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Vokabel-Karteikarten zu Geografie, Geschichte, Weltpolitik, Völkerrecht und globalen Entwicklungstrends auf Basis des Themenpools 5.
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Wirtschaftswachstum
Zunahme der realen Wirtschaftsleistung, meist am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen.
Entwicklung
Qualitative und quantitative Verbesserung menschlicher Handlungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen.
Nachhaltige Entwicklung
Eine Entwicklung, die heutige Bedürfnisse befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, und Soziales, Wirtschaft sowie Ökologie verbindet.
Globaler Süden
Politisch-analytischer Begriff für Länder mit häufig kolonialer Abhängigkeit und strukturellen Entwicklungsnachteilen; keine rein geografische Süd-Lage.
Kaufkraftparität (PPP)
Ein Indikator, der Preisunterschiede berücksichtigt und angibt, was ein Einkommen im Inland tatsächlich kaufen kann.
Human Development Index (HDI)
Mehrdimensionaler Index des UNDP zur Beurteilung von Entwicklung anhand der Dimensionen Lebenserwartung, Bildung und Einkommen.
Gini-Koeffizient
Indikator zur Messung der Ungleichheit von Einkommen oder Vermögen in einer Gesellschaft, der jedoch keine Aussage über das absolute Niveau trifft.
Multidimensional Poverty Index (MPI)
Indikator zur Messung mehrdimensionaler Armut in den Bereichen Haushalt, Bildung und Gesundheit.
Absolute Armut
Zustand, in dem grundlegende menschliche Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung oder Unterkunft nicht gedeckt werden können.
Relative Armut
Ein deutliches Zurückbleiben hinter dem üblichen Lebensstandard einer bestimmten Gesellschaft.
Armutsfalle
Ein Teufelskreis, bei dem ein niedriges Einkommen Investitionen in Gesundheit, Bildung oder produktive Mittel verhindert, wodurch das Einkommen niedrig bleibt.
Vulnerabilität
Verwundbarkeit gegenüber Krisen, bedingt durch prekäre Arbeit, fehlende Versicherungen oder unsichere Landrechte.
SDGs (Sustainable Development Goals)
Die 17 Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die Armutsbekämpfung, soziale Rechte, Frieden und Umweltschutz verbinden.
Endogene Faktoren
Ursachen für ungleiche Entwicklung innerhalb eines Landes, wie politische Instabilität, Korruption, schwache Institutionen oder mangelnde Infrastruktur.
Exogene Faktoren
Äußere Entwicklungsursachen und Beziehungsgefüge, wie Kolonialgrenzen, ungleiche Handelsbedingungen, Auslandsverschuldung oder der Klimawandel.
Modernisierungstheorie
Erklärungsmuster, nach dem Länder schrittweise Entwicklungsstufen durchlaufen und Traditionen durch Kapital, Bildung, Technik und Marktintegration überwinden.
Dependenztheorie
Erklärungsmuster, nach dem Unterentwicklung durch die abhängige Einbindung der Peripherie in den von Zentren beherrschten Weltmarkt entsteht.
Terms of Trade
Das Verhältnis der Exportpreise zu den Importpreisen eines Landes; sinken Rohstoffpreise relativ zu Industriegütern, muss mehr exportiert werden, um gleich viel zu importieren.
Enklavenwirtschaft
Ein exportorientierter Sektor, der kaum mit der lokalen Wirtschaft verbunden ist, während Gewinne und Vorleistungen ins Ausland fließen.
Pfadabhängigkeit
Das Prinzip, dass frühere historische Entscheidungen (z. B. koloniale Infrastrukturen) spätere Entwicklungsmöglichkeiten begrenzen, ohne die Zukunft vollkommen festzulegen.
Official Development Assistance (ODA)
Staatliche Entwicklungszusammenarbeit in Form von Zuschüssen, Krediten oder Budgethilfe zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Internationale Arbeitsteilung
Aufteilung von Produktionsschritten und Wertschöpfungsaktivitäten auf verschiedene Länder und Weltregionen.
Global Sourcing
Die weltweite Beschaffung von Einsatzgütern und Rohstoffen nach Kriterien wie Kosten, Qualität, Risiko und Verfügbarkeit.
