1/9
Diese Flashcards decken die wesentlichen Konzepte aus der Vorlesung zu Aufmerksamkeit und Bewusstsein ab, einschließlich Schlafphasen, Schlafstörungen, Modellen der selektiven Aufmerksamkeit und automatischen Verarbeitungsprozessen.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai | Chat |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Selektive Aufmerksamkeit
Das ist die bewusste Konzentration unseres Kopfes auf einen ganz bestimmten Reiz aus der Umwelt, während alle anderen Reize gleichzeitig ausgeblendet werden.
Beispiel: Beim Cocktailparty-Effekt filterst du aus dem lauten Stimmengewirr eines Raumes sofort heraus, wenn am anderen Ende jemand deinen eigenen Namen ausspricht.
Inattentional Blindness (Unaufmerksamkeitsblindheit)
Das Phänomen, bei dem man ein völlig unerwartetes Objekt, das direkt im Blickfeld auftaucht, komplett übersieht, weil die Aufmerksamkeit gerade extrem stark auf eine andere Aufgabe gelenkt ist.
Beispiel: Beim berühmten Gorilla-Experiment zählt man konzentriert die Ballpässe eines Teams und übersieht dabei völlig, dass ein Mensch im Gorilla-Kostüm mitten durchs Bild läuft.
Change Blindness (Veränderungsblindheit)
Ein Phänomen der Aufmerksamkeit, bei dem wir selbst große, auffällige Veränderungen in einer visuellen Szenerie überhaupt nicht bemerken, wenn sie zum Beispiel während eines kurzen Blinkens oder Schnitts passieren.
Beispiel: Du fragst jemanden nach dem Weg; kurz wird die Sicht durch eine vorbeigetragene Tür versperrt, und danach steht ein völlig anderer Mensch vor dir – und du merkst es meistens gar nicht.
Dichotisches Hören
Das ist ein experimentelles Verfahren zur Untersuchung unserer Aufmerksamkeit. Dabei bekommt eine Testperson über Kopfhörer auf dem linken und dem rechten Ohr gleichzeitig völlig unterschiedliche Informationen vorgespielt.
Beispiel: Auf dem linken Ohr hörst du eine Wettervorhersage und auf dem rechten Ohr gleichzeitig eine Kochanleitung, um zu testen, wie gut du ein Ohr ignorieren kannst.
Filtermodell (Broadbent)
Dieses Modell der selektiven Aufmerksamkeit geht davon aus, dass unwichtige Informationen schon ganz früh im Gehirn nach rein physikalischen Merkmalen (wie der Tonhöhe) komplett ausgefiltert werden, damit unser Kopf nicht überlastet.
Beispiel: Du hörst einer Frau zu und filterst die tiefere Stimme eines Mannes im Hintergrund komplett aus, noch bevor du überhaupt verstehst, was der Mann sagt.
Dämpfungsmodell / Attenuationstheorie (Treisman)
Dieses Modell besagt, dass nicht beachtete Informationen nicht komplett blockiert werden. Sie werden stattdessen wie mit einem Lautstärkeregler in ihrer Intensität stark abgeschwächt, können aber bei wichtigen Reizen sofort wieder durchkommen.
Beispiel: Du ignorierst das Gemurmel der Kollegen, aber wenn das Wort „Feuer“ fällt, springt deine Aufmerksamkeit sofort an, weil der Filter durchlässig ist.
Theorie der späten Selektion (Deutsch & Deutsch)
Dieses Modell geht davon aus, dass wir alle ankommenden Informationen erst einmal vollständig im Kopf verarbeiten und verstehen. Die Auswahl, was davon wichtig ist, findet also erst zu einem sehr späten Zeitpunkt statt.
Beispiel: Du hörst im Hintergrund Fernsehen. Obwohl du nicht hinhörst, versteht dein Gehirn die Wörter, sortiert sie aber als unwichtig aus, bis ein spannendes Thema genannt wird.
Automatische Verarbeitung & Stroop-Test
Die automatische Verarbeitung beschreibt schnelle Prozesse, die unbewusst und unvermeidbar ablaufen und keine geistige Kapazität verbrauchen. Das zeigt der Stroop-Test, bei dem das automatische Lesen uns bei der Benennung von Farben stört.
Beispiel: Wenn das Wort „GRÜN“ in roter Farbe gedruckt ist, liest dein Kopf automatisch das Wort, wodurch es dir schwerfällt, schnell das Wort „Rot“ auszusprechen.
Multitasking
Echtes, gleichzeitiges Multitasking bei schwierigen Aufgaben ist ein reiner Mythos. Unser Gehirn macht stattdessen ein extrem schnelles Hin- und Herwechseln zwischen den Aufgaben (Task-Switching), was viel Zeit und Energie kostet.
Beispiel: Wer beim Autofahren eine Nachricht tippt, lenkt und schreibt nicht gleichzeitig, sondern das Gehirn springt im Millisekundentakt zwischen Straße und Handy hin und her.
Aufmerksamkeitssteuerung (Reize vs. Persönlich)
Unsere Aufmerksamkeit wird durch zwei Dinge gelenkt: Entweder von außen durch physikalische Reize (wie extreme Größe, Knallfarben oder laute Bewegung) oder von innen durch persönliche Faktoren (wie aktuelle Bedürfnisse, Motive und Erwartungen).
Beispiel: Ein bunt blinkendes Schild zieht deine Aufmerksamkeit automatisch an (Reiz). Wenn du aber hungrig bist, sticht dir ein Schild von einem Bäcker sofort ins Auge (persönlich).