeitet wird (z. B. Auszugsmehl 60%, Vollkornmehl 100%).
Typenzahl (Mehl)
Gibt an, wie viel mg Mineralstoffe in 100g Mehl enthalten sind (wird durch Verbrennen einer Mehlprobe und Wiegen der Asche ermittelt).
Mutterkorn
Ein schwarz-violetter, bis zu 2cm langer Pilz auf Getreideähren (meist Roggen), der Vergiftungen mit Gefäßverengung, Durchblutungsstörungen und Krampfanfällen verursachen kann.
Sichten
Das Trennen der Mahlprodukte nach verschiedenen Feinheitsgraden durch Rüttelsiebe mit unterschiedlichen Porengrößen.
Obstipation
Zu seltene (weniger als 3-mal pro Woche) oder schmerzhafte Entleerung von zu wenig (unter 35g/tgl.) oder zu hartem Stuhl (Wassergehalt unter 70%) mit einer Transitzeit von mehr als 5 Tagen.
Ballaststoffe
Nahrungsbestandteile (pflanzliche Zellwandbestandteile), die vom menschlichen Enzymsystem nicht verdaut werden können und einen Energiegehalt von 8,4kJ/g besitzen.
Wasserlösliche Ballaststoffe
Ballaststoffe wie Pektin oder Agar-Agar, die von den Dickdarmbakterien aufgenommen und abgebaut werden.
Wasserunlösliche Ballaststoffe
Ballaststoffe wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin, die im Dickdarm kaum abgebaut und größtenteils ungarantiert ausgeschieden werden.
Diarrhoe
Die zu häufige (mehr als 3-mal täglich) Abgabe von zu flüssigem Stuhl.
Ascorbinsäure (Vitamin C)
Ein wasserlösliches Derivat der Glucose (D-2,3-Endiol-L-gulonsäure-lacton), das als Antioxidans, bei der Kollagensynthese und zur Eisenabsorption wirkt.
Skorbut
Die Avitaminose von Vitamin C, welche durch gestörte Kollagensynthese zu Zahnfleischschwellungen, Zahnverlust, schlechter Wundheilung und Knochenschmerzen führt.
Zöliakie
Eine chronische, nicht heilbare Autoimmunerkrankung des Dünndarms, die durch Gluten ausgelöst wird und zur Entzündung sowie Schädigung der Darmzotten führt.
Gluten
Ein Proteingemisch (Klebereiweiß) in Getreidearten wie Weizen, Roggen und Gerste, das hauptsächlich aus den Eiweißfraktionen Gliadin und Glutenin besteht.
Gliadin
Die Prolamin-Fraktion des Glutens, auf die das Immunsystem bei Zöliakie-Patienten primär mit einer Immunreaktion reagiert.
Darmmikrobiom
Die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm, bestehend zu 90% aus Bakterien der Phyla Bacteroidetes, Firmicutes, Actinobacteria und Proteobacteria.
Probiotika
Lebende, nützliche Mikroorganismen (z. B. Lactobacillus, Bifidobakterien), die sich nach der Aufnahme positiv auf die Gesundheit und die Darmflora auswirken.
Präbiotika
Spezielle, für den Menschen unverdauliche Ballaststoffe (z. B. Fruktane, Inulin), die den gesundheitsfördernden Darmbakterien als Nahrungsquelle dienen.
Synbiotika
Eine gezielte Kombination aus Probiotika und Präbiotika, deren Komponenten sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf die Darmgesundheit unterstützen.
Postbiotika
Präparate aus inaktiven Mikroorganismen oder deren Stoffwechselprodukten, die dem menschlichen Körper einen gesundheitlichen Nutzen bieten.
Dysbiose
Ein krankhaftes Ungleichgewicht in der Zusammensetzung und Anzahl der Arten der Darmflora.
Fruktosemalabsorption
Eine erworbene, sekundäre Fruktoseintoleranz infolge einer Funktionsstörung des Transportproteins GLUT-5 in der Dünndarmwand.
Sorbitol (Sorbit)
Ein Zuckeralkohol, der über das gleiche Carrierprotein (GLUT-5) wie Fruktose resorbiert wird und dadurch die Aufnahme von Fruktose im Dünndarm verschlechtert.
Tillmanns-Reagenz (DCPIP)
2,6-Dichlorphenolindophenol; ein Redox-Indikator, der durch Vitamin C (Ascorbinsäure) zu einer farblosen Leukoverbindung reduziert wird und zur quantitativen Vitamin C-Bestimmung dient.