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Diese Flashcards decken die formalen Aspekte epischer Texte (Fabel, Zeitgestaltung, Erzählperspektiven), lyrische Grundbegriffe sowie den historischen Kontext der Renaissance, des Humanismus und der Reformation ab.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai |
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Fabel
Das Stoff- bzw. Handlungsgerüst (der „rote Faden“ einer Geschichte), das chronologisch und unabhängig von der zeitlichen Abfolge im Text erzählt wird.
Erzählstrang
Die Ereigniskette einer Geschichte; Romane sind meist mehrsträngig, während Kurzgeschichten oft einsträngig verlaufen.
Vorschau
Eine zeitliche Vorausdeutung eines Geschehens, das erst später stattfindet.
Rückblende
Ein nachträglich erzähltes, bereits vergangenes Geschehen aus der Vorgeschichte.
Stofflich-thematisches Motiv
Der Leitgedanke der Darstellung in einem literarischen Text, wie zum Beispiel das Motiv des Doppelgängers, der feindlichen Brüder oder des Ehebruchs.
Typus-Motive
Motive, die auf bestimmte Figurentypen basieren, wie etwa der betrügerische Ehemann, der Einzelgänger oder der Künstler.
Raum- und Zeitmotive
Motive, die sich auf Orte oder zeitliche Abläufe beziehen, wie die einsame Insel, Ruinen oder der Wettlauf mit der Zeit.
Fiktion
Das, was erzählt wird, ist fiktional. Entweder erfindet der Autor/in ein Geschehen oder gibt tatsächlich geschehene Ereignisse wieder ➔ beides ist Fiktion.
Erzählerfigur
Eine von der Autorin oder dem Autor erfundene Erzählerfigur steht zwischen ihr/ihm und dem Rezipienten (➔ Leser) und vermittelt die erzählte Wirklichkeit.
Erzählzeit
Die Zeit, die ein Rezipient braucht, um einen Text zu lesen (➔ konkrete Länge des Textes)
Erzählte Zeit
Der Zeitraum, über den im Text berichtet wird (= Dauer des fiktiven Geschehens einer Geschichte).
Zeitdeckendes Erzählen
Eine Form des Erzählens, bei der die Erzählzeit und die erzählte Zeit fast oder ganz gleich sind, häufig bei Dialogen (ein szenisches Element) und Gedanken ud bei der Beschreibung von Abläufen.
Zeitdehnendes Erzählen
Erzählform, bei der die Erzählzeit wesentlich länger ist als die erzählte Zeit, oft bei sehr genauen Beschreibungen von inneren und äußeren Vorgänge.
Zeitraffendes Erzählen
Die häufigste Form des Erzählens, bei der die Erzählzeit wesentlich geringer ist als die erzählte Zeit, wobei oft Jahre oder Jahrzehnte übersprungen werden.
Simultanes Erzählen
Eine moderne literarische Technik (besonders bei Romanen), bei der so erzählt wird, als ob Geschehnisse gleichzeitig und nicht nacheinander ablaufen würden.
Chronologisches Erzählen
Zeitdeckendes, zeitdehnendes und zeitraffendes Erzählen ➔ Ablauf des Geschehens ist zeitlich geordnet wie in der „Realität“
Zeitsprung
Autor/in lässt lange Zeiträume aus
verstreichende Zeit
Autor/in erzählt einen längeren Zeitraum in hohem Erzähltempo
Zeitdehnung
Autor/in beschreibt einen wichtigen kurzen Zeitabschnitt über viele Seiten
Vorausdeutung
Wenn z.B. am Beginn einer GEschichte bereits deren Ausgang erzählt wird.
Nicht-chronologisches Erzählen
Rückblenden und Vorausdeutungen ➔ dabei kommt es im zeitlichen Ablauf des Geschehens zu Sprüngen in die Zukunft bzw. in die Vergangenheit.
Innensicht
Die Wiedergabe und Deutung innerer Vorgänge einer Figur, wie Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle (= geschieht durch sie selbst)
Zusätzliche Möglichkeiten: innerer Monolog und Stream of Consciousness
Außensicht
Die Schilderung von Personen und Geschehnissen durch Merkmale, die von außen wahrnehmbar sind, wie Aussehen, Kleidung und Verhalten (= geschieht durch die Erzählerfigur)
Wird verwendet beim neutralen und auktorialen Erzähler als auch vom Ich-Erzähler
Erzählperspektive
Innensicht und Außensicht
Direkte Personencharakterisierung
Die Personen werden vom Erzähler charakterisiert.
Selbstcharakterisierung
Wird besonders oft bei Ich- Erzählern verwendet
Auktorialer Erzähler hat diese Möglichkeit in Form der Personenbeschreibung, direkter Reden, Monologe und innerer Monolog.
Fremdcharakterisierung
Die Personen eines Textes werden durch andere Personen charakterisiert.
Indirekte Charakterisierung
Die Charakterisierung einer Person durch ihre äußere Erscheinung, Sprache, Handlungen, den Umgang mit anderen und ihren sozialen Status.
Durch die äußere Erscheinung und das Verhalten einer Person lassen sich Rückschlüsse auf ihren psychischen (seelischen) Zustand - ihre innere Einstellung - erzielen.
Säkularisierung
Die Verweltlichung des Lebens im 15. und 16. Jahrhundert, die den Geist des Mittelalters immer mehr in Frage stellt. Nicht mehr Gott steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch, der sein Leben selbst in die Hand nimmt. Das Diesseits ist wichtig, nicht das Jenseits, wie im Mittelalter.
