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Weltbild (klassischer Roman)
Geschlossen, eindeutig, ĂŒberschaubar, konkret, vertraut, harmonisch â die Welt ist geordnet und verstehbar
Weltbild (moderner Roman)
UnĂŒbersichtlich, offen, kompliziert, relativ, mehrdeutig, widersprĂŒchlich, fremd â die Welt ist chaotisch und nicht mehr verstehbar
Werte (klassischer Roman)
Streben nach Bildung, Kultur, reiner Menschlichkeit, Einfachheit, GĂŒte, GröĂe, nach Schönem, Kunst, Wissenschaft â positive, klare Wertvorstellungen
Werte (moderner Roman)
Negatives: das HĂ€ssliche, Perversionen, Abweichungen vom Normalen
Mensch (klassischer Roman)
Strebt nach ErfĂŒllung des Daseins, Freundesliebe, Liebe zur Natur, zum Vaterland, zur Wissenschaft
Mensch (moderner Roman)
UnbestÀndig, relativ, orientierungslos, fragmentiert
Held (klassischer Roman)
Starke Persönlichkeit (positiver Held) mit klar benennbaren Eigenschaften
Held (moderner Roman)
Negativer, das HĂ€ssliche, Perversionen ohne Eigenschaften
Darstellungsform (klassischer Roman)
Klare Gattungsgrenzen
Darstellungsform (moderner Roman)
Auflösung und Vermischung von Gattungsgrenzen
Dichtung (klassischer Roman)
Das dichterische Werk soll âetwas Höheresâ sein: idealisieren, darstellen, es soll verunsichern, infiltrieren, schockieren â der Leser soll sich als Mensch âreiner und gröĂerâ empfinden
Dichtung (moderner Roman)
Das dichterische Werk soll das Chaotische darstellen, schockieren â der Leser soll sich und seine Umwelt nachdenken
Auktorialer ErzÀhler
Allwissender ErzĂ€hler, der kommentiert, vorausdeutet und Einblick in alle Figuren hat â typisch fĂŒr klassischen Roman
Personaler ErzÀhler
ErzĂ€hlung aus der Perspektive einer Figur, begrenzte Sicht â typisch fĂŒr modernen Roman
Ich-ErzÀhler
ErzÀhler ist selbst Teil der Handlung, subjektive Perspektive
Neutraler ErzÀhler
Berichtet ohne Wertung, kein Einblick in Innenleben der Figuren
Innerer Monolog
Unmittelbarer, unkommentierter Gedankenstrom einer Figur â typisch fĂŒr modernen Roman
Erlebte Rede
Gedanken/GefĂŒhle einer Figur in der 3. Person, ohne AnfĂŒhrungszeichen â wirkt wie innerer Monolog
Bewusstseinsstrom (Stream of Consciousness)
Assoziativer, nicht linearer Gedankenfluss einer Figur, kaum strukturiert
Zeitraffung
Ereignisse werden schneller erzÀhlt als sie stattfinden
Zeitdehnung
Ereignisse werden langsamer erzĂ€hlt als sie stattfinden (z.B. langer innerer Monolog fĂŒr einen Moment)
Zeitsprung / Ellipse
Auslassung von Zeitabschnitten
Analepse (RĂŒckblende)
ErzĂ€hlung springt in die Vergangenheit zurĂŒck
Prolepse (Vorausschau)
ErzĂ€hlung greift kĂŒnftigen Ereignissen voraus
RahmenerzÀhlung
Eine Geschichte umschlieĂt eine andere (ErzĂ€hler erzĂ€hlt von ErzĂ€hler)
Montage
ZusammenfĂŒgen verschiedener Texte/Perspektiven ohne klare Verbindung â typisch modern
Metapher
Bildlicher Ausdruck, bei dem ein Begriff durch einen anderen ersetzt wird (kein âwieâ) â z.B. âDas Leben ist ein Traumâ
Vergleich
Verbindung zweier Dinge mit âwieâ â z.B. âstark wie ein Löweâ
Personifikation
Leblose Dinge oder Abstraktes werden vermenschlicht â z.B. âder Wind flĂŒstertâ
Symbol
Gegenstand/Bild steht fĂŒr eine abstrakte Idee â z.B. Taube = Frieden
Allegorie
Durchgehende Ăbertragung einer abstrakten Idee in ein konkretes Bild
Ironie
Das Gegenteil des Gemeinten wird gesagt
Antithese
GegenĂŒberstellung gegensĂ€tzlicher Begriffe/Aussagen â z.B. âLust und Leidâ
Oxymoron
Verbindung zweier sich widersprechender Begriffe â z.B. âberedtes Schweigenâ
Parallelismus
Gleichartige Satzstruktur hintereinander zur Betonung
Anapher
Wiederholung desselben Wortes/Ausdrucks am Satzanfang
Klimax
Steigerung von Begriffen/SÀtzen zum Höhepunkt hin
Antiklimax
Absteigende Steigerung, von stark nach schwach
Ellipse
Auslassung eines Satzteils, der grammatikalisch nötig wĂ€re â wirkt abgehackt, fragmentarisch
Rhetorische Frage
Frage, die keine Antwort erwartet, sondern Aussage verstÀrkt
Hyperbel
Starke Ăbertreibung â z.B. âich habe das schon tausendmal gesagtâ
Litotes
Untertreibung durch doppelte Verneinung â z.B. ânicht schlechtâ
Euphemismus
Beschönigende Umschreibung â z.B. âentschlafenâ statt âsterbenâ
Enjambement
Zeilensprung in der Lyrik: Satz geht ĂŒber Versende hinaus
Alliteration
Gleicher Anlaut mehrerer aufeinanderfolgender Wörter â z.B. âMilch macht mĂŒde MĂ€nner munterâ
Assonanz
Gleichklang der Vokale â z.B. âĂber Wiesen, ĂŒber HĂŒgelâ
Inversion
Umstellung der normalen Wortfolge zur Betonung
Exposition
EinfĂŒhrung in Ort, Zeit, Figuren zu Beginn des Textes
Konflikt
Zentraler Widerspruch/Problem, das die Handlung antreibt
Wendepunkt / Peripetie
Entscheidender Umschwung in der Handlung
Motiv
Wiederkehrendes inhaltliches Element im Text (z.B. Wasser, Reise, Tod)
Leitmotiv
Sich wiederholendes Motiv als roter Faden im ganzen Werk
Thema
Zentrales Anliegen/Grundgedanke des Textes
Figurenarrangement
Beziehung und Konstellation der Figuren zueinander
Figurencharakterisierung
Direkte (explizite) oder indirekte (durch Verhalten, Sprache, etc.) Beschreibung einer Figur
Epiphanie
Plötzliche innere Erkenntnis einer Figur â typisch fĂŒr modernen Roman
AtmosphÀre
Stimmung, die ein Text durch Sprache, Bilder und Schauplatz erzeugt
Raumgestaltung
Wie und warum bestimmte Orte beschrieben werden
Figurenperspektive
Durch wessen Augen wird die Handlung wahrgenommen?
Sprachebene
Hochsprache, Umgangssprache, Dialekt â sagt etwas ĂŒber Figur und Kontext aus
Parataxe
Kurze, aneinandergereihte HauptsĂ€tze â wirkt abgehackt, nĂŒchtern, modern
Hypotaxe
Lange, verschachtelte SatzgefĂŒge mit NebensĂ€tzen â wirkt komplex, klassisch
Denotation
Wörtliche, sachliche Bedeutung eines Wortes
Konnotation
Mitschwingender, emotionaler Bedeutungsgehalt eines Wortes