Alte Geschichte

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1
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Was ist Recht?

Gesamtheit verbindlicher Verhaltensregeln, die das Zusammenleben ordnen

2
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In welcher Gesellschaft entstand das römische Recht?

  1. Ständekämpfe

  2. Patronage/Klientelsystem

  3. begrenzte politische Teilhabe

  4. Entwicklung von Rechtsformen zur Konfliktlösung

3
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Was ist das Klientelsystem/Patronage?

  • Patron unterstützt den Klienten wirtschaftlich oder rechtlich

  • Klient schuldet Loyalität, politische Unterstützung und Wählerstimmen

4
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Von wann bis wann entwickelte sich das römische Recht in der römischen Republik?

500 bis 31 v. Chr

5
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Inwiefern unterscheidet sich Ägypten von Rom in der Rechtskultur?

  1. keine Trennung zwischen Executive und Judikative

  2. Verwaltung und Justiz bilden eine Einheit

6
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Was ist Gewohnheitsrecht

Regeln, die von einer Gemeinschaft als verbindlich anerkannt und dauerhaft befolgt werden

7
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Von wem wurde das fortdauernde verfolgte positives Recht geschaffen

Von staatlichen oder anderen gesetzgebenden Organen

8
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Was ist das kodifizierte Recht?

Systematische Zusammenfassung von Rechtsnormen in einem einheitlichen Gesetzbuch

9
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Was ist der Babylonischer Hammurapi Kodex (1.800 v. Chr.)

  • Babylonische Gesetzessammlung.

  • Prolog und Epilog zur königlichen Legitimation.

  • 282 Rechtssätze zu öffentlichem und privatem Recht.

10
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Was ist die älteste heute erhaltene Gesetzessammlung der Menschheitsgeschichte?

Sumerischer Kodex von Ur-Nammu (2.100 v. Chr.)

  • Älteste erhaltene Gesetzessammlung.

  • Geldstrafen statt körperlicher Vergeltung

11
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Was war das Mos Maiorum?

  • „Sitte der Vorfahren“

  • Traditionelle Verhaltensweisen und Gebräuche

  • Grundlage des Aufstiegs Roms

  • Maßstab für Bewerber öffentlicher Ämter

12
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Welche Regeln galten für den Mos Maiorum?

1. strikte Einhaltung römischer Rechtsnormen (bei Magistraten das Prinzip der

Annuität)

2. Religiöse Normen (Treue zum Staatskult und Teilnahme an Feiern zu Ehren der

Staatsgöttern, Übernahme priestlicher Ämter durch Angehörige des Patriziats)

3. Übernahme militärischer Verantwortung (alle die ein Consulat anstrebten)

4. Einhaltung öffentlicher Pflichten

13
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Was ist die Pietas?

Pflichtgefühl gegenüber Göttern, Familie und Staat

14
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Was ist Labor?

Mühe und Einsatz für die res publica vor dem Privatleben

15
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Was ist Res republica?

Gemeinwesen bzw. Staat; zugleich Bezeichnung für die römische Republik.

16
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Was ist fortitudo?

Stärke (insbesondere Militärstärke)

17
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Was ist lustita?

Gerechtigkeit; gerechtes Handeln galt auch gegenüber Feinden als Zeichen der Ehre

18
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Was war der politische Hintergrund der frühen Republik?

Hauptproblem: Die Plebejer haben kaum Rechte

→ Ständekämpfe

19
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Warum sind diese Ständekämpfe entstanden?

  1. Spannungen zwischen Patriziern und Plebejern.

  2. Patrizier bildeten eine geschlossene Elite.

  3. Plebejer hatten kaum politische Rechte

  4. Folge: Macht- und Rechtlosigkeit der Plebejer.

20
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Wie reagieren die Plebjer?

494 v. Chr.

·       Plebjer zogen um zu Mons Sacer

·       Gründeten eigene plebejische Sondergemeinde

→ Einrichtung eigener Ämter

→ erste Partizipationsrechte

Sowie Codifizierung des geltenden Rechts

21
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Wie löst Rom diesen Konflikt ?

