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Was genau umfasst die gewerbliche Projektentwicklung?
die Projektierung, Vermietung, Finanzierung, Bauabwicklung, und Veräußerung von gewerblichen Immobilien wie Büro, Einzelhandel und Hotels
Was genau machen Konzessionsunternehmen?
übernehmen Planung, Finanzierung, Erstellung und Betrieb öffentlicher Infrastruktur
(Konzession = Nutzungsrecht)
Was genau ist eine natürliche Person?
Jeder Mensch als Person im Rechtssinne
Was ist eine juristische Person?
Eine besonders organisierte Personenvereinigung, die gesetzlich befähigt ist selbst Träger von Rechten und Pflichten zu sein.
Kann z.B. eine GmbH oder Genossenschaft sein
Wie definiert sich die Rechtsfähigkeit einer Person?
Rechtsfähig ist jeder, der Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Sowohl natürliche als auch juristische Personen.
Was ist die Geschäftsfähigkeit und wann erreicht man sie?
Man erreicht Geschäftsfähigkeit mit 18 Jahren, es sei denn es gibt einen Vormund / gesetzliche Betreuung laut Gericht
Was ist das Handelsregister?
Ein öffentliches Verzeichnis bei den Amtsgerichten, das eine Reihe von informationen über die im Gerichtsbezirk ansässigen Vollkaufleute enthält
Eintragungen werden öffentlich bekannt gemacht
Was sind die wesentlichen Kriterien der Rechtsformwahl?
Gesetzliche Grundlagen
Haftung
Keine Trennung der Gesellschafterebene und der Gesellschaft
Haftung mit Gesellschaftsvermögen (und evtl. mit Privatvermögen)
Abhängig vom unternehmerischen Risiko
Kapitalbeschaffung
Kreditwürdigkeit in Abhängigkeit der Haftung
persönliche Bürgschaften
Einlagen und Beteiligungsfinanzierung bei Mitunternehmergesellschaften wesentlich stärker begrenzt als bei Kapitalgesellschaften
Steuerbelastung
Image und Außenwirkung
Aufwendungen bei der Gründung
Gewinnanspruch und Verlustbeteiligung
Erbrachte Eigenkapitale
Übernommene Haftungsverpflichtungen
Abgeltung der Geschäftsführungstätigkeiten
Geschäftsführung und Vertretung
Innen- und Außenverhältnis
Firmenname
Publizitätspflicht
Veröffentlichung eines Geschäftsberichts
Umfang je nach Rechtsform und Unternehmensgröße
Liquidation
In welche Kategorien lassen sich grundsätzlich die Unternehmensrechtsformen aufteilen?
In Formen des Privatrechts und Formen des öffentlichen Rechts

Wie teilen sich Unternehmensrechtsformen des Privatrechts weiter auf und wie sind diese definiert?
In Einzelunternehmen und Gesellschaften
Einzelunternehmen:
rechtlich von einer einzigen Person repräsentiert
Haftet allein und unbeschränkt
können auch Freiberufler sein
z.B. freischaffende Architekten
dürfen sich nicht baugewerblich betätigen
muss keine Gewerbesteuer zahlen

Welche Arten von Gesellschaften gibt es als Unternehmensrechtsformen?
Es gibt:
Personengesellschaften
OHG
KG
GbR
Stille Gesellschaft
Kapitalgesellschaften
UG
GmbH
AG
Mischformen
KG a G
Gmbh & Co. KG
GbR mbH
Eingetragene Genossenschaften und Vereine
Welche Formen von Kapitalgesellschaften gibt es?
UG
GmbH
AG
Welche Mischformen von Gesellschaften als Unternehmerrechtsformen gibt es?
KG a G
GmbH & Co. KG
GbR mbH
Was sind Personengesellschaften?
Eine Gesellschaftsform im Sinne der Unternehmensrechtsformen.
die natürliche Person spielt hier eine zentrale Rolle für die unternehmerische Aktivität
es sind mindestens 2 Personen dringend erforderlich
Personengesellschaften kann nicht klagen oder verklagt werden!
Was ist eine GbR?
Gesellschaft bürgerlichen Rechts.
ist eine Grundform der Personengesellschaft
vertraglicher Zusammenschluss zur gemeinschaftlichen Verfolgung eines beliebigen Zwecks bei fehlender Rechtsfähigkeit
keine Eintragung im Handelsregister
Für Architektur- und Ingenieurbüros:
Sozietäten
Bürogemeinschaften
Für Bauunternehmen:
ARGEN
Was ist eine OHG?
Offene Handelsgesellschaft.
Eine Gesellschaft ausgerichtet auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma.
erfordert eine Eintragung ins Handelsregister
Die Gesellschafter haften unmittelbar und unbeschränkt
Jedes gemeinschaftliche Betreiben eines Grundhandelsgewerbes führt zur OHG
Was ist eine KG?
Kommanditgesellschaft, eine Weiterentwicklung der OHG. Dabei haftet ein Gesellschafter zwangsläufig beschränkt.

