Neue klassen- & Schichtmodelle

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Neue Klassenmodelle weiter sinnvoll?

Klassenmodelle für moderne Gesellschaften laut Vertretern neuerer Modelle immer noch sinnvoll -> Gesellschaften haben sich verändert, aber soziale Ungleichheiten, unterschiedl. Ressourcen, Machtverhältnisse & Klassenlagen bestehen weiterhin

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Sinn neuer Klassen-/ Schichtmodelle

Versuch: Klassische Modelle modernisieren, ohne die strukt. Dimension soz. Ungleichheit aufzugeben

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Zentrale Vertreter neuer Klassen- & Schichtmodelle

·        Rainer Geißler -> modernes Schichtmodell

·        Erik Olin Wright -> marxistisch orientiertes Klassenmodell

·        John H. Goldthorpe -> an Weber angelehntes Klassenmodell

·        Walter Müller -> moderne Klassenanalyse

·        Reinhard Kreckel -> Zentrum-Peripherie-Modell

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Rainer Geißler

- zentraler Vertreter der neueren Schichtansätze

- versucht klass. Schichtmodelle so weiterzuentwickeln, dass sie auch für moderne Gesellschaften geeignet bleiben

=> knüpft insb. an Geiger & Dahrendorf an

 

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Ausgangspunkt - Geißler

Moderne Gesellschaften sind durch Pluralisierung, Individualisierung & zunehmende Differenzierung vielfältiger geworden

-> Geißler kritisiert jedoch Ansätze, die daraus eine Auflösung soz. Schichten ableiten -> diese hätten soz. Ungleichheit gewissermaßen „wegdifferenziert, wegpluralisiert, wegindividualisiert & wegdynamisiert“


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Grundposition - Geißler

Geißlers Gegenposition: Modernisierung löst soz. Schichten nicht auf, sondern verändert ihre Struktur

-> Schichten bestehen weiterhin, sind aber weniger sichtbar, vielfältiger & durchlässiger geworden -> die Gesellschaft weist weiterhin vertikale Ungleichheitsstrukturen auf

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Zentrale Merkmale von Geißlers Schichtmodell

  1. Fortbestehen vertikaler Ungleichheit (zusätzl. Berücksichtigung horizontaler Ungleichheiten)

  2. Schichtzugehörigkeit & Lebenschancen

  3. Durchlässige & weniger sichtbare Schichten

  4. Unterschiedlich starke Schichtwirkungen (Bsp. konzentr. Kreise)

  5. Bedeutung des Berufs (Bündelung mehrerer Ungleichheitsdimensionen)


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  1. Fortbestehen vertikaler Ungleichheit ->Geißler


→ trotz gesell. Differenzierung bleiben Unterschiede hinsichtlich Bildung, Beruf, Einkommen & Lebenschancen bestehen -> Geißler berücksichtigt zusätzlich horizontale Ungleichheiten, z.B. nach Geschlecht oder Ethnie, hält die vertikale Dimension aber weiterhin für zentral

-> Insb. Bildung & Beruf beeinflussen weiterhin berufl. Möglichkeiten, Einkommen & gesell. Teilhabe

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  1. Schichtzugehörigkeit & Lebenschancen


-> Schichten sind mit unterschiedl. Lebenschancen verbunden, also unterschiedl. Möglichkeiten, gesell. anerkannte Lebensziele zu verwirklichen

-> Schichtzugehörigkeit wirkt dabei strukturierend, aber nicht determinierend: sie beeinflusst bestimmte Wahrscheinlichkeiten, bestimmt Verhalten aber nicht vollständig

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3. Durchlässige & weniger sichtbare Schichten

-> Moderne Schichten besitzen keine klaren Grenzen mehr -> die Unter-, Mittel- & Oberschicht bestehen weiterhin, gehen aber stärker ineinander über

-> zudem ist die Schichtzugehörigkeit im Alltag weniger unmittelbar erkennbar -> sichtbar sind eher unterschiedl. Lebensstile, Konsum- & Freizeitformen; darunter besteht aber weiter eine latente Schichtstruktur, die sich z.B. in Bildungs-, Berufs- & Lebenschancen zeigt

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  1. Unterschiedlich starke Schichtwirkungen