Mit dem Zwölftafelgesetz

22
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Die Grundlagen des Zwölftafelgesetztes

  1. Verschriftlichung altrömischer Rechtsgrundsätze.

  2. Grundlage der römischen Rechtswissenschaft.

  3. Galt für alle Bürger.

  4. Trotz Zerstörung bis heute überliefert und rechtsgeschichtlich bedeutsam.

23
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Was war der Inhalt des Zwölftafelgesetztes?

  1. auf den Agrarstaat zugeschnitten,

  2. Regelungen zu Prozess-, Delikts- und Privatrecht,

  3. Schwerpunkt Zivilprozess,

  4. keine Definitionen, sondern Fallregelungen.

Wichtig: Recht ist jetzt nicht mehr nur Wissen einiger weniger

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Wie wurde das Zwölftafelgesetz überliefert?

  • Nach der Zerstörung nur durch Zitate rekonstruiert.

  • Rekonstruktion u. a. durch Schöll (1866).

  • Die zwölf Tafeln wurden später ergänzt und überarbeitet.

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Die 12 Tafeln

Tafel 1& 2: Zivilprozess

Tafel 3: Schuldrecht

Tafel 4: Familienrecht

Tafel 5: Erbrecht

Tafel 6: Sachenrecht

Tafel 7: Immobilienrecht

Tafel 8: Schadenersatzrecht

Tafel 9: Verfassungsgrundsätze

Tafel 10: Bestattung

Tafel 11: Eherecht

Tafel 12: Verbrechen

26
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Tafel 1- Zivilprozess

  • Erscheinen zum Gerichtstermin ist Pflicht.

  • Bei Flucht droht Festnahme.

  • Bei Uneinigkeit entscheidet ein Richter.

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Tafel 2- Zivilprozess

  • Krankheit oder Termin → Prozess wird vertagt.

  • Fehlender Zeuge → regelmäßige öffentliche Aufforderung zum Erscheinen.

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Tafel 3- Schuldrecht

  • 30 Tage Zahlungsfrist nach Urteil.

  • Danach Festnahme des Schuldners möglich.

  • Nach dem dritten Markttag Zugriff der Gläubiger auf das Vermögen.

  • Eigentum gegenüber Ausländern dauerhaft geschützt.

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Tafel 4-Familienrecht

Nach Verkauf des Sohnes dreimal → Sohn vom Vater frei

30
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Tafel 5- Erbrecht

1. Nachlass ist rechtens

2. Ohne letzter Wille → Erbe geht zum nächsten Verwandten väterlicherseits

31
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Tafel 6- Sachenrecht

Fest eingebaute Bauteile dürfen nicht entfernt werden

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Tafel 7- Immobilien

Besitzer des Gründstücks muss festen Boden anbringen

Wenn dies nicht passiert → freie Bewegung des Viehs

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Tafel 8- Schadenrecht

  • Körperverletzung → Vergeltungsprinzip ("Gleiches mit Gleichem").

  • Betrug wird bestraft.

  • Zeugenaussagen sind erforderlich.

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Tafel 10- Bestattung

  • Keine Bestattung oder Verbrennung innerhalb der Stadt.

  • Gold darf nicht beigegeben werden (Ausnahme: Zahnbrücken)

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Tafel 12- Verbrechen

  • Schutz von Sklaven vor Diebstahl und Verletzung.

  • Falscher Besitzanspruch wird bestraft.

  • Todesstrafe bei Mord und schweren Verbrechen.

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Problem: Die Entwicklung des Legis actiones

Pontifices (Priesterkollegium)

kennen alle Klageformeln (Legis actiones)

kennen alle Gerichtstage

kennen die richtige Auslegung (Interpretationen)

haben das Wissensmonopol

 

37
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Wie verliert das Priesterkollegium dieses Monopol?

Cn. Flavius veröffentlicht die Klageformeln und macht sie für alle zugänglich.

38
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Biografie Flavius

  • Sohn eines Freigelassenen.

  • Schreiber.

  • 304 v. Chr. zum Ädilen gewählt.

