1/72
Looks like no tags are added yet.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai | Chat |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Natürliche Ressourcen
Bestandteile oder Funktionen der Natur, die einen ökonomischen Nutzen haben.
Zu den natürlichen Ressourcen zählt man Rohstoffe, Umweltmedien wie Luft oder Wasser, Fläche, strömende Ressourcen wie Erdwärme oder Wind- und Sonnenenergie, sowie Biodiversität einschließlich genetischer Vielfalt.
Rohstoffe
Natürliche Ressourcen, die ihrer natürlichen Quelle entnommen werden und als Betriebsstoffe für weitere Verarbeitungsstufen (Wertschöpfung) oder direkt konsumiert werden.
Einteilung der Rohstoffe erfolgt nach Ursprung, Stoffeigenschaft und Verwendung: Energierohstoff, metallischer / mineralischer Rohstoff, nachwachsender Rohstoff
Energiewirtschaft
der Teil der Wirtschaft, der sich dem Einsatz von Mitteln zur Deckung des Energiebedarfes widmet und umfasst die Bereiche der Energiegewinnung, Energieumwandlung, Energieverteilung und Energieanwendung
Rohstoffwirtschaft
Beschreibung, Erklärung, Prognose und Gestaltung wirtschaftlicher Zusammenhänge und Entwicklungen auf dem Rohstoffsektor.
Rohstoffwirtschaft erstreckt sich von der Suche über die Gewinnung bis zur Verarbeitung der Rohstoffe und hat volks- und betriebswirtschaftliche Bezüge.
Im Rahmen der betrieblichen Funktionen Beschaffung und Absatz werden die Beziehungen zwischen Rohstoffproduzent und Rohstoffverwender bzw. verbraucher und evtl. nötigen Institutionen (z.B. Börsen) behandelt.
Primärenergie
In der Natur vorkommende Energieformen wie fossile Energieträger, Kernbrennstoffe oder regenerative Energien vor der Umwandlung.
Nutzenergie
ist die Energie, die nach der letzten Umsetzung in den Geräten des Endverbrauchers zur Verfügung steht.
Wirkungsgrad (η)
η=AufwandNutzen
Ein Maß für die Güte einer Energieumwandlung
Exergie
Anergie
Der Anteil an Energie, der Arbeit leisten kann.
Der Anteil der Energie, der nicht genutzt werden kann.
Primärrohstoff
Sekundärrohstoff
Natürliche Ressourcen, die noch keiner Bearbeitung unterlagen.
Rohstoffe, die durch Wiederverwertung (Recycling) gewonnen werden.
Reserven
Ressourcen
Statische Reichweite
Bekannte Vorkommen, die mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbar sind.
Nachgewiesene, aber derzeit nicht wirtschaftlich gewinnbare oder noch nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche Mengen an Rohstoffen.
Das Verhältnis der Reserven zum Verbrauch des Vorjahres.
KRITIKALITÄT VON ROHSTOFFEN Quantifizierungsmethoden:
Kritikalitätsmatrix
Risikoindikator-Aggregation
Zeitreihen- und Szenario-Analysen
Typische Wirkungsgrade
Wasserkraftwerk
Dampfturbine
Wärmeubertrager
GuD-Kraftwerk: Gas- und Dampfturbinenkraftwerk
Kohlekraftwerk:
Windkraftanlage:
Solarzelle:
Geothermiekraftwerk:
Wasserkraftwerk: 80%
Dampfturbine: 90%
Wärmeubertrager: 80%
GuD-Kraftwerk: 60% Gas- und Dampfturbinenkraftwerk
Kohlekraftwerk: 45%
Windkraftanlage: 45%
Solarzelle: 19%
Geothermiekraftwerk: 10%
LCA (Life Cycle Assessment)
Umweltmanagement-Methode zur Analyse der Umweltauswirkungen eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus
4 Phasen der LCA
1. Ziel- und Untersuchungsrahmen: Beschreibung Produktsystem, Bilanzgrenzen, funktionale Einheiten
2. Sachbilanz: Modellierung aller Prozessschritte mit Input- und Outputströmen (Energie, Material, Emissionen)
3. Wirkungsschätzung: Übertragung der Umweltemissionen und Ressourcenverbräuche in Wirkungskategorien
Midpoint-Indikatoren (naturwissenschaftlich messbare Effekte) und Endpoint-Indikatoren (Auswirkungen auf die eigentlichen Schutzgüter, meist aus mehreren Midpoints aggregiert).
4. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
4 Lebenszyklusstadien
Raw Material Extraction / Rohstoffgewinnung → Manufacturing / Herstellung → Use/Nutzungsphase → Disposal/Recycling / Entsorgung bzw. Verwertung
Transport + Transport + Transport + Transport

Midpoint-Indikatoren
Endpoint-Indikatoren
Midpoint-Indikatoren geben eine Aussage über die Umweltauswirkungen von naturwissenschaftlich beschreibbaren Effekten.
Diese Effekte stellen jedoch nur einen Indikator der zu schützenden Bereiche dar.
Beispiel: Lärm, Klimaänderung, Versauerung, etc
Endpoint-Indikatoren geben eine Aussage über die Umweltauswirkungen in den zu schützenden Bereichen.
basieren meist auf mehreren Midpoint-Indikatoren
Beispiel: menschliche Gesundheit, natürliche Umwelt, natürliche Ressourcen, etc.
Mid- und Endpoint Indikatoren dienen der Wirkungsabschätzung von Umweltauswirkungen.
Eine Aktivität (z.B. eine Emission) führt zu wissenschaftlich beschreibbaren Effekten (Midpoint- Indikatoren)
Eine Aktivität kann verschiedene Auswirkungen bzw. Midpoint Indikatoren betreffen, welche zu Midpoints zusammen gefasst werden können.
Jede Auswirkung/ Jeder Midpoint kann zu einem Endpoint führen, welcher die Auswirkungen der betrachteten Aktivität auf die Schutzgüter aufzeigt.

Treibhauseffekt
Speicherung warmer Strahlung in der Erdatmosphäre führt zur Erhitzung der Erdoberfläche.
Stratosphärischer Ozonabbau (Ozonloch)
Abbau der Ozonschicht durch halogene Gase (z.B.. FCKW) hat Zunahme der für Haut und Augen schädlichen UV-Strahlung (Hautkrebs, Grauer Star) zur Folge.
Photochemische Oxidantienbildung (Sommersmog)
Beeinträchtigung und Schädigung von Atmungsorganen, Pflanzen und Tieren durch Bildung bodennahen Ozons.
Eutrophierung
Anreicherung von Nährstoffen und resultierende Überdüngung von Böden oder Gewässern stört biologisches Gleichgewicht.
Versauerung
Ökosysteme verlieren die Fähigkeit, Säuren zu neutralisieren
Abfall des pH-Werts beeinträchtigt Wachstum und Fortpflanzung von Pflanzen und Tieren.
Degradierung der natürlichen Ressourcen
Erschöpfung fossiler und mineralischer Rohstoffe und Energieträger.
Direkte/indirekte Landnutzungsänderungen, die zu Umweltauswirkungen führen, wie z.B. Freisetzung von Kohlenstoffemissionen, Verringerung biologischer Vielfalt…
CO 2 Fußabdruck nach dem „Greenhouse Gas Protocol“
Scope 1: Direkte Emissionen in den Prozessen des Unternehmens / bei der Herstellung des Produktes
Scope 2: Indirekte Emissionen durch die Energiebereitstellung (Strom, Wärme)
Scope 3: Emissionen in der Wertschöpfungskette (z.B. für die Bereitstellung von Rohstoffen und Zwischenprodukten)
Critical Raw Materials Act (CRMA)
EU-Gesetz zur Sicherstellung einer resilienten Versorgung mit kritischen und strategischen Rohstoffen und Reduktion von Abhängigkeiten.
Ziele des CRMA:
Sicherstellung einer resilienten und nachhaltigen Versorgung mit kritischen und strategischen Rohstoffen.
Unterstützung der grünen und digitalen Transformation, v. a. in Schlüsselbereichen wie Batterien, Windkraft, Wasserstoff, Chips und Rüstung.
Reduktion der Abhängigkeit von Drittstaaten (insbesondere China).
Kernelemente des EU Critical Raw Materials Act
Definition strategischer Rohstoffe: Neue Untergruppe innerhalb der kritischen Rohstoffe – besonders relevant für Zukunftstechnologien.
EU-Benchmark-Ziele bis 2030:
10 % der strategischen Rohstoffe aus heimischem Abbau,
40 % der Verarbeitung innerhalb der EU,
15 % des Bedarfs aus Recycling.
"Strategic Projects": Schnellere Genehmigungsverfahren für wichtige Rohstoffprojekte in der EU.
Monitoring & Frühwarnsysteme: Überwachung von Versorgungsketten zur frühzeitigen Risikoerkennung.
