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Personaleinsatz und Personalerhaltung
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Was sind Menschenbilder?
= Vorstellungen darüber, wie Menschen denken, handeln und motiviert werden können
beeinflussen Führungsverhalten und den Umgang mit Mitarbeitern
Was ist die Theorie X und Y von McGregor?
Theorie X
= Menschen sind von Natur aus faul, arbeitsscheu, vermeiden Verantwortung und müssen kontrolliert werden
Theorie Y
= Menschen arbeiten gerne, handeln eigenverantwortlich, sind lern- und anpassungsfähig und können sich selbst motivieren. Der Mensch muss nicht bestraft oder kontrolliert werden, um produktiv zu sein. Für McGregor ist dieser Mensch der Idealtypus
Welchen Führungsstil fördert Theorie X?
= autoritäre Führung mit Kontrolle und Vorgaben
Theorie X ist bei vielen FKs verankert
solche FKs setzen eher darauf materielle Bedürfnisse statt soziale zu befriedigen
Teufelskreis & selbsterfüllende Prophezeiung: FK hält MA für faul und übt daher autoritären Führungsstil aus mit Fremdkontrolle und wenig Eigeninitiative, MA zeigen kein Engagement mehr und müssen wirklich autoritär geführt werden
autoritäre Führung ist nicht wegen MA notwendig, sonder entsteht weil FKs falsches Menschenbild hat und die MA falsch behandelt, was schlussendlich zu Unselbstständigkeit und Desinteresse führt

Welchen Führungsstil fördert Theorie Y?
= kooperative Führung mit Vertrauen und Eigenverantwortung
FK sieht den MA als fähig und motiviert, gibt dem MA Handlungsspielraum und Selbstkontrolle, bewirkt Engagement und Freude an der Arbeit, MA ist bereit Eigeninitiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, dies verstärkt wieder die Wirkung der Theorie Y

Welche vier Menschenbilder unterscheidet Schein?
Economic Man
Social Man
Self Actualising Man
Complex Man
Was ist der Economic Man?
ist in erster Linie durch monetäre Reize motivierbar
ist passiv und wird von seinem Vorgesetzten kontrolliert
es gelten die Annahmen von Theorie X
spiegelt Taylorismus (Scientific Management) wieder (Ziel Produktionsfaktor Arbeit maximal auszulasten, Mensch als Maschine, die monotone Arbeit übernimmt, Akkrodsystem
Was ist der Social Man?
zwischenmenschliche Beziehungen sind das wichtigste
hohe Arbeitszufriedenheit, wenn Mitarbeiter seine sozialen Bedürfnisse bei der Arbeit befriedigen kann
Einbindung in Gruppe und soziale Normen motivieren ihn stärker als monetäre Anreize und Kontrolle
liegt der Human-relations-Bewegung zugrunde (strebt danach soziale Bedürnfnisse zu befriedigen)
Hawthorne-Experimente 1920er
Anfang der Human-Relations-Bewegubg
sollte nachweisen, dass menschliche Arbeitsleistung durch Verbesserung der technischen Arbeitsbedingungen positiv beeinflusst wird
Leistung stieg auch in Gruppen ohne verbesserte technische Bedingungen
zeigte sich, dass nicht nur ökonomische Anreize oder technische Arbeitsbedingungen ausschlaggebend sind sondern soziale Faktoren einen wesentlich stärkeren Einfluss auf Leistung der MA
—> Hawthorne Effekt
Was ist der Self Actualizing Man?
strebt nach Autonomie und wird dadurch motiviert, dass er sich entfalten und verwirklichen kann
Arbeit ist etwas positives
sieht keinen Konflikt zwischen eigenen Zielen und Unternehmenszielen, bemüht sich selbstständig diese zu erfüllen
bevorzugt Selbstkontrolle
Annahme der Theorie Y gilt
Arbeit muss so gestaltet sein, dass MA eigenverantwortlich entscheiden kann
hat die Bedeutung intrinsischer Motivation stärker in den Vordergrund gebracht
Was ist der Complex Man?
vereint Elemente der drei anderen Menschenbilder nach Schein
ist lern- und wandlunsfähig
hat unterschiedliche Motive, die sich ständig ändern
Vorgesetzter muss fähig sein, Veränderungen und Entwicklungen zu erkennen
Vorgesetzter muss je nach aktueller Situation Anreize setzten und mit MA umgehen, um ihn zur Leistung zu motivieren
differenziertes Anreizsystem ist notwendig
ist nur dann bereit Leistung zu erbringen, wenn zwischen Leistungen für das Unternehmen, Arbeitszufriedenheit und Entwicklungsmöglichkeiten ein subjektives Gleichgewicht besteht
hat aus heutiger Sicht die größte Bedeutung
Was ist ein Motiv?
