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Cloud Computing
Cloud
→ Anwendungen und IT-Ressourcen werden über das Internet als Service bezogen.
→ regelmäßige Abonnementgebühr statt klassischem einmaligen Lizenzkauf.
→ der Cloud-Anbieter übernimmt einen wesentlichen Teil von Infrastruktur, Betrieb und Wartung.
Vorteile: Sicherheit , Skalierbarkeit, Kosteneinsparungen und Innovation durch Zugang zu neuesten Technologien.
On-Premise
On-Premise
→ Unternehmen kauft die Software und betreibt sie auf eigener Infrastruktur.
→ hohe Kontrolle, aber auch hoher eigener IT-Aufwand.
Nachteile: Kunde ist selbst verantwortlich für Server, Wartung, Updates, Backups und Sicherheit.

SAP Cloud Servicemodelle – SaaS, PaaS und IaaS
→ beschreiben, wie viel einer IT-Lösung vom Cloud-Anbieter bereitgestellt und betrieben wird.
SaaS – Software as a Service
→ fertige Software wird über die Cloud genutzt; Anbieter übernimmt Betrieb, Wartung und Updates
PaaS – Platform as a Service
→ Plattform, auf der Unternehmen eigene Anwendungen entwickeln und betreiben können
IaaS – Infrastructure as a Service
→ grundlegende IT-Infrastruktur wie Rechenleistung, Speicher und Netzwerke wird gemietet
SAP Cloud Architektur – Multi-Tenant vs. Single-Tenant
→ bestimmt ob sich mehrere Kunden eine zugrunde liegende Infrastruktur teilen oder diese einem einzelnen Kunden zur Verfügung steht.
Multi-Tenant = Standardisierung + geringere Kosten
Single-Tenant = Individualisierung + mehr Kontrolle


SAP S/4HANA – Aufbau
→ SAP S/4HANA ist die ERP-Suite der nächsten Generation
(Nachfolger von SAP ECC)
SAP S/4HANA ist ein Akronym für SAP Suite 4 HANA Database.
Technischer Aufbau:
SAP Fiori → moderne Benutzeroberfläche und zentraler Einstiegspunkt für Anwender
S/4HANA Suite → eigentliche ERP-Software für zentrale Geschäftsprozesse
Core Data Services (CDS) → stellt Daten strukturiert für Anwendungen, Analysen und Schnittstellen bereit
SAP HANA → leistungsfähige In-Memory-Datenbank als technologische Basis

