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Es liegt in der Verantwortung des Managements, Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen zu verankern, das heißt systematisch in Strukturen und Prozessen zu implementieren.
Zur Unterstützung dieser herausfordernden Querschnittsaufgabe steht eine Reihe von Instrumenten und Ansätzen zur Verfügung.
Welche sind das?
Triple Bottom Line (TBL)
Corporate Social Responsibility (CSR)
Corporate Sustainability
Triple Bottom Line (TBL)
Was ist das?
Der Dreiklang aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung und deren Balance wird als Triple Bottom Line bezeichnet.
Der von Elkington (1998) entwickelte Ansatz fasst die drei Verantwortlichkeitsbereiche eines Unternehmens zusammen, wodurch eine neue Basis geschaffen werden soll, um den Unternehmenswert hinsichtlich Nachhaltigkeit zu beurteilen.
Triple Bottom Line (TBL)
Was macht der Ansatz und welches Ziel wird verfolgt?
Der Ansatz beinhaltet die Einführung von Kennzahlen zur Erfassung der Leistungen in den drei Bereichen und verfolgt damit das Ziel, Investoren und Kund:innen durch Information zu umweltbezogenen und sozialen Kenngrößen ein umfassendes Bild des Unternehmens darzubieten.
Grundgedanke: dass im Rahmen der Unternehmensplanung das Augenmerk nicht bloß auf den Profit („bottom line“) gelegt werden darf, sondern das Berichtswesen (Reporting) ebenso den ökologischen sowie sozialen Aspekten Rechnung tragen muss.
Ein Unternehmen kann nur dann als erfolgreich gelten, wenn in allen drei Bereichen „Gewinne“ erwirtschaftet werden.
Damit soll Negativbeispielen, wie etwa dem der deutschen Automobilindustrie, die bei der Manipulation der Motorsteuerung zwecks Verbesserung von Abgaswerten gezeigt hat, wie sie ihre ökologische Verantwortung dem reinen Profitstreben unterordnet, verhindert werden.
Triple Bottom Line (TBL)
Obwohl der Ansatz lange Zeit populär war, gab es auch viel Kritik.
Durch Eklington (2018) selbst:
er hat sein eigenes Konzept als fehlgeschlagen einstuft.
Die ursprüngliche Intention Unternehmen mit TBL ein Instrument an die Hand zu geben, das es erlaubt die umfassenden Auswirkungen ihres Tuns zu steuern, haben sich nicht erfüllt. Vielmehr wurde das Werkzeug in der praktischen Nutzung als bloßes Reportingtool genutzt. Um den Nachhaltigkeitsherausforderungen gerecht zu werden, brauche es mehr als Lösungen im Bereich des Reportings, vielmehr sei ein echter Systemwandel vonnöten.
Die Kritik bezieht sich vor allem auf folgende Punkte:
Das Konzept insinuiert, dass die drei Bereiche unabhängig voneinander betrachtet werden können. Doch ist im Sinne einer nachhaltigen Unternehmenslenkung keine Säule ohne die beiden anderen denkbar. Die natürliche Umwelt ist Lebensgrundlage des Menschen und als soziales System ist Wirtschaft daher nicht von der sozialen Komponente zu trennen.
Der Druck zu Änderungen lastet gänzlich auf Unternehmen, während die beiden anderen Handlungsebenen – Individuen und der Staat – von ihrer Verantwortung weitegehend entlastet werden.
TBL gibt einen Anreiz, durch Greenwashing eine Ausweitung des Marktanteils anzustreben – möglicherweise sogar auf Kosten von Wettbewerbern, die umfänglich eine Triple Bottom Line verfolgen.
Die gleichzeitige Verfolgung der drei Dimensionen und das Herstellen von Vergleichbarkeit stellt Unternehmen vor die Notwendigkeit, soziale und ökologische Externalitäten monetär zu bewerten, was sich in der Praxis als schwierig erweist.
TBL vernachlässigt die Zeitdimension. Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Bewahrung aktuellen Werts in den drei Dimensionen für einen späteren Zeitpunkt und muss daher die Bewertung von Handlungen in kurz-, mittel- und langfristiger Perspektive beinhalten.
Triple Bottom Line (TBL)
Greenwashing
Unter Greenwashing wird der Versuch von Organisationen verstanden, sich durch Kommunikation von „grünen“ Unternehmensaktivitäten als besonders umweltfreundlich darzustellen, um eine positive Außenwirkung zu erreichen.
Corporate Social Responsibility (CSR)
Was bedeutet das?
