1/38
Looks like no tags are added yet.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Rezeptorpotential
Lokale Spannungsänderung an einer Sinneszelle
Entsteht Signal/Reiztransduktion → Ionenkanäle
graduell: Stärke hängt von der Reizstärke ab, Kann sich summieren
wenn stark genug → AP auslösen —> reizstärkenabhängig
Mechanorezeptoren
Öffnen sich durch Druck, Dehnung, Bewegung (z. B.: Muskelspindeln Tastrezeptoren)
Chemisch / ligandengesteuerte Ionenkanäle
Öffnen sich durch Bindung eines Stoffes (z. B.: Geruchs- und Geschmacksrezeptoren, Neurotransmitter an Synapsen)
Temperatur-sensitive Ionenkanäle
Reagieren auf Hitze oder Kälte (z. B. Schmerz- und Thermorezeptoren)
Reiztransduktion
Umwandlung von Reizenergie in elektrische Energie (z. B.: mechanische Dehnung → elektrische Spannung
Reizcodierung
Darstellung von Reizinformationen im Nervensystem
Reizdauer, Reizort und Reizart, reiz Intensität ( Was ist das für ein Reiz?
(z. B. Druck, Licht, Schmerz, Wärme), Woher kommt er?, Wie stark ist er?, Wie lange dauert er?
AP haben immer die gleiche Amplitude (Alles-oder-Nichts-Prinzip)
Reizstärke wird nicht über Amplitude, sondern über Frequenz der Aktionspotenziale kodiert
Stärkerer Reiz → größeres Rezeptorpotenzial → höhere AP-Frequenz
Reizstärke kann über Anzahl aktivierter Rezeptoren kodiert werden

Schwellenwert Aktionspotenzial
ca. -60/-55 m.V.
Adaptation
Abnahme der Erregungsantwort bei gleichbleibendem Reiz
Rezeptor „passt sich an“ → weniger oder keine APs
Sinn: Entlastung des Nervensystems, Fokus auf Veränderungen
(Chronische Schmerzen: entstehen durch eine dauerhafte Aktivierung von Schmerzrezeptoren→ normale Adaptation ausbleibt, meist aufgrund einer Überempfindlichkeit der Rezeptoren (Sensibilisierung)
Sekundäre Sinneszellen
Sind keine Neurone
Haben kein Axon
Können keine Aktionspotenziale erzeugen
Rezeptorpotenzial führt zu: Transmitterfreisetzung
→ Erregung eines nachgeschalteten sensorischen Neurons → AP entstehen erst dort → Reizcodierung bestimmt durch Transmittermenge
Bsp. Photorezeptoren (Auge) Haarzellen (Innenohr) Geschmackszellen
Primäre Sinneszellen
Sind selbst Neurone
Besitzen ein Axon
Wenn das Rezeptorpotenzial groß genug ist:
→ AP entstehen direkt in derselben Zelle neuronales Signal beginnt direkt → Reizcodierung bestimmt durch Ap Frequenz
Bsp. : Schmerzrezeptoren, Mechanorezeptoren der Haut, Muskelspindeln
Tonische Rezeptoren
Reagieren dauerhaft auf einen Reiz
Senden kontinuierlich Aktionspotenziale, solange der Reiz vorhanden ist
Kaum oder keine Adaptation
Codieren vor allem Reizdauer und Reizstärke
Bsp.: Schmerzrezeptoren, Muskelspindeln, Lage-/Dehnungsrezeptoren
Feuern auch dann weiter, wenn sich der Reiz nicht verändert

Phasische Rezeptoren
Reagieren vor allem auf Änderungen eines Reizes
Starke AP-Antwort bei Reizbeginn oder Reizänderung, danach Abnahme
Schnelle Adaptation
Codieren vor allem Reizänderungen
Bsp.: Tastrezeptoren der Haut, Temperaturänderungen
Nehmen den Reiz zwar weiter wahr,melden ihn aber kaum noch
(Es gibt auch noch Kombination aus phasisch-tonisch wo Impuls Frequenz abnimmt aber nicht beendet wird)

