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Emotionspsychologie, Ekel, Scham, Hierarchie, Macht, Kommunikation
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Emotionen - Definition
körperlich-seelische Reaktion auf äußeren oder inneren Reiz → Klassifizierung + Bewertung
Bewertung → Qualität + Intensität
Emotionen - biologisch
zentralnervös ausgelöstes psychophysiologisches Reaktionsmuster
ausgelöst durch spezifisches Ereignis (z.B. Ärger oder Freude über etwas, Angst vor etwas)
Was sind äußere Reize?
Umweltereignisse, Personen, Orte
Was sind innere Reize?
Gedanken, Erinnerungen
Was ist mit Qualität bzgl. Emotionen gemeint?
Art der Emotion, positiv oder negativ
Was ist mit Intensität bzgl. Emotionen gemeint?
Stärke der Emotion
Dauer von Emotionen
Sekunden bis Minuten
Entstehung von Emotionen
Zusammenhang mit neuronalen Prozessen
limbisches System → emotionales Netzwerk durch verschiedene Teile des Gehirns
Wie nennt man das limbische System auch noch?
“emotionales Gehirn”
Aufgaben des limbischen Systems
Entstehung, Aufrechterhaltung + Abklingen von Emotionen
für Entstehung von Emotionen kommunizieren einzelnen Bestandteile über Nervenbahnen
Ablauf der Entstehung von Emotionen
Steuerung startet in Amygdala → Informationen + wahrgenommene Sinneseindrücke erhalten Etikett → Individuum reagiert mit Gefühlsimpuls
Weiterführung der Emotion über Nervenbahnen an benachbarte Zentren in Großhirnrinde
Verarbeitung in Großhirnrinde → Bedeutung der Emotion wird bewertet → Abgleich mit früheren Erfahrungen, werden bestätigt/relativiert
Was ist ein Gefühlsimpuls? Beispiel
zucken, weil es in der leeren Wohnung poltert
Welche Zentren gibt es im Gehirn?
motorische, visuelle, sensorische, gustatorische
Körperliche Erregungen von Emotionen
aufgrund Aktivierung des limbischeen Systems
somatische + vegetative Nervensystem mit Sympathikus + Parasympathikus
Angst (Sympathikus) → Alarm- + Handlungsbereitschaft → Atmung, Herzfrequenz, Muskelspannung, Feuchtigkeit der Haut + Schleimhaut
somatisches Nervensystem
ermöglicht bewusste Handlungen + Aufnahme von Sinnesreizen
Ziel: willkürliche Interaktion mit Umwelt
vegetatives Nervensystem
unbewusst
steuert innere Organe + Stoffwechsel
beinhaltet Sympathikus + Parasympathikus
Sympathikus
versetzt den Körper in Alarmbereitschaft
erhöht Puls, Blutdruck und Atemfrequenz
hemmt die Verdauung
Parasympathikus
Fördert Ruhe, Entspannung und Erholung
senkt den Herzschlag
kurbelt die Verdauung an
Emotion und Verhalten
beinhalten Ausdrucks- + Handlungsaspekte
Mimik, Gestik, Körperhaltung + paraverbales Verhalten
paraverbales Verhalten Beispiel
Stimme erheben
Welche Komponenten einer Emotion gibt es?
Körperliche, kognitive und Verhaltensseite
Was beinhaltet die körperliche Seite?
Zeichen d. Reaktion d. vegetativen Nervensystems
Zeichen d. Reaktion d. vegetativen Nervensystems - Beispiele
Angst → zittern + Flucht
Vor Scham erröten
Weinen vor Trauer
Was umfasst die kognitive Seite?
Ob Person körperliche Erregung als Freude oder Angst empfindet, abhängig v. kognitiven Einschätzung d. Gesamtsituation
Sehr hohe physiologische Erregung → veränderte Wahrnehmung + reduzierte Denkleistung
Was umfasst die Verhaltensseite?