Outsourcing und Offshoring
Outsourcing ist die Auslagerung einer Tätigkeit an ein anderes Unternehmen; Offshoring beschreibt die Verlagerung einer Tätigkeit in ein anderes Land.
Reshoring und Friend-shoring
Reshoring bezeichnet die Rückverlagerung von Produktion ins Herkunftsland; Friend-shoring ist die Verlagerung zu politisch als verlässlich geltenden Partnern.
Land Grabbing
Großflächiger Kauf oder langfristige Pacht von Land durch ausländische Staaten, Fonds oder Unternehmen, häufig in Regionen mit unsicheren Landrechten.
Leakage (im Tourismus)
Abfluss von Tourismuseinnahmen aus der lokalen Wirtschaft an internationale Hotelketten, Reiseveranstalter oder Auslandsimporteure.
EU-Binnenmarkt
Gemeinsamer Wirtschaftsraum der Europäischen Union mit freiem Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen.
Kohäsion
Das wirtschaftliche, soziale und territoriale Bestreben der EU, Entwicklungsunterschiede zwischen ihren Regionen zu verringern.
NUTS
System der Europäischen Union zur einheitlichen statistischen Gliederung von Regionen als Grundlage für Förderentscheidungen.
Kopenhagener Kriterien
Voraussetzungen für einen EU-Beitritt: Demokratie und Rechtsstaat, eine funktionsfähige Marktwirtschaft sowie die Übernahme des EU-Rechts.
Perestroika und Glasnost
Von Michail Gorbatschow ab 1985 initiierte Reformen in der UdSSR; Perestroika bedeutete den Umbau von Wirtschaft und Staat, Glasnost Offenheit und begrenzte Meinungsfreiheit.
Holodomor
Die von Stalin 1932/33 in der Ukraine menschengemachte Hungersnot mit Millionen Todesopfern.
Nakba
Arabischer Begriff („Katastrophe“) für die Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern im Kontext der israelischen Staatsgründung 1948/49.
JCPOA
Das Atomabkommen von 2015, das das iranische Nuklearprogramm im Gegenzug für Sanktionslockerungen und IAEA-Kontrollen begrenzen sollte.
Jus ad bellum
Völkerrechtliche Ebene, die regelt, ob Staaten Gewalt anwenden dürfen (z. B. UN-Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht).
Jus in bello (IHL)
Humanitäres Völkerrecht, das festlegt, wie in einem bewaffneten Konflikt gekämpft werden muss und wer geschützt ist.
Kombattant
Berechtigtes Mitglied der Streitkräfte einer Konfliktpartei, das an Feindseligkeiten teilnehmen darf und Anspruch auf Kriegsgefangenenstatus besitzt.
Hors de combat
Personen, die außer Gefecht gesetzt sind (z. B. Verwundete, Kriegsgefangene oder Sich-Ergebende) und nicht angegriffen werden dürfen.
Internationaler Gerichtshof (IGH)
Das Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen in Den Haag zur Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten zwischen Staaten.
Internationaler Strafgerichtshof (IStGH)
Gericht in Den Haag zur Verfolgung von Einzelpersonen wegen internationaler Kernverbrechen.
Genozid (Völkermord)
Bestimmte Handlungen, die in der spezifischen Absicht begangen werden, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Ein ausgedehnter oder systematischer Angriff gegen eine Zivilbevölkerung, der in Kenntnis des Angriffs ausgeführt wird.
Kriegsverbrechen
Schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht (z. B. Genfer Abkommen) im Zusammenhang mit einem bewaffneten Konflikt.
Aggression (Völkerstrafrecht)
Planung, Einleitung oder Ausführung einer offenkundigen Anwendung von Waffengewalt eines Staates gegen ein anderes Land durch Führungspersonen.
Komplementarität
Prinzip des IStGH, wonach dieser erst tätig wird, wenn nationale Gerichte nicht willens oder fähig sind, eine Strafverfolgung ernsthaft durchzuführen.
Provisional measures
Vorläufige Anordnungen des IGH zur Sicherung von Rechten der Parteien bis zur Fällung eines Endurteils.
Resilienz
Die Fähigkeit eines Systems oder einer Gesellschaft, Krisen zu verkraften, sich anzupassen und grundlegende Funktionen aufrechtzuerhalten.