Rohstoffpartnerschaften: Ausbau internationaler Kooperationen für nachhaltige und faire Rohstoffversorgung: Afrika (Namibia, Kongo, Sambia, Rwanda), Lateinamerika (Chile, Argentinien, Brasilien), Australien, Kanada
Klimapolitische Instrumente
Ökonomische Instrumente:
Mengensteuerung - Emissionshandelssystem
Preissteuerung - CO2-Abgaben, CO2-basierte Energiesteuerreform, Subventionen
Ordnungsrechtliche Instrumente:
Gebote und Verbote - Inlandsflug-Verbot
Standarts - CO2-Grenzwerte, Energieeinsparverordnung
Informationspolitik
ROHSTOFFPOLITIK - INSTRUMENTE
ORDNUNGSPOLITISCHE INSTRUMENTE (direkte staatliche Eingriffe)
├─ Entnahmerecht, Nutzungsrechte
├─ Lizensierungsstrategien
├─ Lagerstättenschutz und Raumplanung
├─ Genehmigungsrecht, Umweltrecht
└─ Regulierung der Märkte, Preiskontrolle, Subventionen
ÖKONOMISCHE ANREIZE (Mengen- und Preissteuerung)
├─ Produktionsquoten
├─ Abbausteuer (Mengensteuer / Wertsteuer)
├─ Gewinnsteuer, Besteuerung von Zinseinkommen
├─ Verbrauchssteuer
├─ Export-/Importsteuer
└─ Forschungsförderung
Energiebesteuerung
Ziel: Beeinflussung der Konsumenten durch Energiepreise
Energiesteuergesetz (EnergieStG)
Regelung der Besteuerung fossiler und nachwachsender Energieträger
Stromsteuergesetz (StromStG)
Regelung der Besteuerung von elektrischem Strom
Fällt bei Stromerzeuger und bei selbst entnommenen Strom von Eigenerzeugern an
„Ökosteuer“
Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform
Mehrere Maßnahmen, u.a. Einführung der Stromsteuer, Aufschlag auf und Staffelung der damalige Mineralölsteuer
Emissionshandelsrichtlinie (Emissions Trading System (ETS))
Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (DE)
Emissionshandel (ETS) - Ein marktwirtschaftliches Instrument („Cap and Trade"), bei dem eine Obergrenze für CO2-Emissionen festgelegt wird und Zertifikate gehandelt werden.
"Cap and Trade" Prinzip:
1. CAP: Gesamtmenge an Emissionen begrenzen
2. TRADE: Zertifikate handelbar
Betroffene Industrien (~50% EU-Emissionen):
• Stromerzeugung (≥20 MW)
• Stahl-/Eisen-Verhüttung
• Raffinerien
• Zement-, Kalk-, Glas-, Keramik-Produktion
• Papier-/Zelluloseproduktion
• Chemische Industrie
• Luftfahrt (seit 2012)
Funktionsweise: Unternehmen müssen 1 Zertifikat pro Tonne CO2 halten → Können Zertifikate kaufen/verkaufen
Legierung
Ein Stoff, der aus der Verbindung mehrerer Metalle entsteht, wie z. B. Messing (Kupfer und Zink).
Erze
metallhaltige Gesteine und Mineralgemenge, aus welchen mit technischen Methoden und mit wirtschaftlichem Nutzen Metalle oder deren Verbindungen gewonnen werden können
Cutoff grade
Der Metallgehalt im Erz, ab dem ein Abbau wirtschaftlich gerade noch sinnvoll ist.
Industrieminerale – chemische Rohstoffe
jene industriell verwendeten festen anorganischen Stoffe (Ionenverbindungen/Kristalle/Salze), die nicht der Herstellung eines Metalls dienen und welche im wesentlichen monomineralisch sind
Naphta 75% der organischen Chemie in DE
Leichtbenzin, das als Ausgangspunkt für die Herstellung von Basischemikalien in einem Steamcracker dient.
Prinzip der Erdölraffination
Erdölraffination basiert auf der physikalischen Trennung des Rohöls in verschiedene Fraktionen durch Destillation/Rektifikation.
1. Destillation - Trennung von Stoffgemischen aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte.
Ein Stoffgemisch (Rohöl) wird erhitzt, bis bestimmte Bestandteile verdampfen. Dieser Dampf wird anschließend durch Abkühlung wieder kondensiert und so vom restlichen Gemisch getrennt.
2. Rektifikation - Vielstufige Trennung im Gegenstrom von Dampf und Flüssigkeit
In einer Rektifikationskolonne steigen die Dämpfe nach oben, während ein Teil der bereits kondensierten Flüssigkeit wieder herabfließt. Durch den intensiven Kontakt zwischen dem aufsteigenden Dampf und der herabsinkenden Flüssigkeit auf den verschiedenen Böden der Kolonne erfolgt ein ständiger Stoff- und Wärmeaustausch.