Dem Corporate-Social-Responsibility-Ansatz liegt die Einsicht zugrunde, dass auch Organisationen Mitglieder der moralischen Gemeinschaft sind und nicht losgelöst von der Gesellschaft betrachtet werden können.
Unter Corporate Social Responsibilty wird dann die Forderung nach Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen zusammengefasst.
Genauso wie beim TBL-Ansatz bezieht sich auch hierbei die Verantwortung gleichermaßen auf die Säulen Ökonomie, Soziales und Ökologie.
Wichtig: diese Verantwortlichkeiten gehen über die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen hinaus, sind aber dennoch freiwillig.
Die Europäische Kommission definiert CSR als „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“
Corporate Social Responsibility (CSR)
Der CSR-Ansatz stellt die Überwindung von Grenzen des Denkens in seinen Mittelpunkt:
Es geht nicht mehr darum, Wirtschaft und Ethik als unvereinbare Gegensätze zu betrachten.
Die Verfolgung des CSR-Paradigmas macht auch aus ökonomischer Sicht Sinn, weil damit Wettbewerbsvorteile und Wachstumspotenziale verbunden sind.
Mit CSR richtet sich der Blick des Managements auf die gesamte Wertschöpfungskette, um bestehende Geschäftsmodelle zu erweitern und neue Chancen zu nutzen, unternehmerisch erfolgreich zu agieren: Managementansätze wie Social Innovation (Geschäftsmodelle und -strategien, die gewinnbringend soziale Probleme lösen), Sustainable Entrepreneurship (nachhaltiges Unternehmertum, das wirtschaftliche Chancen und Geschäftsmodelle mit der Bewältigung globaler Herausforderungen vereint) und Inclusive Business (Einbezug einkommensschwacher Menschen in die Wertschöpfungskette von Unternehmen) schaffen auch ökonomische Chancen.
Dementsprechend sieht Schmidpeter CSR als Win-Win-Situation für Unternehmen und Gesellschaft.

Corporate Social Responsibility (CSR)
Auch auf den CSR-Ansatz richtet sich Kritik:
Von manchen Kritiker:innen wird bestritten, dass es so etwas wie soziale Verantwortung von Unternehmen überhaupt gibt. Bekanntester Vertreter dieser Kritiklinie ist Friedman (2007), der mit dem Titel seines Aufsatzes „The Social Responsibility of Business is to Increase its Profits“ den Kern seines Angriffs auf CSR schon auf den Punkt bringt: Unternehmen seien lediglich dafür verantwortlich, Gesetze einzuhalten und Gewinn zu erwirtschaften. Eine darüberhinausgehende soziale Verantwortung gäbe es nicht, vielmehr sei die Übernahme einer solchen selbst verantwortungslos. Diese Sichtweise ist kritisch zu sehen, wenn ein „Business Case for Sustainability“ gilt. Danach ist ökologisches Streben kein Selbstzweck, sondern ein ökonomischer Vorteil.
CSR wird vorgeworfen, es handle sich lediglich um eine scheinbare Verantwortungsübernahme, verschleiere bloß die eigentlichen Interessen und laufe auf Greenwashing hinaus.
Unklarheit des Verantwortungsbegriffs: Zum einen sei nicht geklärt, auf welcher normativen Basis Unternehmen eine Verantwortung zukommt. Und zum anderen lässt das Konzept offen, wer die Akteure der Verantwortung sind, d.h. ob sich CSR auf die Organisationsstruktur oder das Handeln einzelner Menschen bezieht.
Corporate Sustainability
Auch Corporate Sustainabilty stellt eine Alternative zum herkömmlichen Profitmaximierungs- und Wachstumsparadigma dar, geht aber insofern über CSR hinaus.
Bausteine von Corporate Sustainablity:
Sustainable Development: Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung zeigt die Notwendigkeit auf, ökonomisches Wachstum, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit auszubalancieren und steckt damit einerseits den Fokusbereich für Corporate Sustainability ab und liefert andererseits ein gemeinsames Ziel, auf das sich Bemühungen seitens Unternehmen, Regierungen und der Zivilgesellschaft richten sollen.
Corporate Social Responsibility: CSR dreht sich um die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft und appelliert an die ethische Verpflichtung des Managements. Im Hinblick auf Corporate Sustainability liefert CSR die ethischen Argumente dafür, dass Unternehmen nachhaltige Entwicklung unterstützen müssen. Betrachtet die Gesellschaft Nachhaltigkeit als lohnendes Ziel, dann haben in der CSR-Logik Unternehmen eine Verpflichtung, sich entsprechend zu engagieren.