SAP S/4HANA – Bereitstellungsvarianten
Drei Bereitstellungsvarianten:
SAP S/4HANA Cloud Public Edition
(Standardisierung + automatische Innovation)
+ Cloud-ERP-Lösung mit Best-Practice-Prozessen
+ automatischen regelmäßigen Updates
- weniger Individualisierung
SAP S/4HANA Cloud Private Edition
(Cloud + hohe Individualisierung)
+ Cloud-ERP mit hoher Anpassungsflexibilität
+ SAP stellt Infrastruktur bereit und übernimmt technische Services
SAP S/4HANA On-Premise
(maximale Eigenverantwortung und Kontrolle)
- Kunde betreibt und verwaltet die Lösung selbst
- maximale Verantwortung beim Kunden
+ unbefristete Lizenz
SAP Cloud ERP – Begriffe und Verkaufspakete
SAP unterscheidet zwischen Verkaufspaket, Marketingbegriff und technischem Produktnamen…
GROW with SAP → Paket für SAP Cloud ERP → technisch: SAP S/4HANA Cloud Public Edition
RISE with SAP → Paket für SAP Cloud ERP Private → technisch: SAP S/4HANA Cloud Private Edition
Für Sales wichtig: GROW und RISE sind keine einzelnen Produkte, sondern Angebotspakete, die neben der ERP-Lösung auch weitere Services, Tools und Leistungen enthalten können.
Maschinelles Lernen und Mustererkennung
→ hilft dabei, Auffälligkeiten, Risiken und wiederkehrende Muster früh zu erkennen und Entscheidungen stärker datenbasiert zu unterstützen.
Maschinelles Lernen
lernt Muster aus historischen Daten
keine festen Wenn-Dann-Regeln nötig
erkennt datenbasiert Auffälligkeiten, Risiken und Wahrscheinlichkeiten
Traditionelle Software
arbeitet nach vorher definierten Regeln
Beispiel: Rechnung > 50.000 € → zusätzliche Freigabe
Neuronale Netze, Deep Learning und LLMs
Zusammenhang: Machine Learning → neuronale Netze → Deep Learning → große Sprachmodelle / generative KI
Neuronale Netze
analysieren Informationen in mehreren Schichten
jede Schicht erkennt andere Muster
Ergebnisse werden an die nächste Schicht weitergegeben
Deep Learning
neuronale Netze mit besonders vielen Schichten
geeignet für komplexe, unstrukturierte Daten
z. B. Bilder, Sprache, Dokumente, Videos, Transaktionen
LLMs – Large Language Models
große Sprachmodelle auf Basis von Deep Learning
verstehen und erzeugen Sprache
sagen auf Basis des gelernten Kontexts passende nächste Inhalte voraus
SAP-Bezug:
Deep Learning kann z. B. Rechnungsinformationen extrahieren, Sprache verstehen, Muster in Transaktionen erkennen oder Geschäftsergebnisse prognostizieren. LLMs kommen vor allem dort ins Spiel, wo Sprache, Text, Assistenz und generative KI gebraucht werden.
KI Arten – Prädiktive, generative und agentenbasierte KI
Die drei KI-Arten unterscheiden sich vor allem darin, was sie mit Daten tun:
Prädiktive KI (Was wird wahrscheinlich passieren?)
→ analysiert historische und aktuelle Daten, erkennt Muster und schätzt ab, was wahrscheinlich passieren wird
Generative KI (Was kann ich daraus erstellen?)
→ erzeugt neue Inhalte, z. B. Texte, Zusammenfassungen, Empfehlungen, Bilder oder Code
Agentenbasierte KI (Welche Schritte muss ich ausführen, um das Ziel zu erreichen?)
→ verfolgt ein übergeordnetes Ziel, plant dafür mehrere Schritte und kann diese innerhalb definierter Berechtigungen selbst ausführen
Was SAP AI von allgemeiner KI unterscheidet
Der zentrale Vorteil von SAP AI liegt darin, dass die KI direkt mit dem bereits vorhandenen SAP-Geschäftskontext arbeiten kann.
SAP nennt dabei drei zentrale Kontextquellen:
Prozess- und Branchenwissen
→ SAP kennt die Logik und Begriffe vieler Geschäftsprozesse
Semantisch angereicherte Geschäftsdaten
→ die KI versteht nicht nur Werte, sondern auch deren Bedeutung und Beziehungen
Governance
→ Berechtigungen, Sicherheit, Compliance und Freigaben bleiben Bestandteil des Systems
SAP AI – Übersicht Terminologie

SAP – Das autonome Unternehmen
Das autonome Unternehmen ist SAPs Zielbild für eine Organisation, in der KI nicht nur einzelne Aufgaben unterstützt, sondern ganze Geschäftsprozesse über Funktionen hinweg koordiniert und teilweise selbstständig ausführt.
RISE with SAP - Transformationswerkzeuge & KI
LeanIX: Systemlandschaft verstehen
Signavio: Geschäftsprozesse analysieren und verbessern
Cloud ALM: Transformation umsetzen und betreiben
Integration Suite: SAP- und Drittsysteme verbinden
Joule: Transformation und Arbeitsabläufe mit KI unterstützen

SAP Cloud ERP - Public vs. Private Edition
Public Edition: SaaS, Multi-Tenant, hoher Standardisierungsgrad
Private Edition: Managed Cloud Service, Single-Tenant, mehr Flexibilität und Individualisierung
Betrieb: Infrastruktur und technischer Betrieb werden in beiden Fällen weitgehend durch den Anbieter übernommen
Verantwortung: Private Edition hat detaillierter geregelte Rollen und Verantwortlichkeiten
Hosting Private: SAP-Rechenzentrum oder Hyperscaler wie AWS, Azure oder Google Cloud
Sales-Kern:
Public = standardisiert und schnell
Private = flexibler für komplexe Anforderungen
SAP Cloud ERP - Implementierungsmethoden
Greenfield – Neuimplementierung
→ neues System von Grund auf; ideal für starke Standardisierung und neue Prozesse
Brownfield – Systemumstellung
→ bestehendes SAP-System wird übernommen und auf S/4HANA überführt; vor allem für Private Edition / On-Premise
Selective Data Transition
→ Mischung aus Greenfield und Brownfield; nur ausgewählte Daten, Prozesse oder Bereiche werden übernommen
Sales-Kern:
Greenfield = neu aufbauen
Brownfield = bestehendes System weiterentwickeln
Selective = gezielt kombinieren