39
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Die 4 Aktionen Flavius

1.      brachte das ius civile unter Leute -> Menschen konnten selbst erfahren welche Klageformen gelten & wann Prozesse stattfinden

️ veröffentlicht das praktische Rechtswissen

nimmt den Priestern ihr Wissensmonopol

Bürger können das Recht besser nutzen

 

2.      Stellte zugleich den Kalender auf dem Forum auf geweißten Tafel aus → damit man weiß wann Prozesse geführt werden

Es gab

  • erlaubte Gerichtstage (fas)

  • und nicht erlaubte Tage (nefas).

·       Die Priester wussten, wann Prozesse möglich waren -> Normale Bürger oft nicht

= Wissen verbreiten

️ Wieder verliert das Priesterkollegium ein Stück Macht

 

3.      Weiht den Concardio Tempel auf dem Forum → Verdruß der Patrizier Verlangt das nur noch Magistrate (cum imperio) Tempel weihen

·       legt sich immer wieder mit der alten patrizischen Elite an

 

4.      Läßt sich zum Volkstribunen wählen → Patrizier als Zeichen des Protests legen Standesabzeichen ab

·       Flavius gesellschaftlich aufsteigt -> obwohl er kein Patrizier ist

= Flavius steht für die Öffnung des Rechtwissens

40
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Welche Bedeutung hatte die Veröffentlichung der Klageformeln durch Flavius

  • Recht wurde öffentlich zugänglich.

  • Ende des Wissensmonopols der Priester.

  • Bürger konnten ihre Rechte besser wahrnehmen.

41
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Warum veröffentlichte Flavius den Gerichtskalender?

  • Bürger wussten, wann Prozesse möglich waren.

  • Das schwächte den Einfluss des Priesterkollegiums.

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Welche politische Bedeutung hatten Flavius' Tempelweihe und seine Wahl zum Volkstribunen?

  • Herausforderung der patrizischen Elite

  • Symbol für die Öffnung politischer Ämter

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Warum konnte Flavius das überhaupt machen?

Mit der Unterstützung des Zensors Appius Claudius konnte Flavius politisch aufsteigen und öffentliche Ämter übernehmen.

44
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Biografie Appius Claudius

  • Patrizier.

  • Zensor (312–308 v. Chr.).

  • Einer der einflussreichsten Politiker seiner Zeit

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Welche Reformen tat Appius gegen die Elite?

  • Besetzte den Senat teilweise mit Söhnen von Freigelassenen

  • Ermöglichte Freigelassenen den Eintrag in ländliche Tribus

  • Schwächte dadurch die patrizische Elite

 

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Kernaussage zu Appius Claudius

Das Recht wurde Schritt für Schritt demokratischer bzw. für mehr Bürger zugänglich.

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Was sind die Klageformeln (Legis actiones)?

  • Gesetzlich vorgeschriebene Klageformen.

  • Zweistufiges Verfahren:

    1. Magistrat ordnet die Klage rechtlich ein.

    2. Richter prüft den Sachverhalt und entscheidet.

  • Nur wenige festgelegte Klagearten.

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Was ist das legis actio sacramento?

basiert auf kultisch religiösen Prozeßwetten

49
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Warum wurde das System der legis actiones problematisch?

  • Neue Geschäfte und Konflikte entstanden.

  • Die Klageformeln blieben unverändert.

  • Das Recht wurde zu formalistisch

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Warum verlor der Kläger im Weinstock-Beispiel den Prozess?

  • Weil er „Weinstöcke“ statt der gesetzlich vorgeschriebenen Bezeichnung „Bäume“ verwendete

  • Die legis actiones waren extrem formalistisch

51
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Welche Folgen hatte dieses starre System?

  • Kritik durch Cicero und Pomponius.

  • Zu starke Wortklauberei.

  • Vernachlässigung der aequitas (Billigkeit/Fairness).

52
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Was war der Verres-Prozess?

  • 70 v. Chr.

  • Cicero klagt den Statthalter Gaius Verres an.

  • Vorwurf: Ausplünderung Siziliens.

  • Verres geht ins Exil.

