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ICD10, OPD3, Behandlungstechniken, Berufsordnung, Abwehrmechanismen, Grundbegriffe

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Behandlungstechniken ausreichende Ich-Funktion

  • Ansprechen/konfrontieren - Thema näher untersuchen, nachfragen, zusammenfassen, Material ordnen, präzisieren, Subjektives Verständnis und Deutung erfassen 

  • Klarifikation / Klärung - Auf das Vorhandensein eines näher zu untersuchendes Phänomen aufmerksam machen, Ziel: Vorbewusstes bewusstseinsnäher machen, Widersprüche ansprechen

  • Durcharbeiten - Ausdauernde und geduldige Arbeit gegen den Wiederholungszwang

  • Deuten - Einer Aussage des Pat. eine Bedeutung zumessen, die über das bewusste bisherige Selbstverständnis des Patient hinausgeht. Der Patient erhält damit einen Zugang zu der unbewussten Bedeutung seines Verhaltens / seiner Gedanken; Ziel: mehr Verständnis der eigenen Motive. Verständnis von Symptomen als Verarbeitungsform einer aktuellen oder früheren Beziehungserfahrung 

Arten der Deutung:

  • Inhaltsdeutung, Konfliktdeutung 

  • Übertragungs-/Gegenübertragungsdeutung - Übertragungsdeutung bezieht sich auf die Analyse der Wiederholung früher Beziehungserfahrungen im therapeutischen Setting. 

  • Widerstandsdeutung - Widerstandsdeutung bezieht sich auf die Analyse und Verbalisierung von Abwehrprozessen, die das Bewusstwerden konflikthafter Inhalte verhindern. 

  • genetische Deutung (die den Zusammenhang zwischen Jetzt und Kindheit erklärt) - Genetische Deutung stellt einen Zusammenhang zwischen aktuellen Symptomen oder Konflikten und deren biografischer Entstehung her.  

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Klarifikation / Klärung (ausreichende Ich-Funktion)  

  • Th. unterstützt den Patienten bei der vertieften Erfassung der subjektiven Realität. Gefühle, Phantasien, Gedanken zu bestimmten Situationen werden genau untersucht

  • ein Verständnis davon entwickeln, wie die/der Patient*innen diese Zusammenhänge erklärt

  • Ziel: Vorbewusstes bewusstseinsnäher machen  

  • Ziel: Material sammeln, ordnen, präzisieren, subjektives Erleben verstehen → noch keine Deutung, sondern Exploration und Strukturierung

Methoden

  • Präzisieren

  • Konkretieren von Affekten

  • Zusammenfassen/ Struktieren - gemeinsam Zusammenhänge vor dem Hintergrund der Biographie von Patient*innen verstehen

  • Subjektives Verständnis erfassen - fragen, welche Gefühle, Gedanken, Einfälle, Bilder die/der Patient*in mit etwas Berichtetem verbindet

  • Beziehung klären (noch ohne Deutung)

  • Fragen, ob man Zusammenhänge richtig verstanden hat

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Konfrontation (ausreichende Ich-Funktion)  

  • Th weist auf Eigenschaften oder Verhalten hin, die zum Thema der Bearbeitung gemacht werden sollen. Der Patient erfährt etwas über sich, was bisher außerhalb seines Bewussten lagen

  • Erleben, Denken, Handeln, dass mit anderen Verhaltensweisen/Vorstellungen im Konflikt steht, benennen

  • Ziele: Auf ein Phänomen aufmerksam machen, Widersprüche sichtbar machen, Vorbewusstes näher ans Bewusstsein bringen

Methoden

  • Auf Widerstand aufmerksam machen

  • Widersprüche benennen

  • Affekt und Inhalt zusammenführen

  • Diskrepanz zwischen Selbstbild und Verhalten

  • Beziehungsebene ansprechen

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Deuten (ausreichende Ich-Funktion)  

  • Unbewusstes bewusst machen

  • unbewusste Zusammenhänge zwischen Affekten, Verhalten, Symptomen und Beziehungserleben bewusst gemacht werden.

  • Ziel ist die Erweiterung der Selbstwahrnehmung, die Förderung von Affektzugang sowie die Bearbeitung innerpsychischer Konflikte.

Methoden:

  • Inhaltsdeutung/Konfliktdeutung

  • Übertragungs-/Gegenübertragungsdeutung - Übertragungsdeutung bezieht sich auf das aktuelle Beziehungserleben im therapeutischen Setting und macht wiederkehrende Beziehungsmuster bewusst

  • Widerstandsdeutung - Widerstandsdeutung richtet sich auf die Abwehr im Hier-und-Jetzt und dient der Öffnung des Zugangs zu konflikthaften Inhalten.

  • Genetische Deutung - Genetische Deutung stellt den Zusammenhang zwischen aktuellen Problemen und deren biografischer Entstehung her.

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Übertragungs-/Gegenübertragungsdeutung (ausreichende Ich-Funktion)  

  • Übertragungsdeutung, stellt Zusammenhang zwischen Aspekten der Übertragungsbeziehung und einer Objektbeziehung her

  • die Analyse der Wiederholung früher Beziehungserfahrungen im therapeutischen Setting.

Fokus auf

  • Aktuelles Beziehungserleben gegenüber dem Therapeuten

  • Reinszenierung internalisierter Beziehungsmuster

Ziel

  • Bewusstmachung von Beziehungsmustern

  • Förderung korrigierender Beziehungserfahrungen

  • Integration von Selbst- und Objektrepräsentanzen

Gegenübertragungsdeutung: stellt Beziehung zu der eignen Wahrnehmung her

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Inhaltsdeutung/Konfliktdeutung (ausreichende Ich-Funktion)  

  • unbewusste Motive und innere Konflikte aufzudecken, die das Verhalten oder die psychische Verfassung des Patienten beeinflussen

  • Inhaltsdeutung - bezieht sich auf die aktuelle Situation

  • Konfliktdeutung - bezieht sich auf den wahrgenommenen Konflikt

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Widerstandsdeutung (ausreichende Ich-Funktion)  

Widerstandsdeutung bezieht sich auf die Analyse und Verbalisierung von Abwehrprozessen in der Theapie, die das Bewusstwerden konflikthafter Inhalte verhindern. 

Fokus auf

  • Aktuelle Vermeidung, Abwehr oder Blockierung im therapeutischen Prozess

  • Funktion des Widerstands

Ziel

  • Bewusstmachung der Abwehr

  • Herstellung von Zugang zu konflikthaften Inhalten

  • Förderung der Mentalisierung

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Genetische Deutung (ausreichende Ich-Funktion)  

  • genetische Deutung: verbindet eine Übertragungsdeutung mit einem Verweis auf Personen der Vergangenheit, einer gegenwärtigen Erhahrung und einer Beziehungserfahrung in der Biographie

  • Genetische Deutung stellt einen Zusammenhang zwischen aktuellen Symptomen oder Konflikten und deren biografischer Entstehung her.