Two-Tier ERP - Zentrale & Tochtergesellschaften
→ unterschiedliche Organisationsebenen nutzen unterschiedliche ERP-Systeme
Tier 1: Zentrale mit komplexerem, stärker individualisiertem ERP
Tier 2: Tochtergesellschaften mit schlankerem, standardisiertem ERP
häufige Kombination: Private Edition in der Zentrale + Public Edition in Tochtergesellschaften
Two-Tier ERP - Typische Szenarien
Bei Cloud ERP geht es nicht nur um Public oder Private, sondern auch darum, wie der Kunde transformieren möchte. Greenfield steht für Neuaufbau und stärkere Standardisierung, Brownfield für die Weiterführung bestehender SAP-Strukturen und Two-Tier ERP für eine bewusste Kombination verschiedener ERP-Modelle innerhalb eines Konzerns.
Two-Tier ERP - Typische Szenarien
Headquarter & Subsidiary: Zentrale nutzt Private/On-Premise, Tochtergesellschaft Public Cloud
Central Service: einzelne Funktion, z. B. Finance, läuft separat als standardisierter Public-Cloud-Service
Supply Chain Ecosystem: Lieferanten, Händler oder Subunternehmer werden über Public Cloud angebunden
Vorteile: kostengünstiger, schnelle Integration neuer Tochtergesellschaften, Harmonisierung verschiedener Einheiten, schnellere Einführung und Innovation
Sales-Kern:
Komplexität dort, wo sie nötig ist
Standardisierung dort, wo sie sinnvoll ist.

SAP GROW vs. RISE with SAP - Grundunterschied
SAP GROW: für neue ERP-Kunden oder Unternehmen, die schnell standardisiert starten wollen
RISE with SAP: für bestehende On-Premise-Kunden mit komplexer Transformation
Ziel beider Wege: moderneres, cloudbasiertes und stärker KI-gestütztes ERP

SAP GROW - Public Edition & Einführung
SAP GROW - Public Edition & Einführung
Kern-ERP: SAP S/4HANA Cloud Public Edition
Implementierung: immer Greenfield
vorkonfigurierte Best Practices
Go-live oft in wenigen Wochen
automatische Major Releases alle 6 Monate
Sales-Kern:
Für Kunden, die Standardisierung, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit priorisieren.
→ Tipp Alejandro: Als neue Mittelstandslösung verkaufen

RISE with SAP - Private Edition & Transformation
RISE with SAP - Private Edition & Transformation
Kern-ERP: SAP S/4HANA Cloud Private Edition
Implementierung: Greenfield oder Brownfield
individuelle Transformations-Roadmap
Fokus auf Clean Core, Cloud-Betrieb, Daten und AI
Major Releases etwa alle 2 Jahre
Kunde bestimmt Upgrade-Zeitpunkt innerhalb der Wartungsvorgaben
Sales-Kern:
Für Kunden, die bestehende komplexe SAP-Landschaften modernisieren wollen.
SAP Cloud ERP - Verantwortlichkeiten von SAP & Partnern
SAP: Software, Infrastruktur, technischer Betrieb, Support und Upgrade-Installation
alles unter einem zentralen SLA
Partner: Beratung, Implementierung, Integration, Datenmigration und Erweiterungen
SAP Support - Foundational, Advanced & Max
Foundational: Basis-Support, SAP Cloud ALM, Monitoring und Self-Service
Advanced: zusätzliche Beratungs-, Optimierungs- und Innovationsunterstützung
Max: intensive Transformationsberatung, individuelle AI-Use-Cases und dedizierte Betreuung

Cloud-Mentalität - Grundprinzip
Cloud-ERP wird anders eingeführt als On-Premise
Fokus auf Standards, Best Practices und kontinuierliche Weiterentwicklung
Kunden sollten offen sein, bestehende Prozesse zu verändern statt alles 1:1 nachzubauen
Sales-Kern:
Cloud bedeutet nicht nur neue Technik, sondern auch eine andere Art zu implementieren und Prozesse zu denken
SAP Signavio Process Navigator - Best Practices
enthält vorkonfigurierte SAP-Geschäftsprozesse
bietet Prozessabläufe und Schulungsvideos
wird laufend mit neuen Releases aktualisiert
Sales-Kern:
Kunden müssen Prozesse nicht komplett selbst neu definieren, sondern können auf erprobte SAP Best Practices zurückgreifen.
Change Management - Nutzerakzeptanz
Kommunikation und Schulung sind entscheidend
neue Prozesse müssen organisatorisch begleitet werden
Verantwortung kann intern oder durch Implementierungspartner übernommen werden
Sales-Kern:
Eine Cloud-Einführung ist nicht nur ein IT-Projekt, sondern auch ein Veränderungsprojekt für die Organisation.