Naphta (Leichtbenzin) als Ausgangspunkt für die Herstellung von Basischemikalien im Steamcracker
Naphtha ist ein Produkt der Rohöldestillation (Primärdestillation), bei der Kohlenwasserstoffe nach ihrem Siedeverhalten getrennt werden (Siedebereich ca. 20–75 °C)
Der Steamcracker spaltet die langkettigen Kohlenwasserstoffe des Naphthas in kurzkettige, chemisch reaktive Moleküle auf.
Verfahren: Es handelt sich um eine thermische Pyrolyse, bei der Naphtha zusammen mit Wasserdampf kurzzeitig extrem stark erhitzt wird.
Prozessbedingungen: Die Temperaturen liegen zwischen 800 °C und 900 °C bei einer sehr kurzen Verweilzeit von nur 0,1 bis 0,5 Sekunden.
Trennung: Nach der Erhitzung erfolgt eine schnelle Abkühlung und anschließend die Trennung des Stoffgemisches in verschiedene Fraktionen durch Destillationskolonnen.
Gewonnene Basischemikalien
Ethen (Ethylen) - Polyethylen (PE) für Frischhaltefolien oder Rohre.
Propen (Propylen) - Polypropylen (PP) oder Acrylsäure (z. B. für Windeln).
Pyrolysebenzin (enthält Aromaten wie Benzol, Toluol) - Styrol/Polystyrol oder Dämmstoffe.
C4-Olefine (z. B. Butadien für die Reifenherstellung), synthetischer Kautschuk
Methan (wird oft als Heizgas im Prozess selbst genutzt).
Wasserstoff
Diese Basischemikalien dienen als Ausgangspunkt für komplexe petrochemische Wertschöpfungsketten:
Spezialprodukte: Nylon (Polyamide), PET-Flaschen (aus Paraxylol) sowie diverse Alkohole und Lösungsmittel
Rohstoffbasis der organischen Chemie
Naphta 75%
NachWach Rohstoffe 13%
Erdgas 11%
Einsatz von Erdgas in der chemischen Industrie
Ammoniak; 50% - Wasserstoff, Synthesegas, Düngemittel
Raffinerie; 22% - Entschwefelungsverfahren
Reduktionsverfahren; 7%
Synthesegas-Chemie
Als Synthesegase bezeichnet man Gase, die Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthalten und für diverse chemische Synthesen verwendet werden können

Klassische Syntheserouten

Aktueller Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen
Pflanzliche Öle und tierische Fette: Tenside (Waschmittel), Schmierstoffe, Kosmetik, Oleochemie
Chemiezellstoff (aus Holz) → Basis für Zellstoffchemie (z. B. Viskose, Cellulosederivate)
Stärke und Zucker → Fermentationsrohstoffe (z. B. Bioethanol-Vorstufen, Milchsäure, Bio-Kunststoffe wie PLA) sowie Bindemittel/Füllstoffe
Naturkautschuk/Glyzerin → Kautschukindustrie bzw. Glyzerin als Kuppelprodukt der Biodieselherstellung
Konversion von Biomasse
1. Thermo-chemische Konversion
Biomasse wird unter Hitzeeinwirkung (mit/ohne Sauerstoff) zersetzt:
Pyrolyse (Erhitzung unter Sauerstoffausschluss) → Pyrolyseöl
Vergasung (partielle Oxidation) → Synthesegas, (H₂+CO)
2. Biochemische Konversion
Mikroorganismen/Enzyme wandeln Biomasse biologisch um:
Gärung (anaerober Abbau, z. B. in Biogasanlagen) → Biogas (v.a. Methan)
Fermentation (Zucker → Alkohol durch Hefen) → Ethanol
3. Physikalisch-chemische Konversion
Rein mechanische/chemische Trennverfahren, keine Strukturveränderung des Moleküls:
Pressung/Extraktion von Ölsaaten (Raps, Soja) → Pflanzenöl
Übrig bleibt Restmasse (z. B. Presskuchen, nutzbar als Futtermittel oder energetisch)
Kraftstoffe, Chemikalien, Strom, Wärme

Klassifizierung von Biopolymeren
Zwei unabhängige Klassifizierungskriterien:
Rohstoffbasis: nachwachsend vs. petrochemisch
Abbaubarkeit: abbaubar vs. nicht abbaubar
Wichtig: Beide Kriterien sind unabhängig voneinander – „biobasiert" ≠ „bioabbaubar"!
abbaubar | nicht abbaubar | |
|---|---|---|
nachwachsende Rohstoffe | PLA -Polymilchsäure | Bio-PE - Biomassebasiertes Polyethylen |
petrochemische Rohstoffe | PBAT, PCL | konventionelle Kunststoffe, z. B. PE, PP, PVC - Polyvinylchlorid |
Ein biobasierter Kunststoff kann trotzdem nicht abbaubar sein (Bio-PE = chemisch identisch mit fossilem PE), und ein abbaubarer Kunststoff kann trotzdem aus Erdöl stammen (PBAT).

