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Menschenbild der Industrialisierung (Arbeitnehmer)
…als billigen Produktionsfaktor (instrumenteller Aspekt)
…ohne höhere Bedürfnisse (motivationaler Aspekt)
…mit streng zweckrationalem Verhalten im Sinne des homo oeconomicus (rationaler Aspekt)
…ohne eigenes Interesse am Organisationsziel, weshalb er vom Management systematisch zur Leistung anzuhalten und zu kontrollieren ist (machtpolitischer Aspekt)
Mensch als
Produktionsfaktor, den man so gut wie möglich an Maschinen annähern soll
Man sprach von:
Mensch als Produktionsfaktor, den man so gut wie möglich an Maschinen annähern soll
mechanistischen Menschenbild
Was für ein Verhältnis stand im Brennpunkt der Betrachtung stand.
Maschine und Mensch
Hauptfrage
Wie kann die Effizienz der menschlichen Arbeitsleistung im mechanisierten Betrieb gesteigert werden?
Ziel
Steigerung der Produktion erster Ordnung (Beitrag der Organisation für die Produktivität von im Wesentlichen immer gleich ablaufenden Prozessen) durch
Annäherung der menschlichen Arbeit an den Wirkungsgrad der Maschine, (und damit)
Erhöhung der Arbeitsintensität (intensive statt extensive Arbeit), um die Arbeitszeit verkürzen zu können
Taylorismus
weltweite Rationalisierungsbewegung
produktivitätssteigernde Wirkung
aber auch negative Effekte
Anliegen Taylor
Arbeitsleistung durch ein effizienteres System der organisatorischen Arbeitsteilung und der Arbeitsausführung ohne Steigerung der Belastung der Arbeiter zu erhöhen (keine Ausbeutungsphilosophie)
zwei normativen Leitideen
Postulat der Kooperation:
effiziente Arbeitsorganisation (zugunsten Arbeitsgeber und Arbeitsnehmer)
Postulat der Verwissenschaftlichung: Taylor vertraute auf die objektive Wissenschaft als Weg zur Optimierung: Arbeitsmethoden und Leistungen des Einzelnen sollten nach objektiven, sachlich begrĂĽndbaren Kriterien geplant, kontrolliert und bewertet werden.
Grundgedanke
Starke Arbeitszerlegung
Physiologisch richtige ArbeitsausfĂĽhrung (Ergonomie)
Physiologisch vernĂĽnftige Arbeitszeit (kĂĽrzerer Arbeitstag, unterbrochen durch kurze Erholungspausen)
Leistungsfördernde Lohnmethoden
Drei Grundsätze
Loslösung des Arbeitsprozesses von den Fertigkeiten des Arbeiters Versachlichung durch Entpersönlichung und radikale Vereinfachung der Aufgabe des Arbeiters
Vollständige Trennung von Kopf- und Handarbeit Versachlichung durch vollständige Planung und Vorstrukturierung der ausführenden Arbeit durch die Leitungsinstanzen
LĂĽckenlose objektivierte Kontrolle Versachlichung durch wissenschaftlich begrĂĽndete Normierung des Arbeitsobjekts, der Arbeitsverrichtung und der Arbeitszeit
Sieben zentrale Methoden/Instrumente
Einführung methodischer Arbeits- und Zeitstudien - kürzeste + physiologisch günstigste Bewegungsabläufe ermitteln
Systematische Auswahl der bestgeeigneten Personen für jede Arbeit sowie ihrer systematischen Anweisung, um die theoretisch möglichen optimalen Bewegungsabläufe zu erreichen.
Schaffung eines materiellen Anreizsystems, das die Leistungsbereitschaft möglichst hoch hielt: System des Zeitakkords.
Lichtstärke, Raumklimatisierung, Farbgebung und Anordnung der Maschinen sollten möglichst leistungsfördernd sein.
Der Zusammenhang zwischen Arbeitszeit, notwendiger Erholungszeit und Leistungsfähigkeit
starke Arbeitsteilung = kurze Anlern- und Erfahrungszeit, für maximale Leistungsfähigkeit
Das Prinzip der Spezialisierung wurde auch auf die Werkmeister ĂĽbertragen: Damit gelangte man zum Modell der Funktionalorganisation mit (damals 8) sogenannten "Funktionsmeistern".
Kritik am Taylorismus
Das instrumentelle, mechanistische Menschenbild entwĂĽrdigt den Menschen und macht ihn zu einer geistlosen Hochleistungsmaschine.