Fokus

  • Herkunft und Entwicklung psychischer Muster

  • Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Ziel

  • Förderung von Einsicht in die Entstehung psychischer Muster

  • Herstellung von biografischer Kohärenz

  • Vertiefung des Selbstverständnisses

9
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Durcharbeiten (ausreichende Ich-Funktion)  

  • Ausdauernde und geduldige Arbeit gegen den Wiederholungszwang 

  • Wiederholung der Prozesse der Klärung, Konfrontation und Deutung, Begleiten der Beziehungserfahrungen im Alltag

  • Wiederauffinden des Problems in seinen vielen verschiedenen Erscheinungsweisen/ gemeinsamer Blick auf die verschiedenen Realsituationen, in denen die besprochene Abwehr aumriO, lenken, die vorher in der Therapiesituation erarbeitete Einsicht hier verankern- Durcharbeiten bedeutet die typischen Versuchungssituationen frühzeitig erkennen zu lernen, dies als Signal verstehen um Veränderungen zu bewirken und so positive Erfahrungen zu sammeln!- mühsam und braucht Zeit und Geduld und Wiederholung- das gehört dazu!- Durcharbeiten dient der Verselbständigung und damit der Vorbereitung des Abschiedes. 

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Behandlungstechniken- weniger Ich-Funktion

  • Beruhigen: Affekte ernst nehmen, annehmen/eigene Einschätzung deutlich machen/ das Normale hervorheben/Ablenken/ Von Emotionen weglenken/ Beruhigen  

  • Stabilisieren: Beruhigen/ Regression begrenzen/ Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit durch Wahlmöglichkeiten stärken/ Techniken zum Aushalten unangenehmer Affekte vermitteln/ Entspannungstechniken  

  • Hilfs-Ich: Therapeut soll als reale, „antwortende“ Person zur Verfügung stehen (eigene Gefühlsreaktionen authentisch mitteilen- Verbesserung der Selbst-Objekt-Differenzierung)/ Vermittlung und Einübung von Fähigkeiten der interpersonellen Interaktion- Tagesstuktur erarbeiten z.B. Hobbys ausbauen, Selbstberuhigung  

  • Containing: heftige Emotionen, Stimmungen oder Beziehungsangebote aufnehmen, auszuhalten und gedanklich zu verarbeiten, um sie in einer reflektierten, verdaulichen Form zurückzugeben

  • Holding: dem Patienten Sicherheit, Geborgenheit und emotionale Unterstützung zu bieten, durch Zuhören, Verstehen und Begleiten  

  • Spiegeln: Zur Verfügung stellen der persönlichen Wahrnehmung, der das bewusstseinsfähige Erleben und Verhalten der Patientenperson beschreibt und zusammenfasst  

  • Mentalisieren: eigene Gedanken und Gefühle erkennen, verstehen und interpretieren und die des Gegenübers (Selbst-Objekt-Differenzierung, Beziehungsgestaltung, soziale Interaktionen)  

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Beruhigen (weniger Ich-Funktion)

  • Affekte ernst nehmen, annehmen

  • eigene Einschätzung deutlich machen

  • das Normale hervorheben

  • Ablenken

  • Von Emotionen weglenken

  • Beruhigen 

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Stabilisieren (weniger Ich-Funktion)

  • Beruhigen

  • Regression begrenzen

  • Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit durch Wahlmöglichkeiten stärken

  • Techniken zum Aushalten unangenehmer Affekte vermitteln

  • Entspannungstechniken 

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Hilfs-Ich (weniger Ich-Funktion)

Therapeut soll als reale, „antwortende“ Person zur Verfügung stehen (eigene Gefühlsreaktionen authentisch mitteilen- Verbesserung der Selbst-Objekt-Differenzierung)/ Vermittlung und Einübung von Fähigkeiten der interpersonellen Interaktion- Tagesstuktur erarbeiten z.B. Hobbys ausbauen, Selbstberuhigung 

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Containing (weniger Ich-Funktion)

  • heftige Emotionen, Stimmungen oder Beziehungsangebote aufnehmen, ohne sofort zu reagieren 

  • „Behälterfunktion“. Therapeut nimmt das für den Patienten unverdauliche, nicht-symoblisierbare, nicht-verbalisierbare auf, um es zu verdauen und es dem Patienten in Form von einer Deutung zur Wiederaufnahme anzubieten 

  • von Bion

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Holding (weniger Ich- Funktion)

  • der Patientenperson Sicherheit, Geborgenheit und emotionale Unterstützung zu bieten, durch Zuhören, Verstehen und Begleiten 

  • mütterlich-haltende Funktion des Therapeuten (vs. väterlich- konfrontierende Haltung) 

  • von Winnicott

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Spiegeln (weniger Ich-Funktion)

  • Zur Verfügung stellen der persönlichen Wahrnehmung, der das bewusstseinsfähige Erleben und Verhalten des Patienten beschreibt und zusammenfasst

  • Therapeut beschreibt dem Patienten, was er von ihm wahrnimmt, Form der Rückübersetzung

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Mentalisieren (weniger Ich-Funktion)

eigene Gedanken und Gefühle erkennen, verstehen und interpretieren und die des Gegenübers (Selbst-Objekt-Differenzierung, Beziehungsgestaltung, soziale Interaktionen) 

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Abwehrmechanismen  

  • Abwehrmechanismen sind unbewusste psychische Prozesse des Ichs, die dazu dienen, innere Konflikte sowie belastende Affekte wie Angst, Schuld oder Scham zu regulieren. 

  • Ziel der Abwehr ist es, das psychische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. 

  • Wichtig: Abwehr nicht per se pathologisch, sondern zunächst notwendige Ich-Funktion. Erst problematisch, wenn sie rigide, unangemessen oder realitätsverzerrend eingesetzt wird. 

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Abwehr und Symptombildung

  • Symptome sind häufig Kompromissbildungen  

  • Abwehr reduziert nicht nur Spannung  

  • sie kann auch teilweise Wunscherfüllung ermöglichen  

Typische Zusammenhänge  

  • Verschiebung → Phobie  

  • Ungeschehenmachen → Zwang  

  • Wendung gegen das Selbst → depressive Selbstabwertung  

  • Somatisierung → körpernahe Spannungsbindung  

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Dreiklassige Einteilung  von Abwehrmechanismen  

  • reife Abwehr (hohes Strukturniveau) - Affekte bleiben zugänglich, werden integriert und beziehungsfähig reguliert; adaptiver, regulieren Affekte und Konflikte, größere psychische Flexibilität  

    • Intrapsychisch, Nicht realitätsverzerrend, Affekte grundsätzlich zugänglich, Fördern stabile Beziehungen und kohärentes Selbstbild, Bei gutem Strukturniveau 

  • neurotische / mittlere Abwehr - Realitätsbezug weitgehend erhalten, Konflikte werden verdeckt, umgeformt, verzerrt oder abgewehrt)

  • unreife / primitive Abwehr (geringe Integration, Beziehung wird stark verzerrt) - strukturelle Vulnerabilität, Ambivalenz schlecht haltbar 