Kohlenstoffkreisläufe als Basis für eine nachhaltige Chemie
Kohlenstoff möglichst im Kreislauf gehalten werden kann, statt ihn als CO₂ zu emittieren.
Rückführungswege:
Produkte (Nutzungsphase)
Chemie-Produktion (Herstellung)
Die Kreisläufe im Einzelnen
1. Direkte Wiederverwendung
Produkte → Abfall → Wiederverwendung → zurück zu Produkte
(kürzester Kreislauf, kein Rohstoffeinsatz nötig)
2. Werkstoffliche Verwertung (klassisches Recycling)
Abfall → Sortierung → Werkstoffliche Verwertung → Werkstoffe → zurück zur Chemie-Produktion
(z. B. Kunststoff einschmelzen und neu verarbeiten)
3. Rohstoffliche Verwertung (chemisches Recycling)
Abfall → chemische Zerlegung → Rohstoffliche Verwertung* → chemische Grundstoffe → zurück zur Chemie-Produktion
*Depolymerisation, Cracken, Pyrolyse, Vergasung; auch Einsatz als Reduktionsmittel im Hochofen (Stahlerzeugung)
4. Energetische Verwertung (wenn Recycling nicht möglich)
Abfall → Verbrennung → Energie + CO₂
Energie → Energetische Verwertung → Wärme, Strom → Nutzung
CO₂ muss separat behandelt werden
5. Stoffliche CO₂-Nutzung (CCU – Carbon Capture and Utilization)
CO₂ → Abscheidung → Stoffliche CO₂-Nutzung → CO₂ als Rohstoff → zurück zur Chemie-Produktion
(CO₂ wird technisch abgeschieden und direkt als Chemierohstoff eingesetzt)
6. Bioökonomie (natürlicher Kreislauf via Photosynthese)
CO₂ → Photosynthese → Bioökonomie → Biomasse als Rohstoff → zurück zur Chemie-Produktion
(Pflanzen binden CO₂ natürlich, die Biomasse wird dann stofflich genutzt – Anschluss an die vorherigen Folien zu Biomassekonversion/Biopolymeren!)
Zwei begleitende Stellhebel
Design (bei Produkte): Recyclingfähigkeit muss bereits beim Produktdesign mitgedacht werden
Ressourcenschonung bei der Nutzung (Produkte) und Ressourceneffizienz in der Produktion (Chemie-Produktion) als übergeordnete Prinzipien
° API
Maß für die Öldichte, 10° API entspricht Dichte von Wasser
Märkte für Brent Futures
OTC-Märkte für Brent (bilateraler Handel, Forward-Kontrakte):
21-day-Brent: der klassische physische Kassahandel für Brent-Ladungen mit Lieferung 21 Tage im Voraus
Dated Brent: Kontrakte mit konkretem, feststehendem Lieferdatum (näher am Liefertermin als 21-day-Brent)
Brent Swaps: rein finanzielle Kontrakte zur Absicherung von Preisdifferenzen zwischen den Zeitpunkten
Börsenhandel (ICE London):
Brent Futures: standardisierte, börslich gehandelte Terminkontrakte
Brent Options: Optionen auf die Futures
Die berichteten OTC-Marktpreise (v. a. Dated Brent) fließen als Grundlage in die Berechnung des Brent Futures Index ein.
Trotzdem dominieren die Futures-Märkte die OTC-Märkte, weil sie aufgrund höherer Liquidität und Transparenz eine höhere Informationseffizienz aufweisen – Preisänderungen schlagen sich zuerst im Futures-Markt nieder und wirken von dort auf die OTC-Preise zurück.

Transportausgaben für verschiedene Energieträger

Erdöl, Erdgas, Kohle: Entstehung und Zusammensetzung
Öl und Gas bestehen aus den Überbleibseln prähistorischer Land- und Meerestiere sowie Pflanzen (Organismen, Biomasse), die über Millionen von Jahren durch das Gewicht der Gesteinsschichten über ihnen zusammengepresst und eingeschlossen wurden.
Zersetzung und Bildung von Kohlenwasserstoffen durch Einfluss von Bakterien, Geothermie (Wärme) und Druck.
