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Vokabel-Flashcards zur Vorlesung 'Einführung in die Politische Theorie und Ideengeschichte' basierend auf dem Vorlesungsskript, abdeckend von der Antike bis zur Moderne.
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Empirisch-analytische Theorie (Leidhold)
Ein Modell, bei dem empirische Methoden Erkenntnisse produzieren, die von der Theorie in einen Zusammenhang allgemeiner Gesetzesaussagen gebracht werden.
Maieutik
Die von Platon als 'Hebammenkunst' bezeichnete argumentative Form, die auf die Befreiung vom Scheinwissen durch Elenktik (Widerlegung) abzielt.
Episteme vs. Doxa
Die platonische Unterscheidung zwischen wahrem Wissen (episteme) und bloßer Meinung oder Erscheinung (doxa).
Zoon politikon
Der aristotelische Begriff für den Menschen als ein von Natur aus auf Gemeinschaft und den Staat hin angelegtes Wesen.
Meson/Mesotes
Die aristotelische Orientierung am 'mittleren Maß', durch welche die Tugend (arete) mittels richtiger Überlegung (logos orthos) erreicht wird.
Civitas Dei vs. terrena civitas
Die zentrale Unterscheidung bei Augustinus zwischen dem Gottesstaat (Gottesbürgerschaft) und dem irdischen Staat (Erdenbürgerschaft).
Al-Farabis Begriff der Stadt
Eine vollkommene Gemeinschaft, in der Menschen durch das Befolgen der Prinzipien der Vollkommenheit unter einem ethisch und intellektuell qualifizierten Herrscher Glückseligkeit erreichen.
Virtù (Machiavelli)
Der Begriff für Tüchtigkeit und politisches Geschick, die ein Herrscher benötigt, um Macht zu gründen und gegen das Schicksal (fortuna) zu stabilisieren.
Souveränität (Jean Bodin)
Die absolute und dauerhafte Staatsbeschreibung, bei der der Fürst nur dem göttlichen und dem Naturrecht unterworfen ist, aber über das positive Recht verfügt.
Bellum omnium contra omnes
Thomas Hobbes' Kennzeichnung des Naturzustands als 'Krieg aller gegen alle', bedingt durch menschliche Gleichheit, Konkurrenz und Unsicherheit.
Besitzliberalismus (Locke)
Die Theorie, dass das Ziel des Gesellschaftsvertrags der Schutz von Eigentum ist, welches Leben, Freiheit und Vermögen umfasst.
Volonté générale
Der 'Gemeinwille' bei Rousseau, der die Grundlage des Gesellschaftsvertrags bildet und dem sich die Bürger unterwerfen, um bürgerliche Freiheit zu erlangen.
Kategorischer Imperativ
Immanuel Kants moralisches Grundgesetz: 'Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.'
Autoren- und Adressatengleichheit
Die demokratische Kernidee bei Rousseau und Kant, dass das Volk, welches den Gesetzen unterworfen ist, auch deren Urheber sein muss.
Tyrannei der Mehrheit
Alexis de Tocquevilles Diagnose über die Gefahr in Demokratien, dass der absolute Herrschaftsanspruch der Mehrheit die individuellen Freiheiten bedroht.
Das Politische (Carl Schmitt)
Ein Intensitätsbegriff, der auf der spezifischen Unterscheidung von Freund und Feind beruht.
Natalität
Hannah Arendts Begriff für die menschliche Fähigkeit zum Neuanfang durch gemeinsames Handeln, welches den eigentlichen Sinn von Politik (Freiheit) darstellt.
Schleier des Nichtwissens (veil of ignorance)
Das Gedankenexperiment von John Rawls, bei dem Individuen im Urzustand Gerechtigkeitsprinzipien wählen, ohne ihre eigene soziale Position oder Identität zu kennen.
Capabilities approach
Martha Nussbaums Ansatz, der Gerechtigkeit über die Ermöglichung wesentlicher menschlicher Grundfähigkeiten (wie Gesundheit, Reflexion, Bindungen) definiert.
Gouvernementalität (Foucault)
Die Untersuchung der modernen Regierungskunst als produktive Machttechnik, die durch Biopolitik die Konstitution von Subjekten beeinflusst.
Homo sacer
Eine Figur des Ausnahmezustands bei Giorgio Agamben, die das auf das 'bloße Leben' reduzierte menschliche Dasein innerhalb einer rechtlichen Leere beschreibt.