EPSP (exzitatorisches postsynaptisches Potenzial)
Führt zu einer Depolarisation der postsynaptischen Membran: Wirkt erregend
Öffnung ligandengesteuerter Na⁺-Kanäle
Positive Ladung strömt in die Zelle
Erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aktionspotenzial entsteht
Ist graduell und summierbar (zeitlich und räumlich)
Neurotransmitter: Glycin und GABA
IPSP (inhibitorisches postsynaptisches Potenzial)
Führt zu einer Hyperpolarisation/Stabilisierung der Membran: Wirkt hemmend
Entsteht durch Öffnung von Cl⁻-Kanälen oder K⁺-Kanäle
Negative Ladung strömt in die Zelle oder positive verlässt sie
Senkt die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotenzials
Ist graduell und summierbar
Neurotransmitter: Glutamat im ZNS, Acetylcholin im PNS
Summation
EPSPs und IPSPs werden am Axonhügel (Triggerzone) summiert; ist das resultierende postsynaptische Signal unterschwellig, entsteht kein Aktionspotenzial, ist es überschwellig, wird am Initialsegment des Axons durch Öffnung spannungsgesteuerter Na⁺-Kanäle ein Aktionspotenzial ausgelöst
Potenzialmessungen
Kapillarelektrode: misst intrazelluläres Potenzial
Bezugselektrode: misst extrazelluläres Potenzial
Spannungsdifferenz wird verstärkt und dargestellt
Darstellung z. B. mit Oszillosop (Potenzialverlauf über Zeit)

Aktionspotential: (grafisch)
Ruhepotential, überschwellig, Depolarisation, Umpolarisierung (bei ca. +30mV), Repolarisierung, Hyperpolarisation, Ruhepotential

Hyperpolarisation – warum?
Spannungsgesteuerte K⁺-Kanäle bleiben länger offen als nötig
Verstärkter K⁺-Ausstrom
Membranpotenzial fällt unter das Ruhepotenzial
Erschwert die erneute Auslösung eines Aktionspotenzials
Refraktärzeit
Zeitraum nach einem Aktionspotenzial, in dem kein oder nur erschwert ein neues AP entstehen kann
Absolute Refraktärzeit
Na⁺-Kanäle Inaktivierungstor geschlossen → kein neues AP möglich
Relative Refraktärzeit:
Membran hyperpolarisiert → stärkerer Reiz nötig (nur noch Aktivierungstor geschlossen)
Funktion:
gerichtete Weiterleitung des Aps → eine Richtung
Begrenzung der maximalen AP-Frequenz / Reizüberflutung
Kontinuierliche Erregungsleitung
Axon ohne Myelinscheide
Aktionspotenzial wird an jedem Membranabschnitt neu gebildet
langsame Weiterleitung
energieintensiv, da große Membranfläche depolarisiert wird
Saltatorische Erregungsleitung
Axon mit Myelinscheide
Myelin wirkt elektrisch isolierend → kein Ionenaustausch unter der Myelinscheide
Aktionspotenziale entstehen nur an den Ranvierschen Schnürringen
Erregung „springt“ von Schnürring zu Schnürring
sehr schnell und energieeffizient, da nur wenige Membranabschnitte depolarisiert werden
Einfluss des Axondurchmessers
Größerer Axondurchmesser → geringerer Innenwiderstand
Ionenströme breiten sich schneller aus
Effekt unabhängig von Myelinisierung
Motorische Endplatte / neuromuskuläre Synapse
Synapse zwischen Motorneuron und Muskelzelle (größer)
Elektromechanische Kopplung: Umwandelung elektrisches Signal in mechanische Veränderung des Muskels
Neurotransmitter: Acetylcholin
ACh bindet an nikotinerge Acetylcholinezeptoren (nAChRs) an der Muskelzellmembran
Triggert Öffnung ligandengesteuerte Na⁺-Kanäle
Na⁺-Einstrom → Depolarisation ist Endplattenpotenzial (EPP)
EPP ist graduell, aber normalerweise immer überschwelllig → Muskelaktionspotenzial
Muskelaktionspotenzial → Kontraktion
Muskelaktionspotenzial
Entsteht nach dem EPP
läuft: über Sarkolemm in T-Tubuli (entlang äußerer Muskelmembran in Einstülpung) dort kommt Signal ans sarkoplasmatische Retikulum
→ Ca²⁺wird ins Sarkoplasma freigesetzt → Kontraktion startet

