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Definition (kommutativer) Ring
(R,+,*) R nichtleere Menge, +: R × R → R, *: R × R → R mit
(R,+) ist abelsche Gruppe mit neutralem Element 0
(R,*) ist Monoid mit neutralem Element 1
Es gelten die DG: ∀a,b,c ∈ R: a(b + c) = (ab) + (ac) und (a + b)c = (ac) + (bc)
Kommutativer Ring: (R,*) ist kommutativer Monoid
Rechenregeln in Ringen (6)
∀x,y ∈ R:
0 * x = x * 0 = 0
(-x) * y = -(x * y) = x * (-y)
(-x) * (-y) = x * y
(-1)x = -x
(-1)² = 1
(-x)² = x²
Definition Polynomring
Vor.: (R,+,*) Ring, neut. Elem + ist 0, neut. Elem * ist 1
R[X] ≔ {(an)n∈ℕ0 | (∀n ∈ ℕ0: an ∈ R) ∧ (nur endlich viele an ≠ 0)}
(a + b)k := ak + bk
(a * b)k := (ck) = ∑ki=0 aibk-i
Vor. => (R[X],+,*) ist Ring mit neut. Elem (0,0,0,…) für +, (1,0,0,…) für * und additiver Inverse (-ak)k∈ℕ0 von (ak)k∈ℕ0
Definition Grad eines Polynoms
Vor.: Polynom p = (ak)k∈ℕ0 ∈ R[X], p ≠ 0
deg p = minn∈ℕ0 {∀k > n: ak = 0}
Nullpolynom: deg 0 = -∞
Definition Vektorraum
Vor.: (V, +) abelsche Gruppe, 𝕂 Körper mit skalarer Mult. *: 𝕂 × V → V
V ist Vektorraum über 𝕂, wenn:
∀v ∈ V: 1 * v = v
∀v ∈ V, ∀µ,λ ∈ 𝕂: (λ * µ) * v = λ * (µ * v) (vgl. AG)
DG: ∀v,w ∈ V, ∀μ,λ ∈ 𝕂: (λ + μ) * v = λ * v + μ * v und λ * (v + w) = λ * v + λ * w
Elems in V: Vektoren, Elems in 𝕂: Skalare
Kanonische Vektorräume
Vor.: 𝕂 Körper, n ∈ ℕ
𝕂n ist mit +: 𝕂n × 𝕂n → 𝕂n und *: 𝕂 × 𝕂n → 𝕂n ein 𝕂-Vektorraum
Gruppeneigenschaft von (𝕂,+) überträgt sich auf (𝕂n,+)
Rechenregeln Vektorräume
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
∀v ∈ V, λ ∈ 𝕂:
0 * v = 0 (Vektor)
(-1) * v = -v
λ * 0 = 0 (beides Vektoren)
Definition Untervektorräume
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
(U,+) ist UG von (V,+) und * muss in U abgeschlossen sein: *: 𝕂 × U → U
V und {0} sind immer UVR von V
Jeder (Unter-) Vektorraum muss durch 0 gehen (0 neutr. Elem von +)
Untervektorraumkriterium
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, U ⊆ V nichtleer
U ist UVR von V, wenn ∀v,w ∈ U, ∀λ,µ ∈ 𝕂: λv + µw ∈ U
Separat: v,w ∈ U ⇒ v + w ∈ U und λ ∈ 𝕂, v ∈ U ⇒ λv ∈ U
Schnitte von UVR
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, I beliebige nichtleere Indexmenge, Ui ⊆ V ∀i ∈ I
U := ∩i∈I Ui ist UVR von V
Es gilt nicht für die Vereinigung (+ nicht abgeschlossen)
Definition Linearkombination
Vor.: v1, …, vn ∈ V (𝕂-Vektorraum), λ1, …, λn ∈ 𝕂
v = ∑ni=1 λivi → Linearkombination der vi mit Koeffizienten λi
Linearkombinationen sind Element des Vektorraums (+, * abgeschlossen auf V)
Sind alle vi ∈ U (UVR), ist auch jede Linearkombination von vi in U
Erzeugendensysteme
Vor.: v1, …, vn ∈ V
Menge aller Linearkombinationen: span{v1, …, vn} = {v ∈ V | ∃λ1, …, λm ∈ 𝕂: v = ∑mi=1 λivi}
U := span{v1, …, vm} UVR von V → Menge {v1, …, vm} ist Erzeugendensystem von U
Erzeugter Untervektorraum
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum, M ⊆ V
Durch M erzeugter Untervektorraum: span(M) = {∑mi=1 λivi | m ∈ ℕ, ∀i ∈ {1,…,m}: λi ∈ 𝕂, vi ∈ M}