= ein Bedürfnis oder Beweggrund aus dem Verhalten resultiert
es wird erwartet dass Verhalten einen bestimmten Mangel/Bedürfnis beseitigen kann
Wie entsteht Verhalten?
Motiv + Anreiz = Verhalten (Aktion)
Motive erzeugen Verhaltensbereitschaft
Anreiz notwendig damit Bereitschaft in tatsächliches Verhalten mündet
Welche Arten von Motiven gibt es?
intrinsische und extrinsische Motive: Motivation aus der Tätigkeit selbst z.B. Freude an der Arbeit vs. Motivation durch äußere Reize z.B. Geld oder Prämien
Primäre und sekundäre Motive: Beweggründe die bei jedem vorhanden sind z.B. Durst und hUnger vs. Befriedigung besonderer Bedürfnisse z.B. Geldmotiv, mit dem sich viele primäre Bedürfnisse befriedigen lassen
physische, psychische und soziale Motive: Physisch ist z.B. Hunger, Durst, Ruhe oder Sexualität. Psychische Motive sind z.B. Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung. Soziale Motive geht es um Anerkennung durch andere z.B. Gruppenzugehörigkeit
Was sind die intrinsischen und extrinsischen Hauptmotive im Arbeitsprozess?
Intrinsich
= Leistungsmotiv, Kompetenzmotiv, Kontaktmotiv
Leitungsmotiv: selbst gesteckte Leistungsziele erreichen, Aufgaben werden als Herausforderung gesehen und sind der eigentliche Anreiz
Kompetenzmotiv: Wunsch seine Umwelt/Arbeit zu beherrschen, legt Wert darauf Experte in seinem Aufgabengebiet zu sein. Möchte sich beruflich entfalten
Kontaktmotiv: Wunsch der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Wunsch nach Schutz und Anerkennung durch die Gruppe
Extrinsisch
= Geldmotiv, Sicheheitsmotiv und Status- und Prestigemotive
Geldmotiv: ist Tauschwert für Güter aber auch Maßstab für erbrachte Leistung und ein Symbol für Status, Ansehen, Macht und Sicherheit. Spielt eher bei jüngeren eine Rolle
Sicherheitsmotiv: Verlangen Gefahren, die Bedüfniserfüllung im Wege stehen zu vermeiden, variiert von Mensch zu Mensch z.B. Arbeitsplatzsicherheit. Zu starke Ausprägung kann zu weniger Eigeninitiative und eingeschränkter Kreativität führen
Status- und Prestigemotiv: Streben sich von anderen abzugrenzen, Status wird einem immer von seiner Umgebung zugewiesen. Entsteht auf der Arbeit dann, wenn man Verhaltenserwartungen seiner Arbeitsumgebung erfüllt.
Was ist der Unterschied zwischen Motiv und Motivation?
Motiv = Warum?; Bedürfnis oder Beweggrund
Motivation = Anrieb zum Handeln; entsteht wenn Motiv durch passenden Anreiz aktiviert wird und zu Verhalten führt
Motiv: Anerkennung bekommen
Anreiz: Lob vom Vorgesetzten
Motivation: Der Mitarbeiter strengt sich besonders an
Welche drei Inhaltstheorien solltest du kennen?