    • Interpersonell, Führen zu Verzerrungen, Externalisierung und Ausagieren, Bei eher geringem Strukturniveau 

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Sublimierung (reif)

  • Konflikthafte Impulse werden so transformiert, dass sie im Selbstbild integrierbar bleiben, also in eine sozial akzeptierte Aktivität umgewandelt  

  • Nicht erfüllte (sexuelle) Bedürfnisse werden durch derartige Ersatzhandlungen befriedigt, die von der Gesellschaft akzeptiert sind (z.B. Sport)

  • Bsp.: Aggression wird in Leistung gebunden, ohne verleugnet zu werden 

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Humor (reif)

• Affekt wird geteilt, aber in einer regulierten, beziehungsfähigen Form  

• Bsp.: Angst wird benannt und gleichzeitig abgepuffert 

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Antizipation (reif)

• Innerer Konflikt wird vorweggenommen und mental bearbeitet  

• Bsp.: Erwartete Kränkung wird innerlich vorbereitet statt abgewehrt 

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Altruismus (reif)

• Eigene Konfliktthemen werden über Beziehungsgestaltung reguliert also Befriedigung eigener Bedürfnisse durch Geben  

• Bsp.: Bedürftigkeit wird über Fürsorge für andere organisiert 

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Suppression (reif)

• Affekt bleibt prinzipiell zugänglich, wird aber situativ zurückgestellt, also bewusstes Aufschieben belastender Gedanken  

• Bsp.: „Ich spüre es, aber ich kümmere mich später darum“ 

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Verdrängung (neurotisch)

  • Konflikthafte/gefährliche/unerwünschte Impulse von dem Bewusstsein entzogen und in das Unbewusste abgedrängt

  • Dort können sie allerdings ohne Wissen des einzelnen zum Motor von so genannten Ersatzhandlungen oder Vorstellungen werden (Träume, Fehlleistungen)

  • Bsp.: „Meine Kindheit war eigentlich normal.“  

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Verschiebung (neurotisch)

  • Konfliktaffekt wird auf ein ungefährlicheres Objekt verlagert  

  • Aufgestaute, feindselige Gefühle werden auf Objekte entladen, die weniger gefährlich erscheinen als diejenigen, von denen die Erregung dieser (feindseligen) Gefühle ursprünglich ausgeht.

  • Bsp.: Wut richtet sich nicht auf die eigentliche Bezugsperson - Wut auf den Chef, Entladung zuhause  

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Reaktionsbildung (neurotisch/unreif)

  • Verbotener Impuls wird in sein Gegenteil transformiert  

  • Angstbesetzte Wünsche werden dadurch vermieden, dass sie quasi in ihr Gegenteil verkehrt werden. Dabei werden diese gegenteiligen Absichten und Verhaltensweisen so sehr überbetont, dass sie einen »Schutzwall« gegen den Versuch dienen, die angstbesetzten Wünsche zu befriedigen

  • Bsp.: Übermäßige/ demonstrative Fürsorge verdeckt aggressive Impulse 

29
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Affektisolierung (unreif)

  • Affekt wird vom Inhalt getrennt → Beziehung bleibt „leer“  

  • Abtrennung von Gefühlen und Emotionen von dazugehörenden Gedanken und Erinnerungen; beides wird wahrgenommen, aber nicht als zusammengehörig empfunden

  • Bsp.: Erzählen ohne affektive Beteiligung 

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Rationalisierung (neurotisch/unreif)

  • Nachträgliche rationale Erklärung irrationalen Verhaltens

  • Man versucht sich dabei einzureden, dass das eigene Verhalten rational, d.h. verstandesmäßig begründet ist, um damit dieses Verhalten vor sich und anderen zu rechtfertigen.

  • Bsp.: „Wir waren langfristig einfach inkompatibel.“  

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Intellektualisierung (neurotisch)

  • Konflikt wird kognitiv bearbeitet, um Emotionen nicht zu fühlen  

  • Emotional bedeutsame Impulse oder Konflikte werden durch theoretisch-distanziertes Analysieren ihres gefühlsmäßigen Anteils beraubt

  • Bsp.: Erklären statt Erleben - viel verstehen, wenig fühlen  

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Ungeschehenmachen (neurotisch)

  • Schuld/Impuls wird symbolisch „neutralisiert“  

  • Entwicklung eines Sühneverlangens für unmoralische Wünsche und Handlungen, um diese damit aufzuheben.

  • Bsp.: Beziehung wird repariert, ohne Konflikt zu verstehen oder Zwangshandlung nach Wutgefühl auf Partner - ritualisierte Handlung zur symbolischen Rücknahme  

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Altruistische Abtretung (neurotisch)

  • Eigene Wünsche werden externalisiert und über andere gelebt  

  • Angst vor Liebesverlust wird gebannt durch altruistische Zuwendung zu anderen bei gleichzeitiger Missachtung eigener Bedürftigkeit

  • Bsp.: Subjektposition wird aufgegeben zugunsten des Objekts 

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Konversion (neurotisch)

  • Konflikt wird in ein symbolisches Körpersymptom übersetzt  

  • Konflikte werden nicht in ihrer eigentlichen Gestalt wahrgenommen und führen auf Dauer auf körperliche Reaktionen und Symptome mit erkennbaren Symbolgehalt

  • Bsp.: Körper „übernimmt“ die Konfliktlösung 

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Kontrolle (neurotisch)

• Übermäßige Kontrolle zur Vermeidung von Angst 

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Identifikation mit dem Aggressor (unreif)

• Übernahme von Eigenschaften des Angreifers 

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Spaltung (unreif)

  • Widersprüchliche Selbst- und Objekterfahrungen können nicht integriert werden  

  • Andere oder das Selbst werden in Gut und Böse aufgeteilt. Man schwankt zwischen beiden; der oder das Gute wird idealisiert, der Böse abgewertet. Weitgehend identisch mit "Idealisierung/Abwertung"**, wobei immer nur eine Seite wahrgenommen wird..

  • Bsp.: Ein Mensch wird nur als gut oder schlecht wahrgenommen - Gestern waren Sie die beste Therapeutin – heute sind Sie nur noch enttäuschend.“  

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Projektion (unreif)

  • Konflikthafte innere Anteile werden nach außen verlagert  

  • Übertragung der Missbilligung eigener Unzulänglichkeiten und Wünschen, die gemeinhin als unmoralisch gelten, auf andere

  • Bsp.: Eigene Aggression wird im Gegenüber erlebt - Jemand fährt selbst aggressiv Auto und schimpft: „Die anderen fahren alle rücksichtslos und aggressiv.“  

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Projektive Identifikation (unreif)

  • Manipulative Verlagerung unerträglicher Selbstaspekte in den anderen, der sich damit identifiziert und danach handelt  

  • Dem Anderen werden bestimmte Eigenschaften induziert, um ihn unter Kontrolle zu halten

  • Nach Klein

  • Bsp.: Therapeut fühlt, was Patient nicht halten kann - Der Patient erlebt das Gegenüber nicht nur als ablehnend, sondern bringt es dazu, sich tatsächlich so zu fühlen oder zu verhalten.  