Gründe für diesen Wandel:
Übergang von Naturalienwirtschaft in Geldwirtschaft ➔ Handel und somit Städte erleben Aufschwung ➔ Bürgertum bekommt Macht ➔ Selbstbewusstsein und Individualismus gestärkt
Erfindungen und Entdeckungen ➔ Selbstbewusstsein des Menschen erhöht, gleichzeitig aber bewusst, dass Erde nicht Mittelpunkt des Universums ist ➔ Gott wird umso mehr in Frage gestellt
Erfindung des Kompasses ➔ Entdeckungsreisen ermöglicht
Buchdruck ➔ Gedanken des Humanismus ➔ Renaissance wurden verbreitet, Kirche verliert Monopol als Wissensvermittlerin ➔ Einheitliche Schriftsprache entsteht
Renaissance
Bedeutet „Wiedergeburt“ und bezeichnet die Wiedergeburt der Antike (altes Griechenland, hier aber v.a. Rom) als Vorbild für das Leben im Diesseits und vertraute der eigenen Stärke.
Griechisch und lateinisch zu lernen wurde Mode und auch die Kunst versuchte antike Vorbilder nachzuahmen (➔ Mittelpunkt der Renaissancekunst war u.a. Florenz; Petersdom in Rom; Mona Lisa; „David“ von Michelangelo)
Humanismus
Eine wissenschaftliche Bewegung, die an Schriftsteller und Philosophen der Antike anknüpft (ad fontes ➔ zurück zu den Quellen)
Ziel ist eine von der Vormundschaft der Kirche befreite Wissenschaft und Bildung (lat. humanitas = Bildung ist v. a. Veredelung des Mensche durch Bildung)
Einer der bekanntesten Humanisten war Erasmus von Rotterdam.
Reformation
Eine religiöse Bewegung gegen die Alleinherrschaft und weltliche Machtausübung der katholischen Kirche (z. B. Ablasshandel - bekanntester Reformator: Martin Luther).
Kirchspaltung in katholisches und protestantisches Lager.
Bei seiner Bibelübersetzung griff auch er auf die antiken Quellen zurück: Er lehnte die lat. Bibel und die Überlieferung der Kirchenväter ab und berief sich auf den griechischen und hebräischen Urtext. Martin Luther ist die literarisch bedeutsamste Persönlichkeit der Epoche
➔ Entwicklung einer allgemeinen deutschen Schriftsprache ➔ neuhochdeutsche Zeit begann
„Luther hat zwar die Religion gespalten, aber die Sprache vereint“
Vers
Bezeichnung für eine einzelne Zeile in einem Gedicht.
Strophe
Mehrere zusammengehörende, grafisch abgesetzte Verszeilen, die meist durch eine zusätzliche Struktur verbunden sind (z.B. ein wiederkehrendes „Reimschema“
Lyrisches Ich
Das „Ich“ in einem Gedicht ➔ sollte nicht mit dem Autor/in des Gedichts verwechselt werden.
Metapher (griech. Übertragung)
Ein abgekürzter Vergleich, bei dem Eigenschaften von einer Sache auf eine andere übertragen werden, wie zum Beispiel „Lebensabend“ für das Alter.
Auktoriale Erzählsituation
Kommt als Ich- oder Er-Erzähler vor
Ein allwissender Erzähler, der alle Fakten sowie Gedanken und Gefühle der Figuren kennt
kann fast beliebig zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hin und her wechseln
Vermittler zwischen der fiktiven Welt der Geschichte und der Wirklichkeit des Autors / der Autorin
kann in die Handlung eingreifen, sie kommentieren und bewerten
bietet alle Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen: zwischen Szenen, Zeiten und Orten wechseln, genauso wie die Blickwinkel und die Einschätzungen von Situationen und Standpunkten bzw. Meinungen
kann mit Vorausdeutungen und Rückgriffen arbeiten
Wenn der allwissende Erzähler fast vollständig hinter der erzählten Handlung verschwindet, ist die Illusion des Wirklichen einer Geschichte für die Leser/in besonders groß. Sie/Er erlebt sie so, als hätte sie tatsächlich stattgefunden.
Personale Erzählsituation
3. Person oder auch ich-Erzähler (➔ Der Autor kann in den Kipf von einer Person sehen.)
Der Erzähler ist scheinbar abwesend und vermittelt das Geschehen aus dem Blickwinkel einer handelnden Person der Geschichte (➔ der Erzähler sieht die Welt mit ihren Augen)
Der Erzähler weiß nur so viel wie die von ihm erzählte Person.
Typische Stilmitte: Erlebte Rede und innerer Monolog
Die Erzählerfigur ist kaum sichtbar ➔ Eindruck beim Leser entsteht, das Geschehen mit den Augen einer Romanfigur zu betrachten ➔ verstärkt die Illusion der Leser/in, direkt an der Geschichte teilzuhaben.
Neutrale Erzählsituation
Er-Erzählform
ohne Innensicht der handelnden Personen
ohne Erzählerfigur und kommentierende Einmischung in das Erzählte Geschehen
Ich - Erzähler
Eine Erzählerfigur, die selbst Teil der Handlung ist und in der 1. Person aus ihrer persönlichen Perspektive erzählt.
Andere Personen werden dadurch oft subjektiv gefärbt dargestellt ➔ der Ich-Erzähler kann nur vermuten, was sie denken und fühlen
Er ist sowohl Erzählerfigur als auch handelnde Figur