53
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Warum helfen die Sizilianer nicht einfach sich selbst?

·       weil zwischen ihm und den Sizilianern bereits eine Beziehung bestand -> Er war früher Quästor dort -> Dadurch entstand Vertrauen

Gerichtsvertretung beruhte häufig auf persönlichen Beziehungen

54
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Warum übernimmt überhaupt jemand so einen Prozess?

  • Wegen der Patronage.

  • Recht beruhte auf persönlichen Beziehungen.

  • Verantwortung und Loyalität gegenüber dem Klienten (fides).

55
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Wie ein Patron selbst seine Aufgabe begründet

Begründung mit:

  • Verantwortung

  • Verpflichtung

  • Schutz

  • gegenseitige Loyalität

️ praktisch der Einstieg in den Begriff fides

56
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Was ist die Fides?

Vertrauen, Treue und Loyalität in persönlichen Beziehungen

57
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Was ist der Prätor?

  • Seit 366 v. Chr. zuständig für die Rechtsprechung.

  • Prüft die Ansprüche der Kläger.

  • Leitet das Gerichtsverfahren ein.

58
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Wie wurden Prozesse ursprünglich geführt?

  • Vor der Volksversammlung (Komitialprozess).

  • Erfolg hing oft vom gesellschaftlichen Einfluss ab.

  • Patronage spielte eine wichtige Rolle.

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Was änderte sich 149 v. Chr.?

  • Einführung ständiger Gerichtshöfe (quaestiones perpetuae).

  • Dauerhafte Gerichte.

  • Weiterentwicklung der Rechtsformeln.

60
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Was änderte sich 81 v. Chr.?

Zuständigkeit der Gerichtshöfe wurde auf Kapitaldelikte erweitert

61
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Was ist eigentlich diese Rechtsformel?

Formularprozess

Vor dem eigentlichen Prozess

wird eine Prozessformel erstellt.

Diese Formel wird mit dem Prätor festgelegt.

In ihr steht:

• Wer ist Richter?

• Worum geht es?

• Welche Tatsachen sind wichtig?

• Welche Gegenargumente gibt es?

• Worüber soll entschieden werden?

Erst danach entscheidet der Richter anhand dieser Formel.

 

Der Prätor legt die juristischen Spielregeln fest

Der Richter entscheidet später nur innerhalb dieser Regeln

62
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Wie läuft ein Strafprozess von Anfang bis Ende?

1.       Prüfung

  1. Aufnahme der Klage

  2. Verhör

  3. Untersuchung

  4. Plädoyers

  5. Beweise

  6. Abstimmung

  7. Urteil

63
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Verhältnis Patron & Klient - Warum gewinnt eigentlich nicht jeder gleich leicht einen Prozess?

  • Rom war keine Gesellschaft mit gleichen Chancen.

  • Patron und Klient standen in einer Vertrauensbeziehung (fides).

  • Der Patron vertrat den Klienten sorgfältig (diligentia).

  • Der Klient schuldete Loyalität.

  • Patronage prägte Gesellschaft und Politik

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Welche Rolle übernimmt der Patron eigentlich vor Gericht?

  • Die Verteidigung eines Klienten brachte Ansehen.

  • Eine Anklage war riskanter.

  • Ein schlechter Verteidiger verlor seine fides (Ansehen und Vertrauen).

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Wie wurde der Patron bezahlt?

  • Verteidigungen wurden häufig bezahlt.

  • Zu hohe Honorare waren gesetzlich begrenzt (z. B. lex Cincia).

  • Ideal: Hilfe aus gesellschaftlicher Verpflichtung (gratia).

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Welche Bedeutung hatten Gerichtspatronen für die römische Gesellschaft?

  • Langfristige Beziehung zwischen Patron und Klient.

  • Grundlage gegenseitigen Vertrauens.

  • Einfluss auf Politik, Wahlen und Gerichtsverfahren.

  • Patronage prägte das gesellschaftliche Leben.

67
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Inwiefern war das Patronat eine Sozialstruktur?

  • Patronage durchzog das gesamte soziale Leben.