Einschluss unter Ton- und Gesteinschichten
Kohle ist aus Pflanzen entstanden, die abgelagert wurden z.B. in frühzeitlichen Mooren, die nach einer Absenkung überdeckt und damit unter Ausschluss von Sauerstoff Druck und Temperatur ausgesetzt wurden (Inkohlungsprozess)
Unterscheidung zwischen Stein- (Hartkohle) und Braunkohle
Braunkohle ist jünger, hat höheren Wassergehalt und niedrigeren Heizwert
Erdöl
Gemisch aus Kohlenwasserstoffen verschiedenster Zusammensetzung, Schwefel und anderen Elementen
Traditionelles Maß: Barrel, ca. 159l
(Ökonomisch) wichtigste chemische Eigenschaften
Dichte (gemessen in Industriestandard API – American Petroleum Institute), 10° API := Wasser
Schwefelgehalt
Heizwert
Konsequenzen für Weiterverarbeitung / Produktgewinnung, Transportkosten sowie Umweltwirkungen
Erdöl in natürlicher Form i.d.R. nicht in Produktionsprozessen einsetzbar
Charakterisierung von Erdölsorten nach Schwefelgehalt
Süßes Erdöl: Schwefelgehalt < 0,5 %
Saures Erdöl: Schwefelgehalt >= 0,5 %
Leichte Erdölsorten sind tendenziell eher süß, Schwere Erdölsorten sind tendenziell eher sauer
Leichte und süße Sorten werden ökonomisch tendenziell besser bewertet als schwere und saure
Erdöllagerstätten
Konventionell
Konventionelles Mineralöl (Kohlenwasserstoffverbindungen, die bei Umgebungstemperatur flüssig oder halbflüssig lagern)
Nicht-konventionell
Besonders schwere Erdölsorten, sehr zähflüssige Rohöle, Ölsande, Ölschiefer, Bitumenvorkommen
Nicht-konventionelles Erdöl
Ölsande
Sande bzw. Sandsteine die hochviskose Kohlenwasserstoffe enthalten
Durchschnittlich 12 Gew.-% Bitumen
Schwer(st)öl
Hochviskose Öle
Zur Förderung thermische Behandlung notwendig
Ölschiefer
Gesteine mit hohem Anteil noch nicht voll zu Erdöl umgewandelten Materials
Erhitzung in Retortenöfen – synthetisches Rohöl
Handel mit Erdöl
Handel benötigt ein eindeutig definiertes Gut, während Erdöl heterogen ist.
Ca. 190 verschiedene Erdölsorten
Preis wird im Wesentlichen durch relative Dichte, Schwefelgehalt, Säuregehalt (Total Acid Number TAN) bestimmt
Nicht für jede Erdölsorte gibt es einen funktionierenden Markt
10 Sorten haben ca. 1/3 weltweiten Marktanteils
Für die meisten Sorten kein ausreichendes Fördervolumen für liquiden physischen Handel
Peak-Oil-Theorie
Theorie über das Ölfördermaximum, ab dem die weltweite Förderung aus technischen Gründen nicht weiter ausgedehnt werden kann (unausweichliche technische Angebotsrestriktion).
Prognose des Zeitpunktes der maximalen weltweiten Förderung aus konventionellen Lagerstätten.
Annahme: Erreichung der maximale Produktionsmenge, wenn die Hälfte der vorhandenen Lagerstätten ausgebeutet worden ist.
Erdgassorten
Bestandteile: Methan (70-95 % CH4) sowie Kohlen- und Schwefelwasserstoffen
Unterscheidung nach Anteil an Kohlenwasserstoffen
Trockenes Erdgas (dry gas): geringerer Anteil an Kohlenwasserstoffen (niedrigkalorisches L-Gas mit ca. 10 kWh/m³)
Nasses Erdgas: höherer Anteil an Kohlenwasserstoffen (hochkalorisches H-Gas mit ca. 12 kWh/m³)
H-Gas und L-Gas werden in getrennten Leitungsnetzen transportiert
Unterscheidung nach Anteil an Schwefelwasserstoffen
Süßgas(ohne Schwefelwasserstoff)
Lean gas (0–1 % Schwefelwasserstoff)
Sauergas (> 1 % Schwefelwasserstoff)
Konventionelles Erdgas vs. Unkonventionelle Gasvorkommen
Konventionelles Erdgas: natürlich vorkommende Erdgassorten
Unkonventionelle Gasvorkommen: Gesteinsgas (shale gas) oder Flözgas (nahe Kohlevorkommen), Fracking (durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten mit Flüssigkeitsdruck)
Nicht-konventionelles Erdgas
Arten von nicht-konventionellem Erdgas
in dichtem Gestein
in Schiefergestein
in Köhleflözen
Gashydrate
Wenn Erdgas in Poren oder Hohlräumen des Gesteins/ der Kohle eingeschlossen Gewinnung
Gestein durch Einpressen einer Flüssigkeit flächendeckend aufbrechen
Chemikalien halten entstehende Klüfte im Gestein offen
Nach Rückfluss der Flüssigkeit kann die eigentliche Erdgasförderung beginnen.
