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Was sind die sechs Quellen unserer Selbstkenntnis, also woher stammt das Wissen über uns selbst?
Persönliche Quellen: Introspektion und Selbstwahrnehmung
Soziales Quellen: Frühe Bindungsprozesse, Sozialer Vergleich, Interpersonelle Beziehungen, Soziale Identität
Introspektion
Introspektion ist die Selbstkenntnis durch eigene Beobachtung, es ist ein Prozess, bei dem man seine eigenen internen, also mentalen und emotionalen Zustände beobachtet, während man sich auf eine bestimmte Weise verhält.
Selbstwahrnehmung
Die Selbstwahrnehmung besagt, dass Menschen ihre eigenen Einstellungen und Gefühle oft aus ihrem Verhalten ableiten. Man beobachtet das eigene Verhalten wie ein Außenstehender. Das passiert wenn die inneren Zustände nicht eindeutig sind.
Frühe Bindungsprozesse
Frühe Bindungsprozesse beeinflussen die Selbstkenntnis, weil Menschen ihr erstes Selbstbild durch die Interaktionen mit ihren Bezugspersonen entwickeln.
Verlässliche und fürsorgliche Beziehungen fördern dabei ein positives Selbstkonzept, während Vernachlässigung oder negative Erfahrungen ein negatives Selbstbild begünstigen können
Sozialer Vergleich
Der soziale Vergleich beschreibt, dass Menschen ihr Selbstkonzept entwickeln, indem sie ihre Fähigkeiten, Meinungen oder Eigenschaften mit anderen Menschen vergleichen. Dabei können Aufwärtsvergleiche motivieren, während Abwärtsvergleiche häufig das Selbstwertgefühl stärken.
Interpersonelle Beziehungen
Interpersonelle Beziehungen tragen zur Selbstkenntnis bei, weil Menschen durch Interaktionen oder Rückmeldungen anderer, Erkenntnis über ihre eigene Person erhalten. Vor allem enge Bezugspersonen beeinflussen, selbst wenn sie nicht physisch präsent sind, wie wir uns selbst sehen, bewerten und verhalten.
Soziale Identität
Die Theorie der sozialen Identität besagt, dass Menschen einen Teil ihres Selbstkonzepts aus den Gruppen ableiten, denen sie angehören. Dabei identifizieren sie sich mit Eigengruppen und grenzen sich gleichzeitig von Fremdgruppen ab.
Wie wird die Selbstkenntnis repräsentiert?
Durch die Affektive Bewertung des Selbst → Selbstwertgefühl
Und die Kognitive Repräsentation → Selbstkonzept
Erkläre kurz das Selbstwertgefühl
Das ist die Affektive Bewertung des Selbst:
→ Also emotionale Bewertung von uns selbst.
Wie positiv oder negativ wir uns insgesamt bewerten
Erkläre kurz das Selbstkonzept
Das ist die kognitive Vorstellung, die wir von uns selbst haben
→ Bestehend aus allen Überzeugungen, Erfahrungen und Gedanken über die eigene Person sowie über unsere Beziehungen zu anderen Menschen.
Und wie genau wird das Selbstkonzept repräsentiert?
Durch:
Selbstschemata
den Selbstreferenzeffekt
das Arbeitsselbstkonzept
das tatsächliche Selbst, ideale Selbst und Soll-Selbst
Erkläre Selbstschemata
Mentale Strukturen über uns selbst
Helfen, vergangene Erfahrungen zu organisieren und neue selbstrelevante Informationen zu verarbeiten
Schemakongruente Informationen werden: (was wir gerne hören, positive Sachen über uns selbst)
schneller klassifiziert (abgespeichert)
sicherer klassifiziert
besser erinnert
Schemainkongruente Informationen werden eher zurückgewiesen und schneller vergessen (was wir nicht gerne hören)
Erkläre den Selbstreferenzeffekt
Der Selbstreferenzeffekt sagt einfach aus, dass:
Informationen mit Bezug zum eigenen Selbst werden gründlicher und tiefer verarbeitet
Dadurch werden sie besser erinnert als andere Informationen
Erkläre das Arbeitsslbstkonzept
Das Arbeitsselbstkonzept besagt, dass man immer nur einen Teil seines Selbst aktiviert, also man verhält sich immer etwas anders.
Beispielsweise: Auf einer Party eher leichtlebiger/fröhlicher; in der Bibliothek eher wissbegierder; in der Kirche eher religiöser
→ situativer Kontext trägt dazu bei, dass distinkte Merkmale aktiviert werden
Nenne die drei Formen der Selbstdiskrepanztheorie und erkläre eine Form davon genauer!