-> Schichtzugehörigkeit beeinflusst verschiedene Lebensbereiche unterschiedlich stark -> Geißler veranschaulicht dies mit konzentrischen Kreisen: Bereiche wie aktive Parteiarbeit stärker schichtabhängig, Teilnahme an Bundestagswahlen relativ schichtneutral

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  1. Bedeutung des Berufs


Beruf bleibt ein zentrales Merkmal soz. Positionen, weil er mehrere Ungleichheitsdimensionen bündelt:

=> Funktion in der Arbeitsteilung + Qualifikation + Einkommen + Prestige + Einfluss

-> deshalb ist der Beruf ein wichtiger Hinweis auf die soziale Lage

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Schicht (Geißler)

= Gruppierung von Personen mit ähnlicher Soziallage & damit verbundenen typ. Lebenschancen & Subkulturen

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Lebenschancen - Geißler

= Möglichkeiten, gesell. anerkannte Lebensziele zu verwirklichen

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Latente Schichtstruktur - GEißler

= weniger sichtbare, aber weiterhin wirksame, soziale Schichtstruktur

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Vertikale Ungleichheit - Geißler

= Ungleichheit entlang einer Hierarchie, z.B. hinsichtl. Einkommen oder Bildung

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Horizontale Ungleichheit - Geißler

= Unterschiede zwischen Gruppen ohne eindeutige Rangordnung, z.B. Geschlecht, Ethnie oder Region

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Verhältnis zu Dahrendorf & klass. Schichtmodellen

Dahrendorf: ebenfalls Orientierung an gesell. Positionen & Lebenschancen, aber stärkerer Schwerpunkt auf Herrschaft & Konflikt

Geißler: stärkerer Schwerpunkt auf soz. Lagen, Schichtung & Lebenschancen

Gegenüber klass. Schichtmodellen übernimmt Geißler die Bedeutung von Bildung, Beruf & Einkommen, erweitert sie aber um Mehrdimensionalität, durchlässigere Grenzen & geringere Sichtbarkeit

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Geißlers Modell

Sein Modell kann als Weiterentwicklung von Dahrendorfs Hausmodell verstanden werden -> aus dem einfacheren „Wohnhaus“ wird eine größere „Residenz“ mit mehr Gruppen & durchlässigeren Grenzen

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Klausurrelevante Kernaussagen:

·        Modernisierung ≠ Auflösung der Schichten: Schichtung besteht weiter, verändert aber ihre Form

·        Vertikale Ungleichheit bleibt zentral, obwohl zusätzl. Horizontale Ungleichheiten berücksichtigt werden

·        Bildung & Beruf bleiben wichtige Einflussfaktoren der Lebenschancen

·        Moderne Schichten sind weniger sichtbar & stärker durchlässig

·        Schichtzugehörigkeit beeinflusst, bestimmt Verhalten aber nicht vollständig

·        Beruf bündelt mehrere Ungleichheitsdimensionen & bleibt deshalb ein zentrales Merkmal soz. Lage

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Merksatz: Geißler

Geißler modernisiert die Schichttheorie, indem er Pluralisierung & Differenzierung moderner Gesellschaften anerkennt, aber die fortbestehende Bedeutung vertikaler Ungleichheit & soz. Schichtung betont

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Kernannahme Geißler

Geißler kritisiert die Vorstellung, dass trad. Schichten in der modernen Gesellschaft einfach verschwinden -> zwar verändern sich Berufe, Bildung, Lebensstile & soz. Mobilität, doch soz. Schichten bleiben relevant, weil sie weiterhin Lebenschancen & Lebensrisiken beeinflussen

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Residenzmodell (Geißler)

= Modell, das soz. Schichten weiterhin als relevante Struktur der Gesellschaft betrachtet, sie aber als verändert, durchlässiger & weniger trennscharf versteht -> die soziale Position wird insb. nach Beruf, Qualifikation, Einkommen, Prestige, Einfluss & Macht bestimmt

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Durchlässigkeit (Geißler)

= Grenzen zwischen Schichten weniger starr; soz. Auf- & Abstiege möglich

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Überlappungshypothese (Geißler)