Verhalten durch neg. Emotionen aktiviert + gesteuert
Pos. Emotionen → Höchstleistung möglich
Neg. Emotionen → Vermeidungsstrategien
Mensch in Lage aus Mimik, Gestik + Körperhaltung d. Gegenübers Emotionen abzulesen
Was ist Emotionsarbeit?
Umfasst berufliche Einbringung v. emotionalen Leistungen wie Freundlichkeit, Empathie, Zurückhaltung, Geduld, emotionale Unterstützung bei Genesung + bei Bewältigung v. Pflegebefürftigkeit
Pflegebedürftige erwarten v. PP, dass ihre missliche Lage in Begegnung auffangen + abmildern
Einfluss d. Emotionsarbeit auf eigene Gesundheit v. PP nicht zu unterschätzen
Was ist wichtig bei der Emotionsarbeit für PP?
Verarbeitung d. eigenen + fremden Emotionen
Was passiert wenn Ausgleich zu Emotion oder die Verarbeitung fehlt?
Entwicklung dieser zu psychischen Stressoren
Was sind die Folgen wenn Emotionen sich zu psychischen Stressoren entwickeln?
Burnout Syndrom
Depression
Essstörungen
Stoffgebundene Abhängigkeit
Wie können erlebte Belastungen verarbeitet werden?
Reflexion + Austausch mit Kollegen
Synonym Basisemotionen
Primäre Emotionen
Primäre Emotionen - Erklärung
Angeborene, universelle Reaktionsmuster, die in allen Kulturen vorkommen → Umgang damit variiert → von PP wird erwartet, dass sie transkulturelle Kompetenz besitzt (z.B. Trauer) = transkulturelle Pflege
Direkte, unverfälschte Reaktion auf Umweltreize
Womit sind Basisemotionen assoziiert?
Typischen Handlungen, die dafür da sind um bestimmte Funktionen zu erfüllen
Wie viele Basisemotionen gibt es?
4 & 11 (Unterscheidung je nach Forschungsansatz)
Welche Regeln gelten während Pflegebeziehungen?
Antipathie sollte nicht thematisiert werden
Gespräch über empfundenen Ekel während bspw. Verbandswechsel kann Vertrauensbasis stärken + beziehungsfördernd wirken
Warum ist das Zeigen von Emotionen bei Pflegenden nicht immer angebracht?
Kann schwierig sein, professionelle Balance zwischen Zulassen + Unterdrückung finden
Wieso kann die Unterdrückung von Emotionen von Pflegenden als Belastung wahrgenommen werden?
Keine individuelle Bewältigungsmuster wie bspw. Kommunikation im Team, Supervision vorhanden
Beispiele für Basisemotionen
Angst, Schrecken
Ärger, Wut
Freude, Entzücken
Traurigkeit, Kummer
Bestätigung, Vertrauen
Abscheu, Ekel
Erwartung
Überraschung
Angst, Schrecken - Folge
Sich zurückziehen, entkommen
Angst, Schrecken - Instinkt
Beschützen
Ärger, Wut - Folge
Angreifen, beißen
Ärger, Wut - Instinkt
Zerstören
Freude, Entzücken - Folge
Sich paaren, Besitz ergreifen
Freude, Entzücken - Instinkt
Reproduktion
Traurigkeit, Kummer - Folge
Weinen
Traurigkeit, Kummer - Instinkt
Reintegration
Bestätigung, Vertrauen - Folge
Sich binden, pflegen
Bestätigung, Vertrauen - Instinkt
Vereinigung, dazugehören
Abscheu, Ekel - Folge
Erbrechen, defäzieren
Abscheu, Ekel - Instinkt
Ablehnen
Erwartung - Folge
Prüfen
Erwartung - Instinkt
Erkundigen
Überraschung - Folge
Innehalten, erstarren
Überraschung - Instinkt
Orientierung
Wie entsteht die Emotion Angst?
Wahrnehmung eines bedrohlichen Reizes → physiologische Erregung → erlebte Angst
Angst ist immer unbestimmtes Gefühl (scheint keinen Grund zu haben) → Furcht hat immer konkreten Grund
Warum zittert man - Angst?
