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Aufbau einer Aminosäure
Zentrales α-C-Atom mit vier Gruppen: Aminogruppe (–NH₂), Carboxylgruppe (–COOH), Wasserstoff (–H) und Rest (–R).
Bedeutung von 'α' bei Aminosäuren
Die Aminogruppe sitzt am C-Atom direkt neben der Carboxylgruppe.
L-Form einer Aminosäure
In der Fischer-Projektion (COOH oben) steht die Aminogruppe links. Natürliche AS sind L-konfiguriert.
Zwitterion
AS-Teilchen mit gleichzeitig positiver (–NH₃⁺) und negativer (–COO⁻) Ladung, nach außen neutral.
Warum sind Aminosäuren Ampholyte?
Sie können als Säure (–NH₃⁺ gibt H⁺ ab) und als Base (–COO⁻ nimmt H⁺ auf) reagieren.
Aminosäure in saurer Lösung
Kation: –NH₃⁺ und –COOH (positiv), weil H⁺ aufgenommen wird.
Aminosäure in basischer Lösung
Anion: –NH₂ und –COO⁻ (negativ), weil H⁺ abgegeben wird.
Chirales C-Atom
C-Atom mit vier verschiedenen Substituenten; Bild und Spiegelbild sind nicht deckungsgleich.
Warum ist Glycin nicht chiral?
Sein Rest ist –H, dadurch hat das α-C zwei gleiche Gruppen (zwei H) – also keine vier verschiedenen.
Enantiomere
Bild und Spiegelbild eines chiralen Moleküls, die nicht deckungsgleich sind.
Hydrophober Rest
Rest nur aus C und H, keine Ladung; meidet Wasser. Beispiele: Alanin, Valin, Leucin.
Hydrophiler Rest
Rest mit O oder N (–OH/–NH); bildet H-Brücken, keine Gesamtladung. Beispiele: Serin, Tyrosin.
Saurer, negativ geladener Rest
Rest mit zusätzlicher Carboxylgruppe (–COO⁻). Beispiele: Asparaginsäure, Glutaminsäure.
Basischer, positiv geladener Rest
Rest mit zusätzlicher Aminogruppe (–NH₃⁺). Beispiele: Lysin, Arginin, Histidin.
Van-der-Waals-Kräfte
Schwache Wechselwirkung zwischen unpolaren Resten (z.B. Leucin···Isoleucin).
Wasserstoffbrücken zwischen Resten
Zwischen Resten mit –OH/–NH-Gruppen, z.B. Serin···Tyrosin.
Ionische Wechselwirkung
Zwischen entgegengesetzt geladenen Resten (+/–), z.B. Asp⁻···Lys⁺.
Dipol-Dipol-Wechselwirkung
Zwischen polaren Resten (unterschiedliche Elektronegativität).
Peptidbindung
Amidbindung –CO–NH– zwischen zwei Aminosäuren; entsteht durch Kondensation unter Wasserabspaltung.
Kondensationsreaktion (Aminosäuren)
–COOH + –NH₂ → –CO–NH– + H₂O.
Hydrolyse
Spaltung der Peptidbindung durch Reaktion mit Wasser (Umkehrung der Kondensation).
Peptidbindungen und Wasser bei n Aminosäuren
n–1 Peptidbindungen und (n–1) H₂O.
Disulfidbrücke
–S–S–-Bindung zwischen zwei Cystein-Resten durch Oxidation der –SH-Gruppen.
Reaktionstyp der Disulfidbrücken-Bildung
Oxidation (Elektronen werden abgegeben).
Cystin
Zwei über eine Disulfidbrücke verbundene Cysteine.
Dauerwelle (Chemie)
Disulfidbrücken im Keratin werden gespalten und neu geknüpft (dauerhafte Verformung).
Primärstruktur
Aminosäuresequenz: Reihenfolge der AS, verbunden durch Peptidbindungen.
Sekundärstruktur
Regelmäßige Muster (α-Helix, β-Faltblatt), stabilisiert durch H-Brücken zwischen den Peptidgruppen der Hauptkette.
Tertiärstruktur
Räumliche Gesamtfaltung einer Kette, stabilisiert durch Wechselwirkungen zwischen den Resten.
Quartärstruktur
Zusammenlagerung mehrerer Ketten/Untereinheiten und/oder mit Cofaktoren.
α-Helix
Schraubenförmig aufgewundene Kette; H-Brücken zwischen C=O und H–N der Hauptkette.
β-Faltblatt
Mehrere Kettenabschnitte nebeneinander wie ein gefaltetes Blatt; H-Brücken zwischen benachbarten Strängen.
Wo liegen die H-Brücken der Sekundärstruktur?
Zwischen den Peptidgruppen der Hauptkette – NICHT zwischen den Resten.
Cofaktor
Nicht-proteinischer Bestandteil, den manche Proteine zur Aktivität brauchen (prosthetische Gruppe = fest, Coenzym = ablösbar).
Biuret-Reaktion
Nachweis für Proteine/Peptidbindungen: Probe + Natronlauge + Kupfersulfat → Violettfärbung (positiv).
Globuläre Proteine
Kugelförmig, hydrophil, wasserlöslich; Funktion: Stoffwechsel, Transport, Abwehr (z.B. Enzyme).
Faserproteine (Skleroproteine)
Lang, faserförmig, hydrophob; Funktion: Struktur/Stabilität (z.B. Keratin).
Polyamid
Kunststoff mit vielen Amidgruppen (–CO–NH–); z.B. Nylon und Perlon.
Perlon (PA 6)
Aus einem Monomer (Caprolactam) durch Ringöffnungs-Polymerisation; keine Abspaltung.
Nylon (PA 6,6)
Aus zwei Monomeren (Diamin + Dicarbonsäuredichlorid) durch Polykondensation; Abspaltung von HCl.
Enzym
Biokatalysator (Protein): beschleunigt eine Reaktion (senkt die Aktivierungsenergie), ohne selbst verbraucht zu werden.
Substratspezifität
Ein Enzym setzt nur ein bestimmtes Substrat um.
Wirkungsspezifität
Ein Enzym katalysiert nur eine bestimmte Reaktion.
Aktives Zentrum
Stelle am Enzym, an der das Substrat bindet (Enzym-Substrat-Komplex, Schlüssel-Schloss-Prinzip).
Lactase
Enzym, das Lactose in Glucose und Galactose spaltet.