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Verleugnung (unreif)

  • Realität wird abgewehrt, um Affekt zu vermeiden  

  • Schutz vor Unangenehmem durch die Weigerung, es überhaupt zur Kenntnis zu nehmen

  • Bsp.: Offensichtliches wird nicht anerkannt 

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Agieren (Acting out) (unreif)

  • Konflikt wird in der Handlung statt psychisch verarbeitet  

  • unbewusste Handlungen, um unbewusste Konflikte zu inszenieren. Verdrängte frühere Gefühle/Wünsche werden durch Handeln in der Gegenwart ausgelebt. 

  • Bsp.: Beziehungskonflikt wird inszeniert statt verstanden 

42
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Wendung gegen das Selbst (unreif)

• Aggression werden nicht gegen andere, sondern richtet sich aber gegen das eigene Selbst  

• Bsp.: Selbstabwertung statt Konflikt mit Objekt - „Ich bin wertlos“ statt „Ich bin wütend.“/ Selbstverletzung

43
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Autistischer Rückzug (unreif)

• Beziehung wird verlassen, um Überforderung durch Affekte zu vermeiden  

• Bsp.: Rückzug in Innenwelt statt Beziehungsgestaltung 

44
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Somatisierung (unreif)

  • Affekte werden nicht metallisiert, sondern körperlich ausgedrückt  

  • Konflikte werden nicht in ihrer eigentlichen Gestalt wahrgenommen und führen auf Dauer zu körperlichen Reaktionen und Symptomen ohne direkten Symbolgehalt

  • Bsp.: Körper trägt den unbearbeiteten Konflikt 

45
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Idealisierung (unreif)

  • Überhöhung des Objekts zur Stabilisierung  

  • unrealistische Überbewertung von Personen zum Zweck der Angstabwehr. Gegenteil: Abwertung

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Passiv-aggressives Verhalten (unreif)

• Indirekter Ausdruck von Aggression durch Trotz oder Verzögerung 

47
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Externalisierung  (unreif)

• Verantwortung wird anderen zugeschreiben 

48
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Bagatellisieren (neurotisch/unreif)

  • Kleinreden von Problemen (um sich nicht mit ihnen beschäftigen zu müssen, weil überfordernd)

49
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Regression (unreif)

• Rückfall in frühere und strukturell niedriges Entwicklungsstufe g mit einfacheren, primitiveren Reaktionen und in der Regel auch tieferem Anspruchsniveau

(vs. Progression- bewegt sich das Ich in Richtung Reife. Es ist ein vorwärtsgerichteter Prozess, bei dem neue Fähigkeiten erworben, Herausforderungen bewältigt und psychische Konflikte konstruktiv gelöst werden)

50
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Konversion (unreif)

Übertragung eines psychischen Inhaltes in ein körperliches Symptom; Symbolisierung über den Körper

51
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Freie Assoziation

alle Gedanken, Gefühle, Fantasien, die einem in den Sinn kommen. „Dem flüchtig Vorbeiziehendem eine Stimme geben.“ → Eisenbahnmetapher

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Gleichschwebende Aufmerksamkeit

kein Element bevorzugen; unvoreingenommen zu hören 

53
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Therapeutische Ich-Spaltung

  • Fähigkeit, das ICH in einen beobachtenden und einen erlebenden Teil zu zerteilen. Die Regression auf den therapeutischen Prozess begrenzen

  • beschreibt die Fähigkeit des Patienten, sich während der Therapie in zwei Anteile aufzuteilen: ein erlebendes Ich (das regressiv, also kindlich oder irrational empfindet) und ein beobachtendes Ich. Dieser bewusste, distanzierte Teil ermöglicht es dem Patienten, die eigenen Gefühle zu analysieren, und bildet die Grundlage für das therapeutische Arbeitsbündnis.

  • Nach Sterba (1934)

54
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Widerstand

alle unbewussten, vorbewussten und bewussten Kräfte, die sich gegen den Zugang zum Unbewussten stellen und somit gegen den Fortschritt der Therapie

55
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Wiederholungszwang

unbewusste Tendenz, leidvolle Erfahrungen immer wieder herzustellen und damit Vertrautes zu wiederholen. Ziel ist es den Wiederholungszwang zu verstehen, um dann aus ihm herauszukommen. Das Lustvolle am W.: Was ich kenne gibt mir Sicherheit; selbsterfüllende Prophezeiung; Widerstand gegen Neues/Unbekanntes

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Übertragung 

  • Prozess, bei dem ein Patient Gefühle/Wunsche/ Beziehungsmuster/Erwartungen aus früheren wichtigen Beziehungen (meist Kindheit) unbewusst auf die Therapeutin überträgt. 

  • Gefühle, Phantasien, Haltung werden von einer alten auf die aktuelle Beziehung verschoben. Es wird wiederholt, statt erinnert und so wird die Vergangenheit erlebbar und sichtbar (in der Therapie und Außenbeziehungen).

  • Arbeit in der TP- Fokus: Außenbeziehungen 

  • Übertragung muss erraten und übersetzt werden, d.h. auch wenn wir uns im Verlauf der Therapie „sicher“ sein mögen, welche Übertragung vorherrscht, so bleibt immer ein Kern von Nichtwissen und Unverständnis! ußenbeziehungen). 

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Gegenübertragung 

  • Gegenübertragung bezeichnet die emotionalen Reaktionen/ inneren Prozesse der Therapeutin auf den Patienten, die sowohl aus ihrer eigenen Biografie als auch aus dem, was der Patient „in ihr auslost“, stammen können. 

  • Von „etwas, dass es abzulegen gilt“ bis hin im Sinne der projektiven Identifizierung (Abwehrmechanismus-Melanie Klein): Patient:in legt etwas in die Therapeutenperson hinein und „kontrolliert“ es/ Patient:in und Therapeutenperson sind verbunden/ Hoffnung, dass Therapeutenperson anders, besser „damit“ umgehen kann als die Patientenperson (und das frühere Gegenüber) 

  • Gegenübertragungsreaktionen wahrnehmen, nicht agieren 

  • Bion: Therapeutenperson „leiht den eigenen psychischen Raum“ und dient als Container, verdaut, hält das bisher unverdaute  

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Komplementäre Gegenübertragung

  • Therapeutin geht unbewusst in die Rolle einer (nahstehenden) Bezugsperson des P., die der Patient ihr zuweist, entsprechend seiner Übertragung 

  • Reinszenierung alter Beziehungsdynamiken im therapeutischen Setting 

  • Dadurch können Objektrepräsentanzen der inneren Objektbeziehungen erkannt werden 

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Konkordante Gegenübertragung

  • Therapeutenperson reagiert affektiv so, wie die Patientenperson wahrscheinlich auf wichtige frühe oder aktuelle Beziehungspersonen reagiert hat, oder reagiert. (z.B. Gefühl der Einsamkeit, die die Patientenperson empfindet, kann nachempfunden werden)

  • Therapeut fühlt sich wie der Patient, fühlt sich also in den Zustand des Patienten ein 

  • Dadurch können Objektrepräsentanzen der inneren Objektbeziehungen erkannt - innere Beziehungsmuster erkennen

  • Dadurch kann die Selbstrepräsentanz der inneren Objektbeziehung erkannt werden - So lässt sich erkennen, wie der Patient sich selbst in seinen Beziehungen erlebt.

