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Flashcards zu den Schlüsselbegriffen der Industrialisierung in Grossbritannien und der Schweiz, dem demografischen Übergang, der Protindustrialisierung und dem Pauperismus.
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Protoindustrialisierung
Die gewerbliche Produktion vom 15. bis ins 19. Jahrhundert vor der eigentlichen Industrialisierung, charakterisiert durch geringen technologischen Fortschritt und dezentrale Organisationsformen.
Kaufsystem
Eine Organisationsform der Protoindustrialisierung, bei der selbstständige Produzenten ihre fertigen Waren direkt an Händler verkaufen.
Verlagssystem
Eine Organisationsform der Protoindustrialisierung, bei der ein Händler (Verleger) Rohstoffe an Heimarbeiter ausgibt, die Verarbeitung kontrolliert und die Fertigprodukte vertreibt.
Manufaktur
Eine zentralisierte Produktionsstätte vor dem Einsatz moderner Maschinen, in der Waren arbeitsteilig von Hand hergestellt werden.
Privatisierung der Allmende
Die Umwandlung von gemeinschaftlich genutztem Land in Privatbesitz durch große Grundbesitzer in England, was Kleinbauern ihre Existenz entzog und Landflucht auslöste.
Bevölkerungsgesetz von Malthus
Die Theorie von Thomas Malthus, wonach die Bevölkerung geometrisch (1,2,4,8...) wächst, die Nahrungsmittelproduktion aber nur arithmetisch (1,2,3,4...) steigt.
Preventive Checks
Vorbeugende Maßnahmen nach Malthus zur Senkung der Geburtenrate, wie etwa Geburtenkontrolle, spätes Heiraten oder Ehelosigkeit.
Positive Checks
Nachträgliche, gewaltsame Reduktionen der Bevölkerung durch Natur und Gesellschaft (z. B. Hunger, Epidemien, Kriege), falls vorbeugende Maßnahmen fehlen.

Demografischer Übergang (Vier Phasen)
Ein Modell zur Beschreibung der historischen Veränderungen von Geburten- und Sterberaten im Zuge der Industrialisierung.
Phase I des Demografischen Übergangs
Vorindustrielle Phase bis ca. 1800 mit hoher Geburtenrate und stark fallender/schwankender Sterberate.
Phase II des Demografischen Übergangs
Phase der Frühindustrialisierung (1800–1880) mit konstant hoher Geburtenrate und weiter sinkender Sterberate, was zur Bevölkerungsexplosion führt.
Phase III des Demografischen Übergangs
Phase der Spätindustrialisierung (1880–1930) mit stark abfallender Geburtenrate und sinkender Sterberate, was das Bevölkerungswachstum verlangsamt.
Phase IV des Demografischen Übergangs
Postindustrielle Phase ab 1930 mit sich auf niedrigem Niveau einpendelnden Geburten- und Sterberaten, was zu Stagnation oder Schrumpfung führt.
Separater Kondensator
Erfindung von James Watt zur Effizienzsteigerung der Dampfmaschine, indem das ständige Abkühlen und Aufheizen desselben Zylinders vermieden wurde.
Doppelt wirkende Dampfmaschine
Weiterentwicklung der Dampfmaschine durch James Watt, die Bewegung in eine Drehbewegung umwandelte und die Nutzung für beliebige Maschinen ermöglichte.
Protestantische Ethik (Max Weber)
Theorie von Max Weber, wonach calvinistische Pflichtvorstellungen (harte Arbeit, Sparsamkeit, Reinvestition) die Entstehung des modernen Kapitalismus begünstigten.
Alfred Escher
Zürcher Politiker und Unternehmer (1819–1882), der als führende Figur beim Bau des Schweizer Eisenbahnnetzes, der Gründung der SKA und der Gotthardbahn galt.
Eisenbahngesetz von 1852
Schweizer Gesetz, das festlegte, dass private Gesellschaften anstelle des Staates für den Eisenbahnbau zuständig sind.
Schweizerische Kreditanstalt (SKA)
1856 von Alfred Escher gegründete Bank zur Finanzierung des Eisenbahnbaus unabhängig von ausländischem Kapital.
Bundesbaron
Kritische Bezeichnung für mächtige Wirtschaftsliberale wie Alfred Escher, denen Arroganz und übermäßige Machtfülle vorgeworfen wurde.
Pauperismus
Die katastrophale Massenarmut und Verelendung der Arbeiterschaft im Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung.
Widerstandskassen
Finanzielle Hilfseinrichtungen der Arbeitervereine und Gewerkschaften zur Unterstützung von Streikenden während Arbeitskämpfen.