Wie definiert sich eine Kapitalgesellschaft als Unternehmensrechtsform?
gekennzeichnet durch die Kapitalsammelfunktion
juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit
Kompetenzabgrenzung und Kontrolle der Organe haben hier eine besondere Bedeutung
Was ist eine GmbH?
Eine “Gesellschaft mit beschränkter Haftung”
kennzeichnet sich in erster Linie durch ihre Kapitalsammelfunktion
Gesellschafter sind mit dem Stammkapital mit mindestens 25.000€ beteiligt.
Die Haftung für die Schulden der Gesellschaft erfolgt nur durch das Gesellschaftsvermögen
Min. 1 Gesellschafter zum Gründen
Welche Organe gibt es innerhalb einer GmbH?
Geschäftsführung
Gesellschafterversammlung (großer Einfluss auf die Geschäftsführung)
Aufsichtsrat (ab 500 Arbeitnehmern, § 1 Abs. 1 Nr. 3 DrittelbG)
Was ist eine UG und wie funktioniert sie als Unternehmensrechtsform?
Unternehmergesellschaft. (Haftungsbeschränkt)
ist eine Variante zur GmbH für Grünbder und Kleingesellschaften
Haftungskapital besteht nicht von Beginn an, sondern wird durch verpflichtende Einstellung von min. 25% des Jahresüberschusses aufgebaut.
gleiche Organe wie bei GmbH
Geschäftsführung
Gesellschafterversammlung (großer Einfluss auf die Geschäftsführung)
Aufsichtsrat (ab 500 Arbeitnehmern, § 1 Abs. 1 Nr. 3 DrittelbG)
Was ist eine AG?
Aktiengesellschaft
Kennzeichnet sich durhc die Kapitalsammelfunktion
Haftung ausschließlich mit dem Geschäftsvermögen
Grundkapital ist vollständig in Aktien zerlegt
eignet sich besonders für Großunternehmen
Mindestkapital beträgt 51.000€
Organe:
Vorstand
Aufsichtsrat
Hauptversammlung
Welche Organe gibt es bei einer AG (Aktiengesellschaft), wie sind sie aufgebaut und was machen sie?
Vorstand
Besteht aus der Geschäftsführung und ihrer Vertretung
Erstattet an den Aufsichtsrat Bericht über die Geschäftslage
Aufsichtsrat
Überwacht die Geschäftsführung
Prüft Jahresabschlüsse und Geschäftsberichte
Erstattet Bericht an die Hauptversammlung
Bestellt den Vorstand (und beruft ihn ggf. ab)
Hauptversammlung
Soll den Aufsichtsrat und Vorstand entlasten
beschließt über die Gewinnverwendung und über Satzungsänderungen
Was genau ist die GmbH & Co. KG?
Eine Kommanditgesellschaft. Die Funktion des Komplementärs übernimmt dabei eine GmbH,
→ Damit besteht keine unbeschränkte Haftung für die beteiligten natürlichen Personen!
Welche Gesellschaftsformen im weiteren Sinne gibt es neben den üblichen?
Genossenschaften und Vereine.
Genossenschaften | Vereine | |
Dienen dem Zweck, die Wirtschaft der Mitglieder zu fördern anstatt der eigenen Gewinnerzielung | Sind nicht im handelsregister, sondern im Vereinsregister eingetragen | |
Organe:
| Organe:
|
Übersicht der Unternehmensrechtsformen hinsichtlich Gesetzl. Grundlagen, Leitung und Vertretung, Haftung, Gewinnanspruch und Verlustbeteiligung