M kann unendlich sein, aber LK sind immer aus endlich vielen Elementen
M ⊆ span(M)
M ist UVR <==> M = span(M)
Defintion Familien von Vektoren
Vor.: Indexmenge I, Vektorraum V
Abbildung I → V, i ↦ vi
Bezeichnung: (vi)i∈I, oder (v1, …, vn) bei I = {1, …, n}
Vektoren sind nach I geordnet, haben feste Plätze
Doppelte Vektoren erlaubt
Jede Menge M ⊆ V kann als Familie aufgefasst werden mit geeigneter Indexmenge
Definition Lineare Unabhängigkeit
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum
Endliche Familie von Vektoren (v1, …, vn) ⊆ V ist linear unabhängig, wenn ∑mi=1 = 0 ==> ∀i ∈ {1, …, m}: λi = 0
Nullvektor mit l.u. Vektoren nur trivial darstellbar (all λ = 0)
Familie mit Dopplungen ist immer linear abhängig → kein Vektor darf durch andere darstellbar sein
Definition Lineare Unabhängigkeit beliebiger Familien
Familie M ⊆ V (Vektorraum) ist linear unabhängig, wenn jede ihrer endlichen Teilmengen linear unabhängig ist
Kriterium lineare Unabhängigkeit
Vor.: Vektorraum V, Familie M ⊆ V
M ist l.u., <==> jedes v ∈ span(M) hat nur eine Darstellung als L.K von Elementen aus M (eindeutig)
Definition Affine Untervektorräume
Vor.: Vektorraum V, U ⊆ V UVR, v ∈ V
v + U := {v + u | u ∈ U} ist affiner UVR von V
Jeder UVR ist auch ein affiner UVR, da 0 + U = U
Definition und Nutzen von Basen
Familie B ist Basis von Vektorraum V, wenn es ein linear unabhängiges Erzeugendensystem von V ist
B ist Basis von V <==> alle v ∈ V lassen sich eindeutig als L.K. aus Vektoren in B darstellen
Beweis B ist Basis: Es gilt span(B) = V und B ist l.u. (Kriterium L.U.)
Basisauswahlsatz
Aus jedem endlichen Erzeugendensystem eines Vektorraums lässt sich eine Basis auswählen
Austauschlemma von Steinitz
Vor.: Vektorraum V, Basis B = (w1, …, wn), n ∈ ℕ, v ∈ V als L.K. in B als v = ∑ni=1 λivi, k so, dass λk ≠ 0
B’ := B ∪ {v} \ {wk}
Austauschsatz von Steinitz
Vor.: Vektorraum V, Basis B = (w1, …, wn), |B| = n, M = (v1, …, vr) ⊆ V l.u. Familie
Es gilt: r ≤ n, ∃n-r Elemente jr+1, …, jn ∈ {1, …, n} ∈ B, dass B’ := M ∪ (wj(r+1), …, wj(n)) Basis von V
Sense: Tausche r Elems aus B mit Elementen in M aus (Austauschlemma r-mal)
Länge einer Basis
Vor.: Vektorraum V mit Basis endlicher Länge |B|
Jede weitere Basis ist endlich und hat gleiche Länge
Definition Dimension
Vor.: V ist 𝕂-Vektorraum mit endlicher Basis B
dim V = |B|
Für B unendlich: dim V = ∞
Genauere Schreibweise: dim𝕂 V = |B|
dim 𝕂n = n
Polynome vom Grad ≤ n: dim Pn = n + 1, mögliche Basis B = (1, x, x2, …, xn)
Basisergänzungssatz
Zu jeder l.u. Familie M eines Vektorraums existiert eine Basis B mit M ⊆ B
Jeder Vektorraum besitzt eine Basis
Linear unabhängige Mengen und Basen
Vor.: Vektorraum V, dim V = n ∈ N
Jede l.u. Familie M ⊆ V mit n Elementen ist eine Basis
Dimension von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, W ⊆ V UVR
Es gilt: dim W ≤ dim V und dim W = dim V <=> V = W
