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Preisforschung und Formen
Preisforschung untersucht, wie Konsument:innen Preise wahrnehmen, welche Preise sie akzeptieren, wie stark sie auf Preisveränderungen reagieren und welche psychologischen Effekte mit welchem Impact wirken

Befragungsbasierte Verfahren
Konsumenten geben direkt Auskunft über ihre Zahlungsbereitschaft oder Preisakzeptanz.
Zentrale Methoden:
• Van-Westendorp (PSM – Price Sensitivity Meter): akzeptable Preisspanne
• Gabor-Granger: Kaufwahrscheinlichkeit bei verschiedenen Preisen
• Direkte WTP-Fragen („Was würden Sie zahlen?“)

Befragungsbasierte Verfahren - Stärken und Schwächen
Stärken und Schwächen
Schnell & kosteneffizient
Gute Orientierung in frühen Phasen
Einfach zu erklären und auszuwerten
ABER
− Hypothetisches Verhalten
− Preis wird isoliert betrachtet → zu starke Aufmerksamkeit auf dem Preis, dadurch „atypisch“ hohe Preiswirkung
− Keine echte Kaufentscheidung
Van-Westendorp - Beobachtungsbasierte Verfahren
(PSM – Price Sensitivity Meter): akzeptable Preisspanne

Deep Dive Gabor-Granger Verfahren - Beobachtungsbasierte Verfahren
→Der beste Preis ist nicht der höchste, sondern der, bei dem Preis und Nachfrage optimal zusammenspielen

Vergleich von Van-Westendrop und Gabor-Granger

Verhaltensbasierte Verfahren
Analyse von tatsächlichem Kaufverhalten unter realen Bedingungen
Zentrale Methoden:
A/B-Tests im Online-Shop
Preisvariationen im Handel
Kassendaten / Scannerdaten
Paneldaten (Haushaltspanels

Verhaltensbasierte Verfahren - Stärken und Schwächen
✓ Sehr hohe externe Validität
✓ Echte Zahlungsbereitschaft sichtbar
✓ Direkt entscheidungsrelevant
ABER
− Hoher Aufwand
− Viele Störfaktoren (Wetter, Platzierung etc.) bzw. Begrenzte Kontrolle über Variablen
Experimentelle Verfahren
Gezielte Variation von Preisen und Produktmerkmalen, um Ursache-Wirkung zu isolieren
Zentrale Methoden:
Conjoint-Analyse (Trade-offs zwischen Preis & Leistung)
Choice-Based Experiments
Laborexperimente (z. B. Ankereffekte)

Experimentelle Verfahren - Stärken und Schwächen
✓ Kausale Aussagen möglich
✓ Simulation neuer Produkte/Preise
✓ Sehr flexibel einsetzbar
ABER
− Künstliche Entscheidungssituation
− Ergebnisse stark abhängig vom Studiendesign
Experimentelle Verfahren: Deep Dive Conjoint Analyse

Neurowissenschaftliche Ansätze
Messung von unbewussten Reaktionen auf Preise, ohne direkte Befragung
Zentrale Methoden:
• fMRT (Belohnungszentren im Gehirn)
• EEG (Aufmerksamkeit, emotionale Reaktion)
• Eye Tracking (Blickverlauf, Preiswahrnehmung)

Neurowissenschaftliche Ansätze - Stärken und Schwächen
Stärken und Schwächen
✓ Keine bewusste Verzerrung
✓ Tiefe Einblicke in Entscheidungsprozesse
✓ Ergänzt klassische Methoden
ABER
− Sehr aufwendig & teuer
− Interpretation komplex → begrenzte Praxisrelevanz im Alltag
Neuropricing Fallstudie
Messung von 3 impliziten Maßen, die auf die tatsächliche Zahlungsbereitschaft hindeuten:
Preisspezifische Hirnreaktion (d. h. je stärker die (preisspezifische) Hirnreaktion, desto besser passt der Preis zum Produkt)
Attributspezifische Hirnreaktion (d. h. je stärker die (attributspezifische) Hirnreaktion, desto besser passt das Attribut (hier: „teuer“ vs. „günstig“) zum angezeigten Preis)
Reaktionszeit (d. h. je schneller die Reaktion, desto leichter die Entscheidung (unabhängig von der expliziten Antwort!
Am Ende den Durchschnittspreis der drei nehmen!

Zwischenfazit UE9