Arbeitsanalyse als Untersuchungsmethode wird mit Arbeitszerlegung als Gestaltungsform gleichgesetzt. Die spezifisch menschliche Leistungsfähigkeit kommt jedoch nicht zur Entfaltung, solange das Individuum als "Spezialmaschine" eingesetzt wird. Selbst im operativen Bereich kann deshalb keine optimale Produktivität erreicht werden.
Wo die Prinzipien des Scientific Management vom operativen Bereich auf die Leitungsorganisation ĂĽbertragen werden, stoĂźen sie erst recht schnell an ihre Grenzen.
Die Produktivität zweiter Ordnung (d.h. bei wechselnden Bedingungen; Beitrag der Organisation an die Produktivität von Prozessen, deren Ablauf ständigen Veränderungen unterworfen ist → Anpassungsflexibilität) wird vernachlässigt. Heute wichtig
Die sozio-emotionale Rationalität der Organisation wird vernachlässigt. Insbesondere werden heute schwerwiegende langfristige Nebenwirkungen des Scientific Management sichtbar:
• Totale Fremdbestimmung durch das Diktat der Maschine (insb. Fließband)
• Zerstörung von Kameradschaftsgruppen durch die Produktionsbedingungen
• Unpersönlichkeit von Arbeitsabläufen und Arbeitsbeziehungen
Warum waren Taylors Ideen bald ĂĽberholt
bezogen sich ganz auf die manuelle Arbeit der frĂĽhmodernen Industrialisierung;
sie waren deshalb bald technologisch überholt – nicht aber ihre Prinzipien.
Was machte Ford
ĂĽbertrug Taylors Prinzipien auf die neue industrielle Produktionstechnik
weitgehend durch mechanisierte Massenproduktion nach dem FlieĂźbandprinzip charakterisiert
Beispiel Ford. Welcher Weg wurde damit vorgeszeichnet
Vorher: persönliche Kontrolle der Arbeiter durch Vorgesetzte
Jetzt: Kontrolle durch das technische System und seine Zwänge (Chaplin)
Weg der konsequenten Entpersönlichung und Versachlichung (wegen fortschreitenden Automatisierung)
Weitere Entwicklung: Henry Ford
Achtstundentag
hob gleichzeitig den Mindestlohn von 2,34 $ auf 5,00 $
System zur Gewinnbeteiligung fĂĽr Arbeiter
Ford lehnte Gewerkschaften ab
Warum erhörte Ford Gehalt um über 100%
wirtschaftliches KalkĂĽl
Kaufkraft der Arbeiterschaft massiv stärken
Was schuf Ford
Grundlagen der Konsumgesellschaft
Negative Folgen Taylorismus
Partielle Zerstörung des traditionellen Handwerks-Ethos: Liebe zum eigenen Produkt, Qualitätsarbeit, Fleiß, Verantwortungsbewusstsein, Ordentlichkeit, Disziplin, Arbeitszufriedenheit.
Die Arbeit hatte im Leben der meisten Industriearbeiter ihre frĂĽhere zentrale Bedeutung verloren: Misstrauen, Resignation, Interesselosigkeit und GleichgĂĽltigkeit bezĂĽglich des Arbeitsinhalts fĂĽhrten zur Verlagerung des Lebenszentrums in den Freizeitbereich.
Wachsende Unzufriedenheit und Frustration
Kontrast zwischen der Realität der eigenen Stellung im Betrieb einerseits, dem in der Wohlstandsgesellschaft ansteigenden Bedürfnisniveau
angebliche Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Selbstwertsteigerung. Diese negativen Auswirkungen wirken auf die Organisation zurück und verunmöglichten häufig eine Weiterführung nach Scientific Management-Prinzipien.
Taylorismus heute
Renaissance aus der Not heraus
Branchen wie Gesundheit, Pflege, Bildung und Erziehung und Soziale Arbeit. •
Tendenzen zeigen sich bereits im Bereich der Altenpflege / Nachhilfe Schule
Warum Renaissance
zunehmende Fachkräftemangel.
Lösung Fachkräftemangel
Arbeitsabläufe gliedern in „Handgriffe“, die auch Ungelernte nach Anleitung verrichten können.
Fachkräfte: bilden Kern und stellen zugleich den Planungs-, Schulungs- und Überwachungsstab für die Ungelernten.
Roboterisierung