Übersicht der Unternehmensrechtsformen hinsichtlich Gründung, Firma, Beteiligung, Kapitalbeschaffung und Publizitätspflicht

Definition von Steuern gem. § 3 Abs. 1 Abgabenordnung
„…Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft …“
Welche Steuerarten sind die drei größten in Deutschland und wer ist der Steuerberechtigte?
Einkommenssteuer: 346,1 Milliarden € in 2023. Steuerberechtigter ist Bund 42,5 %, Länder 42,5 %, Gemeinden 15 %
Umsatzsteuer: 291,4 Milliarden € in 2023. Steuerberechtigter ist Bund 53 %, Länder 45 %, Gemeinden 2 %
Gewerbesteuer: 75,1 Milliarden € in 2023. Steuerberechtigt sind nur die Gemeinden
Wie hoch waren die Steuereinnahmen in der BND in 2023 insgesamt?
915,9 Mrd. €
Welche Arten von Ertragssteuern gibt es?
Einkommenssteuer
Körperschaftssteuer
Gewerbesteuer

Schaubild zur Zusammensetzung und Einzahlenden der Ertragssteuern

Wer ist dazu verpflichtet, Einkommenssteuer zu zahlen, welchem Zweck dient sie und welche Einkunftsarten gibt es?
Besteuert werden ausschließlich natürliche Personen bei jährlicher Veranlagung.
WErfüllt alle drei Zwecke, also Fiskalzweck, Lenkungszweck und Umverteilungszweck.
Was genau ist der Fiskalzweck bei Steuern?
Der Fiskalzweck beschreibt die Erzielung von Staatseinnahmen bei der Besteuerung
Was genau ist der Lenkungszweck bei Steuern?
Der Fiskalzweck beschreibt die wirtschafts- und sozialpolitische Steuerung durch Besteuerung. Es sollen gesellschaftlich nicht erwünschte Verhaltensweisen beeinflusst werden, z.B. Ökosteuer für Unternehmen, Besteuerung von Tabak oder auch steuerlichen Begünstigungen.
Was genau ist der Umverteilungszweck bei Steuern?
Steuern können dazu genutzt werden, eine politisch erwünschte Umverteilung im Bereich der Einkommensverteilung oder Vermögensverteilung zu erreichen.
Was ist die Körperschaftssteuer?
Ist quasi die “Einkommenssteuer” aller juristischer Personen, also die Besteuerung der Welteinkünfte von Kapitalgesellschaften, Vereinen und gewerblichen Betrieben öffentlichen Rechts mit Sitz in Deutschland.
Wie wird das zu versteuernde Einkommen der Körperschaftssteuer ermittelt?
Gewinn der Steuerbilanz nach EStG (Grundlage Handelsbilanz gem. HGB korrigiert um nicht-abziehbare Aufwendungen und steuerfreie Erträge)
Welcher Steuersatz gilt für die Körperschaftssteuer?
15% unabhängig von der Einkommenshöhe.
Was bedeutet Thesaurierung?
Die Thesaurierung bezeichnet im Finanz- und Investmentwesen die Nicht-Ausschüttung von Gewinnen, die stattdessen im Unternehmen einbehalten oder bei Fonds automatisch reinvestiert werden. Das Geld verbleibt im System, um den Eigenkapitalaufbau, neue Investitionen oder den Zinseszinseffekt zu stärken.
Welcher Steuersatz gilt bei der Ausschüttung von Dividenden an natürliche und juristische Personen?
Natürliche Personen zahlen auf Dividenden die “Abgeltungssteuer” von 25%.
Juristische Personen bzw. Kapitalgesellschaften zahlen zum Großteil keine Steuern auf Dividenden (gemäß dem Dividendenprivileg nach § 8b KStG)
Welche besondere Gegebenheit gilt steuerlich bei der Dividendenausschüttung an natürliche Personen?
Steuerlich fällt eine Doppelbelastung durch die Kombination auf Körperschaftssteuer der Kapitalgesellschaft und die Einkommenssteuer (bzw. Abgeltungssteuer) der natürlichen Person an. Daher geht die Tendenz bei Dividenden meist zur Thesaurierung, damit das Geld im Unternehmen bleibt
Was genau ist die Gewerbesteuer und wie wird sich berechnet?
Eine “Gemeindesteuer” für inländische Gewerbebetriebe unabhängig von der Rechtsform.
Davon ausgenommen sind: Freiberufler, Land- und Forstwirtschaft, Vermögensverwaltung sowie Arbeitsgemeinschaften zur Erfüllung eines einzigen Vertrages#
Berechnung: Bemessungsgrundlage ist der Gewerbeertrag. Der Steuersatz ist dann abhängig vom Hebesatz der Gemeinde, in Großstädten noch höher.
Schaubild zur anfallenden Ertragssteuer bei verschiedenen Rechtsformen