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Übertragung vs Gegenübertragung

 

Übertragung 

Patient -> Therapeut 

- Quelle: frühere Beziehungserfahrungen des Patienten  

- Zeigt alte Konflikte/ Beziehungsmuster auf 

Gegenübertragung  

Therapeut -> Patient  

- Quelle: Eigene Themen des Therapeuten und Reaktion auf den Patienten  

- Gibt Hinweise auf unbewusste Dynamik des Patienten  

Komplementär 

- Objektbeziehung (früheres gegenüber)

- Patient erlebt sich in einer früheren Beziehungsrolle 

- Gegenüberstellung, Interaktionsmuster erkennen

Konkordant 

- Selbstidentifikation 

- Patient erlebt sich wie früher (leidende Kind) 

- Gleichklang und Mitschwingende Dynamik  

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Übersteuerung

  • zu viel Kontrolle → Erstarrung, Distanz, Leer 

  • eine Form der emotionalen Kontrolle, bei der Gefühle stark unterdrückt oder „wegreguliert“ werden 

  • Betroffene wirken oft kühl, distanziert oder rational (oft unerkannte/unverarbeitete Emotionen

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Untersteuerung

  • zu wenig Kontrolle → Impulsivität, emotionale Instabilität  

  • Gegenteil: Emotionen nicht ausreichend kontrolliert/ ungefiltert 

  • Betroffene reagieren oft impulsiv/überemotional 

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Dyston

  • „so bin ich nicht“ → innerer Konflikt 

  • Gedanke/ Impuls/ Verhalten nicht mit dem Selbstbild/ inneren Überzeugungen einer Person übereinstimmt unangenehm/fremd empfunden wird 

  • Beispiel: Ein Zwangsgedanke wird oft als ich-dyston erlebt, weil die betroffene 

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Synton

  • „So bin ich eben“ → kein innerer Konflikt 

  • Gegenteil: Gedanke/ Impuls/ Verhalten ist mit dem eigenen Selbstbild/ inneren Überzeugungen stimmig und wird als „zu einem selbst gehörig“ erlebt 

  • Extra: Psychose: synthym vs. parathym (Passt Affekt zu Wahn / Stimme?) 

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Psychodynamische Verfahren  

  • Eine psychische Kräftelehre - Verschiedene Kräfte wirken einander entgegen und eine Dynamik entsteht 

  • Es entstehen innere Spannungen, die bedrohlich und anstrengend sind, so dass „Notlösungen“ oder Gegenregulationen gefunden werden müssen → Symptombildung 

  • Die TP umfasst ätiologische orientierte Therapieformen, mit welcher unbewusste Psychodynamik aktuell wirksamer neurotischer Konflikte und struktureller Störungen unter Beachtung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand behandelt werden. 

  • Bedeutung “Tiefe“ - positive und negative Konnotation; unter der Oberfläche des Bewusstsein 

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Tiefenpsychologie vs analytisch fundierte Psychotherapie

Gemeinsamkeiten

AP und TP 

Unterschiede

AP und TP 

  • Psychologie des Unbewussten 

  • Unbewusste psychodynamische Prozesse & Konflikte 

  • Einbeziehung frühkindlicher Erfahrungen und deren Weiterwirken 

  • Betrachtung der Therapeuten-Patienten-Beziehung 

  • Zentrierung auf die aktuelle Symptomatik und ihren Konflikthintergrund 

  • Eingrenzung der Regression 

  • Fokussiessrung 

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Unterschiede zwischen den Therapienformen

 

Analytische Psychotherapie 

Therapie der Grundmuster 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 

Therapie umgrenzter Foki 

Verhaltenstherapie 

Methodik 

- Explizite Nutzung von Regression und Übertragung 

- Wiederbelebung des Grundkonflikts in der Übertragung 

- Arbeit am Vergangenheits-unbewussten  

- Begrenzung von Regression und Übertragung (wenn Übertragung dann vor allem auf Außenbeziehung verstehend transferieren) 

- Fokussierung  

- Arbeit an der Übertragung 

- Arbeit an der aktuellen Konfliktdynamik (=AWUK) am Gegenwartsunbewussten 

- Verhaltensanalyse (SORKC) 

- Psychoedukation 

- Kognitive Umstrukturierung 

- Exposition, Verhaltensübungen und Kompetenztraining 

- Hausaufgaben und Selbstbeobachtung 

Ziele 

- Umstrukturierung der Persönlichkeit bzw. Umfassende strukturelle Nachreifung 

- Linderung aktueller Symptome und bessere psychosoziale Anpassung durch fokussierte Einsicht und Bearbeitung der aktuell wirksamen konflikt- oder strukturbedingten Störungsdynamik 

- Symptomreduktion, Veränderung dysfunktionaler Denk- und Verhaltensmuster sowie Verbesserung der Selbstkontrolle und Problemlösefähigkeit 

Fokus 

- Mehrere Foki (z.B. mehrere bzw.  wechselnde oder aufeinander aufbauende Konflikt- oder Strukturfoki 

- Teilziele (als Fokusbildung) 

- Konfliktpatienten: Aktuell wirksamen unbewussten Konflikt verstehen und verändern im Hier und Jetzt  

- Strukturpatienten: fokale strukturelle Förderung 

- Aktuelle Probleme und aufrechterhaltende Bedingungen („Hier und Jetzt“) 

- Veränderung konkreter Verhaltensweisen, Kognitionen und Emotionen 

- Erwerb neuer Bewältigungsstrategien und Rückfallprophylaxe 

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Die 3 Grundpfeiler der therapeutischen Grundhaltung

  1. Abstinenz: keine gegenseitige Befriedigung der Beziehungswünsche. Keine privaten Beziehungen zu den Pat.!  

  1. Neutralität: Haltung des Therapeuten: weder zu direktiv intervenieren, noch für eine der Seiten der Konflikte des Pat. oder für die Anforderungen der Realität eintreten oder Bewertungen vornehmen. Gleichmäßigen Abstand zu allen drei Instanzen. Keine erzieherische Tätigkeit, keine Ratschläge.  

