Linguistik

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1
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sprachliche Beispiele für Sprachwandel des Standarddeutschen der

jüngsten Sprachgeschichte (Fokus 20. und 21. Jahrhundert) auf allen

sprachlichen Ebenen

wegen des Wetters (Genitiv) vs. wegen dem Wetter (Dativ): morphologischer Ebene. Verbformen: backst/bäckst/bukst/gebackt zeigen Wandel im Paradigma. macht Sinn (englischer Einfluss) vs. ergibt Sinn: semantisch-pragmatischer Wandel. Apostroph: Willi's Biomarkt als graphematischer Wandel. Ich erinnere den Vorfall statt Ich erinnere mich an den Vorfall: Valenzwandel, syntaktischer Ebene. stillen wird einwertig (ohne Objekt)

2
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Sprachwandeltheorien von Herrmann Paul und Peter von Polenz

Hermann Paul: Wandel durch individuelle psychologische Prozesse, systeminterne Kräfte (Analogie, Lautgesetze) und soziale Verbreitung. Peter von Polenz: Wandel durch Ökonomie (Vereinfachung), Innovation, Variation, Evolution, weniger Fokus auf Systemzwänge

3
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Bedingungen und Vorgänge die zur Standardisierung einer

Sprache führen

4 Schritte der Standardisierung: 1. Selektion: Auswahl einer Sprachform 2. Kodifizierung: Festlegung von Regeln (Grammatik, Wörterbücher) 3. Implementation: Verbreitung durch Schule, Medien, Verwaltung 4. Elaboration: Ausbau der Sprache (neue Wörter, Fachsprache). Beteiligte Akteure: Normautoritäten (Lehrpersonen), Modellsprecher, Sprachexperten, Kodifizierer. Normentstehung: durch Diplomverleihung, Rituale, Religion, Kodifizierung. Legitimität: Wissenschaftlichkeit, Effizienz, Identität, Gleichheit, Alltagsnähe

4
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Demotisierung und Nativierung und ihre Relevanz für

den Sprachwandel

Demotisierung: Standardsprache wird lockerer, mehr Alltagssprache fliesst ein = weniger formell, näher am Alltag. Nativierung: Standard wird zur Muttersprache, Kinder wachsen mit Standard auf = Standard wird natürlicher. Beide Prozesse führen zur gegenseitigen Annäherung von gesprochener und geschriebener Sprache

5
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was Sprachwandel mit Sprachvariation zu tun hat

Grundidee: Variation = mehrere Formen gleichzeitig. Variation ist die Quelle für Sprachwandel: alte Formen verschwinden, neue entstehen, manche werden Standard. Wandel passiert nicht einheitlich. Ablauf: 1. Neuerung 2. Übernahme 3. Ausbreitung 4. Wandel (Langue). Sprachwandel beginnt im Sprachgebrauch (Parole) und kann ins Sprachsystem (Langue) übergehen

6
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Sprechergruppen die den Sprachwandel in bestimmten

Bereichen vorantreiben können

Gruppen als Motor für Sprachwandel: Jugend- und Internetsprache (Das crazy, lowkey), Fachsprachen (IT: Server, Account), regionale Varietäten (Dialekte), Migranten (Kiezdeutsch: Gehst du Bahnhof?)

7
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linguistische Argumente in Bezug auf die Frage des Genderns im

Deutschen

Pragmatik: Genderzeichen sind Respekt-Signale, metakommunikative Hinweise, kontextabhängig: nicht überall sinnvoll, sonst verlieren sie Wirkung. Semantik: Nicht die Grammatik allein ist geschlechtergerecht, sondern der Gebrauch. Arzt wird oft automatisch männlich gelesen (male bias). Grammatik: Generisches Maskulinum (man, jeder, wer) soll neutral sein, wird aber oft männlich verstanden

8
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das «Zwiebelmodell» nach Debus/Nübling

Kern (sehr stabil) = Morphologie, Syntax, Phonologie. Mitte = Text (Fixierung von Sprache). Aussen = Pragmatik (Sprachgebrauch). Prinzip: aussen = schneller Wandel, innen = stabiler

9
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Sprachwandeltendenzen

19. Jh.: Einheitssprache entsteht, Mundarten gehen zurück, Fachsprachen entstehen, Eindeutschung. 1. Hälfte 20. Jh.: Normierung der Standardsprache, viele Abkürzungen, NS-Sprachgebrauch. 2. Hälfte 20. Jh.: Deutsch verliert internationale Bedeutung, Einfluss der Teilung Deutschlands, Technologisierung und Informalisierung. 21. Jh.: Anglizismen, Digitalisierung, Migration: Sprachpluralität, Variationstoleranz, Krisensprache

10
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Textsortenwandel

Früher: langer Text, Spannung am Ende, narrativ, viele Nebensätze (Hypotaxe), starke Wertung. Heute: schnelle Information, Schlagzeile zuerst, Aufmerksamkeit im Vordergrund. Kernaussage: Erwartungen an Texte verändern sich

11
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Sprachwandeltheorien von Rudi Keller und Jürgen Erich Schmidt/Joachim Herrgen

Rudi Keller: Sprachwandel ist ein Phänomen der dritten Art (wie Mode, Stau, Inflation), entsteht als unbeabsichtigte Folge vieler intentionaler Handlungen. Schmidt/Herrgen: Sprachwandel durch ständigen Abgleich des Sprachwissens in Interaktionen: Mikrosynchronisierung: in einem Gespräch, Mesosynchronisierung: in Gruppen (Jugendsprache), Makrosynchronisierung: in der Sprachgemeinschaft (Duden, Schule, Medien)

12
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Empirische Methoden zur Feststellung von Sprachwandel

Korpusanalyse / historische Textanalyse: Vergleich alter und neuer Texte (z. B. Stellenanzeige, Lukasevangelium). Sprachgebrauchsstudien: Analyse von Kollokationen, Gebrauchsfrequenz. Variantenvergleich: regionale und soziale Variation messen

13
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Synthetisch und analytisch: Begriffe und Entwicklungsrichtungen im Deutschen

Synthetisch: Grammatik steckt im Wort selbst (Endungen/Affixe, Flexion). Analytisch: Grammatik wird ausserhalb des Wortes gezeigt (Hilfswörter, Partikeln, Wortstellung). Sprachtypen: Synthetisch: flektierend (Latein), agglutinierend (Türkisch, Finnisch). Analytisch: isolierend (Chinesisch). Deutsch ist ein Mischsystem: Analytische Tendenzen: weniger Genitiv, mehr: Präpositionen, Hilfswörter, Artikel. Synthetische Tendenzen: viele Komposita (Handyvertrag), neue Verbformen/Entlehnungen