= Schichten überschneiden sich stärker; Menschen lassen sich nicht mehr eindeutig & vollständig einer einzelnen Schicht zuordnen

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Entschichtung

 = trad. Schichtgrenzen verlieren an Bedeutung & werden weniger eindeutig

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Latenzhypothese

= Schichtzugehörigkeit wirkt teilweise verdeckt, bzw. weniger offensichtlich, beeinflusst aber weiterhin soz. Chancen

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Tertiärisierung

= Bedeutungszunahme des Dienstleistungssektors gegenüber klass. Industrie- & Produktionsberufen

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Veränderung der Sozialstruktur (Geißler)

Modernisierung führt zu erhebl. Veränderungen:

·        Dienstleistungssektor wächst

·        Berufe & Bildungswege differenzieren sich stärker aus

·        Soz. Mobilität nimmt zu

·        Schichtgrenzen werden durchlässiger

·        Lebensstile & Lebenslagen werden vielfältiger

Daraus folgt für Geißler aber nicht, dass Schichten bedeutungslos werden -> vielmehr verändern sie ihre Form

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Wie wirken Schichten weiterhin? (Geißler)

Schichtzugehörigkeit beeinflusst weiterhin Lebenschancen & Lebensrisiken, z.B. Bildungschancen, Einkommen, Gesundheit, polit. Teilhabe

Die Schichtgrenzen sind also weniger starr & sichtbar als früher, ihre Auswirkungen bleiben aber teilweise bestehen -> Schichtunterschiede zeigen sich auch weiterhin in Lebensstilen & soz. Beziehungen, z.B. bei Partnerwahl, Freizeit, Kultur, WOhnort

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Theoretische Besonderheit (Geißler)

Geißler verbindet 2 scheinbar gegensätzliche Beobachtungen: Schichten verändern sich & lockern sich – aber sie verschwinden nicht

Die moderne Gesellschaft ist also stärker differenziert & durchlässig, ohne dass soz. Herkunft & Schichtzugehörigkeit ihre Bedeutung vollständig verlieren

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Individualisierung Geißler)

Geißler übernimmt den Gedanken der Individualisierung, bewertet ihn aber zurückhaltender als Beck:

Menschen haben mehr Wahlmöglichkeiten & weniger feste Lebenswege -> diese Möglichkeiten sind jedoch sozial ungleich verteilt -> Herkunft & Schichtzugehörigkeit beeinflussen weiterhin, welche Bildungswege, Berufe & Lebensstile tatsächlich erreichbar sind

-> Individualisierung ist selbst sozial ungleich verteilt: sie ist besonders in höheren Bildungs- & wohlhabenderen Gruppen ausgeprägt

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Abgrenzung Beck/Geißler

Beck: Die Individualisierung & Entstrukturierung schwächen trad. Klassen- & Schichtbindungen so stark, dass klass. Modelle zunehmend an Erklärungskraft verlieren

Geißler: Die Strukturen verändern sich zwar, aber Schichten bleiben als Einflussfaktor auf Lebenschancen bestehen -> Individualisierung bedeutet daher nicht, dass soz. Herkunft unwichtig wird

Abgrenzung zu Beck:

Beck -> Entstrukturierung stärker betont

Geißler -> Fortbestehen soz. Schichtstrukturen trotz Veränderung

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Kern (Geißler)

Modernisierung -> vielfältigere Lebenslagen + durchlässigere Schichtgrenzen

-> Schichten verändern sich, verschwinden aber nicht

-> Schichtzugehörigkeit beeinflusst weiterhin Lebenschancen & Lebensrisiken

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neue Klassenmodelle (ab1980ern)

  • ab 1980ern entstanden neue Klassenmodelle, die auf die Kritik an den trad. Klassen- & Schichtmodellen reagierten

Zentrale Vertreter: Eric Olin Wright, John H. Goldthorpe, Walter Müller, Reinhard Kreckel

Gemeinsam: Annahme, dass gesell. Veränderungen berücksichtigt werden müssen, ohne deshalb vertikale Ungleichheiten, Machtunterschiede & Konflikte aus dem Blick zu verlieren

Ziel ist es also: Modernisierung der Klassenanalyse, nicht ihre vollständige Aufgabe