Tatsächliches Selbst = Eigenschaften die man sich selbst zuschreibt
Ideales Selbst = Eigenschaften die man sich wünscht zu haben
Soll Selbst = Eigenschaften von denen man glaubt, dass man sie besitzen sollte
→ Das ideale Selbst beschreibt Eigenschaften, die man gerne besitzen möchte oder von denen man glaubt, dass andere sie sich von einem wünschen. Es geht also um Wünsche und Vorstellungen davon, wie man gerne wäre.
Alltagsbeispiel:
selbstbewusster werden
sportlicher sein
erfolgreicher werden
Mache stichwortartig ein Beispiel zur Selbstdiskrepanztheorie
Tatsächliches Selbst:
„Ich bin gerade eher unsportlich.“
Ideales Selbst:
„Ich wäre gerne sportlich und fit.“
→ Wird das nicht erreicht: Enttäuschung, Frustration
Soll-Selbst:
„Ich sollte regelmäßig Sport machen, weil es gesund ist.“
→ Wird das nicht erreicht: Schuldgefühle, schlechtes Gewissen
👉 Die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Selbst und dem idealen bzw. Soll-Selbst beeinflusst also Gefühle und Verhalten
Wie wird das Selbstwertgefühl repräsentiert?
In das Trait- und State- Selbstwertgefühl
Und in das Explizite und Implizite Selbstwertgefühl
Was ist das Trait-Selbstwertgefühl?
Das Trait-Selbstwertgefühl beschreibt, wie Menschen sich selbst die meiste Zeit generell bewerten. Es ist relativ stabil und verändert sich im Laufe des Lebens meist nur langsam.
Was ist das State-Selbstwertgefühl?
Das State-Selbstwertgefühl beschreibt kurzfristige Veränderungen des Selbstwertgefühls durch aktuelle Erfahrungen oder Situationen. Es kann sich zum Beispiel durch Erfolge oder Misserfolge schnell verändern.
Skizziere näher das Trait-Selbstwertgefühl und mache ein Alltagsbeispiel daraus!
eher langfristig und stabil
beschreibt das allgemeine Selbstwertgefühl einer Person
kann hoch oder niedrig sein
verändert sich über die Lebensspanne:
Kindheit eher positiv
in der Adoleszenz sinkt es oft
im Erwachsenenalter steigt es wieder
im hohen Alter sinkt es wieder etwas
Alltagsbeispiel:
Eine Person ist grundsätzlich selbstbewusst und denkt auch nach kleinen Fehlern oder Misserfolgen weiterhin positiv über sich selbst.
Was ist das Explizite Selbstwertgefühl?
Das explizite Selbstwertgefühl beschreibt die bewusste Bewertung der eigenen Person.
Also das, was man über sich selbst denkt und auch sagen kann, z. B.: „Ich bin zufrieden mit mir“ oder „Ich finde mich eher unsicher“
Was ist das Implizite Selbstwertgefühl?
Das implizite Selbstwertgefühl ist dagegen die unbewusste, automatische Bewertung des Selbst.
Diese läuft eher im Hintergrund ab und ist einem oft gar nicht direkt bewusst.
Was bedeutet das Selbstkonstrukt? Und wie wird es differenziert
Das Selbstkonstrukt beschreibt, wie Menschen sich selbst sehen und verstehen. Dieses Selbstbild wird durch die soziale Umwelt und kulturelle Einflüsse mitgeprägt.
Es wird differenziert in die Independente und die Interdependente Selbstkonstruktion
Erläutere kurz die independente (unabhängige) Selbstkonstruktion
Menschen sehen sich als autonome, unabhängige Person
Selbstbewertung entsteht häufig durch sozialen Vergleich
typisch eher in individualistischen Kulturen
Alltagsbeispiel:
„Ich möchte meinen eigenen Weg gehen und unabhängig sein.“
Erläutere kurz die Interdependente (abhängige) Selbstkonstruktion
Menschen sehen ihre Identität stärker in Verbindung mit anderen
Das Selbst wird über Beziehungen und soziale Gruppen definiert
Verbundenheit mit Familie, Freunden oder Gemeinschaft steht im Vordergrund
typisch eher in kollektivistischen Kulturen
Nenne die drei Aspekte der Selbstkonstruktion als transaktionaler Prozess und mache ein Alltagsbeispiel!
Drei Aspekte für Veränderungen:
Wir müssen unser Verhalten ändern
Andere müssen konsistent anders auf uns reagieren
Wir müssen die neuen Auffassungen über uns selbst internalisieren = glauben
Alltagsbeispiel:
neue Führungsposition im Job
selbstbewusster auftreten
andere behandeln die Person respektvoller
Person sieht sich selbst zunehmend als kompetente Führungskraft