Somatisch
Steuerung der Skelett Muskulatur (willkürlich)
Vegetativ
Steuerung/Regulation innerer Organe, Drüsen, Gefäße (unbewusst)
Parasympathikus: Ruhe und Erholung, Aufbau Energiereserven
Sympathikus: Aufregung und Stress
Enterisches System: Magen-Darm-Trakt (Para und Sympathikus können aktivieren)
Interneurone
Nervenzellen innerhalb ZNS
Verbinden sensorische mit motorischen Neuronen integrieren
Chemische Synapse
Form der Synapse, bei Signalübertragung von der Präsynapse auf die Postsynapse durch Ausschüttung von Neurotransmittern aus Vesikeln erfolgt
Kalzium Einstrom triggert Exozytose / Fusion Vesikel mit präsynaptischer Membran (Kalzium Ionen werden aus Präsynapse ausgepumpt)
Die Neurotransmitter binden reversibel an Rezeptoren der Postsynapse
ionotrop: binden an ligandengesteuerte Ionenkanäle (direkt, schnell)
(Beispiel: nikotinischer Acetylcholinrezeptor)
metabotrop: Bindung = Auslösung einer Second-Messenger-Kaskade (langsamer, länger anhaltend, Kette bleibt aktiv, auch wenn der Neurotransmitter außen schon wieder weg ist)
(Beispiel: adrenerger Noradrenalinrezeptor)
Transmitter werden anschließend durch Enzyme (z.B. Acetylcholinesterase) abgebaut, durch die Präsynapse aufgenommen (z.B. bei Serotonin) oder von Gliazellen entfernt

Benennung chemischer Synapsen
(nach Neurotransmitter)
cholinerg → Acetylcholin
adrenerg → Noradrenalin / Adrenalin
glutamaterg → Glutamat
GABAerg → GABA
Wirkung von Nervengiften
Angriff an der Präsynapse:
Blockade spannungsgesteuerter Ca²⁺-Kanäle → keine Transmitterfreisetzung
Hemmung oder Daueraktivierung der Exozytose
Störung der Vesikelbildung oder Vesikelbeladung
Hemmung der Transmittersynthese
Angriff im synaptischen Spalt:
Hemmung der Acetylcholinesterase → Transmitter wird nicht abgebaut → Dauererregung
Beschleunigter Abbau von Neurotransmittern → Signal bricht ab
Chemische Inaktivierung des Transmitters
Angriff an der Postsynapse:
Blockade von Transmitter-Rezeptoren → kein postsynaptisches Signal
Dauerhafte Aktivierung von Rezeptoren → Übererregung
Veränderung ligandengesteuerter Ionenkanäle
Verhinderung der Kanalöffnung trotz Transmitterbindung
Beispiele:
Botulinumtoxin (Botox): hemmt Vesikelfusion, Exozytose
Curare: blockiert ACh-Rezeptoren an der Postsynapse
Tetrodotoxin (TTX): blockiert spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle (AUCH Axon)
Regelkreis
Führungsgröße (soll-Wert) und Ist-Wert (durch Messfühler erfasst) wird vom Regler verglichenStörgrößen wirken von außen
Bei Anpassung:
Stellglied (Drüse schüttet Hormon aus)
Regelstrecke: Organe werden durch ausgeschüttete Hormone beeinflusst
Peptidhormone
sind hydrophil → können die Zellmembran nicht passieren
binden an Membranrezeptoren → wirken indirekt über Second-Messenger-Systeme (z. B. cAMP).
Beispiele: Insulin, Adrenalin
Steroidhormone
sind lipophil → können die Zellmembran durchdringen
binden an intrazelluläre Rezeptoren (Zytoplasma oder Zellkern) → wirken direkt auf die Genexpression
Beispiele: Cortisol, Testosteron, Östrogene
Hypothalamus-Hypophysen-Achse (Nicht alle Hormone zB. Insulin direkt)
Hypothalamus (ZNS) registriert Veränderung (Innere Einflüsse: Müdigkeit, Äußerer Einflüsse: Kälte)
→ releasing-/ Inhibiting Hormon direkt an Hypophyse weitergeleitet
→ Hypophyse bildet Steuerhormone, die über Blutkreislauf zu peripheren Hormondrüsen transportiert werden
→ Hormondrüse bilden Effektohormone die über Blutstrom zu Zellen gelangen