  1. Anonymität: Therapeut als „leere Projektionsfläche“, keine Hinweise auf Persönlichkeit, Privatleben etc. 

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Prinzipien der Ethik (Beauchchamp & Childress, 2013) 

1. Respekt vor Autonomie 

  • Selbstbestimmte Entscheidungen anerkennen und fordern 

2. Fürsorge 

  • Wohlergehen des Anderen fordern, weitergehend als Nichtschädigung 

3.Nichtschaden 

  • Keine Handlungen ausführen, die den Anderen schaden 

4. Gerechtigkeit 

  • Faire Verteilung von Nutzen und Lasten im Gesundheitssystem (kulturelle Herkunft, religiöse oder sex. Orientierung, Patientenselektion hinsichtlich Störungsbelastung oder Differenziertheit) 

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Maßnahmen zur Entwicklung eines therapeutischen Arbeitsbündnisses

  • Atmosphäre von Akzeptanz und Respekt herstellen

  • Abstinenzregel beachten

  • aktuelle emotionale Befindlichkeit des Patienten erfassen und verbalisieren (Anteilnehmende Beobachtungen)

  • Erläuterungen und Erklärungen geben

  • Skepsis und Ängste des Patienten aufgreifen

  • keine Konfrontation mit problematischen und unbewussten Aspekten des Erlebens und Verhaltens

  • nonverbale Signale des Patienten aufnehmen

  • eigene nonverbale Reaktionen kontrollieren

  • Sprechaktivität und Redeweise auf den Patienten abstimmen

  • sich dem Patienten gegenüber natürlich verhalten

  • auf direkte Fragen des Patienten eingehen, Beantwortung reflektieren

  • Gemeinsamkeit von Aufgaben und Zielen überprüfen

  • Selektiv authentische Mitteilungen/ Positive Resonanz geben 

  • Als Gesprächspartner zur Verfügung stehen

  • Nach Wöller

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Suizidalität - besonders wachsam sein bei…

• hohem Alter, Einsamkeit, männlich  

• frühere Suizidversuche  

• Sucht  

• chronische psychische Krankheit (Depression, Schizophrenie, Pst)  

• nach erstem stationärem Aufenthalt in psychiatrischer Behandlung  

• direkte oder indirekte Suizidankündigung  

• Angehörige von Suizidenten  

• chronische Schmerzen, schwere körperliche Erkrankung  

• bei sozialer Desintegration (Arbeit, soziale Kontakte)  

• Menschen in Krisensituationen 

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Hinweise auf eine hohe Suizidgefährdung 

• keine Distanzierung von Suizidgedanken möglich  

• Suizidversuche in der Vorgeschichte  

• „harte Methoden“ bei früheren Suizidversuchen  

• Positive Familienanamnese  

• Suizide in der Umgebung des Patienten („Werther-Effekt“)  

• starke Hoffnungslosigkeit in der Untersuchung  

• detaillierte Suizidpläne  

• Suizidarrangement, bei dem der Patient schwer auffindbar ist 

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Umgang bei Verdacht auf Suizidalität 

• Suizidalität ernst nehmen (→ bei Verdacht: ansprechen!)  

• Taktvoll, aber bestimmt  

• Verständnis und Interesse zeigen  

• Nicht werten!  

• Raum für Emotionen geben  

• Ambivalenz ausloten – Suizidalität, Hoffnung, Zukunftsperspektiven 

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Krisenintervention bei akuter Suizidalität 

• Intensivierung der therapeutischen Beziehung: Würdigung der Krise, Herstellen von Rapport, Anpassung an Sprache und nonverbales Verhalten der Patient*in  

• Risikoabschätzung  

• Zeit gewinnen: Förderung von Ambivalenz und kognitiver Dissonanz  

• Selbstkontrolle stärken: Antisuizidpakt (ASP), Notfallplan, Zugang zum Suizidmittel begrenzen  

• Klärung des weiteren Behandlungssettings  

• Ablaufplan Suizidalität beachten (Institutsspezifisch)  

• Lehrtherapeuten sofort informieren!  

• Supervisor/in informieren!  

• Wenn der Pat. nicht glaubhaft absprachefähig ist → Klinikeinweisung! Geht der Pat. nicht freiwillig in die Klinik 112 oder SpD informieren! 

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Notfallplan Suizidalität

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Indikationsstellung 

  • Prinzip der Notwendigkeit: Liegt eine Störung mit Krankheitswert nach ICD-10 vor? 

  • Prinzip der Zweckmäßigkeit: Hat die Behandlung Aussicht auf Erfolg? (bedeutsame Linderung der Symptomatik) 

  • Prinzip der Wirtschaftlichkeit: Behandlung nur so lange und intensiv wie nötig

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Ambulante vs stationäre Behandlung - Vor und Nachteile

Vorteile einer ambulanten Behandlung 

Vorteile einer stationären Behandlung 

• Geringere Stigmatisierung 
• Kostengünstiger 
• Tägliche Umsetzung und Erprobung individueller Therapieschritte im Alltag 
• Längerfristige Begleitung möglich 

• Erprobung im geschützten Raum 
• Solidaritätseffekt zwischen Mitpatient*innen 
• Multimodale Therapie 
• Fokussierte Therapie 
• Erhöhte Kontrolle von Umweltvariablen möglich (Arbeit, Familie etc.) 

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Ambulante vs stationäre Behandlung - Indikation

Indikationen für eine ambulante Behandlung 

Indikationen für eine stationäre Behandlung 

• Alltag wird noch gut bewältigt 
• Das soziale Umfeld ist unterstützend und stabilisierend 
• Regelmäßige Mitarbeit in den Sitzungen (Zuverlässigkeit) 
• Therapeutische Beziehung ist in Problemsituationen tragfähig 
• Absprachefähigkeit in Krisen 

• Soziales Umfeld zu instabil (um in Krisen unterstützend zu wirken) 
• Ggf. Aufrechterhaltung der Symptome durch soz. Umfeld 
• Alltag wird nicht mehr bewältigt (Schule, Ausbildung, Arbeit) 
• Wenn eine ambulante Behandlung erfolglos bleibt (→ multimodale Therapie) 
• Ggf. medikamentöse Einstellung 
• Zur diagnostischen Abklärung 
• Schwere Depressionen, floride Psychosen etc. 
• Abstand und Schutz zum/vor dem System (Familie, Partner etc.) 

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Abhängigkeitserkrankungen (F10-F19)

  1. Starkes Verlangen 

  2. Verminderte Kontrollfähigkeit

  1. Körperliches Entzugssyndrom

  1. Toleranzentwicklung

  2. Vernachlässigung von Interessen

  1. Substanzkonsum trotz schädlicher Folgen

Mind. 3 Kriterien 1 Monat gleichzeitig oder 12 Monate wiederholend

F10 Alkohol, F11 Opioide, F12 Cannabis, F13 Sedativa/Hypnotika, F14 Kokain, F15 Stimulanzien, F16 Halluzinogene, F17 Tabak, F18 Lösungsmittel, F19 Multipler Substanzgebrauch 

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Hypomanie (F30.0)

A. Stimmung an 4 aufeinander folgenden Tagen abnormal gehoben/gereizt 

B. Mind. 3 Symptome: gesteigerte Aktivität, gesteigerte Gesprächigkeit, Konzentrationsschwierigkeit, vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigerte Libido, übertriebene Geldausgaben, gesteigerte Geselligkeit 

D. Ausschluss: Manie, bipolare Störung, depressive Episode, Anorexia Nervosa, Zyklothymia 

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Manie (F30.1)

A. Die Stimmung ist gehoben, expansiv oder gereizt – abnorm. Dieser Stimmungswechsel mindestens eine Woche anhalten (es sei denn, eine Krankenhauseinweisung wird notwendig). 

