3. Was ist die ontologische Basis der Ökonomie?

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1
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Was ist Ontologie?

Ontologie = Die „Lehre vom Sein“ – Ontologie − versucht in der Philosophie die Welt der Dinge allumfassend zu erkennen, zu benennen und zu ordnen.

Ontologien bilden die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis der Welt oder Ausschnitte daraus für verschiedene Wissenschaftsdisziplinen und erleichtern so die Kommunikation. Die wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit werden wir nur interdisziplinär lösen können

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Albrecht von Müller: „strukturelle Handlungsunfähigkeit“

In den letzten 30 Jahren haben weite Teile der Politik, der Wirtschaft und der Technologie einen Grad an Komplexität der Sachverhalte und eine Geschwindigkeit des Wandels erreicht, denen unsere herkömmlichen Denk- und Handlungsmodelle nicht mehr gewachsen sind.

„In gewisser Weise gleichen die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik zunehmend einem Busfahrer, der bei abnehmender Bremsleistung und hereinbrechender Dunkelheit sein Gefährt eine immer steilere Passstraße hinuntersteuern muss. Die Metapher der Dunkelheit steht dabei für eine abnehmende Fähigkeit, die Zukunft einschätzen zu können.“

3
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Folgende zwei Innovationen können laut von Müller dabei helfen, die Handlungsunfähigkeit zu überwinden:

  1. Bewusste Wahrnehmung und dialogische Gestaltung von komplexen Systemen;

  2. Überwindung der linearen „Ursache-Wirkung“-Denktätigkeit hin zu einem konstellativen Denken, welches dabei hilft, hochkomplexe Sachverhalte zu verstehen und mitzugestalten.

Bildliches oder konstellatives Denken hilft, einzelne Informationen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen und miteinander zu vernetzen.

Diese architektonische Meta-Ebene des Denkens ist essenziell für die Bewältigung komplexer Sachverhalte.

Im Grunde geht es darum, sich von einem rein mechanistisch-linearen Weltbild zu verabschieden und sich auf eine nächste Erkenntnisstufe zu heben, in der man erkennt, dass das große Ganze eben nicht nur die Summe aller Teile ist.

4
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Stefan Thurner, Physiker und Komplexitätsforscher aus Österreich, widmet sich seit Jahrzehnten der Erforschung komplexer Systeme.

Was bedeutet komplex?

Komplexität entsteht, wenn die unterschiedlichen Bauteile eines Systems und ihre Verbindungen sich gegenseitig beeinflussen und sich in enger Abhängigkeit voneinander über die Zeit hinweg verändern.

Jedes Ökosystem, jedes gesellschaftliche System, jedes Wirtschaftssystem und jedes Finanzsystem ist nicht nur kompliziert, sondern vor allem auch komplex. Den Unterschied zwischen der Summe der Teile und dem Ganzen macht das Netzwerk von Interaktionen aus, die dazu beitragen, dass komplexe Systeme Eigenschaften entwickeln, die man beim Betrachten der einzelnen Elemente ohne dieses Netzwerk nicht erwarten würde. Dieses Phänomen nennt man Emergenz.

5
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Emergenz

Emergenz = die Möglichkeit der Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente.

Beispiel Betriebswirtschaftslehre:in der Organisationsentwicklung gibt es eine Vielzahl an emergenten Prozessen, die sich meist aus dem Arbeitsalltag heraus entwickeln und nicht aus der planmäßigen Gestaltungsentscheidung.

Eine emergente Strategie kann nicht geplant werden und entsteht aufgrund der vielfältigen Vernetzungen der Organisationsmitglieder und -prozesse

6
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Der ontologische Ansatz zur Erforschung von Emergenz ist holistischer Natur. Warum?

Der ontologische Ansatz zur Erforschung von Emergenz ist holistischer Natur (auf das Ganze bezogen), weil er sich die Frage stellt, was man eigentlich unter einer Struktur zu verstehen hat. Emergenz wird als strukturelles Phänomen verstanden.

7
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Stefan Thurner und Albrecht von Müller betrachten in ihren Abhandlungen ein und dieselbe Sache, jedoch jeweils von genau der anderen Seite der Medaille.

Beschreibe

Beide widmen sich dem „Sein“ in der heutigen Zeit und einer möglichen Weiterentwicklung des Seins. Von Müller spricht von einer „Selbstentfaltung der Welt“ und möchte dazu einladen, Zeit und Wirklichkeit neu zu denken und mit Komplexität anders umzugehen. Thurner wiederum untersucht in der „Zerbrechlichkeit der Welt“ den Zeitpunkt des Niedergangs von komplexen Systemen, die sogenannten Tipping Points.

Folgende Fragen stellen sie sich: Wie können wir mit dem immer schneller werdenden Wandel und den immer komplexer werdenden Systemen leben und wie können wir sie für die Zukunft mitgestalten bzw. Negativspiralen verhindern?