Definition Summe von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
U1 + U2 := span(U1 ∪ U2)
Gilt auch für U1 + … + Um
U1 + U2 ist der kleinste UVR von V, der U1 und U2 enthält
Alle v ∈ U1 + U2 kann als v = v1 + v2 mit vi ∈ Ui dargestellt werden → nur eindeutig, wenn U1 ∩ U2 = {0}, sonst nicht (0)
Definition Direkte Summe von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR, U1 ∩ U2 = {0}
Dann ist U1 + U2 die direkte Summe U1 ⊕ U2
Eigenschaften von direkten Summen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
Für U := U1 + U2 sind äquivalent:
U = U1 ⊕ U2
∀v ∈ U ex. eindeutige Darstellung v = v1 + v2 mit vi ∈ Ui, i ∈ {1,2}
∀vi ∈ Ui, i ∈ {1,2} gilt v1 + v2 = 0 => v1 = v2 = 0
Dimensionen von Summen von Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, U2 ⊆ V UVR
dim(U1 + U2) = dim U1 + dim U2 - dim(U1 ∩ U2)
Definition Direkte Summen von mehr als zwei Unterräumen
Vor.: V endlich-dimensionaler Vektorraum, U1, …, Um ⊆ V UVR mit ∀k ∈ {1, …, m}: Uk ∩ (U1 + … + Uk-1 + Uk+1 + … Um) = {0}
Dann ist die direkte Summe der Vektorraum U1 ⊕ … ⊕ Um := span(U1 ∪ … ∪ Um)
Bedingung stärker als ∀i ≠ j; Ui ∩ Uj = {0} (z.B. x-Gerade darf nicht in y-z Ebene liegen)
Schnitt von UVR ist wieder UVR
Definition Komplement von Unterräumen
Vor.: U, W ⊆ V UVR von Vektorraum
W ist Komplement von U in V, wenn V = U ⊕ W
Jeder Unterraum U eines endlich-dimensionalen Vektorraums V besitzt (mind.) ein Komplement
Das Komplement ist i.A. nicht eindeutig
Definition Körper
Kommutativer Ring (R,+,*) mit abelscher Gruppe (R\{0},*) mit neutralem Element 1 ≠ 0 (jedes Element der Gruppe hat multiplikatives Inverses)
Charakterisierung Körper
Vor.: 𝕂 ist Körper mit +,* Verknüpfungen, wenn gilt
(𝕂,+) ist abelsche Gruppe mit e = 0
(𝕂\{0},*) ist abelsche Gruppe mit e = 1 ≠ 0
DG
Nullteilerfreiheit und Rechnen im Körper
∀x,y ∈ 𝕂: x * y = 0 ⇐⇒ x = 0 ∨ y = 0
In Körpern können wir rechnen wie gewohnt (+,-,*,/)
Kleiner Fermat’scher Satz
Vor.: p Primzahl, a ∈ ℤ, a ≠ 0, kein Vielfaches von p.
ap-1 ≡ 1 (mod p)
Korollar: Vor. => a-1 ≡ ap-2 (mod p)
Definition Menge der komplexen Zahlen
ℂ := {a + bi | a,b ∈ ℝ} mit i2 = -1 (also i = √-1)
Schreibweise z = a + bi, Realteil Re(z) := a, Imaginärteil Im(z) := b
ℝ ⊂ ℂ: ℂ als Erweiterung der reellen Zahlen, bei reellen Zahlen ist Im(z) = 0
Addition und Multiplikation komplexer Zahlen
Vor.: z1 = a + bi, z2 = c + di ∈ ℂ.
+: ℂ × ℂ → ℂ, z1 + z2 := (a + c) + (b + d)i
*: ℂ × ℂ → ℂ, z1 * z2 := (ac - bd) + (ad + bc)i => hier einfach normal multiplizieren
Neutrale und inverse Elemente der komplexen Zahlen
+: 0 = 0 + 0i
*: 1 = 1 + 0i
Inverse +: -z = -a - bi
Inverse *: z-1 = 1/z = (a - bi) / (a2 + b2)
ℂ als Körper
Menge ℂ bildet mit + und * einen (kommutativen) Körper
ℂ ist nicht angeordnet: ≤ und ≥ sind nicht anwendbar
Geometrische Interpretation der komplexen Zahlen

|z| = √(Re(z)2 + Im(z)2) → Euklidischer Abstand zum Nullpunkt