Nachteil Umweltbeeinträchtigung: Flächenverbrauch, Schadstoffemissionen und Gefahr der Grundwasserverschmutzung
Wirtschaftliches Potential (EE)
Der unter Berücksichtigung von Konkurrenzfähigkeit nutzbare Anteil des technischen Potentials erneuerbarer Energien.
Erdgas: der Weg von der Quelle zum Verbraucher
1. Erdgasgewinnung und -aufbereitung
Erdgasbohrungen fördern das Rohgas
Erdgasaufbereitung inkl. Mengenmessung: Das Rohgas wird gemesst und gereinigt – dabei werden abgetrennt:
Schwefelverbindungen
höhere Kohlenwasserstoffe
Wasser und andere Begleitstoffe
+ Dem Gas wird ein Geruchsstoff zugesetzt (Odorierung), damit Lecks anhand des Geruchs erkannt werden können
→ das Gas erhält die für den Transport nötige, standardisierte Qualität (H-Gas/L-Gas)
2. Ferntransport
Transport über Pipelines, teils über mehrere 1.000 km
Da Gas beim Strömen durch die Leitung an Druck verliert, sind alle 100–150 km Verdichterstationen nötig, die den Druck wieder erhöhen
Untertagespeicher gleichen die saisonalen Schwankungen aus:
Sommer → Einspeicherung (weniger Verbrauch, Gas wird "geparkt")
Winter → Ausspeicherung (hoher Heizbedarf, gespeichertes Gas wird zusätzlich eingespeist)
3. Gasverteilung bzw. Lieferung an Großabnehmer
Druckentspannung und Mengenmessung: Vor der lokalen Verteilung wird der Hochdruck aus dem Ferntransportnetz auf die niedrigeren Druckstufen der Verteilnetze reduziert und die gelieferte Menge exakt erfasst
Von dort Verteilung an die Endabnehmer: Industrie, Haushalt, Gewerbe
Es werden 3 Druckstufen unterschieden:
• Niederdruck (ND): 20–100 mbar
• Mitteldruck (MD): > 100 mbar – 1 bar
• Hochdruck (HD): > 1 bar

Transportmöglichkeiten für Erdgas
Pipeline
Onshore
Offshore
LNG: Liquified Natural Gas (Flüssigerdgas)
Gas-to-liquids: Erzeugung flüssiger Kohlenwasserstoffe via Fischer-Tropsch Synthese oder Methanol durch die Methanolsynthese
Braunkohle vs. Steinkohle
Braunkohlen sind im Vergleich zu Steinkohlen wesentlich jünger
Braunkohlen haben einen hohen Wassergehalt (ca. 50%), einen geringeren Kohlenstoffgehalt und einen geringeren Heizwert als Steinkohlen
Kein Ferntransport
Abbau vor allem im Tagebau
Unterscheidung in Weich- und Hartbraunkohle
Hartkohle
Energieinhalt von ≥ 16.500 kJ/kg
Umfasst Hartbraunkohle, Steinkohlen (Flammkohlen, Fettkohlen, Esskohlen, Magerkohlen) und Anthrazit
Wird weltweit gehandelt
Weichbraunkohle
Energieinhalt < 16.500 kJ/kg
Aufgrund geringeren Energiegehalts und höherer Wasseranteile nicht weltweit gehandelt
Umwandlungssysteme erneuerbarer Energien
Begriffsabgrenzung Erdwärme
Wasserkraft
Kinetische und potentielle Energie einer Wasserströmung wird über ein Turbinenrad in mechanische Rotationsenergie umgewandelt
Antrieb von Maschinen oder Generatoren genutzt werden kann
Ökonomische Bewertung
LCOE (Levelized Cost of Electricity)
Abschätzung der Aufwendungen
Investitionen - Einsatz von Kapital für einen bestimmten Verwendungszweck
Betriebskosten - Wartungs- und Instandhaltungskosten sowie sonstige Aufwendungen (z. B. Reparaturen, Versicherung)
Strom- bzw. Wärmegestehungskosten - Mit der Umwandlung einer anderen Energieform in Strom bzw. Wärme verbundenen Kosten
LCOE (Levelized Cost of Electricity) - Die Stromgestehungskosten, ermittelt aus Investitions- und Betriebskosten mittels der Annuitätenmethode.
