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Phonetik
untersucht die messbaren physiologischen und physikalischen Eigenschaften der Laute
-> nur Laute die mit menschlichen Sprechorganen produziert werden und der sprachlichen Kommunikation dienen
Phon
Laut
→ kleinste im Sprachschall unterscheidbare Einheit (wahrnehmbar)
Phonem
kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Sprache
→ abstrakte Beschreibungseinheiten, keine Laute
Artikulatorische Phonetik
beschreibt die Bildungsweise der Laute mit Sprechorganen
-> Prozesse der Lautbildung, Lautklassifikation, IPA, Konsonanten, Vokale
Akustische Phonetik
untersucht die physikalischen Eigenschaften des Sprachschalls
Auditive Phonetik
untersucht die Wahrnehmung der Laute durch den Wahrnehmungsapparat
Prozesse der Lautbildung
Initiation (Ausatmung)
Phonation (Stimmgebung)
Artikulation (Modifizierung des Schallsignals)
aktive Artikulatoren
bewegliche Organe
passive Artikulatoren
unbewegliche Organe
Labiale Laute (bilabial)
Unterlippe (beweglich)
Oberlippe (unbeweglich)
koronale Laute
Zungenkranz (beweglich)
Dorsal Laute
Zungenrücken (beweglich)
Stimmritze
Glottis (beweglich)
dental Laute
Schneidezähne (unbeweglich)
alveolar Laute
Zahndamm/Zahntasche (unbeweglich)
Palatal Laute
Harter Gaumen (unbeweglich)
velare Laute
weicher Gaumen (unbeweglich)
uvulare Laute
Zäpfchen (unbeweglich)
Stimmhaftigkeit
Phonation (Stimmgebung) wird über die Stimmhaftigkeit der Konsonanten entschieden. Stimmhaftigkeit geht mit einer Vibration der Stimmlippen einher
Obstruenten (Artikulationsart)
Plusive & Frikative (Reibelaute)
-> Luftstrom wird behindert
Sonoranten (Artikulationsart)
Nasale (Veluar), Approximanten, Laterale
-> Luftstrom strömt
Phonologie
untersucht die Rolle der Laute im Sprachsystem im Hinblick auf ihre Funktion
Allophone
Der Unterschied in der Aussprache, der jeweiligen Realisierung des Phonems, hängt von der Position des vorangehenden Vokals ab. Dieses Phänomen der komplementären Realisierung wird Allophonie genannt, die verschiedenen Realisierungsvarianten Allophone
Segmente
Sprachstörungen als Kette von Lauten, Einzellaute entsprechen den Kettengliedern und werden daher Segmente gennant
Allophonie
Unterschied in der Aussprache hängt von der Position des vorangehenden Vokals ab
-> Freie: Dialektalen Unterschied
-> Kontextuelle/Kombinatorisch: nicht dialektale Unterschiede
Elision
Tilgung von Segmenten
zwei Unterarten:
-> Synkope (Ausfall von Elementen im Wortinneren)
-> Apokope (Ausfall am Wortende)
Epenthese
Hinzufügen von Segmenten
-> Einfügung von Stützkonsonanten oder -vokalen zur Lauterleichterung
Assimilation
Kontextuell lizenzierte Veränderung von Segmenten
Angleichung eines Lautes an Laute in seiner Umgebung
-> Regressive: Angleichung an folgenden Laut
-> Progressive: Angleichung an vorangehenden Laut
Dissimilation
Gegenstück zur Assimilation
-> hinzugefügt oder verändert (Reduplikation)
Metathese
Umstellung von Segmenten
Lautumstellung innerhalb eines Wortes
→ häufig in Kindersprache & bei Legasthenie
Auslautverhärtung
Kontrastaufhebung
→ Unterart: Neutralisierung
Am Silbenrand werden stimmhafte Obstruenten, stimmlos ausgesprochen (in bestimmten Kontexten)
Silbe
kleinste Sprecheinheit
besteht aus Kopf (Anfangsrand) und Reim
Reim
Kern + Koda
Nukleus
Silbenkern/Silbengipfel
→ schwingendeste (sonorste) Element
Wenn komplex, dann einfache (eine) oder (keine) Koda
Koda
Endrand
→ bildet mit Anfangsrand die Silbenschale
wenn komplex, dann einfacher Nukleus
Sonorität
zu den Silbenrändern fällt die Sonorität ab
Vokale > Liquide > Nasale > Frikative > Plosive
→ Sonoritätshierarchie
Affrikaten
Plosiv-Frikativ-Kombination
→ homorgan (derselbe Artikulator)
→ Vorkommen: Silbensatz & Koda