Winkel für a > 0: φ = arg(z) = arctan(b/a) ∈ (-π/2, π/2)
Betragseigenschaften einer komplexen Zahl
∀z,w ∈ ℂ
|z| ≥ 0
|z| = 0 <=> z = 0
|z * w| = |z| * |w|
Falls w ≠ 0, so |z/w| = |z| / |w|
Konjugation komplexer Zahlen
z := a - bi für z = a + bi ∈ ℂ
Entspricht einer Spiegelung an der reellen Achse

Rechenregeln für Konjugation komplexer Zahlen
z+w=z+w
z⋅w=z⋅w
z=z
z ∈ ℝ ⇔ z=z
Re(z) = 2z+z , Im(z) = 2iz−z
Berechnung der Norm:
z⋅z = a2 + b2 = |z|2 bzw. |z| = √(z⋅z)
Re und Im mit Konjugiertem
∀z ∈ ℂ:
Re(z) = 1/2(z+z) = 2z+z
Im(z) = 1/2i(z−z) = 2iz−z
Division in ℂ
Für z1 = a + bi, z2 = c + di ist z1/z2 = z2z2z1z2=∣z2∣2z1z2
Vorgehen: Bruch erweitern mit konjugierten des Nenners
Dreicksungleichung
∀z,w ∈ ℂ: |z + w| ≤ |z| + |w|
Inverses via Konjugation
∀z ∈ ℂ\{0}:
z-1 = ∣z∣2z
Polardarstellung komplexer Zahlen
Vor.: z ∈ ℂ, z ≠ 0, r := |z| > 0, φ := arg(z) ∈ [0, 2π)
z = r(cos φ + i sin φ)

Umrechnen der Darstellungen
Vor.: z = a + bi = r(cos φ + i sin φ)
Von Polar:
Re(z) = r cos φ = a
Im(z) = r sin φ = b
Nach Polar:
r = |z| = √(a2 + b2)
φ = arccos(a/r) für b > 0 und φ = -arccos(a/r) für b < 0
Geometrische Interpretation der Addition

z1 = a + bi, z2 = c + di
z1 + z2 = Re + Im i = (a + c) + (b + d)i
Real- und Imaginärteile werden getrennt addiert
Multiplikation in ℂ in Polardarstellung
Vor.: z1 = r1(cos φ1 + i sin φ1), z2 = r2(cos φ2 + i sin φ2)
z1 * z2 = r1r2(cos(φ1 + φ2) + i sin(φ1 + φ2))
Beträge werden multipliziert, Winkel addiert: |z1z2| = |z1| * |z2|, arg(z1z2) = φ1 + φ2

Lemma Real- und Imaginärteil
Real- und Imaginärteil sind Gruppenhomomorphismen zwischen ℂ und ℝ mit +:
Re: (ℂ, +) → (ℝ, +), Im: (ℂ, +) → (ℝ, +)
Re(z1 + z2) = Re(z1) + Re(z2) und Im(z1 + z2) = Im(z1) + Im(z2)
Einbettung von ℝ nach ℂ
Vor.: C0 := {z ∈ ℂ | Im(z) = 0} ist Unterkörper von ℂ bzgl. +, * (+, * abgeschlossen, und + und * Inversen: a,b ∈ U, b ≠ 0 ⇒ a−b ∈ U und ab-1 ∈ U)
Einbettung E: ℝ → C0, x ↦ E(x) := x + 0 * i ist Körperisomorphismus
Winkel sind 0 oder π (gegen Uhrzeigersinn)
Einfach gesagt: Komplexe Zahlen mit Im = 0 kann man mit den reellen Zahlen identifizieren
Eulersche Formel
Vor.: Winkel φ ∈ (-π,π], z = a + bi ∈ ℂ, a,b ∈ ℝ
eiφ = cos φ + i sin φ => z = r eiφ
Auch: eiπ + 1 = 0 und ez = ea(cos b + i sin b)
Komplexe Einheitswurzel zum Winkel φ
Für φ ∈ ℝ: ωφ=eiφ = cos φ + i sin φ, da ∣ωφ∣ = 1

Drehung als Multiplikation
Vor.: z = reiθ ∈ ℂ
z’ := eiφ⋅z=rei(θ+φ)
Betrag unverändert |z| = |z’|, Argument/Winkel um φ erhöht

Multiplikation in Polardarstellung (mit e)
Vor.: z1 = r1eiφ1 , z2 = r2eiφ2
z1 * z2 = r1eiφ1 r2eiφ2 = r1r2ei(φ1+φ2)
Beträge multiplizieren, Winkel addieren
Lösen quadratischer Gleichungen in ℂ
Löse z2 + pz + q = 0 mit p,q ∈ ℂ mit pq-Formel
Falls az2 + pz + q = 0: Teile zuerst alles durch a, dann pq-Formel
Polynome in ℂ
Jedes Polynom p im Polynomring ℂ[X] mit deg p > 0 hat mind. 1 Nullstelle
Abspalten von Nullstellen bei Polynomen
Vor.: Ring R, p ∈ R[X] mit Grad n ∈ ℕ, Nullstelle z0 ∈ R