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Ausgangspunkt neuer Klassenmodelle

- ältere Klassenmodelle u.a. dafür kritisiert, dass sie zu stark auf Industriegesellschaften ausgerichtet, zu einfach & zu häufig auf 2 Hauptklassen konzentriert waren

Gleichzeitig besteht laut Vertretern neuer Klassenmodelle die Gefahr, dass neure Ungleichheitsansätze die weiterhin wichtige Bedeutung von Beruf, Eigentum, Macht & wirt. Ressourcen unterschätzen

Neue Klassenmodelle versuchen deshalb, beides zusammenzuführen: gesell. Wandel berücksichtigen & gleichzeitig strukt. Ungleichheit erklären

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Zentrale Gemeinsamkeit neuer Klassenmodelle

- neue Klassenmodelle halten am Grundgedanken fest, dass gesell. Positionen die Chancen, Ressourcen & Handlungsmöglichkeiten von Menschen beeinflussen

-> anders als in einfachen älteren Modellen wird jedoch stärker zwischen verschiedenen Klassenlagen & insb. Mittel- & Zwischenpositionen unterschieden

Auch in modernen Gesellschaften bestehen weiterhin soz. Hierarchien, Machtunterschiede & ungleiche Lebenschancen -> Modernisierung verändert Klassenstrukturen, löst sie aber nicht automatisch auf

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Zwei theor. Richtungen neuerer Klassenmodelle

Die neueren Klassenmodelle unterscheiden sich insbesondere nach ihrer theor. Orientierung

Erik Olin Wrigt -> marxistisch: Fokus auf Ausbeutung & Produktionsmittel

John H. Goldthorpe -> weberianisch: Fokus auf Marktchancen, Beruf & Beschäftigungspositionen

Damit ist Wright besonders wichtig, weil er versucht, Marx für die komplexere Klassenstruktur moderner Gesellschaften weiterzuentwickeln

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Eric Olin Wright - Grundidee

-> entwickelt ein modernes marxistisches Klassenmodell -> kritisiert an älteren marx. Modellen insb. die starke Vereinfachung, die geringe Berücksichtigung von Mittelklassen & die Schwierigkeiten bei der Einordnung von Zwischenpositionen

-> er übernimmt NICHT die einfache Gegenüberstellung von Kapitalisten & Arbeitern, sondern berücksichtigt zusätzl. Positionen wie Kleinbürgertum, Manager & andere Zwischenklassen

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3 Ressourcen, die die Klassenlage bestimmen:

Wright bestimmt die Klassenlage anhand von 3 Ressourcen:

1.      Besitz an Produktionsmitteln -> Eigentum an Kapital & Unternehmen -> z.B. Unternehmer

2.      Organisationsmacht -> Fähigkeit, andere Beschäftigte zu kontrollieren oder Entscheidungen zu treffen -> z.B. Manager

3.      Qualifikation -> spezielles Wissen oder besondere Fähigkeiten -> z.B. Expertenberufe

Damit erweitert Wright die klass. Marx. Perspektive: Klassenlage entsteht nicht nur durch Eigentum, sondern auch durch Macht & Qualifikation

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Ausbeutung (E.O.Wright)

Trotz Erweiterung hält Wright am marx. Gedanken der Ausbeutung fest -> Ausbeuter verfügen über bestimme Ressourcen, während Ausgebeutete keinen oder nur eingeschränkten Zugang dazu besitzen -> dazwischen liegen Positionen, in denen Personen über manche, aber nicht über alle Ressourcen verfügen

=> damit bleibt der Gegensatz von Kapital & Arbeit erhalten, wird aber für moderne Gesellschaften stärker differenziert

→ Ausbeutung bleibt zentral

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Zwölf Klassenpositionen

Durch die Kombination von Produktionsmittelbesitz, Organisationsmacht & Qualifikation entwickelt Wright ein stark ausdifferenziertes Modell mit zwölf Klassenpositionen -> dazu gehören bspw.:

Bourgeoisie -> Unternehmer

Kleine Arbeitgeber -> Selbstständige mit Beschäftigten

Kleinbürger -> Selbstständige ohne Beschäftigte

Manager -> Führungskräfte

Arbeiter -> Lohnabhängige

Für das Verständnis ist v.a. entscheidend, warum diese Differenzierung notwendig ist: ein Manager besitzt bspw. keine Produktionsmittel, verfügt aber über Organisationsmacht & Qualifikation -> deshalb lässt er sich nicht eindeutig der klass. Kapitalisten- oder Arbeiterklasse zuordnen

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Verhältnis zu Marx

Wright übernimmt von Marx insbesondere:

·        Die Bedeutung von Produktionsmitteln

·        Den Gegensatz von Kapitel & Arbeit

·        Die Bedeutung von Ausbeutungsverhältnissen

Er erweitert Marx jedoch um zusätzl. Ressourcen, insb. Organisationsmacht & Qualifikation

Wright klassischer Marx

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Kernformel Wright

Wright = Marx + Produktionsmittel + Organisationsmacht + Qualifikation → differenzierte Klassenlagen

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J.H. Goldthorpe

- entwickelt in den 1980ern ein modernes Klassenmodell, das international große Bedeutung erlangt

- Gemeinsam mit Robert Erikson wird es als EGP-Klassenschema (Erikson-Goldthorpe-Portocarero) bezeichnet & wurde auch empirisch, bspw. i.R. der ALLBUS, eingesetzt

- Goldthorpes Ansatz gehört zu den nicht-marxistischen Klassenmodellen orientiert sich stärker an Max Weber als an MArx

Wright erklärt Klassen v.a. über Ausbeutung & Ressourcenbesitz

Goldthorpe richtet den Blick auf berufl. Stellung, Beschäftigungsverhältnisse, Marktchancen & Handlungsspielräume

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Grundidee - Goldthorpe

Auch moderne Gesellschaften besitzen nach Goldthorpe weiterhin Klassenstrukturen -> diese entstehen jedoch nicht allein durch Eigentum an Produktionsmitteln

-> entscheidend sind vielmehr unterschiedliche Berufspositionen, Arbeitsverträge & Marktchancen

Zentrale Frage: Welche berufl. Positionen führen zu unterschiedl. Lebenschancen?

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Klassen durch Beschäftigungsverhältnisse (Goldthorpe)

-> Goldthorpe bestimmt Klassen über die Position im Erwerbssystem -> entscheidend: Tätigkeit, Stellung im Betrieb, Grad an Kontrolle & Autonomie

-> der Beruf bündelt dabei mehrere wichtige Aspekte: Einkommen, Qualifikation, Sicherheit, Macht & Aufstiegschancen

Merksatz: Bei Goldthorpe entsteht die Klassenlage v.a. durch berufl. Stellung & Beschäftigungsverhältnis

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Verbindung von Marx & Weber (Goldthorpe)

-> Goldthorpe verbindet Elemente beider Klassiker, orientiert sich aber stärker an Weber:

Marx: Interesse an wirt. Ungleichheit, Macht & Klassen

Weber: Bedeutung von Marktchancen & berufl. Positionen                

Goldthorpe übernimmt nicht Marx Ausbeutungstheorie, sondern untersucht v.a. die unterschiedl. Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Merksatz: Goldthorpe verbindet die Analyse soz. Ungleichheit mit einem Fokus auf Markt- & Berufslagen

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Die Dienstklasse

- ein zentrales Element des Modells -> Dienstklasse -> ihre Angehörigen unterscheiden sich von klass. Arbeitern dadurch, dass sie relativ autonom arbeiten, schwerer kontrollierbar sind & über spezielles Wissen verfügen -> Bsp. sind Führungskräfte, höhere Angestellte & professionelle Berufe

Wichtig: Dienstklasse bedeutet nicht, „Menschen in Dienstleistungsberufen“ -> Der Begriff bezieht sich auf die besondere Form des Dienstverhältnisses

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2 grundlegende Beschäftigungsformen (Goldthorpe)

Goldthorpe unterscheidet 2 grundlegende Beschäftigungsformen:

→ Dienstverhältnis

→ Arbeitsvertrag

der entscheidende Unterschied liegt im Grad der Kontrolle & Autonomie innerhalb des Arbeitsverhältnisses