Verletzen in Koda Sonoritätshierarchie
Graphematik
Schriftsystem mit eigenen, sich spontan innerhalb einer Sprachgemeinschaft herausgebildeten Regularität
Orthographie
„richtiges Schreiben“; durch Institution normierte Schrift, in amtlichen Regelwerken festgelegt
Dependenzhypothese
Schrift ist ein sekundäres System, das auf Lautsprache basiert
Interdependenz
Gegenseitige Abhängigkeit von Laut- und Schriftsprache
Flache Systeme (Schrift)
Sehr enger Bezug zwischen Laut und Buchstabe
Tiefe Systeme (Schrift)
unregelmäßige Beziehung zwischen Laut und Buchstabe
Graph
entspricht einem Buchstaben
Graphem
schriftliche Entsprechung zu Phonemen
kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Schriftsprache
Allograph
verschiedene Realisierungsvarianten eines Graphems ( z.B. <ü> und <ue>)
ambisilbisch
beiden Silben zugeordnet
phonographisches Prinzip
Schrift zeigt die Lautung an
Phonologische Schreibung
1:1 Beziehung zwischen Lautung und Schreibung
→ wird nie erreicht weil andere Prinzipien dem entgegenstehen
Morphologisches Prinzip
Ziel verschiedene Vorkommen eines Wortes gleich zu schreiben (Auslautverhärtung)
Etymologisches Prinzip
Bei Entlehnung wird die Schreiben des Originals übernommen
→ Je länger, je häufiger ein Wort benutzt wird, desto stärker wird die Schreibung angepasst
Ästhetische Prinzip
Rechtschreibreformen
Mischformen innerhalb eines Wortes werden vermieden
syntaktisches Prinzip
Großschreibung
Zusammen- und Getrenntschreibung
pragmatisches Prinzip
Anredepronomen werden großgeschrieben
Morphologie
Wortbildung (Komposition & Derivation) & Flexion

Morph
kleinster Wortbaustein mit Bedeutung oder Funktion, lautlich einheitlich
Morpheme
kleinster Wortbestandteil mit Bedeutung oder Funktion, kann lautlich variieren
Allomorph
bedeutungs- oder funktionsgerechte oder -ähnliche Varianten eines Morphems
Nullamorph
Bei manchen Nomen wird kein spezielles Morphem realisiert
Inhaltsmorpheme (Lexeme)
Morpheme, die selbst Bedeutung haben oder die Bedeutung anderer beeinflussen/verändern
Funktionsmorpheme (Grammeme)
Morpheme ohne eigene Bedeutung, mit ausschließlich grammatischer Funktion
Freie Morpheme
Morpheme, die in ihrer Form ohne weitere Morpheme als Wortform auftreten können
Abhängige/Gebundene Morpheme
Morpheme, die nicht selbstständig als Wort vorkommen
Stammmorpheme
haben üblicherweise eine Bedeutung im eigentlichen Sinn, Wort hat mindestens ein Stammmorpheme, kommen in der Regel als einfache Wortformen vor
Derivationsmorpheme
ändern Bedeutung und/oder Wortart der Wurzel, stehen nicht allein, sind einem Stammmorpheme angefügt (Affixe)
Affixe
Präfixe, Suffixe, Zirkumfixe (vorne und hinten)
→ sind häufig auf bestimme Wortarten spezialisiert
Flexion
Wortformbildung, keine neuen Wörter. Veränderte grammatische Form eines Wortes
Derivation
Bildung neuer Lexikoneinträge (auch: Lemmata) durch Affixe, möglicherweise mit Änderung der Wortart des Stamms
Basis/Stamm
Das sprachliche Element, an das Affixe angehängt werden
Produktivität
beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Affixe spontan neue Wortformen bilden können
Konversion
Änderung der Wortart ohne Derivationsaffix, damit ist Konversion eine Unterart der Derivation
Kopf
Teil eines Wortbildungsproduktes, der die grammatischen Eigenschaften des komplexen Wortes bestimmt (Wortart, Genus, syntaktische Eigenschaften)
→ weiterhin rechts, bestimmt die grammatischen Eigenschaften der Projektion, also Wortart und Genus
Exozentrisch
Kompositum, dessen Bedeutung nicht vom Kopf stammt
Endozentrisch
Kompositum, dessen Kern = Kopf ist
Kern
trägt die Grundbedeutung des Kompositums und projiziert die semantischen Eigenschaften des Kompositums
Right-Hand-Head-Rule
Im Deutschen steht der Kopf fast immer rechts.