Erleben Angst, weil Reaktion; nicht Reaktion, weil Angst
Körperliche Reaktion - Entstehung Angst
Auslösung genereller Alarm— & Handlungsbereitschaft
Welche körperliche Reaktionen bei der Entstehung von Angst gibt es?
Beeinflussung von Atmung, HF, Muskelspannunh, Feuchtigkeit der Haut + Schleimhäute
Kann ungeahnte Kräfte mobilisieren + zu übermenschlichen Leistungen führen, zu denen Mensch normalerweise nicht fähig wäre → gibt physiologische Erklärungen
Physiologische Erklärung - erhöhte Wachsamkeit + Aufmerksamkeit
Ausschüttung Stresshormone von Nebennieren
Physiologische Erklärung - veränderte Herz Kreislauf Funktion
Erweiterung der Herzkranzgefäße zur besseren Durchblutung des Herzens, Herzrasen, Herzklopfen durch Stresshormone
Physiologische Erklärung - beschleunigte Atmung, erweiterte Bronchien
Erhöhter Energie— +Sauerstoffbedarf für Muskeln
Physiologische Erklärung - Aufstellung Körperhaare, kalte Extremitäten
Vasokonstriktion der Gefäße in der Haut
Physiologische Erklärung - unterbrochene Verdauungs- +Ausscheidungsprozesse
Verringerte Durchblutung der Bauchorgane
Physiologische Erklärung - Kloßgefühl im Hals
Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur
Physiologische Erklärung - veränderte/verschwommene Wahrnehmung der Umwelt
Pupillen weiten sich
Physiologische Erklärung - Schwindel
Verstärkte Atmung/Hyperventilation
Physiologische Erklärung - Anstieg der Körpertemperatur
Beschleunigung Stoffwechsel, Anzapfung Energiereserven, Erhöhung d. Blutzucker + Blutfette
Physiologische Erklärung - Schweißausbruch
Kühlung des Körpers
Physiologische Erklärung - Mundtrockenheit
Infolge der Eindickung d. Speichels + Mundatmung
Angstformen
Realangst
Trennungsängste
Angst vor Dunkelheit
Achtmonatsangst
Existenzangst
Pathologische Ängste/Angststörungen
Realangst
Vorliegen oder Bevorstehen bedrohlicher Situation
Abebben i.d.R. wenn Situation geklärt hat nach einigen Augenblicken
Trennungsängste
Zeigen Kleinkinder, wenn von Bezugsperson trennen müssen
Entwicklungsbedingt
Angst vor Dunkelheit
Eher bei Kindern → Angst vor Unbekanntem
Achtmonatsangst
Entwicklungsbedingt
Angst vor fremden Menschen (fremdeln) zu denen Kind nicht will
Existensangst
Muss keine reale Bedrohung vorliegen
Eher diffuse Angst vor schlimmen Situation (bspw. Angst Job zu verlieren)
Pathologische Ängste/Angststörungen
Bspw. Krebsangst, Höhenangst, Panikattacken mit Todesangst
Gefühle - Definition
Erlebnisqualität v. Emotionen (das, was bei Emotionen empfunden wird)
häufig synonyme Verwendung mit Emotionen
subjektives Erleben körperlicher Erregungen im v. Emotionen
weniger spezifisch in Bezug auf auslösenden Faktor (i.V. Emotionen)
Stimmung - Definition
diffuse Grundtönung d. Erlebens für bestimmte Zeit
“weniger intensiv als Emotionen, von längerer Dauer, unbestimmt gerichtet”
milde “Tönung”/Hintergrund d. Erlebens, dauert Stunden bis Tage an, unspezifischer Auslöser, oft keine eindeutige Ursache
Affekt - Definition
“kurzer, intensiver Emotionszustand, mit starker Verhaltensbeeinflussung”
Scham - Begriffserklärung
zu stärksten, unangenehmsten + intimsten Gefühlen
Gefühl d. Verlegenheit oder Bloßstellung
Scham - Funktion
schützend
“Hüterin der menschlichen Würde” → nicht nur eigene, auch die anderer
Scham - körperliche Reaktion
erröten
schwitzen
senken d. Blickes
abwenden d. Körpers
krümmen
Scham - Schutzfunktionen
hilft Regeln einzuhalten, zu respektieren + danach zu handeln
Alarmsignal → warnt vor Situationen, die uns überfordern oder bedrohen
Nähe- + distanzregulierende Funktion + schützt Einzelnen vor Gefahren d. Distanzlosigkeit
Welche Grundformen der Scham gibt es?