Herausforderungen der Nutzung erneuerbarer Energien
Großräumigen Ausgleich der wetterbedingten Fluktuationen der EE notwendig - Wind- und Solarenergie sind stochastisch, d. h. ihre Erzeugung schwankt je nach Wetterlage, Tageszeit und Saison. Dies führt zu einer temporalen Inkongruenz zwischen Energieangebot und -nachfrage
Bessere Orientierung von Stromerzeugung an Nachfrage (Bereitstellung der Residuallast)
Flexibilität des Stromverbrauchs muss erhöht werden
Speicherung von Energie
Zunehmende Übernahme von Systemverantwortung durch EE-Anlagen zum Erhalt der Netzstabilität (in Kombination mit Stromspeichern)
Modernisierung und Ausbau der Stromnetze
Residuallast
Der Teil des Strombedarfs, der nicht durch fluktuierende EE gedeckt wird und durch steuerbare Kraftwerke bereitgestellt werden muss.
Unbundling
Die rechtliche und organisatorische Trennung von Energieerzeugung und Netzbetrieb zur Förderung des Wettbewerbs.
Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland
Tennet TSO
50Hertz Transmission
Amprion
TransnetBW
Merit Order
Einsatzreihenfolge von Kraftwerken an der Strombörse, sortiert nach ihren Grenzkosten (variablen Kosten).
Märkte für Regelenergie: Ausschreibungswettbewerb
Primärregelung: Sekundenbereich; sofort bei Erzeugungsengpass; wird bereitgestellt durch Kraftwerke die am Netz und nicht bereits bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht sind, oder vermehrt durch Batteriespeicher
Ausschreibung durch Übertragungsnetzbetreiber
Sekundärreserve: Sekunden- bis Minutenbereich; löst innerhalb weniger Minuten die Primärregelung vollkommen ab
Ausschreibung durch Übertragungsnetzbetreiber
Minutenreserve: Ablösung der Sekundärreserve
Tägliche Ausschreibung durch Übertragungsnetzbetreiber
Sektorintegration
die technische, wirtschaftliche und regulatorische Verknüpfung der bislang getrennt betrachteten Energiesektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie mit dem Ziel, EE sektorübergreifend zu nutzen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Effizienz des Gesamtsystems zu steigern
Kosten des Netzmanagements
Reservenkraftwerke - Kapazitätsreserve für Versorgungssicherheit
Kraftwerke, die außerhalb des Strommarktes vorgehalten und nur bei Gefährdung der Versorgungssicherheit eingesetzt werden
Sicherstellung der Versorgungssicherheit in Ausnahmesituationen
Redispatch - Anpassung der Kraftwerkseinsätze zur Engpassbeseitigung
Anpassung der Einspeisung von Kraftwerken innerhalb einer Regelzone: Kraftwerke vor einem Engpass fahren herunter, hinter dem Engpass hoch
Beseitigung von Netzengpässen innerhalb eines Stromnetzes.
Countertrading - Grenzüberschreitender Ausgleich von Engpässen durch Stromhandel
Grenzüberschreitende Anpassung von Stromflüssen durch gegenläufige Stromkäufe und -verkäufe in verschiedenen Marktgebieten
Entlastung von Netzengpässen zwischen Marktgebieten bzw. Ländern
Allgemeine Flexibilitätsoptionen
Nachfrageseitige Flexibilität (Demand Side Management)
• Lastverschiebung industrieller Prozesse
• Flexible Stromnutzung in Gewerbe und Haushalten
• Steuerung von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen
• Dynamische Stromtarife zur Lastanpassung
Energiespeicher
• Batteriespeicher (Kurzfristflexibilität)
• Pumpspeicherkraftwerke
• Wasserstoffspeicher (Langfrist- und Saisonalspeicher)
• Thermische Speicher (Wärmespeicher)
Flexible Erzeugung
• Gaskraftwerke / H₂-ready Kraftwerke
• Biomassekraftwerke
• Wasserkraftwerke mit Speicherfunktion
• Virtuelle Kraftwerke zur Bündelung dezentraler Anlagen
Sektorenkopplung
• Power-to-Heat (Wärmeerzeugung aus Strom)
• Power-to-Gas / Wasserstoffproduktion
• Vehicle-to-Grid (Rückspeisung aus Elektrofahrzeugen)
• Nutzung von Fernwärmenetzen als Flexibilitätsoption
Circular Economy
Ein Wirtschaftskonzept, in dem Abfall vermieden wird und Materialien in technischen oder biologischen Kreisläufen zirkulieren.