BWL I

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62 Terms

1
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Betriebswirtschaftslehre (BWL)

Erforscht und vermittelt Kenntnisse zu wirtschaftlichen Handlungen in Betrieben (Herstellung von Gütern), mit dem Ziel effizienter Entscheidungen unter knappen Ressourcen zur bestmöglichen Bedürfnisbefriedigung.

2
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Betrieb

Selbstständig entscheidende, unter eigenem Risiko handelnde Organisation, deren Aufgabe die Herstellung von Sach- und Dienstleistungen zur Deckung von Bedarfen ist.

3
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Wirtschaften (Definition)

Planmäßige und effiziente Entscheidung über knappe Ressourcen zur bestmöglichen Bedürfnisbefriedigung.

4
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Allgemeine BWL (ABWL)

Befasst sich mit übergreifenden Aspekten unternehmerischen Handelns, gegliedert nach Funktionsbereichen wie Beschaffung, Produktion, Absatz, Rechnungswesen (funktionelle Gliederung).

5
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Spezielle BWL

Betrachtet einzelne Wirtschaftszweige, z. B. Industrie-, Handels-, Bank- oder Versicherungsbetriebslehre (institutionelle Gliederung).

6
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Modell (in der BWL)

Strukturgleiche bzw. strukturähnliche Abbildung eines Teilzusammenhangs der Realität zur Gewinnung, Formulierung und Überprüfung betrieblicher Erkenntnisse.

7
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Beschreibungsmodell

Beschreibt betriebswirtschaftliche Erscheinungen, ohne sie zu erklären (z. B. das betriebliche Rechnungswesen).

8
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Erklärungsmodell

Erklärt die Ursachen betrieblicher Sachverhalte und Abläufe (z. B. Modelle zur Bedarfsprognose).

9
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Entscheidungsmodell

Führt Entscheidungsvariablen, Zielgrößen und Nebenbedingungen zusammen, um Entscheidungen zu treffen (z. B. optimale Bestellmenge).

10
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Sektoren der Wirtschaft

Primärer Sektor (Landwirtschaft/Rohstoffe), sekundärer Sektor (Industrie/Weiterverarbeitung), tertiärer Sektor (Dienstleistungen).

11
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Outsourcing

Auslagerung von Tätigkeiten, die außerhalb der Kernaktivitäten eines Unternehmens liegen, an externe Dienstleister.

12
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Strategisches Dreieck / Wettbewerb

Spannungsfeld zwischen Unternehmen, Kund:innen und Konkurrenz, in dem ein Gleichgewicht gesucht werden muss.

13
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Strategische Wettbewerbsfaktoren

Kosten, Qualität, Flexibilität und Zeit als entscheidende Dimensionen im Wettbewerb.

14
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Arbeiten 4.0

Verzahnung von Industrie 4.0, Logistik 4.0 und digitalisierter, vernetzter Arbeitswelt.

15
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System (Unternehmen als System)

Offenes (Beziehungen nach außen), dynamisches (verändert sich mit der Zeit) und komplexes (nicht vollständig überschaubares) Gebilde.

16
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Selbstreaktionsweisen vernetzter Systeme

Rückkopplungseffekte, Schwellenwerte, Selbstregulation und Umkippeffekte.

17
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Weiche Daten

Qualitative, schwer oder nicht quantifizierbare Aspekte, z. B. Motivation, Zufriedenheit, Attraktivität.

18
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Stakeholder

Personen, Gruppen, Institutionen oder Organisationen, die an einem Unternehmen teilhaben oder von dessen Entscheidungen betroffen sind und von deren Unterstützung der Unternehmenserfolg abhängt.

19
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Homo oeconomicus

Modell des rein rational handelnden Menschen mit vollständiger Information, der Entscheidungen nach dem Rationalprinzip trifft.

20
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Rationalprinzip

Entscheidung auf Basis vollständiger Information über alle Handlungsalternativen zur bestmöglichen Nutzenmaximierung.

21
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Beschränkt-rational handelnder Mensch

Trifft aufgrund begrenzter Informationsverarbeitung, Zeit und Ressourcen keine optimalen, sondern zufriedenstellende Entscheidungen ("satisficing").

22
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Human-Relations-Ansatz

Untersucht die Wirkung sozialer Faktoren (z. B. Gruppenidentität, Gruppennormen) auf Arbeitsleistung und -motivation ("social man").

23
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Human Resource Model

Stellt die individuellen Potenziale, Fähigkeiten und das Streben nach Selbstverwirklichung des Menschen in den Vordergrund ("complex man").

24
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Knappe Güter

Güter, die zeitlich, örtlich, qualitativ oder mengenmäßig nicht ausreichend verfügbar sind und daher einen Preis haben (Gegensatz: freie Güter).

25
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Bedürfnis, Bedarf, Nachfrage

Bedürfnis = Wunsch zur Mangelbeseitigung

26
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Bedürfnispyramide nach Maslow

5 Stufen: physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, soziale Bedürfnisse, Anerkennung, Selbstverwirklichung (Stufen 1-4 = Mangelbedürfnisse, Stufe 5 = Wachstumsbedürfnis).

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Gewinn

Positive Differenz aus Erträgen (Wert erbrachter Leistungen) und Aufwand (Wert verbrauchter Leistungen) einer Periode.