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Dienstverhältnis

typisch für Manager, Experten & höhere Angestellte; langfristige Bindung, Vertrauen, größere Selbstständigkeit & schwerer kontrollierbare Arbeit

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Arbeitsvertrag

typsich für Arbeiter; stärkere direkte Kontrolle, klar definierte Aufgaben & geringere Autonomie

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Das Sieben-Klassen-Modell (EPG-Schema)

Eine bekannte Variante des Goldthorpe-Modells unterscheidet sieben Klassen:

1.      Dienstklasse -> obere & untere Dienstklasse

2.      Nicht-manuelle Routinetätigkeiten -> einfache Angestelltenberufe

3.      Kleinbürgertum -> Selbstständige

4.      Landwirte

5.      Facharbeiter

6.      An- & Ungelernte

7.      Landarbeiter

Die Einteilung zeigt: Goldthorpe ordnet Menschen v.a. nach ihrer berufl. Stellung & dem Beschäftigungsverhältnis ein & nicht ausschließlich nach Eigentum

Beispiele:

Führungskraft -> besitzt normalerweise keine Produktionsmittel, verfügt aber über Wissen, Entscheidungsspielraum & Kontrolle über Arbeitsprozesse -> Dienstklasse

Arbeiter -> verkauft seine Arbeitskraft , verfügt über weniger Entscheidungsspielraum & wird stärker kontrolliert -> Arbeiterklasse

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Verbindung Marx/ Goldthorpe

Goldthorpe & Marx: Gemeinsam ist das Interesse an wirt. Ungleichheit, soz. Klassen & ungleichen Lebenschancen

Entscheidender Unterschied:

Marx -> Eigentum & Ausbeutung

Goldthorpe -> berufl. Positionen & Marktchancen

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Verbindung Goldthorpe/ Weber

Goldthorpe & Weber: Goldthorpe steht Weber näher -> Gemeinsam sind insb. die Bedeutung von Marktchancen, berufl. Positionen & unterschiedl. Lebenschancen

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Verbindung Wright&´/ Goldthorpe

Wright

Goldthorpe

Marxistisch

Weberianisch

Ausbeutung

Beschäftigungsverhältnis

Produktionsmittel

Beruf

Organisationsmacht

Autonomie


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Kernformel Goldthorpe

Wright → Ausbeutung & Ressourcen

Goldthorpe → Berufe & Beschäftigungsverhältnis

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Müller & Kreckel

-> beide halten daran fest, dass auch moderne Gesellschaften durch strukturelle Ungleichheiten geprägt sind -> Klassenanalysen sollen deshalb nicht vollständig durch Individualisierung, Lebensstile oder Milieus ersetzt werden

Müller entwickelt eine modernisierte Klassenanalyse mit starkem Bezug zu Max Weber

Kreckel erweitert die Klassenperspektive durch sein Zentrum-Peripherie-Modell, das verschiedene Ressourcen & Machtsymmetrien berücksichtigt

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Entstrukturierungsthese

= trad.  Soziale Strukturen verlieren an Bedeutung & Menschen handeln zunehmend unabhängig von ihrer soz. Herkunft

  • Annahme, dass trad. soz. Strukturen an Bedeutung verlieren & Individuen zunehmend unabhängig von soz. Gruppen handeln


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Grundidee - W. Müller

Müller wendet sich gegen die Entstrukturierungsthese -> diese geht davon aus, dass trad.  Soziale Strukturen an Bedeutung verlieren & Menschen zunehmend unabhängig von ihrer soz. Herkunft handeln

Müllers Gegenposition: Gesell. Wandel bedeutet nicht automatisch das Verschwinden soz. Ungleichheiten -> Klassenstrukturen bestehen weiterhin, verändern aber ihre Erscheinungsform

Merksatz: Müller ersetzt die alte Klassentheorie nicht, sondern modernisiert sie

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Orientierung an Weber (W.Müller)

Müller verwendet keinen rein marx. Klassenbegriff -> bei Marx: Besitz an Produktionsmitteln zentral -> Weber betont unterschiedl. Marktchancen & Ressourcen

Müller übernimmt insb. diese Perspektive: Klassenlagen entstehen durch unterschiedl. Chancen auf dem Arbeitsmarkt -> dabei spielen Besitz, Qualifikation & berufl. Position eine wichtige Rolle