Es ex. ein eindeutig definiertes Polynom q ∈ R[X] vom Grad deg(q) = n - 1 und p(z) = (z - z0) * q(z) für alle z ∈ R
Man kann für jedes p ∈ ℂ[X] Linearfaktoren an den Nullstellen abspalten: p(z) = an(z-z1)(z-z2)…(z-zn)
Abspalten von Nullstellen durch Partialdivision
Nutze Polynomdivision: Teile p(z) durch (z - z0), mit z0 ist Nullstelle
Wenn z0 wirklich Nullstelle, ist Rest = 0, sonst ist Rest ≠ 0 mit deg(r) < deg(q)
Sukzessives Abspalten von Nullstellen bei Polynomen in ℂ[X]
Wiederhole Abspaltungsprozess → p(z) = an Πnk=1 (z - zk) mit Nullstellen z1, …, zn ∈ ℂ
=> Jedes Polynom p ∈ ℂ mit n = deg(p) > 0 besitzt maximal n (verschiedene) Nullstellen
Definition n-te Einheitswurzel
Zu n ∈ ℕ heißt ζ∈ ℂ n-te Einheitswurzel, wenn ζn = 1
Menge aller n-ten Einheitswurzeln: µn = {ζ ∈ ℂ | ζn = 1}
Es gilt immer 1 ∈ µn
zn - 1 hat genau n Nullstellen in ℂ, also |µn| = n
Darstellung der n-ten Einheitswurzeln via Euler-Formel
ζk = e2πik/n = cos(2πk/n) + i sin (2πk/n), k = 0, 1, …, n-1
Für n ∈ ℕ sind die n-ten Einheitswurzeln die komplexen Zahlen
Alle Einheitswurzeln liegen auf Einheitskreis |z| = 1 und sind gleichmäßig im Winkelabstand 2π/n verteilt

n-ten Einheitswurzeln bilden Ecken eines regelmäßigen n-Ecks im Einheitskreis
Einheitswurzeln und zylkische Gruppen
Menge der n-ten Einheitswurzeln µn bildet zyklische UG von (ℂ*, *) der Ordnung n
Erzeugt durch ζ1 = e2πi/n: μn = <ζ1>
Definition Primitive Einheitswurzel
ζ ∈ μn ist primitiv, wenn ζ μn erzeugt, d.h. μn = <ζ> = {1,ζ,ζ2,…,ζn-1}
Lemma: Für n ∈ ℕ und k ∈ {1, …, n-1} ist ζk = e2πik/n primitiv, wenn ggT(k,n) = 1
Hilfsresultate
k,n ∈ ℕ, k < n → ∀ 1 ≤ j < n ist n | kj <==> ggT(k,n) = 1
Euklid: Wenn n | ab mit n ∈ ℕ und n | a gilt n | b
Definition und Eigenschaften Gruppe
(G,*) mit Menge G und Verknüpfung *: G x G → G
AG
∃ e ∈ G: ∀a ∈ G: e * a = a * e = a
∃ Inversen: ∀a ∈ G: ∃a’ ∈ G: a’ * a = e
Definition Symmetrische Gruppe
S(M) := {φ: M → M | φ bijektiv}
Menge der Permutationen von M
M nichtleer, beliebig
Definition Gruppenhomomorphismus
φ: G → G’ mit φ(x *G y) = φ(x) *G’ φ(y), ∀x,y ∈ G
Eigenschaften Gruppenhomomorphismus
φ(eG) = eG’
φ(x-1) = φ(x)-1 ∀x ∈ G
Ist U ⊂ G eine Untergruppe, so ist das Bild φ(U) eine Untergruppe von G’
Untergruppenkriterium
U ⊆ G, U ≠ ∅, * auf U abgeschlossen (a,b ∈ U ⇒ a∗b ∈ U) und Inversen abgeschlossen (a ∈ U ⇒ a-1 ∈ U)
Definition Gruppenisomorphismus
Bijektiver Homomorphismus φ: G → G’
G ≅ G’
Gruppen sind strukturell gleich, nur andere Bezeichnung (gleiche Tabellen für die jeweilige Menge mit ihrer Verknüpfung)
Satz von Cayley
Gruppe G, φ: G → S(G) mit x ∈ G, φ definiert durch ∀y ∈ G: φ(x)(y) := x * y ist wohldefiniert und injektiver Gruppenhomomorphismus
Bedeutet: Jede Gruppe kann man als Gruppe von Permutationen auffassen → jedes Element wird auf eine Funktion gemappt
Korollar zu Cayley
Jede Gruppe G ist isomorph zu einer Untergruppe seiner symmetrischen Gruppe S(G)