Was ist die Grundsteuer und wie wird sie berechnet?
Eine Substanzsteuer auf inländischem Grundbesitz, also auf:
Grundstücke inkl. Gebäude
Betriebe der Land- und Forstwirtschaft
Steuerberechtigte sind hier die Gemeinden
Wird in 3 Schritten berechnet:
Wert des Grundbesitzes * Steuermesszahl * Hebesatz
PS: Grundsteuer ist für Betriebe als Betriebsausgabe abziehbar
Welche ist die vorherrschende Rechtsform für Immobilien-Objektgesellschaften?
Die GmbH & Co. KG.
Ist eine Kommanditgesellschaft, die GmbH übernimmt die Funktion des Komplementärs und dadurch gibt es keine unbeschränkte Haftung der beteiligten natürlichen Personen
Vorteile:
nicht körperschaftssteuerpflichtig
Ist eine reine Vermögensverwaltung, daher kein Gewerbe und Ergo nicht Gewerbesteuerplichtig
Einzelne Immobilie ist Gegenstand der Objektgesellschaft
Die Anleger sind als “Kommanditisten ebenfalls nicht körperschafts- und gewerbesteuerpflichtig”

Historische Entwicklung des Bilanzrechts nach HGB
1861: Allgemeines Deutsches HGB (Buchhaltung und Bilanzierung als Instrument der Gläubigersicherung)
Ab 1874: Gesetze zur Einkommensbesteuerung
1931/1937: Aktiengesetz
1965: Reform des Aktiengesetzes
1969: Publizitätsgesetz
1985: Bilanzierungsrichtliniengesetz
1998: Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz
2000: Kapitalgesellschaften & Co.-Richtlinie-Gesetz
2002: Transparenz- und Publizitätsgesetz
2002: EU-Verordnung zur Anwendung intern. Rechnungslegungsstandards
2004: Bilanzrechtsreform-, Bilanzkontrollgesetz
2009: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
Warum müssen Rechnungslegungen international vereinheitlicht sein?
auch nationale Kapitalmärkte werden internationalisiert seit 2000
Jahresabschlüsse werden von Kapitalgebern, Banken und co. als Entscheidungsgrundlage heran
HGB (Handelsgesetzbuch) ist vor allem dem Gläubigerschutz verpflichtet und zielt damit auf steuerliche Gewinnbemessung
HGB-Abschlüsse genügen den Kapitalmarktanforderungen nicht mehr
HGB und IFRS (internationaler Handelsstandard) müssen harmonisiert werden
Konzernabschluss hat nur Informationsfunktion, der Einzelabschluss auch Auschüttungsbemessungsfunktion
In welchen Handlungsbereichen werden IFRS und in welchen HGB angewandt?
Beim Konzernabschluss für Kapitalmarktorientierte Unternehmen gilt seit 2005 die IFRS-Pflicht. (
Beim Konzernabschluss von allen übrigen Unternehmen gilt das sog. IFRS-Wahlrecht. (durch “Mitgliedsstaatenwahlrecht”) Nur zur Ausschüttungsbemessung ist auch weiterhin ein HGB-Einzelabschluss zu erstellen
Beim Einzelabschluss hingegen besteht der Grundsatz HGB. Es gibt jedoch ein Wahlrecht für die Offenlegung nach IFRS

Was sind Kapitalmarktorientierte Unternehmen?
Kapitalmarktorientierte Unternehmen sind solche, deren Wertpapiere, z.B. Aktien, in einem beliebigen EU-Mitgliedsstaat zum Handel in einem geregelten Markt, z.B. einer Börse, zugelassen sind.
Ebenso, wenn für sie bis zum Bilanzstichtag die Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einen organisierten Markt im Inland beantragt worden ist.
Schaubild zu rechtlichen Grundlagen IFRS vs. HGB

Welche Grundsätze gelten für das IFRS?
Grundsatz der Periodenabgrenzung
Grundsatz der Unternehmensfortführung
Schaubild zu Prioritäten der Grundsätze in HGB und IFRS. In welcher Reihenfolge gelten sie?