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Marx/Weber/Müller

Marx

Weber

Müller

Besitz an Produktionsmitteln

Marktchancen & Ressourcen

Verschiedene Ressourcen

Kapital vs. Arbeit

Unterschiedliche Chancen

Bildung, Beruf, Qualifikation, Besitz

Klasse als potenzieller Konfliktakteur

Soz. Lage

Analyt. Kategorie soz. Ungleichheit

Klassenbewusstsein möglich

Nicht automatisch

Nicht automatisch

 

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Klasse - nicht autom. gemeinsames Handeln

Wichtiger Unterschied zu trad. Marx. Vorstellungen:

-> bei Müller führt eine gemeinsame soz. Lage nicht automatisch zu Klassenbewusstsein  oder gemeinsamem polit. Handeln

-> Klasse ist zunächst eine analyt. Kategorie, mit der soz. Ungleichheiten untersucht werden -> Menschen müssen sich selbst nicht als Angehörige einer bestimmten Klasse verstehen

Merksatz: Klassenlage beeinflusst Bewusstsein & Handeln, bestimmt beides aber nicht automatisch

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Klassenstrukturen wirken weiterhin (Müller)

-> Müller untersucht u.a. Bildungsungleichheiten & Wahlverhalten

-> seine Ergebnisse zeigen, dass soz. Herkunft weiterhin die Bildungschancen beeinflusst & die Bildungsexpansion diese Ungleichheiten nicht vollständig beseitigt hat

-> auch polit. Einstellungen bleiben teilweise durch Klassenlagen geprägt

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Klassenlage (Müller)

soz. Positionen, die durch unterschiedl. Ressourcen & Lebenschancen bestimmt wird

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Lebenschancen (Müller)

Möglichkeiten von Menschen, gesell. anerkannte Ziele zu erreichen

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Verhältnis zu Marx & Weber

Zu Marx -> Müller teilt die Bedeutung von Kapital & Arbeit -> übernimmt aber nicht die Vorstellung eines zwangsläufigen Klassenkampfes -> Klasse ist bei ihm keine revolutionäre Gruppe

Zu Weber -> Die Verbindung ist besonders stark -> Müller übernimmt insbesondere Marktchancen, Ressourcen & soz. Lage als zentrale Perspektiven

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Kreckel - Grundidee

Keckel kritisiert klass. Modelle soz. Ungleichheit, wenn diese Gesellschaft ausschließlich als vertikale Hierarchie von oben nach unten darstellt

-> er setzt dem die Perspektive Zentrum-Peripherie entgegen

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Verschiedene Ressourcen (Kreckel)

Ungleichheit entsteht bei Kreckel durch die ungleiche Verfügung über verschiedene Ressourcen:

Distributive Ressourcen -> verteilbare Güter, z.B. Reichtum, Wissen, Bildungszertifikate

Relationale Ressourcen -> Ressourcen, die aus soz. Beziehungen & Positionen entstehen, z.B. Macht in Organisationen, Rang & gesell. Zugehörigkeit

Merksatz: Ungleichheit entsteht durch die ungleiche Verfügung über verschiedene Ressourcen

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Distributive Ressourcen

→ verteilbare Güter, z.B. Reichtum, Wissen, Bildungszertifikate

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relationale Ressourcen

-> Ressourcen, die aus soz. Beziehungen & Positionen entstehen, z.B. Macht in Organisationen, Rang & gesell. Zugehörigkeit

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Zentrum & Peripherie (Kreckel)

Kreckel stellt sich die Gesellschaft als konzentrische Kreise vor

Im Zentrum: Gruppen mit vielen Ressourcen, hoher Organisationsfähigkeit & größerem Einfluss

In der Peripherie: Gruppen mit weniger Ressourcen, geringeren Einflussmöglichkeiten & schlechterem Zugang zu gesell. Ressourcen

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Arbeit, Kapital & Staat (KReckel)

Im Zentrum steht ein korporatistisches Dreieck aus Arbeit, Kapital & Staat => diese 3 Bereiche bestimmen zentrale gesellschaftliche Entscheidungen

