04. Erwartung-mal-Wert Theorien / Leistungsmotivation

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1
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Gebe die Erwartung- mal-Wer Ansätze wieder!

Wie wägen wir verschiedene Handlungsentscheidungen ab?

➢ Wahrscheinlichkeit von Ereignissen

➢ Wert (Gewinn vs. Verlust)

➢ Siehe auch Hoppe in Vorlesung 3



➢ E x W – Ansätze nehmen an, dass diejenige Handlungsalternative gewählt wird, für die das Produkt aus Erwartung und Wert am größten ist:

➢ Häufige Annahme: E und W sind multiplikativ verknüpft

➢ Erwartung (subjektive Einschätzung der Wahrscheinlichkeit)


2
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erkläre das Leistungsmotiv

  • Schon Murray (1938) betrachtet Leistung als individuelles Bedürfnis

(siehe Vorlesung 1)

  • Messung des Leistungsmotivs (TAT)

    • Motive als überdauernde Merkmale von Personen zeigen sich darin, welche Situationen eher aufgesucht oder vermieden werden oder wie Menschen mit Erfolg oder Misserfolg umgehen

    • keine subjektive Befragungen (direkte Messung), sondern Schaffung entsprechender Situationen, in der die Personen ihre Neigungen zum Ausdruck bringen können (indirekte Messung)

    • Verwendung projektiver Verfahren (Menschen neigen dazu ihre eigenen Absichten und Gefühle auch anderen Personen zu unterstellen)


3
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erkläre die Entwicklung des Thematischen Apperzeptionstests TAT

  • Durchführung: Probanden werden Bilder vorgegeben, zu

denen sie eine Geschichte erfinden sollen

  • Zusätzlich sollten Leitfragen beantwortet werden

    • Was passiert gerade? Wer sind die Personen?

    • Was führte zu dieser Situation?

    • Woran denken die Personen?

    • Was wird geschehen? Wie wird gehandelt?

  • durch mehrdeutige Situation wird die Phantasie der Teilnehmer angeregt und vor allem wird die Befangenheit reduziert


  • Der TAT wurde zum häufigsten eingesetzten Verfahren zur Messung des Leistungsmotivs

    • Das Leistungsmotiv lässt sich situativ leicht anregen

    • Erfolg und Misserfolg kann schnell zurück gemeldet werden und manipuliert werden


4
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erkläre die Weiterentwicklung des TATs

  • McClelland, Atkinson, Clark, & Lowell (1953)

    • Entwicklung eines standardisierten Inhaltsschlüssel:

      • Wird Leistungsmaßstab benannt (Note)?

      • Herausragende Leistung (Erfindung)?

      • Leistungsthematische Fernziele (Berufskarriere)?

  • Ausprägung des Leistungsmotivs mittels Punktwerte bestimmt

  • führte zur Erhöhung der Objektivität der Auswertung


  • Verbesserung testtheoretische Probleme:

    • homogenere Items; bessere Split-half Reliabilität

    • bessere Retest-Reliabilität


5
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Erkläre die Zentrale Annahmen des Atkinsons Risikowahlmodells der Leistungsmotivation

  • Berücksichtigung von Personen- und Situationsvariablen

  • Personenmerkmale

    • interindividuelle Unterschiede in der Leistungsmotivation

    • individuelle Unterschiede in emotionalen Reaktionen auf Erfolg und Misserfolg

  • Situationsmerkmale (Wahl zw. Handlungsalternativen)

    • subjektive Wert eines Ziels

    • subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit

  • Leistungssituation als Annäherung-Vermeidungs-Konflikt (vgl. Lewin)


6
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erkläre die Mathematische Formalisierung des Atkinsons Risikowahlmodell der Leistungsmotivation

Tendenz, Erfolg anzustreben (Te) ist das Produkt aus

  • Erfolgsmotivs (Me) => Messungs mittels TAT

  • subjektiver Erfolgswahrscheinlichkeit (We) => über Aufgabenschwierigkeit manipuliert

  • subjektivem Erfolgsanreiz (Ae) : Ae=1-We

    • steigt mit sinkender Erfolgswahrscheinlichkeit

      • => Bei Erfolg in einer schwierigen Aufgabe wird grösserer Stolz erlebt als bei leichter Aufgabe

  • Problem: die subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit wird in empirischen Studien häufig durch die objektive Erfolgswahrscheinlichkeit operationalisiert