Welches Regelwerk bietet die Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland?
HGB. Die Handelsrechtlichen Regelungen sind prinzipiell durch das Maßgeblichkeitsprinzip Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland.
Handelt es sich beim HGB und Einzelsachverhaltensregelungen (case law) oder um allgemeingültige Regelungen (code law)?
Um allgemeingültige Regelungen (code law)
Handelt es sich beim IFRS und Einzelsachverhaltensregelungen (case law) oder um allgemeingültige Regelungen (code law)?
Einzelsachverhaltensregelungen (case law)
Welches Regelwerk (IFRS / HGB) orientiert sich an eher an den Informationsbedürfnissen von Investoren und welches ist eher vom Gläubigerschutz geprägt?
IFRS orientiert sich an eher an den Informationsbedürfnissen von Investoren
HGB ist eher vom Gläubigerschutz geprägt
Was sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung? (GOB)
Vorsichtsprinzip / Imparitätsprinzip (Ungleichbehandlung von Erträgen und Aufwendungen)
Realisationsprinzip
Niederstwertprinzip
Höchstwertprinzip
Periodisierungsprinzip (sachliche und zeitliche Abgrenzung von Aufwendungen)
Grundsatz der sachlichen Abgrenzung
Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung
Bilanzidentitätsprinzip (Anfangsbilanz entspricht der Schlussbilanz der Vorperiode)
Unternehmensfortführungsprinzip (Bilanzierung und Bewertung erfolgt unter Annahme der Unternehmensfortführung)
Einzelbewertungsprinzip (jeder Vermögensgegenstand und jede Schuld sind für sich allein zu bewerten)
Stichtagsptinrip (Bewertung nach den Verhältnissen am Stichtag, Wertaufhellung ist aber bis Aufstellungszeitpunkt)
Stetigkeitsprinzip (Ansatzstetigkeit, Ausweisstetigkeit, Bewertungsstetigkeit)
Was besagt das Vorsichtsprinzip / Imparitätsprinzip
Ungleichbehandlung von Erträgen und Aufwendungen. Darunter fallen folgende Prinzipien:
Realisationsprinzip: Ertrag erst mit Erfüllung aller vertraglichen pflichten
Niederstwertprinzip: konservative Wertansätze bei Vermögensgegenständen
Höchstwertprinzip: Endwerte bei langfristigen Schulden
Was besagt das Periodisierungsprinzip?
sachliche und zeitliche Abgrenzung von Aufwendungen, also:
Grundsatz der sachlichen Abgrenzung: Zuordnung von Aufwendungen zu der Periode, in der die zugehörigen Erträge angefallen sind
Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung: Zuordnung von Aufwendungen, die nicht Erträgen zuzuordnen sind nach zeitlichem Anfall
Was besagt das Bilanzidentitätsprinzip?
Anfangsbilanz entspricht der Schlussbilanz der Vorperiode
Was besagt das Unternehmensfortführungsprinzipß
Bilanzierung und Bewertung erfolgt unter Annahme der Unternehmensfortführung
Was besagt das Einzelbewertungsprinzip?
jeder Vermögensgegenstand und jede Schuld sind für sich allein zu bewerten
Was besagt das Stichtagsprinzip?
Bewertung nach den Verhältnissen am Stichtag, Wertaufhellung ist aber bis Aufstellungszeitpunkt
Was besagt das Stetigkeitsprinzip?
Ansatzstetigkeit, Ausweisstetigkeit, Bewertungsstetigkeit
Was sind die Bestandteile des Jahresabschlusses nach HGB?
Für alle Kaufleute mit
1. Über 500 Tsd. € Umsatz und
2. Über 50 Tsd. € Jahresüberschuss:
• Bilanz
• Gewinn- und Verlustrechnung
Zusätzlich für Kapitalgesellschaften:
• Anhang
• Lagebericht
Wie genau ist die Einteilung in “Buchführungsfreie Einzelunternehmen” sowie kleine, mittelgroße und große Unternehmen?

Gliederung der Bilanz für Kapitalgesellschaften?