28
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Ökonomisches Prinzip

Minimumprinzip (Ziel mit geringstem Aufwand erreichen), Maximumprinzip (bei gegebenem Aufwand höchstes Ergebnis), Extremumprinzip (optimales Verhältnis von Ergebnis und Aufwand).

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Produktivität

Verhältnis von Outputmenge zu Inputmenge (mengenmäßig, z. B. Stück je Arbeitsstunde).

30
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Wirtschaftlichkeit (Effizienz)

Verhältnis von bewerteter Outputmenge zu bewerteter Inputmenge (in Geldeinheiten).

31
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Effektivität

Verhältnis von erreichtem Ergebnis zum gesetzten Ziel (Zielerreichungsgrad).

32
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SMART-Kriterien

Ziele sollten Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch und Terminiert formuliert sein.

33
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Ökonomische Ziele

Ziele rund um Gewinn, Liquidität und Rentabilität – gelten als zwingende Voraussetzung für das Bestehen von Unternehmen.

34
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Rentabilität

Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital (Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital

35
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Return on Investment (ROI)

Errechnet sich aus Umsatzrentabilität (Gewinn/Umsatz) multipliziert mit Kapitalumschlag (Umsatz/Gesamtkapital).

36
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Zielbeziehungen

Komplementär (Ziele fördern sich gegenseitig), konkurrierend (Ziele behindern sich), indifferent (keine gegenseitige Wirkung).

37
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Präferenzordnung

Rangfolge bzw. Gewichtung von Zielen, wenn mehrere, insbesondere konkurrierende Ziele vorliegen.

38
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Rangordnung (Ziele)

Gliederung in Ober-, Zwischen- und Unterziele in einer Zweck-Mittel-Beziehung, um übergeordnete Ziele zu operationalisieren.

39
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Zeitliche Ziele

Kurzfristig (innerhalb eines Jahres), mittelfristig (bis 5 Jahre), langfristig (über 5 Jahre).

40
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Entscheidungsprozess

Gesamtheit der Schritte von der Problemformulierung über die Suche und Bewertung von Handlungsalternativen bis zur Entscheidung.

41
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Erwartungswert (Entscheidung unter Risiko)

Summe aus den Ergebniswerten der Szenarien einer Alternative, jeweils multipliziert mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit.

42
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Standortentscheidungen

Entscheidungen über Anzahl und geografische Lage der Orte, an denen Leistungen erstellt und/oder abgesetzt werden.

43
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Ziel der Standortwahl

Langfristig größtmöglicher Nettogewinn nach Steuern, dort wo die Differenz aus standortbedingten Erträgen und Aufwendungen maximal ist.

44
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Nutzwertanalyse

Bewertungsmethode zur Standortwahl: additive Zusammenführung gewichteter Teilnutzwerte je Standortfaktor zu einem Gesamtnutzwert.

45
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Rechtsformen (Grundunterscheidung)

Öffentlich-rechtliche (z. B. Eigenbetrieb) und privatrechtliche Unternehmen (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften).

46
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GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

Personengesellschaft, mind. 2 Gesellschafter, die persönlich für Verbindlichkeiten haften

47
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OHG (Offene Handelsgesellschaft)

Personengesellschaft für den Betrieb eines kaufmännischen Gewerbes, Gesellschafter haften wie bei der GbR persönlich

48
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KG (Kommanditgesellschaft)

Personengesellschaft mit unbeschränkt haftenden Komplementären und auf ihre Einlage beschränkt haftenden Kommanditisten

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GmbH

Kapitalgesellschaft, Mindeststammkapital 25.000 Euro, Haftung beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen

50
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Aktiengesellschaft (AG)

Kapitalgesellschaft, Mindestgrundkapital 50.000 Euro, in Aktien zerlegt, Haftung beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen

51
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Societas Europaea (SE)

Europäische Kapitalgesellschaft auf Basis von EU-Recht, ermöglicht Fusionen mit Gesellschaften anderer Mitgliedstaaten.

52
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Rechtsformumwandlung

Änderung der Rechtsform z. B. bei Haftungsänderungen, Investoreneinstieg oder Steuerersparnis

53
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Stelle (Organisation)

Kleinste organisatorische Einheit

54
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Aufbauorganisation

Regelt die Beziehungen zwischen Personen, Abteilungen und Sachmitteln (Kommunikations- und Leitungsstrukturen).

55
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Ablauforganisation

Legt die zeitliche, räumliche und personelle Strukturierung von Arbeitsprozessen fest.

56
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Organigramm

Grafische Darstellung der Aufbauorganisation eines Unternehmens.

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Einlinienmodell

Jede untergeordnete Einheit ist nur einer einzigen übergeordneten Einheit unterstellt

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Stabsstellen

Unterstützen zentral andere Unternehmensbereiche, haben aber keine Weisungsbefugnis (z. B. IT, Personalabteilung).

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Mehrlinienmodell

Stelleninhabende sind mehreren weisungsbefugten Leitungsinstanzen zugeordnet

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Funktionale Organisationsform

Gliederung der zweiten Ebene nach Verrichtungen/Funktionen (z. B. Einkauf, Produktion, Vertrieb).

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Divisionale Organisationsform (Spartenorganisation)

Gliederung der zweiten Ebene nach Objekten, Regionen oder Produkten, meist zur besseren Kundenorientierung.

62
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Matrixorganisation

Zweidimensionale Organisationsform, die funktionale und divisionale Aspekte gleichzeitig berücksichtigt.