Zellulären Prozesse des Lernens
spezifischen Verstärkung von bestimmten Synapsen, an denen die Signalübertragung durch biochemische und strukturelle Modifikationen erleichtert wird (neuronaler Plastizität)
Grundlage: häufig genutzte synaptische Verbindungen werden verstärkt, selten genutzte abgeschwächt
Informationen über verschiedene Hirnareale verteilt –
Der Hippocampus ist zentral (für Langzeitgedächtnis)
Speicherung wird beeinflusst durch Aufmerksamkeit, Motivation, Emotionen und Belohnung
Gedächtnisstufen
1. sensorisches Gedächtnis:
sehr kurzfristige Speicherung von Sinneseindrücken, Filterung wichtiger Reize
2. Arbeits-/Kurzzeitgedächtnis:
vorübergehende Verarbeitung und aktive Nutzung von Informationen
3. Langzeitgedächtnis:
dauerhafte Speicherung relevanter Informationen, abzuspeichernden Informationen müssen wiederholt werden (Konsolidierung)
Deklaratives Gedächtnis = Ereignisse, Fakten (autobiografisch) im Hippocampus
Prozedurales Gedächtnis = (unbewusst / Verhalten) automatische Bewegungsabläufe, Fertigkeiten, kognitive Fähigkeiten, Im Cerebellum, Basalganglien, Amygdala

Lernen als An- und Aufbau
Expanding
Anzahl und Stärke der neuronalen Verbindungen wird verbessert
Tuning:
Erstellung neuer Zusammenhänge → Verbesserung der neuronalen Verbindungen
Re-Constructing:
Umlernen: Bestehende Lernergebnisse (motorische Muster, aber auch routinierte Prozesse) werden durch neue ersetzt, die besser geeignet sind Sehr zeitintensiv und anstrengend
Pruning:
Rückbildung von neuronalem Potential betrifft nicht oder wenig genutzte Verbindungen
Langzeitpotenzierung (LTP)
Dauerhafte Verstärkung einer Synapse nach wiederholter Aktivierung (über Stunden bis Wochen)
Präsynapse: erhöhte Freisetzung von Neurotransmittern
Postsynapse: Einbau zusätzlicher Rezeptoren / höhere Empfindlichkeit
→ Synaptische Kontaktfläche vergrößert sich = Gleiches Signal löst stärkere postsynaptische Antwort aus
Folge: Informationen werden stabiler und langfristig gespeichert
Beteiligter Neurotransmitter ist das Glutamat gemeinsam mit seinen Rezeptoren AMPA und NMDA
bei sehr starker Depolarisation wird Magnesium-Blockade aus NMDA Rezeptor entfernt
→ durch den Kanal kann Ca2+ strömen
→ Ca²⁺ aktiviert als intrazellulärer Second Messenger Proteinkinasen
→ bewirken Einbau zusätzlicher AMPA-Rezeptoren / retrograde Botenstoffe die Präsynapse zur verstärkten Glutamatfreisetzung anregen / neue Synapse gebildet)
(Gedächtnisspuren sind Engramme)

Neuron (Skizze)