3 der Folgenden Merkmale: Überaktivität, Rededrang, kaum Schlaf, starke Ablenkbarkeit, Größenideen, übertriebener Optimismus, rücksichtsloses, tollkühnes, unpassendes und persönlichkeitsfremdes Verhalten, mehr Libido  

Differentialdiagnose: Fehlen von Halluzination oder Wahn 

Ausschluss: Missbrauch psychotroper Substanzen oder organisch psychische Störung 

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Bipolare Störung (F31)

A. Gegenwärtige Episode erfüllt die Kriterien für eine Hypomanie/Manie/leichte,mittelgradige, schwere depressive Episode

B. In Anamnese findet sich mind. Eine andere affektive Episode, die die Kriterien für eine Hypomanische, manische, depressive oder gemischte affektive Episode erfüllt

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Depressive Episode (F32)

3 Hauptsymptome:  

  1. depressive Stimmung 

  1. Interessenverlust 

  1. verminderter Antrieb  

7 Nebensymptome:  

  1. Vermindertes Selbstwertgefühl/ Verlust des Selbstvertrauens 

  1. Gefühl von Schuld/Wertlosigkeit/Selbstvorwürfe 

  1. Suizidgedanken und – handlungen  

  1. Konzentrationsstörung 

  1. Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven/ Hoffnungslosigkeit  

  1. Schlafstörungen 

  1. Appetitverlust   

Zeitkriterium: 2 Wochen  

Einteilung: leicht (2H+2N=4), mittelgradig (2H+3-4N=6-7), schwer (3H+mind. 4N=8) mit und ohne psychotischen Symptome 

Rezidivierende Depression (F33) = mehrere depressive Episoden und mind. 2 Monate ohne Episode  

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Zyklothymia (F34.0)

A. Stimmungsinstabilität mit mehreren Episoden von leichter Depression und Hypomanie mit oder ohne normale Stimmung im Intervall von mindestens 2 Jahren 

B. In den 2 Jahren keine Erfüllung der Kriterien für Manie oder Depression  

C. mind. 3 Symptome während der depressiven Episode: verminderter Antrieb, Schlafstörungen, sozialer Rückzug, Konzentrationsschwierigkeiten, Verlust des Interesses an Sexualität, verminderte Gesprächigkeit, Pessimismus auf Zukunft  

D. mind. 3 Symptome bei gehobener Stimmung: vermehrter Antrieb, herabgesetztes Schlafbedürfnis, überhöhtes Selbstgefühlmehr Geselligkeit  

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Dysthymia (F34.1)

A. konstante/wiederkehrende Depression/ chronische depressive Verstimmung, Zeitkriterium 2 Jahre 

B. In den 2 Jahren keine Erfüllung der Kriterien für Depression 

C. mind. 3 Symptome während der depressiven Episode: verminderter Antrieb, Schlafstörungen, sozialer Rückzug, Konzentrationsschwierigkeiten, Verlust des Interesses an Sexualität, verminderte Gesprächigkeit, Pessimismus auf Zukunft 

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Phobische Störungen (F40) 

A. Deutliche Frucht oder Vermeidung eines bestimmten Objekts oder bestimmten Situation  

  • Tiere, Natur, situative Phobien, Anblick von Blut, Injektion oder Verletzungen  

B. Mind. 2 der Symptome: Herzkopfen, Schweißausbruch, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Schwindel, Unsicherheit, Schwäche, Benommenheit  

C. Deutliche emotionale Belastung durch Angst oder Vermeidung und Einsicht, dass diese übertrieben ist 

D. Symptome nur in gefürchteten Situationen  

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Agoraphobie (F40.0)

A. Deutliche und anhaltende Furcht vor oder Vermeidung von mindestens zwei der folgenden Situationen 

  • Menschenmenge 

  • öffentliche Plätze 

  • allein Reisen 

  • Weg von zu Hause 

B. mind. 2 Symptome: Herzkopfen, Schweißausbruch, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Schwindel, Unsicherheit, Schwäche, Benommenheit  

C. Leidensdruck durch Angstsymptome und Vermeidungsverhalten. Einsicht, dass die Symptome und die Vermeidung übertrieben sind.  

D. Die Symptome beschränken sich auf die gefürchteten Situationen oder auf Gedanken an diese.  

E. Ausschluss: organische Störung, Schizophrenie, affektive Störungen, Zwangsstörung  

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Soziale Phobie (F40.1)

A. Entweder 1. oder 2.  

  1. Deutliche Furcht im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich blamieren, peinlich oder erniedrigend zu verhalten  

  1. Deutliche Vermeidung im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder von Situationen, in denen die Angst besteht, sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten. Ängste treten in soziale Situationen auf, Essen, Sprechen, Begegnungen in der Öffentlichkeit, Teilnahme an Gruppen  

B. Mindestens 2 Symptome: Erröten, Zittern oder Angst zu erbrechen, oder Miktions-/Defäkationsdrang bzw. Angst davor., eutliche emotionale Belastung durch Angst/Vermeidung, Einsicht, dass diese übertrieben, unvernünftig sind  

C. Emotionale Belastung  

D. Symptome betreffen nur gefürchtete Situation 

E. Ausschluss: organische Erkrankungen, Schizophrenie, affektive Störung, Zwangsstörung 

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Panikstörung (F41.0)

A. Wiederkehrende spontan auftretende Angstattacken ohne spezifischen Auslöser  

B. Panikattacke gekennzeichnet durch 

  • Episode intensiver Angst  

  • beginnt abrupt  

  • Erreicht innerhalb weniger Minuten in innerhalb weniger Minuten ein Maximum 

  • dauert einige Minuten   

C. mindestens 4 Symptome müssen vorliegen: Herzklopfen, Schweißausbrüche, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustschmerz, Übelkeit, Schwindel, Angst zu sterben, vor Kontrollverlust, wahnsinnig werden.