Te = Me*We*Ae


Tendenz, Misserfolg zu vermeiden (Tm) ist das Produkt aus

  • Misserfolgsmotiv (Mm)=> Messung mit Angstfragebogen oder TAT

  • subjektive Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs (Wm): Wm=1-We

  • negativer Anreiz des Misserfolgs (Am): Am=-We

    • inverse Funktion der Erfolgswahrscheinlichkeit → Dh Schamgefühl bei Misserfolg ist umso grösser je leichter die Aufgabe ist

Tm=Mm*Wm*Am


7
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Was ist die Resultierende Tendenz (Tr)

Summe der Tendenz, Erfolg anzustreben und der (negativen) Tendenz, Misserfolg zu vermeiden


Tr=Te+Tm

<=>

Tr=(Me*We*Ae) + (Mm*Wm*Am)


Da (Ae=1-We), (Wm=1-We) und Am=-We ergibt sich

Tr=(Me-Mm)* (We*(1-We))


Stärke der resultierenden Tendenz in Abhängigkeit von der subjektiven Erfolgswahrscheinlichkeit und relativen Stärke von Erfolgs und Misserfolgsmotiv

8
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Unterschiede zwischen Erfolgs- und Misserfolgsmotivierten

  • Erolfgsmotibierte

    • bevorzugen mittelschere Aufgaben (=maximale Information über eigene Leistungsfähigkeit)

    • suchen Information über eigene Kompetenz

    • zeigen beharrliches Leistungsstreben mit realistischem Anspruchsniveau = mittlere Schwierigkeit

    • attribuieren Erfolg auf eigene Kompetenz und Misserfolg auf externale Faktoren oder unzureichende Anstrengung

  • Misserfolgsmotivierte

    • bevorzugen sehr leichte oder schwere Aufgaben, weil sie dann Misserfolg vermeiden bzw. nicht eigener Fähigkeiten zuschreiben müssen

    • fürchten u. vermeiden Informationen über eigene Kompetenz

    • Empfinden Angst beim Leistungsstreben selbst bei unrealistischem Anspruch

    • attribuieren Erfolg auf Zufall oder Leichtigkeit der Aufgabe (external) und Misserfolg auf unzureichende eigene Kompetenz


9
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Fazit zur Überprüfung des Risikowahlmodells: Aufgabenwahl und Anspruchsniveaus

  • Vorhersagen des Risikowahlmodells bzgl. Aufgabenwahl und Anspruchsniveausetzung konnten für Erfolgsmotivierte häufig bestätigt werden


  • Für Misserfolgsmotivierte nur teilweise Bestätigt

    • Zeigen oft nur relative Bevorzugung sehr leichter oder extrem schwerer AUfgaben

    • Verhalten sich mitunter indifferenter gegenüber Manipulationen der Aufgabenschwierigkeit

    • Je persönlich relevanter die Aufgabe, umso eher schienen MEs auf Extreme der Schwierigkeitsskale auszuweichen


10
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gebe die 3 Dimensionen von Kausalattributionen an!

  • Lokus der Kontrolle

    • internale Ursachen

    • externale Ursachen

  • Stabilität über die Zeit

    • stabile Ursachen

    • variable Ursachen

  • Kontrollierbarkeit

    • kontrollierbare Ursachen

    • unkontrollierbare Ursachen


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erkläre die Attributionsmuster von Erfolgs- uns Misserfolgsmotivierten

  • Erfolgsmotiviertes Attributionsmuster

    • Erfolg: internale und stabile Faktoren

    • Misserfolg: zeitvariable Faktoren

  • MIsserfolgsmotiviertes Attributionsmuster

    • Erfolg: zeitvariable und oder externale Faktoren

    • Misserfolg: internale und stabile Faktoren


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in welchen Theorien kommen die Erwartung mal Wert Konzepte vor?

  • Behavioristische Ansätze

  • Theorien des sozialen Lernens

  • Entscheidungstheorien

  • Motivationstheorien

  • Theorien der Leistungsmotivation => Atkinson


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Nenne zwei Punkte der Theorien der Leistungsmotivation

  • Fortführung von Lewins Ansatz => Hoppe

  • Interesse an individuellen US (im Unterschied zu Hoppe und Lewin)


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Was sollte man zu John Williams Atkinson wissen

  • Messung des Leistungsmotivs (gemeinsam mit David McClelland)

  • Theorie der Leistungsmotivation


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Was gebnutzt man heute für das Messen des Leistungsmotivs?