Grundbedürfnis nach Anerkennung
Grundbedürfnis nach Schutz
Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit
Grundbedürfnis nach Integrität
Grundbedürfnis nach Anerkennung
Auslösung Schamgefühle → Menschen missachtet, ignoriert, übersehen, wie Luft behandelt, beschimpft oder erniedrigt werden
Grundbedürfnis nach Anerkennung - Vorbeugung
Mitmenschen mit Anerkennung + mit Haltung v. Aufmerksamkeit + Wertschätzung begegnen (→ muss nicht jegliches Verhalten d. Anderen positiv bewertet werden)
Grundbedürfnis nach Anerkennung - Beispiel
wenn man in einer Gruppe v. Menschen was sagen möchte und genau wenn keiner was sagt, man anfängt und jemand dann selbst anfängt + alle der anderen Person zuhören + man selbst ignoriert wird
Grundbedürfnis nach Schutz
Auslösung Scham → Intimes, privates, persönliches öffentlich gemacht wird, entweder aktiv (Mensch zu viel von sich selbst preisgibt) oder passiv (durch andere)
Grundbedürfnis nach Schutz - Vorbeugung
geschützten Raum zur Verfügung stellen, PP mit teils intimen Informationen vertraulich umgehen + sorgfältig unterscheiden, welche für alle wichtig sind + welche nicht
Grundbedürfnis nach Schutz - Beispiel
PP führt Intimpflege an Pat. vor Mit.pat + Besuchern im Zimmer durch, ohne jeglichen Sichtschutz aufzustellen oder Mit.pat/Besucher rauszubitten
Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit
Auslösung Scham → jemand verhält sich “peinlich”, jmd. Werte + Erwartungen seiner Mitmenschen verletzt; Betroffene werden häufig scheel angesehen oder ausgegrenzt oder er befürchtet dieses; geht um Ansehen, eigene Ehre + deren Verlust, als Schande oder Gesichtsverlust erlebt haben
Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit - Vorbeugung
Menschen in ihrer Würde unterstützen, ihnen Zugehörigkeit vermitteln + sie integrieren
Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit - Beispiel
wenn man betrunken ist + sich am nächsten Tag für das schämt, was man im Rausch erzählt hat
Grundbedürfnis nach Integrität
Auslösung Scham → eigenes Ich seine persönlichen Werte verletzt, gegen sein Gewissen handelt, wenn Person vor sich selbst schuldig geworden ist; Scham von Tätern + auch Zeugen eines Unrechts; empfunden als seelische Last + kann ganzes Leben bestehen bleiben
Grundbedürfnis nach Integrität - Vorbeugung
Respektierung d. Werte d. anderen, wichtig auch nach eigenen Werten zu handeln, um nicht vor sich selbst zu schämen
Grundbedürfnis nach Integrität - Beispiel
unüberlegtes Handeln oder impulsive Aussagen, um Teil von etwas zu sein, die einem im Nachhinein total unangenehm sind
Masken von Schamgefühlen
Mobbing
Coolness
Kontrolle durch Handeln
Masken von Schamgefühlen - Mobbing
eigene Eigenschaften, für die Person schämt → Projektion auf andere
Masken von Schamgefühlen - Coolness
eigene Unsicherheit + Selbstzweifel → Verstecken hinter Fassade v. Arroganz
Masken von Schamgefühlen - Kontrolle durch Handeln
Unsicherheit, Scham als Grund, um Situation umzuwandeln + … zu haben