Bedürfnispyramide von Maslow
ERG-Theorie von Alderfer
Zwei-Faktoren Theorie von Herzberg
Bedürfnispyramide von Maslow
—> gliedert menschliche Bedürfnisse in 5 hierarchische Stufen: die ersten vier sind Defizitbedürfnisse, die fünfte handelt um Wachstumsbedürfnisse
jede Stufe wird erst wichtig, wenn die Bedürfnisse der vorherigen erfüllt sind
Psychologische Bedürfnisse
z.B. Nahrung, Kleidung, Gesundheit, Schlaf
Anreize in Arbeitssituation können z.B. ausreichende Bezahlung oder Gesundheitsvorsorge sien
Sicherheitsbedürfnisse
sowohl materielle als auch zwischenmenschliche Sicherheit
entsprechende Reize sind z.B. unbefristete Anstellung, lange Kündigungszeiten, Altersversorgung, Unfallversicherung
Soziale Bedürfnisse
Streben nach Integration, Gemeinschaft, Kommunikation und Geselligkeit
Anreize z.B. Projektteams, Ausflüge, Sportgruppen
Bedürfnis nach Anerkennung
Bestätigung durch Andere, Wertschätzung und Macht
z.B. Aufsteigsmöglichkeiten und Statussymbole
Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
Ausschöpfung der eigenen Möglichkeiten und Realisierung der eigenen Pläne
z.B. Mitbestimmung, Entwicklungsmöglichkeiten
Defizitbedürfnisse wirken mit zunehmender Befriedigung nicht mehr motivierend, Wachstumsbedürfnisse behalten die Motivationskraft
Kritik
fehlende wissenschaftliche Beweise
starrer Stufenbau ist realitätsfern
Modell ist unflexibel (manche opfern bewusst Grundbedürfnisse um ideale Ziele zu erreichen z.B. Hungerstreiken)
—> veranschaulicht aber die Komplexität menschlicher Anreize

ERG-Theorie von Alderfer
baut auf Maslow und fasst 5 Stufen zu 3 Stufen zudammen
Stufen
Existenzbedürfnisse (Existence Needs)
= psychologische Sicherheit und materielle Sicherheit
Soziale Bedürfnisse (Relatedness Needs)
= Kontakt, Achtung, Anerkennung und Wertschätzung
Wachstums- und Selbsverwirklichungsbedürfnisse (Growth Needs)
= Entfaltung und Selbstverwirklichung
geht davon aus dass Hierarchie besteht aber es können gleichzeitig mehrere Bedürfnisse aktiviert sein
Dominanzprinzipien
Frustrations-Hypothese: nicht befriedigtes Bedürfnis führt zu Frustration, deshalb strebt Mensch nach Befriedigung
Frustrations-Regressions-Hypothes: niedrigeres, bereits befriedigtes Bedürfnis kann wieder aktiviert werden, wenn Befriedigen eines höheren blockiert wird
Frustrations-Progressions-Hypothese: nicht befriedigtes Bedürfnis kann verstärkt werden
Befriedigungs-Progressions-Hypothese: durch Befriedigung eines Bedürfnisses wird ein höheres aktiviert
—> zeigt, dass Menschen unterschiedlich auf Befriedigung bzw. Nicht-Befriedigung reagieren
Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
unterteilt Anreize in Hygienefaktoren (dissatisfiers) und Motivatoren (satisfiers)
besagt dass Arbeitszufriedenheit und Arbeitsunzufriedenheit keine Gegenfaktoren sind sondern eigene Dimensionen
Hygienefaktoren verhindern Unzufriedenheit, es kommt nicht zur Zufriedenheit sonder zu Nicht-Unzufriedenheit
Hygienefaktoren beziehen sich auf Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen, sprich extrinsiche Anreize (Entgelt, Satus, Führungsverhalten des Vorgesetzten, Arbeitsbedingungen und Sicherheit
Motivatoren sorgen aktiv für echte Zufriedenheit und Motivation, Anreize für intrinsiche Motivation
sind Motivatoren nicht befriedigt führt dies zu Nicht-Zufriedenheit z.B. Anerkennung, Inhalt der Arbeit, Verantwortung und Aufstieg
höhere Leistung nur durch Verbesserung der Motivatoren möglich
Hygienefaktoren dienen notwendige Rahmenbedingungen für Leistung zu schaffen
Kritik
viele Faktoren nicht eindeutig zuzuordnen
Zuordnung ist persönlich
geringe empirische Fundierung
Was sind Prozesstheorien?
= versuchen zu erklären wie Motivation entsteht und warum Menschen sich für bestimmtes Verhalten entscheiden
Bedürfnisse eher im Hintergrund, stattdessen Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen des Menschen beleuchtet
man unterscheidet:
Erwartungsvalenztheorien und
Gleichgewichtstheorien
Erwartungsvalenztheorie - VIE Theorie nach Vroom
= Motivation entsteht durch Verknüpfung von Valenz, Instrumentalität und Erwartung
Valenz
= subjektive Wahrnehmung der Attraktivität der Belohnung nach Zielerreichung
Instrumentalität
= zeigt, wie der MA Handlung und das Ergebnis als geeignetes Instrument zur Zielerreichung einschätzt
Erwartung
= subjektive Einschätzung des MA, wie groß Wahrscheinlichkeit ist dass Handlung zu erfolgreichen Abschluss führt und erwünschtes Ergebnis
Valens x Instrumentalität x Erwartung = Motivation
Motivation kann nur entstehen wenn alle drei Faktoren gegeben sind, wenn eines null ist ist ganze Gleichung null
Leistung = Motivation x individuelle Fähigkeiten
Gleichgewichtstheorie - Anreiz-Beitrag-Theorie von Simon und March
= MA setzt Anreize, die er vom Unternehmen erhält in Beziehung zu Beiträgen, die er leistet
beurteilt ob es sich um eine adequate Gegenleistung handelt oder nicht
Anreize monetär und nicht monetär, dienen der Bedüfnisbefriedigung
Wert der Anreize wird durch individuelle Normen bestimmt
Kritik
Theorie geht davon aus, dass Ansprüche konstant bleiben, ignoriert also eine Weiterentwicklung von Bedürfnisse
Gleichgewichtstheorie - Gleichheitstheorie von Adams
sieht Arbeitssituation als Austauschbeziehung zwischen MA und Unternehmen
MA vergleichen eigenes Output-Input Verhältnis mit anderen MA
Outputs = Belohnungen des Unternehmens z.B. Entgelt, Status, interessante Aufgaben
Input = Leistung, Erfahrung
bei Vergleich mit anderen Kollegen kann es zu Spannungen kommen
verdeutlicht Wichtigkeit wahrgenommener Fairness
Kritik
keine Hinweise wie sich Vorgesetzte verhalten sollen
keine Erklärung für Grundlagen auf dem Verhältnis bewertet wird
Was sind die Determinanten der menschlichen Arbeitsleistung?