  • Menschen waren in viele gegenseitige Verpflichtungen eingebunden.

68
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Wofür steht Inimicitia?

  • Feindschaft.

  • Ein Patron konnte die Feindschaften seines Klienten übernehmen.

69
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Wofür steht Dignitas?

  • Ansehen, Ehre und gesellschaftlicher Ruf.

  • Mehr dignitas bedeutete mehr politischen Einfluss.

70
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Was passiert, wenn ein Patron mehreren Menschen verpflichtet ist?

Verpflichtungen wurden nach Rang geordnet:

  1. Familie

  2. Verwandte

  3. weitere Beziehungen

Belastung seiner fiedas → Wenn seine Verpflichtungen sich überschneiden, muss der Patron Prioritäten setzen

71
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Welche Folgen hat das für den Patron als Redner?

  • Er war vielen Einflüssen ausgesetzt.

  • Gleichzeitig gewann er Ansehen und Einfluss.

  • Ein großes Netzwerk stärkte seine politische Stellung

72
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Was passiert, wenn dieser Einfluss missbraucht wird?

  1. Einfluss auf Richter und Geschworene.

  2. Einschüchterung und Gewalt.

  3. Beziehungen als Machtinstrument.

  4. Patronage konnte zum persönlichen Vorteil genutzt werden.

73
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Welche Bedeutung hatte das für die politische Karriere?

  • Gerichtsreden eröffneten Aufstiegschancen.

  • Ansehen war entscheidend für die politische Karriere.

  • Durch die ständigen Gerichtshöfe konnten mehr Menschen bekannt werden

74
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Wie wurden Gerichtsredner ausgebildet?

·Ausbildung zunächst innerhalb der Familie.

  • Später bei erfahrenen Patronen bzw. Lehrern.

  • Einfluss der griechischen Rhetorik.

75
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Cicero als Gerichtsredner

  • Keine alte Senatorenfamilie.

  • Politischer Aufstieg durch seine Redekunst.

  • Rhetorik als Schlüssel zum Erfolg

  Cicero = Beispiel für politischen Aufstieg durch Gerichtsreden

76
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Iudicia privata (Privatprozesse)

  • Nicht nur das Recht entschied.

  • Wichtig waren auch:

    • dignitas,

    • auctoritas,

    • Glaubwürdigkeit der Zeugen

  • Das gesellschaftliche Ansehen spielte eine große Rolle

  Im Privatprozess entschied nicht nur das Recht

Auch gesellschaftliches Ansehen war wichtig

77
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Iudicia publica (öffentliche Prozesse)

  • Politisch besonders wichtig

  • Öffentliches Publikum

  • Möglichkeit, Ansehen und Bekanntheit zu gewinnen

Öffentliche Prozesse hatten große politische Bedeutung

Sie boten Rednern die Möglichkeit, Ansehen zu gewinnen

78
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Durfte jeder Ankläger werden?

Nein. Die Eignung wurde vorher überprüft

79
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Wer war Catalina?

  • Römischer Adliger

  • Versuchte durch einen Putsch das Konsulat zu erlangen

80
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Wer waren seine Unterstützer?

  1. Rechtlich Benachteiligte.

  2. Wirtschaftlich Benachteiligte.

  3. Menschen, die sich vom Staat nicht mehr geschützt fühlten.

 

·       „Wir wollen den Schutz des Gesetzes zurück“

81
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Warum gab es eine Krise in der Republik ab Mitte des 2. Jh v. Chr?

  • Rom wurde durch Kriege sehr reich.

  • Senatoren kauften große Landgüter (Latifundien).

  • Viele Bauern verloren ihr Land.

  • Soziale und militärische Probleme entstanden.

82
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Welche konkreten Probleme entstanden daraus?

Kernaussage: Durch die Krise tauchen plötzlich politische Probleme auf, die früher keine große Rolle mehr spielten und jetzt gelöst werden müssen

  1. Landnot.

  2. Getreideversorgung.

  3. Vorwurf der Klassenjustiz.

  4. Forderung der italischen Verbündeten nach Bürgerrechten.

83
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Wie reagiert die Nobalität darauf?