Merksatz: Bei Kreckel steht nicht nur Kapital gegen Arbeit im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel von Arbeit, Kapital & Staat

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Mehrere Konfliktlinien (Kreckel)

Kreckel ersetzt den Gedanken eines einzigen Klassenkonflikts durch mehrere überlagerte Machtasymmetrien -> dazu gehören bspw. Arbeit vs. Nicht-Arbeit, unterschiedl. Gruppen auf dem Arbeitsmarkt sowie organisierte vs. Nicht organisierte Gruppen

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Zentrum (Kreckel)

= gesell. Positionen mit hoher Ressourcenausstattung & hoher Organisationsfähigkeit

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Peripherie (KReckel)

= Positionen mit eingeschränktem Zugang zu Ressourcen & geringer Einflussfähigkeit

78
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Asymmetrie (Kreckel)

= strukt. Ungleichgewicht zw. soz. Gruppen

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Kernformeln Müller/ Kreckel

Müller -> modernisierte, weberianisch orientierte Klassenanalyse  

Kreckel -> Zentrum/ Peripherie  + Ressourcen + mehrere Machtasymmetrien

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Gemeinsamkeiten neuer Klassenmodelle

Neuere Klassenmodelle -> unterschiedl. theor. Ausgangspunkte -> teilen aber einen zentralen Gedanken: Soziale Ungleichheit bleibt auch in modernen, individualisierten Gesellschaften strukturell bedingt -> Beruf, Bildung,  Besitz & andere Ressourcen beeinflussen weiterhin die Lebenschancen

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Unterschiede neue Modelle/ klassische Klassenmodelle

Die modernen Modelle unterscheiden sich von den klass. Klassenmodellen durch eine stärkere Differenzierung

-> Wright: berücksichtigt Produktionsmittel, Organisationsmacht & Qualifikation

-> Goldthorpe: Beschäftigungsverhältnisse & berufl. Positionen

-> Müller: Bildung, Beruf & Qualifikation in Verbindung mit Webers Perspektive

-> Kreckel: verschiedene Ressourcen, Zentrum-Peripherie-Strukturen & mehrere Machtasymmetrien)

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Annäherung von Klassen- & Schichtmodellen

-> frühere klare Trennung wird bei neueren Ansätzen schwächer

-> Klassenmodelle betonten traditionell stärker Konflikt, Macht & Herrschaft &

 Schichtmodelle stärker Lebenslagen & Hierarchien

-> moderne Ansätze verwenden teilweise ähnliche Merkmale & werden differenzierter

-> der Beruf spielt bspw. in beiden Perspektiven eine wichtige Rolle

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Grenzen der neueren Klassenmodelle

 Ein zentraler Kritikpunkt bleibt trotz Weiterentwicklung bestehen: -> Viele Klassenmodelle konzentrieren sich weiterhin stark auf Erwerbsarbeit, Beruf & ökon. Ressourcen -> dadurch werden andere Dimensionen soz. Ungleichheit (Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Lebensformen & kult. Unterschiede) teilweise weniger berücksichtigt.

-> weiteres Problem: starke Orientierung an Erwerbsfähigkeit -> Arbeitslose & andere Personen außerhalb des Arbeitsmarktes lassen sich dadurch weniger gut erfassen, obwohl auch sie bspw. von fehlendem Einkommen, geringerer soz. Sicherheit oder eingeschränkter gesell. Teilhabe betroffen sein können

- Außerdem betrachten Klassenmodelle v.a. die gesell. Struktur & soz. Position -> indiv. Lebensführung, Werte, subjektive Orientierungen & konkrete Lebensstile stehen weniger im Mittelpunkt -> genau hier setzen anschließend Lebensstil- & Milieumodelle an

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Bedeutung neuerer Klassenmodelle für die Ungleichheitsforschung

-> die neueren Klassenmodelle zeigen zweierlei:

- Klassenstrukturen & strukturelle Ungleichheiten bestehen weiterhin, müssen aber differenzierter betrachtet werden als in klassischen Modellen

- gleichzeitig können nicht alle Formen soz. Ungleichheit & indiv. Lebensweisen gleichermaßen erfasst werden -> deshalb werden sie durch weitere Perspektiven wie Lebensstile & Milieus ergänzt