M2B Forschungsmethoden - Messen und Beschreiben

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Messung als Homomorphismus

  • Zuordnung von Objekten zu Zahlen

  • Voraussetzung: homomorphe (strukturerhaltende) Abbildung eines empirischen Relativs in ein numerisches Relativ

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Typologie 1: Skalenniveau

  • Skalenniveau von Variable beschreibt, welche Relationen im numerischen Relativ sinnvoll sind

  • Nominalskala: Gleichheit sinnvoll

  • Ordinalskala: Gleichheit + Ordnung sinnvoll

  • Intervallskala: Gleichheit + Ordnung + Abstand sinnvoll

→ mehr Information

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Typologie 2: Inferenzniveau

  • Inferenzniveau einer Variable beschreibt Ausmaß der Abstraktion/Schlussfolgerung einer Messung

  • niedriginferente Variablen: mehr oder weniger direkt beobachtbar

  • hochinferente Variablen: nicht direkt beobachtbar → brauchen Indikatoren

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Typologie 3: Theoretischer Kausalzusammenhang

  • abhängige Variable (AV): beeinflusste Variable

  • unabhängige Variable (UV): unbeeinflusste Variable

  • Mediatorvariable (MeV): zugleich AV & UV

  • moderierende Variable (MoV): beeinflusst Wirkung

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Gütekriterien einer Messung - Objektivität

  • Unabhängigkeit der Ergebnisses der Messung/des Tests von der durchführenden, auswertenden bzw. interpretierenden Person

  • Durchführungsobjektivität, Auswertungsobjektivität, Interpretationsobjektivität

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Gütekriterien einer Messung - Reliabilität

  • Ausmaß an Messfehlerfreiheit

  • Voraussetzung: Objektivität

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Gütekriterien einer Messung - Validität

  • Kriteriumsvalidität: wenn von Verhalten innerhalb Testsituation auf Verhalten außerhalb Testsituation geschlossen werden kann → Kriterium

  • Konstruktvalidität: Ausmaß theoretischer & empirischer Belege für Angemessenheit der Interpretation von Testwerten

  • abhängig von Reliabilität

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Erhebungsverfahren - (Externe) Beobachtung

  • systematische & regelgeleitete Registrierung des Auftretens & Ausprägung von ausgewählten, psychologisch relevanten Merkmalen/Ereignissen

  • folgt Beobachtungsplan: Was wird beobachtet? Welche Aspekte sind weniger/nicht relevant? Welchen Interpretationsspielraum hat Beobachter? Wann, wie lange & wo erfolgt Beobachtung? Auf welche Weise wird registriert & protokolliert?

  • Vorteile: potentielle Vermeidung von Reaktanz → teilweise höhere Reliabilität

  • Nachteile: oft nicht ökonomisch; kognitive & psychische Variablen schwer zugänglich

9
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Erhebungsverfahren - Selbstauskünfte

  • Interviews, Fragebögen & Tests

  • Vorteile: kognitive & psychische Variablen zugänglich; teilweise sehr ökonomisch

  • Nachteile: Reaktanz höher; Entwicklung sehr aufwendig

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Erhebungsverfahren - Physiologische Messung

  • Messung der Hautleitfährigkeit & Blickbewegungen

  • Vorteile: teilweise schwer verfälschbar; unbewusste Prozesse werden zugänglich

  • Nachteile: meist nicht verdeckt durchführbar; oft Laborbedingungen erforderlich

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Erhebungsverfahren - Dokumentenanalyse

  • bereits existierende schriftliche Artefakte untersucht; sowohl in hoch- wie in niedrigstrukturierten Prozessen gesammelt, transformiert & analysiert werden

  • Vorteile: keine Genese von Daten notwendig; teilweise sehr ökonomisch

  • Nachteile: beschränkte Auswahl an Variablen; Artefakte müssen präexistieren

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Konstruktvalidität von Noten

  • Lehrer können hochgradig objektiv und reliabel Leistungen ranken, aber nicht objektiv auf Skala verorten

  • wenn Noten für Selektions- und Allokationszwecke genutzt werden, ist Anlegen von kriterialen Bezugsnorm, die vorher festlegt, was gute Leistung ist → Voraussetzung

  • wenn Noten motivieren sollen, sind formative Rückmeldungen & Verwendung individueller Bezugsnorm, welche Leistungsentwicklung unabhängig von absoluten bewerten, günstig

  • Lehrkräfte legen zur Benotung soziale Bezugsnorm an

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Verbesserung Konstruktvalidität

  • Objektivität: vorher definierter Korrekturschlüssel, geeignete Aufgabenformate, Mehrfachkorrektur, Verblindung, Automatisierte Auswertung, Abgleich mit vorher standardisierter Messung

  • Reliabilität: hinreichende Länge Aufgabenzahl je Thema, Mehrfachkorrektur, Abgleich mit standardisierter Messung

  • Konstruktvalidität: Constructive Alignment, Explizite Kommunikation der Bezugsnorm, Abgleich mit standardisierter Messung

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Maße der zentralen Tendenz

  • bei intervallskalierten Variablen wird als “Durchschnitt” (arithmetisches Mittel) angegeben (alle Daten aufsummieren & Summe durch Anzahl Datenpunkte teilen)

  • bei ordinalen Daten wird als Median angegeben (alle Datenpunkte nach Daten ordnen & Wert in der Mitte nehmen; wenn Anzahl gerade ist, arithmetisches Mittel der beiden mittleren Werte)

  • bei nominalen Daten wird als Modus (Ausprägung, die am häufigsten vorkommt) angegeben

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Maße der zentralen Tendenz - Definitionen

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Maße der Streuung

  • Mean Average Deviation: mittlere Abweichung vom arithmetischen Mittel

  • Varianz & Standardabweichung:

    • Varianz = s2= Abstände2/ Anzahl Datenpunkte -1

    • Standardabweichung = Wurzel s2

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Maße der Streuung - Streuungsmaße: Definitionen

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Maße der Streuung - Streuung ordinaler Variablen

  • Definitionen des Range, de Quartile & des IQR auch auf ordinale Variablen anwendbar, aber nicht informativ bei Variablen mit wenigen Ausprägungen; graphische Abschätzung sinnvoll

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Maße der Streuung - Modalität

  • Vielgipflichkeit einer Verteilung

  • Modi entsprechen Subgruppen in Daten

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Maße der Streuung - Schiefe

Verteilung von (unimodalen) intervallskalierten Variable ist Schief, wenn Streuung der oberen/unteren Hälfte unterschiedliche sind