Wie lautet das Gliederungsprinzip der HGB-Bilanz für die Aktiv- und Passivseite?
Aktivseite: | Passivseite: | |
Nach Liquidierbarkeit | Nach Fristigkeit | |
Von oben nach unten steigt die Fähigkeit zur Veräußerung | Von oben nach unten sinkt die Kapitalüberlassungsdauer |
Gliederung von Eigenkapital bei Japitalgesellschaften?
Gezeichnetes Kapital – Nennkapital der Gesellschaft; Teil des Kapitals auf das die Haftung der Gesellschafter begrenzt ist (Grundkapital AG, Stammkapital GmbH)
Kapitalrücklage – Betrag, der über den Nennbetrag hinaus bei der Ausgabe von Anteilen erzielt wurde (Außenfinanzierung)
Gewinnrücklage – Einbehaltene Gewinnbeträge aus den Vorjahren (Innenfinanzierung)
Gewinnvortrag/Verlustvortrag – Nicht verwendeter Gewinn / nicht ausgeglichener Verlust der Vorjahre
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag – Gewinn/Verlust des laufenden Geschäftsjahres nach Steuern
Wie hängen die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zusammen?
Die Bilanz bildet eine Momentaufnahme des Unternehmens am Stichtag. Dabei sind dann Anlagevermögen und Umlaufvermögen auf der Aktiva-Seite, während Eigenkapital und Verbindlichkeiten auf der Passiva-Seite stehen.
Die GuV für das gesamte Berichtsjahr ist eine Zeitraumbetrachtung und zeigt, wie sich der Erfolg durch Erträge und Aufwendungen zusammensetzt. Er berechnet sich aus:
Umsatz + sonstige Erträge - Aufwendungen - Steuern. Das Ergebnis ist dann der Jahresüberschuss.
Der errechnete Jahresüberschuss fließt dann in das Eigenkapital, also auf die Passiva-Seite in der Bilanz des Berichtsjahres ein.

Was ist die Aufgabe der Gewinn- und Verlustrechnung?
Erfolgsermittlung und Abbildung der Ertragslage.
Wie ist die GuV grundsätzlich aufgebaut?
Betriebsergebnis (Pos. 1-8 Gesamtkostenverfahren)
Finanzergebnis (Pos. 9-13 Gesamtkostenverfahren)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Pos. 14 Gesamtkostenverfahren)
Außerordentliches (a.o.) Ergebnis (Pos. 15-17 Gesamtkostenverfahren)
Steuern (Pos. 18-19 Gesamtkostenverfahren)
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (Pos. 20 Gesamtkostenverfahren)
Welche unterschiedlichen Verfahren gibt es in der Gewinn- und Verlustrechnung zur sachlichen Zuordnung von Aufwendungen zu Umsatzerlösen?
Es gibt das Gesamtkostenverfahren und das Umsatzkostenverfahren.
Gesamtkostenverfahren | Umsatzkostenverfahren | |
Produktionsaufwand steht im Mittelpunkt | Abgesetzte Menge (Umsatzerlös) steht im Mittelpunkt | |
Kostenartenorientiertes Verfahren | Kostenträgerorientiertes Verfahren | |
Ausgleich zwischen Verkaufsmenge (Umsatzerlöse) und Produktionsaufwand durch Bestandserhöhung/-minderung | Verrechnung des sachlich abgegrenztennAufwands für die abgesetzte Mengen(Umsatzaufwand); Bestandsänderung nur in Bilanz | |
z.B: 100 Umsatzerlöse 40 Bestandserhöhung -120 Produktionsaufwand _________________________ 20 GEWINN | z.B: 100 Umsatzerlöse 35 Aufwand Produkt 1 25 Aufwand Produkt 2 20 Aufwand Produkt 3 _____________________________ 20 Gewinn |
Was ist bei der Anwendung des Gesamtkostenverfahren in der GuV auszuweisen?
Umsatzerlöse
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Andere aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche Erträge
Materialaufwand
Personalaufwand
Abschreibungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, davon aus verbundenen Unternehmen
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen Unternehmen
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens
Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon an verbundene Unternehmen
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Außerordentliche Erträge
Außerordentliche Aufwendungen
Außerordentliches Ergebnis
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Sonstige Steuern
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
Was ist bei der Anwendung des Umsatzkostenverfahren in der GuV auszuweisen?
Umsatzerlöse
Herstellkosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
Bruttoergebnis vom Umsatz
Vertriebskosten
Allgemeine Verwaltungskosten
Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, davon aus verbundenen Unternehmen
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen Unternehmen
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des UV
Zinsen u.ä. Aufwendungen, davon an verbundenen Unternehmen
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Außerordentliche Erträge
Außerordentliche Aufwendungen
Außerordentliches Ergebnis
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Sonstige Steuern
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
Wie definiert sich der Begriff “Konzern”?
Unternehmen, die zwar rechtlich selbstständig, wirtschaftlich aber voneinander abhängig sind, bilden einen Konzern
Wie funktioniert die Unternehmensführung in einem Konzern?
Unternehmensentscheidungen werden am Interesse des gesamten Konzerns, welches nicht unbedingt mit dem Interesse jedes einzelnen Konzernunternehmens übereinstimmt, ausgerichtet.
Wann ist ein Konzernabschluss zu erstellen?
Wenn Inländische Kapitalgesellschaften beherrschenden Einfluss (z.B. mehrheitliches Stimmrecht) auf eine oder mehrere inländische oder ausländische Töchter ausübt
Wie definiert sich der Begriff “Konsolidierung?”
Ist ein Prozess der Zusammenführung der Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss.
Es gibt drei Konsolidierungsarten:
Vollkonsolidierung: Alle Bilanz- und GuV Positionen verbundener Unternehmen in voller Höhe
Quotenkonsolidierung: Beteiligungen (Anteil > 20%) werden mit allen Bilanz- und GuV_Positionen konsolidiert, aber alle Positionen werden mit der Beteiligungsquote gewichtet
Equity-Methode: Alternative zur Quotenkonsolidierung, hier wird nur das anteilige Eigenkapital und nicht alle Bilanz- und GuV-Positionen von Beteiligungen als Beteilugungsbuchwert bilanziert
Anschaffungskosten: Keine Konsolidierung von Wertpapieren im Anlagevermögen
Im HGB besteht ein Wahlrecht zwischen Quotenkonsolidierung und Equity Methode für Beteiligungen zwischen 20 und 50%, im IFRS nur die Equity-Methode möglich
Schema: Ablauf der Aufstellung eines Konzernabschlusses:

Welche Bestandteile hat der Konzernabschluss nach IFRS?
Bilanz (zwei Jahre)
Gewinn- und Verlustrechnung (zwei Jahre)
Aufstellung der Erträge und Aufwendungen
Cash Flow Statement (zwei Jahre)
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Segmentberichterstattung (bei börsennotierten Unternehmen)
Anhang
(für deutsche Anwender: zusätzlich ein Konzernlagebericht)
Gliederung der Aktiva und Passiva nach Fristigkeiten
Aktiva | Passiva | ||
Langfristiges Vermögen:
Kurzfristiges Vermögen:
Gesamtvermögen | Eigenkapital:
Anteile anderer Gesellschafter Langfristiges Fremdkapital:
Kurzfristiges Fremdkapital:
Gesamtkapital | ||
Nach welchem Jahresabschlussverfahren (HGB / IFRS) ist das EK grundsätzlich höher?
Deutlich höer beim IFRS, durchschnittlich 35% höher
Wann werden Vermögenswerte / Vermögensgegenstände auf der Aktiva-Seite beim IFRS bzw. HGB aktiviert?
IFRS: Vermögenswerte / Assets
→ Vermögenswert liegt vor + wahrscheinlicher Zufluss von künftigem wirtschaftlichen Nutzen + verlässlich bewertbarer Anschaffungs- und Herstellkosten, also dass sich die Kosten verlässlich schätzen lassen
HGB: Vermögensgegenstände (VG)
Aktivierbar, wenn das wirtschaftliche Gut einzeln bewertbar und verwertbar ist und kein explizites Aktivierungsverbot besteht.
Zusammenfassung: IFRS fragt nach künftigem Nutzenzufluss, HGB fragt nach Einzelverwertbarkeit.
Was sind Rechnungsabgrenzungsposten?
Posten, die eine Zahlung zeitlich richtig zuordnen (z.B. im Dezember schon Miete für Januar zahlen)
Wann bestehen nach IFRS und HGB genau die Rechnungsabgrenzungsposten (RAP)?
Nach IFRS: Nur, wenn der Posten gleichzeitig die allgemeine Vermögenswert-Definition erfüllt
HGB: wenn die Ausgabe VOR dem Bilanzstichtag und der Aufwand für eine bestimmte Zeit NACH dem Bilanzstichtag anfällt.
Was sind Bilanzierungshilfen im Jahresabschluss?
Posten, die man aktivieren darf, obwohl sie eigentlich kein "echter" Vermögenswert sind. Also ein rein bilanzpolitisches Zugeständnis
Gibt es beim IFRS und HGB Bilanzierungshilfen?
IFRS: gibt es als Konzept nicht, aktive latente Steuern sind hier als Vermögenswert anzusetzen
HGB: Ingangsetzungsaufwendungen (Kosten der Unternehmensgründung und Erweiterung) und aktive latente Steuern
Was sind aktive latente Steuern?
Zukünftige Steuerwirkungen von Differenzen zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz.
Die Handelsbilanz zeigt, wie es dem Unternehmen wirtschaftlich geht, die Steuerbilanz dient nur der Berechnung der Steuerlast. Wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden und vor allem unterschiedlichen Zeitansätzen sind die meist unterschiedlich und gleichen sich erst langfristig aus.
AKTIVE Latente Steuern entstehen dann, wenn der Gewinn in der Handelsbialnz niedriger ist als in der Steuerbilanz. Man zahlt also jetzt Steuern, die man sich dafür später einspart durch eine Steuerentlastung. Quasi eine “Forderung ggü. dem Finanzamt.
Schaubild Aktivierungsunterschiede nach IFRS und HGB im Jahresabschluss