D. Ausschluss: körperliche und organische Störungen, Schizophrenie, affektive Störungen, somatoforme Störungen

F41.00 mittelgradige Panikstörung, mindestens 4 Attacken in 4 Wochen

F41.01 schwere Panikstörung, mindestens 4 Attacken in einer Woche über 4 Wochen

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Generalisierte Angststörung (F41.1)

A. Über mind. 6 Monate mit vorherrschender Anspannung, Besorgnis, Befürchtungen in Bezug auf alltägliche Ereignisse.  

B. Mindestens vier Symptome: Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustschmerz, Übelkeit, Schwindel, Derealisation, Depersonalisation, Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden oder auszuflippen, zu sterben, Muskelverspannungen, Schmerzen, Ruhelosigkeit, Unfähigkeit zu entspannen, Nervosität, psychische Anspannung, Kloßgefühl, Schluckbeschwerden, übertriebene Reaktion auf überrascht oder erschreckt werden, Konzentrationsstörungen, Leeregefühl im Kopf wegen Sorgen und Angst, Reizbarkeit, Einschlafstörungen wegen Besorgnissen  

C. Störung erfüllt nicht Kriterien für Panikstörung, phobische Störung, Zwangsstörung oder hypochondrische Störung 

D. Ausschluss: organische Störungen, psychotrope Substanzen, organisch psychische Störungen  

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Zwangsstörung (F42)

A. Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen oder beides an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mind. 2 Wochen 

B. Zwangsgedanken und Handlungen:  

  1. werden als eigene angesehen   

  2. sie wiederholen sich und sind unangenehm  

  3. Versuch Widerstand zu leisten  

  4. Ausführung ist nicht angenehm  

C. Leidensdruck der Betroffenen 

D. Ausschluss: Schizophrenie, affektive Störungen 

F42.0 vorwiegend Gedanken, F42.1 vorwiegend Handlungen, F42.2 Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt 

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Akute Belastungsstörung (F43.0) 

A. Erleben einer außergewöhnlichen physischen oder physischen Belastung  

B. Symptome treten innerhalb einer Stunde nach der Belastung auf  

C. Rückzug, Desorientiertheit, Ärger/verbale Aggressionen, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit  

D. Symptomatik klingt nach 48 Stunden ab, weniger nach 8 Stunden 

E. Ausschluss: keine anderen psychischen Störungen außer GAS und Persönlichkeitsstörungen 

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PTBS (F43.1)

A. Aussetzung eines Ereignisses von außergewöhnlicher Bedrohung, katastrophalem Ausmaß 

B. Wiedererleben der Belastung durch Nachhallerinnerungen, lebendige Erinnerungen, Träume 

C. Vermeidung von Umständen, die dem Ereignis ähneln oder in Zusammenhang stehen 

D. Entweder: Schwierigkeiten sich zu erinnern   

Oder: Hypererregung, mind. 2: Ein-Durchschlafstörungen, Reizbarkeit/Wutausbrüche, Konzentrationsschwierigkeiten, Hypervirgilanz, erhöhte Schreckhaftigkeit 

E. 6 Monate nach Ereignis

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Anpassungsstörung (F43.2)

A. psychosoziale Belastungen (nicht traumatisch, nicht außergewöhnlichen oder katastrophalen Ausmaß) 

B. Beinhaltet Symptome der affektiven Störungen, Störung des Sozialverhaltens oder Belastungs-/Somatoforme Störung, aber Kriterien werden aber nicht erfüllt.  

C. nicht länger als sechs Monate nach Emde der Belastung, außer bei der längeren depressiven Reaktion  

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Dissoziative Störungen (F44) 

G1. Kein Nachweis einer körperlichen Krankheit für Symptome  

G2. Zeitlicher Zusammenhang zwischen den dissoziativen Symptomen und belastenden Ereignissen, Problemen oder Bedürfnissen. 

Spezielle Kriterien für die jeweiligen Unterstörungen 

F44.0 dissoziative Amnesie  

F44.1 dissoziative Fuge 

F44.2 dissoziativer Stupor 

F44.3 Trance- und Besessenheitszustände 

F44.4 - F444.7 dissoziative Störung der Bewegung und der Wahrnehmung  

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Somatisierungsstörung (F45.0)

A. verschiedene körperliche Symptome ohne ausreichende somatische Erklärung, die länger als 2 Jahre bestehen 

B. Ständige Beschäftigung mit körperlichen, Leidensdruck, viele Arztbesuche oder Selbstmedikation 

C. Weigerung, zur Akzeptanz dass keine körperlichen Ursachen vorliegen. 

D. 6 oder mehr Symptome in mind. 2 Gruppen:   

  1. Gastro-intestinale Symptome/ Magen und Darm (Bauchschmerzen, Übelkeit)

  2. kardio-vaskuläre Symptome/ Herz und Blutgefäße (Atemlosigkeit ohne Anstrengung, Brustschmerzen) 

  3. Urogenitale Symptome/ Harn- und Geschlechtsorgane (verstärkter vaginaler Ausfluss, angenehme Empfindung im Genitalbereich) 

  4. Haut und Schmerzsymptome (Fleckigkeit, Farbveränderung) 

E. Ausschluss: nicht ausschließlich während Schizophrenie, affektive Störungen, Panikstörungen 

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Undifferenzierte Somatisierungsstörung  (F45.1) 

A. Kriterien A, C und E von Somatisierungsstörung sind erfüllt, Dauer beträgt 6 Monate 

B. Eines oder beide Kriterien B und D von Somatisierungsstörung nur unvollständig erfüllt 

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Hypochondrische Störung (F45.2)

A. Entweder: Mindestens 6 Monate anhaltend Überzeugung an höchstens 2 schweren körperlichen Krankheiten zu leiden.   

Oder: Anhaltende Beschäftigung mit einer vom Betroffenen angenommen Entstellung oder Missbildung   

B. Ständige Sorge um diese Überzeugung, medizinische Behandlungen, Untersuchungen  

C. Hartnäckige Weigerung die med. Feststellungen zu akzeptieren  

D. Ausschluss: tritt nicht nur während Schizophrenie oder affektiven Störungen auf 

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Somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3) 

A. Symptome der autonomen vegetieren Erregung folgender Organe: Herz, Magen, Gastrointestinaltrakt/ Verdauungssystems, Atmungssystem 

B. 2 oder mehr der folgenden vegetativen Symptome: Schweißausbrüche, Erröten, Mundtrockenheit, Hitzewallungen, Kribben oder Unruhe in der Magengegend  

  • 1 Gruppe: Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Simulation beruhen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern 

C. 1 oder mehr unspezifsiche Symptome: Brustschmerzen, Hyperventilation, Ermüdbarkeit, Überbählung, Völlegefühl 

  • 2 Gruppe: Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge und Gefühle, aufgebläht oder auseinander gezogen zu werden, die vom Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden 

D/E. Ausschluss: keine organische Störung, Symptome treten nicht mit phobischer Störung oder Panikstörung auf  

100
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Anorexia nervosa (F50.0)

A. Gewichtsverlust, Körpergewicht von mindestens 15 % unter dem normalen  

B. Gewichtsverlust selbstherbeigeführt durch Vermeidung von „fett machenden“ Speisen  

C. Selbstwahrnehmung als „zu fett“, mit Furcht dick zu werden; die Betroffenen legen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle fest.   

D. endokrine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse; bei Frauen als Amenorrhö, bei Männern als Verlust des Interesses an Sexualität und Potenzverlust 

E. Kriterien A und B für Bulimie nicht erfüllt 

F50.00 restriktiver Typ, F50.1 aktiver Typ