Leistungsbedingungen: organisatorische, sachliche und soziale Umwelt
Leistungsfähigkeit: körperlich-geistige Anlagen, Wissen, Können
Leistungsdisposition: Ermüdung, Alter, Gesundheit, Biorhythmus
Leistungsbereitschaft: Aspekte der Motivation
Leistungsbedingungen
= äußere Einflüsse, die sich auf Leistung eines MA auswirken
organisatorische Umwelt: Hierarchie, Gestaltung von Entscheidungsprozessen, Strukturierung der Arbeitsinhalte
sachliche Umwelt: Bereitstellung der Arbeitsmittel und Gestaltung des Arbeitsplatzes (Ergonomie, Beleuchtung, Lärmschutz)
soziale Umwelt: zwischenmenschliche Beziehungen (Kollegen, Vorgesetzte usw.)
Leistungsvermögen … dazu gehört
Leistungsfähigkeit
= Maximum an Leistung, die eine Person erbringen kann, wird von körperlich-geistigen Anlagen, Wissen und Können bestimmt
Leistungsdisposition
= bestimmt wie weit Leistungsfähigkeit ausgeschöpft werden kann, hängt vom seelischen und körperlichen Befinden ab
Tätigkeiten nach Schwierigkeitsgrad verteilen: schwere Tätigkeiten in der Früh bzw am späten Nachmittag
Leistungsbereitschaft
= bestimmt, inwieweit MA bereit sind Leistungsvermögen in das Unternehmen zu bringen
Anreize setzen hier an

Was ist ein Anreizsystem und was ist das Ziel dessen?
= Summe aller Anreize, die ein Unternehmen zu Steigerung der Leistungsbereitschaft bzw. zur Arbeitsleistung zur Verfügung stellt
Ziele:
Motivation steigern und zu bestimmten Verhalten leiten
Leistung fördern
MA binden
Unternehmensziele erreichen
Welche zwei Arten von Anreizen gibt es?
Materielle oder monetäre Anreize
= finanzielle Belohnungen, zielen auf Befriedigung der physiologischen Grundbedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse ab aber auch Statussymbol
Lohn/Gehalt
Sozialleistungen
Mitarbeiterbeteiligungssysteme
Nicht-monetäre oder immaterielle Anreize
= nicht finanzielle Anreize, ausgerichtet auf Bedürfnisse nach Kontakt, Anerkennung und Selbstverwirklichung
Personalentwicklung
Aufstiegsmöglichkeiten
Gruppenmitgliedschaft
Führungsstil
Arbeisgestaltung
—> viele Anreize sowohl materiell als auch immateriell z.B. Beförderung aber auch Personalentwicklung wegen Aufstiegsmöglichkeit, Cafeteria
Materielle Reize - Entgelt
= alle materielle Leistungen, die MA erhält
direktes Entgelt für Arbeit (Lohn für Arbeiter, Gehalt für Angestellte)
betriebliche Sozialleistungen (freiwillige Leistungen, gesetzliche Leistungen, KV-Leistungen), können Geldleistungen, Sachleistungen oder Nutzenleistungen sein z.B. Urlaubsgeld, Verpflegung, Sportstätten oder Kindergärten
Mitarbeiterbeteiligungen (Erfolgsbeteiligung, Kapitalbeteiligung)
Immaterielle Anreize - Arbeitsstrukturierung
= alle Regelungen, Änderungen und Flexibilisierungen, die die Gestaltung der Arbeit betreffen mit dem Ziel Motivation und Zufriedenheit zu steigern