Stakeholder Theorie: Die Stakeholder Theorie trägt insofern zum Corporate Sustainabilty-Konzept bei, als sie die geschäftlichen Argumente nachhaltiger Entwicklung liefert und begründet, dass es in ökonomischer Hinsicht im eigenen Interesse eines Unternehmens ist, nachhaltig zu handeln. Hierdurch werden die Beziehungen zu den verschiedenen Stakeholdern gestärkt.
Corporate Accountability: Über die Verantwortlichkeiten hinaus, ist auch Rechenschaft über die Unternehmensaktivitäten abzulegen. Während Verantwortlichkeiten eine Pflicht begründen, in bestimmter Art und Weise zu handeln, bezieht sich Accountability auf die Pflicht, das Handeln zu erklären, zu rechtfertigen oder zu berichten. Im Hinblick auf Corporate Sustainability klärt Corporate Accountability die Art der Beziehung zwischen Unternehmensverantwortlichen und dem Rest der Gesellschaft auf.
![<ul><li><p class="user-scaled-margin-bottom-[16px]"><span>Sustainable Development: Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung zeigt die Notwendigkeit auf, ökonomisches Wachstum, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit auszubalancieren und steckt damit einerseits den Fokusbereich für Corporate Sustainability ab und liefert andererseits ein gemeinsames Ziel, auf das sich Bemühungen seitens Unternehmen, Regierungen und der Zivilgesellschaft richten sollen.</span></p></li><li><p class="user-scaled-margin-bottom-[16px]"><span>Corporate Social Responsibility: CSR dreht sich um die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft und appelliert an die ethische Verpflichtung des Managements. Im Hinblick auf Corporate Sustainability liefert CSR die ethischen Argumente dafür, dass Unternehmen nachhaltige Entwicklung unterstützen müssen. Betrachtet die Gesellschaft Nachhaltigkeit als lohnendes Ziel, dann haben in der CSR-Logik Unternehmen eine Verpflichtung, sich entsprechend zu engagieren.</span></p></li><li><p class="user-scaled-margin-bottom-[16px]"><span>Stakeholder Theorie: Die Stakeholder Theorie trägt insofern zum Corporate Sustainabilty-Konzept bei, als sie die geschäftlichen Argumente nachhaltiger Entwicklung liefert und begründet, dass es in ökonomischer Hinsicht im eigenen Interesse eines Unternehmens ist, nachhaltig zu handeln. Hierdurch werden die Beziehungen zu den verschiedenen Stakeholdern gestärkt.</span></p></li><li><p class="user-scaled-margin-bottom-[16px]"><span>Corporate Accountability: Über die Verantwortlichkeiten hinaus, ist auch Rechenschaft über die Unternehmensaktivitäten abzulegen. Während Verantwortlichkeiten eine Pflicht begründen, in bestimmter Art und Weise zu handeln, bezieht sich Accountability auf die Pflicht, das Handeln zu erklären, zu rechtfertigen oder zu berichten. Im Hinblick auf Corporate Sustainability klärt Corporate Accountability die Art der Beziehung zwischen Unternehmensverantwortlichen und dem Rest der Gesellschaft auf.</span></p></li></ul><p></p>](https://assets.knowt.com/user-attachments/1bd5d2cc-56ce-434d-8940-500e8d2561ed.heic)
Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
Greenwashing ist Teil des CSR-Ansatzes und muss durch andere Initiativen ergänzt werden.
Greenwashing ist ein effektives Instrument zur Verfolgung der Ziele der Triple Bottom Line.
Greenwashing zielt durch Kommunikationsmaßnahmen lediglich auf eine positive Außenwirkung.
Greenwashing zielt durch Kommunikationsmaßnahmen lediglich auf eine positive Außenwirkung.
Was ist der Grundgedanke des Triple Bottom Line Ansatzes?
Es geht dabei darum, dass im Rahmen der Unternehmensplanung nicht bloß auf den Profit („bottom line“) fokussiert werden dürfe, sondern das Reporting ebenso den ökologischen sowie sozialen Aspekten Rechnung tragen müsse.
Vervollständige den untenstehenden Text
Gemäß der Stakeholder-Theorie könne es Erfolg nur dann geben, wenn alle _________– nicht nur die __________– zufriedengestellt werden.
Gemäß der Stakeholder-Theorie könne es Erfolg nur dann geben, wenn alle Stakeholder – nicht nur die Shareholder – zufriedengestellt werden.