  • Lehnt Reformen weitgehend ab.

  • Fürchtet Macht- und Kontrollverlust.

  • Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst

 

Kernaussage: Die Bevölkerung wird immer unzufriedener

·       entstehen die ersten Reformbewegungen

= politische Konflikt verschärft sich

 

84
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Welche Reformbewegungen entstehen?

  1. Tabellargesetze → geheime Abstimmung.

  2. Spaltung der Nobilität.

  3. Ackergesetz des Tiberius Gracchus (133 v. Chr.): Rückgabe von Staatsland an arme Bürger.

85
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Was änderten die Tabellargesetze (140–130 v. Chr.)?

Einführung der geheimen Abstimmung.

86
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Welche Folgen hatten die Tabellargesetze?

  • Bürger konnten freier wählen.

  • Der politische Druck auf die Wähler nahm ab

87
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Was bedeutet die Spaltung der Nobilität?

  • Die Senatoren waren nicht mehr geschlossen einer Meinung.

  • Es entstanden politische Lager

88
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Warum war die Spaltung der Nobilität so wichtig?

  • Einzelne Senatoren waren nun bereit, gesellschaftliche Probleme aufzugreifen.

  • Der politische Konflikt verschärfte sich.

89
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Was löste die offene Eskalation des politischen Konflikts aus?

Das Ackergesetz des Tiberius Gracchus (133 v. Chr.).

90
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Was wollte Tiberius Gracchus mit seinem Ackergesetz erreichen?

  • Widerrechtlich besetztes Staatsland zurückholen.

  • An arme Bürger verteilen.

  • Mehr Bauern sollten wieder eigenes Land besitzen

91
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Warum stieß das Ackergesetz des Tiberius Gracchus auf so großen Widerstand?

  • Viele Senatoren hätten widerrechtlich besetztes Staatsland zurückgeben müssen.

  • Dadurch wären ihre eigenen Interessen betroffen gewesen.

  • Deshalb lehnten sie das Gesetz ab

92
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Wie reagierte der Senat zunächst auf Tiberius Gracchus?

  • Der Senat versuchte zunächst, Gracchus politisch unter Druck zu setzen.

  • Ihm wurde vorgeworfen, die Einheit des Staates zu gefährden.

93
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Welche Rolle spielte Volkstribun Octavius im Konflikt?

  • Octavius legte sein Veto gegen das Ackergesetz ein.

  • Der Senat hoffte dadurch, das Gesetz zu verhindern.

94
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Wie reagierte Tiberius Gracchus auf das Veto des Octavius?

  • Er ließ Octavius als Volkstribun absetzen.

  • Anschließend wurde das Ackergesetz beschlossen

95
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Welche Folgen hatte der Konflikt um das Ackergesetz?

  • Tiberius Gracchus wurde ermordet.

  • Zehn Jahre später wurde auch Gaius Gracchus ermordet.

  • Reformpolitiker wurden als Tyrannen dargestellt.

  • Gewalt wurde zu einem Mittel der Politik.

96
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Warum war die Ermordung der Gracchen (zwei Brüder) rechtsgeschichtlich bedeutsam?

  • Politische Konflikte wurden zunehmend mit Gewalt statt durch politische Lösungen ausgetragen.

  • Die Krise der Republik verschärfte sich weiter

97
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Welche politischen Richtungen entstanden durch die Krise der Republik?

  • Optimaten

  • Popularen

98
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Wofür standen die Optimaten?

  • Wollten den Senat stärken.

  • Möglichst wenige Veränderungen.

  • Bestehende Ordnung erhalten.

99
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Wofür standen die Popularen?

  • Wollten Reformen.

  • Suchten Unterstützung beim Volk.

  • Wollten soziale Probleme lösen.

  • Bürgerrechte stärken.

100
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Welche Folgen hatte die Entstehung von Optimaten und Popularen?

  • Der politische Konflikt wurde dauerhaft.

  • Politiker brachten immer neue Reformgesetze ein.

  • Die Auseinandersetzungen verschärften sich.