Deshalb bestimmt das rechte Element die Wortart
Komposition
Wortbildung durch Kombination von lexikalischen / (meist) freien Morphemen ohne Affixe
Determinativkomposita
bestehen aus mindestens zwei Formen einfacher oder abgeleiteter Stämme, zweite Element ist Kern und Kopf (Determinatum), das erste Element (Determinans) bestimmt das Determinatum näher
Rektionskomposita
Das erste Kompositionsglied verhält sich wie ein syntaktisches Objekt des zweiten Kompositonsglieds, die semantische Relation ist daher festgelegt (Unterklasse der Determinativkomposita)
Kopulativkomposita
bestehen aus mindestens zwei Formen einfacher der abgeleiteter Stämme (sind nebengeordnet/gleichberechtigt)
Possesivkomposita
bestehen aus mindestens zwei Formen einfacher der abgeleiteter Stämme (immer exozentrisch)
→ zweite Element ist Kopf aber nicht Kern
Univerbierung
Grenzfall, Präpositionen und Nomen, die im Text häufig zusammen auftauchen, wachsen in einem Grammatikalisierungsprozess zusammen.
Kofferwort/Ammalgamierung
Verschmelzung zweier Wörter zu einem
Kurzwort/Akronym
Verkürzung eines längeren Wortes oder Phrase
Reduplikation
Wiederholung/Abwandlung eines Stammes
Konstituente
kohärente Wortgruppe mit syntaktischer Funktion und/oder Bedeutung. Einzelwörter sind ebenfalls Konstituenten.
Phrase
enthält die Eigenschaften der jeweiligen Wortart des Kopfes von den Konstituenten
Syntaktische Funktionen
Rolle von Wörtern oder Wortgruppen (Konstituenten) innerhalb eines Satzes, wie z.B. Subjekt, Prädikat, Objekt oder Adverbial
Valenz
obligatorische Binden anderer Konstituenten
→ Konstituenten binden andere Konstituenten an sich, damit der Satz grammatikalisch richtig ist
Martixsatz
übergeordneter Satz in einer Satzkonstruktion, der einen oder mehrere andere Teilsätze enthält oder „trägt“ (kann sowohl Nebensatz als auch Hauptsatz sein)
Parataxe
Gleichberechtigte Hauptsätze
Hypotaxe
abhängige Nebensätze
Deklarativsatz
Aussagesatz, Konstituente geht dem finiten Verb voran → Vorfeld immer gefüllt
Toplogisches Feldermodell
bezieht sich auf die Felder außerhalb und innerhalb der Satzklammer
Drach´sche Regeln
Verbendstellung liegt allen Strukturen zugrunde
Wortbegriff
Graphisches Wort (zwischen zwei Leerzeichen)
Lexikalisches Wort (im Lexikon)
Syntaktisches Wort (Zeichenfolge mit grammatischer Information)
Ambiguität
Wort mit mehr als einer Bedeutung
Synonyme
Zwei Wörter mit der gleichen Bedeutung
→ Denotation: Relation zwischen Ausdruck und Welt
→ Konnotation: expressive, emotionale, soziale Bedeutungskomponenten eines Wortes
partielle Synonymie/Homoionyme
Brötchen - Semmel - Wecken
Homonyme
zufällige Mehrdeutigkeit (Kiefer = Baum/Knochen)