Welche Dinge können/müssen nach IFRS auf der Passivaseite nach HGB ausgewiesen werden?
IFRS | HGB | |
Schuld liegt vor, wenn:
| Verbindlichkeit liegt vor, wenn:
→ nicht nur wahrscheinlich, sondern mit Sicherheit feststehend | |
Rückstellung liegt vor, wenn:
| Rückstellung liegt vor, wenn:
| |
Rechnungsabgrenzungsposten
| Rechnungsabgrenzungsposten:
|

Dürfen/müssen Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung und Materialgemeinkosten nach IFRS und HGB angewendet werden?
Ja, bei beiden Verfahren gibt es ein Gebot dazu.

Dürfen/müssen Fertigungsgemeinkosten und Planmäßige Abschreibungen nach IFRS und HGB angewendet werden?
Im IFRS müssen sie eingetragn werden, nach HGB gibt es ein Wahlrecht.

Dürfen/müssen Allgemeine Verwaltungs- bzw. Sozialkosten sowie Altersversorgung nach IFRS und HGB angewendet werden?
Nach IFRS dürfen sie in der Regel NICHT angewendet werden, beim HGB besteht ein Wahlrecht, sie dürfen also.

Dürfen/müssen Fremdkapitalzinsen nach IFRS und HGB angewendet werden?
Grundsätzlich in der Regel bei IFRS und HGB verboten, nach IFRS besteht aber zum Teil ein Wahlrecht.

Dürfen/müssen Einzel- Sondereinzel- und Gemeinkosten des Vertriebs nach IFRS und HGB angewendet werden?
Nein, bei beiden Verfahren sind sie verboten

Schaubild zur Anrechenbarkeit von Herstellungskosten nach IFRS / HGB

Was ist der beizulegende Zeitwert (fair value)
Der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen Sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.
Beispiel: Die Maschine wurde vor 3 Jahren für 100.000 € gekauft. Am Gebrauchtmarkt für vergleichbare Maschinen dieses Alters und Zustands werden aktuell 60.000 € gezahlt → der beizulegende Zeitwert beträgt 60.000 €.
Was ist der Buchwert? (carrying amount)
Der Betrag, mit dem ein Vermögenswert nach Abzug aller kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen (also außerplanmäßigen Abschreibungen) erfasst wird.
Beispiel: Anschaffungskosten 100.000 €, bisher planmäßig um 40.000 € abgeschrieben → Buchwert = 60.000 €. (Reiner Zufall, dass es hier gleich dem fair value ist – normalerweise weichen beide voneinander ab, und genau diese Abweichung prüft man beim Impairment-Test.)