Verwendung des Leistungsmotiv-Gitter bzw. Mutti-MultiMotiv Gitter (Schmalt)

Es wird ein Bild gezeigt das Anreiz für jedes der drei Motive Leistung, Macht und Anschluss bietet


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Implikationden des Modells “Die Tendenz, Erfolg aufzusuchen” für die Aufgabenauswahl

  • Das Streben nach Erfolg sollte für die Aufgaben mittlerer Schwierigkeit am höchsten sein da hier das Produkt aus We und Ae besonders hoch ist

  • Das Streben nach Erfolg ist für Personen mit hohem Erfolgsmotiv durchweg für alle Aufgabenschwierigkeiten höher als für Personen mit niedrigem Erfolgsmotiv

  • Das Streben nach Erfolg zeigt im Falle eines niedrigen Erfolgsmotiv nur geringe Unterschiede für Aufgaben verschiedener Schwierigkeit. Das Streben nach Erfolg variiert dagegen umso stärker, je höher das Erfolgsmotiv ist

  • Die Unterschiede für Te zwischen niedrigen und hoch motivierten Personen sind bei mittleren Aufgabenschwierigkeiten am deutlichstens


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wie kann man das Arkinson Risikowahlmodell mit dem extrinsischen Motiv Erweitern?

  • Wie kann man erklären dass sich auch misserfolgsängstliche Personen häufig im Leistungssituationen begeben?

  • extrinsische Faktoren: materielle Belohnungen, Vermeiden von Strafe, Streben nach Macht u.a.

  • Atkinson ergänzt daher sien Modell um eine additive Konstante (Tex) die alle extrinsichen Motive repräsentiert

  • Leistungsverhalten = Tr + Tex


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welche empirischen Möglichkeiten zur Überprüfung der theoretischen Annahme des Risikowahlmodells?

  • Aufgabenauswahl

  • Anspruchsniveausetzung

  • Ausdauer


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Gebe Informationen zur Kausalattribution und Motivation

  • Auswirkungen von Erfolg und Misserfolg auf die Motivation hängen davon ab, auf welche Ursachen man eigene Leistung zurückführt

  • Attribution eines Misserfolgs auf..

    • eigene Unfähigkeit → geringe Motivation, es erneut zu versuchen

    • Zufall → Motivation, es erneut zu versuchen aber ohne cih besonders vorzubereiten

    • Ungenügende Vorbereitung → Motivation sich beim nächsten Mal mehr anzustrengen


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erkläre Leistungsmotivation als Selbstbekräftiungssytem

Erfolgsmotivierte

  • Handlungsdirektive (Ziele in Leistungssituationen):

    • neue Kompetenz erwerben

    • Verbesserung von Fähigkeiten

  • Begeitet von positiven Erwartungsemotionen; dh affektive Handlungsziele werden antizipiert

  • Erfolgszuversicht führt zur Auswahl von Aufgaben mittlerer Schwierigkeiten

    • daher erleben sie ähnlich häufig Erfolg und Misserfolg

    • positive Affektbilanz, da Stolz gegenüber Scham überwiegt


Misserfolgsmotivierte

  • Attributionsstil

    • Misserfolg leichte Aufgaben: mangelnde Begabung

    • Erfolg leichte Aufgabe: Aufgabenschwierigkeit

    • Erfolg schwere Aufgabe: Glück

  • Misserfolg als Zeichen des Versagens, der durch Erfolg nicht kompensiert werden

  • Leistungsbilanz kann ausgeglichen sein aber bei Affektbilanz überwiegen selbstwertbelastende Gefühle

  • Handlungsdirektive: Reduktion der Selbstwertbelastungen (Schutz des Selbstwertes) bestimmt Handeln in Leistungssituationen

  • Problem: Verhalten steht dem Erwerb neuer Kompetenzen entgegen


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erkläre die Bezugsnormen

  • Individuelle Bezugsnormen (Zeitliche Längsschnitt der eigenen individuellen Leistung)

  • soziale Bezugsnorm (Beurteilung nach zeitlichen Querschnitt im Vergleich zu anderen Personen)

  • Sachliche Bezugsnorme (Erreichung eines Lernziels oder Leistungsergebnis) → als selbst oder Fremdbewertung möglich