Schichtmodell Theodor Geiger

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
Locked
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/10

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 4:07 PM on 9/5/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

11 Terms

1
New cards

Grundidee Geiger (Schichtmodell)

-> entwickelt Schichtmodell als Alternative zur marxistischen Klassentheorie

Schicht -> als allgemeinerer Begriff für soz. Gliederung

Klassen, Stände, Kasten -> als besondere Formen von Schichtung zu verstehen

Entscheidend: Trennung von sozialer Lage & Mentalität

1.      Zunächst Menschen anhand objektiver soz. Merkmalen zu Schichten zusammengefasst => soziale Lage

2.      Erst anschließend untersucht, welche typischen Einstellungen, Denkweisen & Lebensformen in diesen Schichten vorkommen => Mentalitäten

=> Schicht nicht über gemeinsame Mentalitäten definiert (Schicht ≠ Mentalität) => Mentalität wird erst nach der soz. Lage untersucht

=> Geiger versucht soz. Ungleichheit dynamisch statt als starre Gesellschaftsordnung zu verstehen

2
New cards

soziale Lage

Menschen werden anhand objektiver sozialer Merkmale zu Schichten zusammengefasst

3
New cards

Mentalität

→ die typischen Einstellungen, Denkweisen & Lebensformen in den Schichten

=> Schicht nicht über gemeinsame Mentalitäten definiert (Schicht ≠ Mentalität) => Mentalität wird erst nach der soz. Lage untersucht

4
New cards

Unterschiede Marx/ Geiger

Marx

Geiger

Klassen

Schichten

Produktionsmittel zentral

Verschiedene objektive Merkmale möglich

Klassenbewusstsein zentral

Mentalität wird erst nachträglich untersucht

Allgemeine Klassentheorie

Allgemeineres Schichtmodell

=> Geigers Ansatz wichtig, weil er soziale Lage & Bewusstsein nicht vorschnell gleichsetzt

5
New cards

Geigers Fünf-Schichten-Modell

→ entwickelt auf Grundlage der Volkszählung von 1925 ein Fünf-Schichten-Modell → beschreibt die deutsche Gesellschaft der 1920er anhand berufl. Position, Qualifikation, Einkommen & Status → betrachtet soz. Lage insgesamt

=> Modell ausdrücklich historisch gebunden → nicht als zeitloses Schema gedacht

5 Schichten: (vertikales Schichtsystem - hierarchische Anordnung)

  • Oberschicht – wirtschaftlich und gesellschaftlich privilegierte Gruppen

  • Obere Mittelschicht – höhere Angestellte, Beamte, Selbstständige etc.

  • Mittlere Schicht – mittlere Angestellte, Beamte und qualifizierte Arbeiter

  • Untere Mittelschicht – weniger qualifizierte Angestellte, Beamte und Arbeiter

  • Unterschicht – wirtschaftlich und sozial benachteiligte Gruppen

zentraler Gedanke: Nach welchen Merkmalen ist eine Gesellschaft jeweils hauptsächlich strukturiert => Ungleichheit entsteht durch abgestufte soziale Lagen (nicht durch Klassenkonflikte wie bei Marx)

6
New cards

Das dominante Schichtungsprinzip

Geiger geht davon aus: in einer Gesellschaft können mehrere Formen soz. Schichtung gleichzeitig existieren → eine davon jw. besonders prägend

Dominantes Schichtungsprinzip = Das Merkmal, nach dem soz. Ungleichheit in einer bestimmten Gesellschaft/ Epoche hauptsächlich strukturiert ist

→ andere vorhandene, aber weniger bedeutsame Schichtungsmerkmale = subsidiäre Schichtung

Wichtig: Dominantes Prinzip nicht für alle Zeiten gleich => Gesellschaftl. Wandel kann dazu führen, dass ein anderes Merkmal wichtiger wird

Mehrere Schichtungsprinzipien gleichzeitig → eines ist dominant → dies kann sich historisch verändern

=> Geiger versucht soz. Ungleichheit dynamisch statt als starre Gesellschaftsordnung zu verstehen

7
New cards

Definition Dominantes Schichtungsprinzip und subsidiäre Schichtung

Dominantes Schichtungsprinzip = Das Merkmal, nach dem soz. Ungleichheit in einer bestimmten Gesellschaft/ Epoche hauptsächlich strukturiert ist

→ andere vorhandene, aber weniger bedeutsame Schichtungsmerkmale = subsidiäre Schichtung

→ Wichtig: Dominantes Prinzip nicht für alle Zeiten gleich => Gesellschaftl. Wandel kann dazu führen, dass ein anderes Merkmal wichtiger wird → soz. Ungleichheit dynamisch

8
New cards

Zentrales Problem des dominanten Schichtungsprinzips (Kritik)

Zentrales Problem des dominanten Schichtungssystems: Wie lässt sich überhaupt eindeutig feststellen, welches Schichtungsprinzip das wichtigste ist?

-> gesell. Wandel erschwert Bestimmung zusätzlich -> wenn sich soz. Strukturen schnell verändern, werden feste Schichtgrenzen schwerer erkennbar: schneller Wandel -> Schichten verändern sich -> dominantes Prinzip schwer bestimmbar -> Modell schwieriger anzuwenden

Besonders problematisch => Geiger konnte das von ihm entwickelte Prinzip für seine eigene Zeit selbst nicht überzeugend eindeutig bestimmen

9
New cards

wichtige Grundgedanken/ Bedeutung des dominanten Schichtprinzips

·        Gesellschaften verändern sich -> Schichtmodelle dürfen nicht starr sein

·        Soziale Lage allein reicht nicht aus -> auch typische Einstellungen, Denkweisen & Lebensformen (Mentalitäten) können relevant sein

·        => diese Verbindung von Lage & Mentalität ist anschlussfähig für spätere Lebensstil- & Milieuansätze

10
New cards

Stärke/ Schwäche des Dominanten Schichtprinzips

Stärke: differenzierter & dynamischer als eine einfache Zweiteilung in Klassen

Schwäche: das zentrale dominante Prinzip ist empirisch schwer eindeutig zu bestimmen

11
New cards

Geiger im Vergleich

Marx: Produktionsverhältnisse bilden das zentrale Strukturprinzip

Weber: mehrere eigenständige Dimensionen - Klasse, Stand, Partei

Geiger: verschiedene Schichtungsmerkmale existieren gleichzeitig, aber jw. eines kann historisch dominant sein